Energie- und Kommunikationstechnik

 
Biogas

 
Technologien zur regenerativen Energiegewinnung

und deren Förderung durch
Fördermittel der Länder- und des Bundes

 


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Prof. Dr. Gerd Brucker:

Energiegewinnung durch Biogasanlagen

Der Karlshof - biologische Energieautonomie

 

Im Einzugsbereich des kleinen württembergischen Flüßchens Glems bei Stuttgart gibt es auf einer Länge von 30 Kilometern noch 400 Abwasseranlagen mit fehlender oder niedriger Reinigungsleistung. Da mehr als die Hälfte der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe über keine für 6 Monate ausreichende Lagerkapazität für Flüssig- und Festmist verfügt, wird der Dünger auch während der vegetationsarrnen Zeit ausgebracht. Dabei beträgt die Düngerausnutzung nur 30% gegenüber 80% während der starken Wachstumsperioden Die Einschwemmung ins Grundwasser und in die Glems bleiben unausweichlich. Weite Teile des Glemseinzugsbereichs gehören zum Versickerungsbereich der Stuttgarter Mineralquellen. Die Reaktion der Behörden auf die Bedrohung dieser Quellen besteht in der Ausweitung der Gülle-, Jauche- und Festmistlagerkapazi täten. Sie unterstüzten den Bau von großen Betoncontainern, die mit großen Landeszuschüssen finanziert werden sollen.

Derlei Maßnahmen stellen nach ERICH und MARIANNE Holz, Besitzer und Betreiber des großen Demeterbetriebs Karlshof bei Backnang, einen lrrweg dar. Sie haben ihren Viehbestand konsequent auf die Anbaufläche bezogen: Jeweils etwa eine Großvieheinheit (GV) ist pro Hektar für eine Düngung ohne Grundwasserbelastung erforderlich (Kühe, Jungvieh über 2 Jahre = 1 GV; Jungvieh 1-2 Jahre = 0,7 GV; Jungvieh unter 1 Jahr und Zuchtsauen ohne Ferkel = 0,3 GV; Mastschweine = 0,16 GV). Vor der Ausbringung auf die Felder kann Methan als Biogas gewonnen werden. Die aggressive Gülle gemischt mit Stroh- und Mistresten wird außerdem auch durch die Vergärung in der Biogasanlage pflanzenverträglicher gemacht.

Da bei Biogasanlagen viel in Eigenleistung gebaut werden kann, haben die Betreiber auf dem Karlshof nur ca. DM 10.000 aufzubringen gehabt. Die Biogasorganisation des BUNDSCHUH, einer alternativen deutschen Bauernorganisation, half bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Planung und Durchführung. Rund 40.000 m3 jährlich erzeugtes Gas machte den Betrieb energieautark. Das entspricht einer Energiemenge von ca. 20.000 Litern Öl. Die Familie heizt, kocht, backt mit selbsterzeugtem Biogas, der Abwärme des Motorkleingenerators und selbsterzeugter Elektrizität. Für den Überschußstrom, den Sie ins Netz einspeist, werden 16 Pfennig pro Kilowattstunde vergütet.

Die bisherigen Erfolge und wissenschaftlich erhobenen Begleitdaten bedeuten einen weiteren Anstoß für das weitgehend nur zögernd auf die umweltschonende Kreislaufwirtschaft des Karlshofes reagierende Landwirtschaftsministerium, Umweltprobleme Grundwasser- und Oberflächensanierungsmaßnahmen z. B. an der Glems sinnvoll in die Tat umzusetzen. Da der Karlshof nur hofeigenes angebautes Futter verwendet, ist die CO2-Bilanz ausgeglichen - ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz neben der 99%igen, dezentralen Energienutzung.

Fossiles Methan wird aus Erdgaslagern gewonnen. Während in der Kreislaufwirtschaft eines landwirtschaftlichen Betriebs beispielsweise das Kohlendioxid immer wieder in die Biomasse aufgenommen wird, kommt das aus fossilem Erdgas freigesetzte CO2 zusätzlich in die Atmosphäre.

 

Die Informationen von Prof. Dr. Gerd Brucker, sind mit freundlicher Genehmigung des Autors entnommen aus:

Ökologie und Umweltschutz, Ein Aktionsbuch,
ISBN 3-494-01199-0

 

Beitragssammlung zu diesem Themenbereich:
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Förderprogramme zur Förderung von Anlagen zur Nutzung
regenerativer Energien bzw. zur Einsparung konventioneller Energieträger:

 
siehe hierzu auch

Das fünfte Rahmenprogramm der EU für Forschung und Technik
Das sechste Rahmenprogramm der EU für Forschung und Technik

 

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