Checkliste
EU - Antragsteller - Einsteiger
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Nachfolgende Checkliste kann Ihnen die Einschätzung erleichtern, ob Ihr Vorhaben immer wiederkehrende Kriterien erfüllt, die zumeist Voraussetzung für eine mögliche Finanzierungsunterstützung seitens der Europäischen Kommission sind. Die nachfolgenden Hinweise richten sich ganz allgemein an Einsteiger und Erstanfrager, die sich über die Voraussetzungen bei der Antragstellung im Rahmen der auf europäischer Ebene administrierten Aktionsprogramme informieren wollen. Die nachfolgenden Kriterien gelten nicht (oder nur partiell) für die EU-Kofinazierungen aus den Europäischen Strukturfonds wie ESF, EFRE, EAGFL, FIAF bzw. daraus finanzierte regionale Förderinstrumente. |
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| Haben Sie mit Ihrem Vorhaben begonnen ? |
Auch ein EU-Fördermittelantrag muss vor Beginn der Durchführung des Vorhabens gestellt werden. Ihr Projekt darf grds. nicht vor der Bewilligung anfangen; d.h. der tatsächliche Maßnahmebeginn ist frühestens der Zeitpunkt der <Bewilligung>. Zwar wird auf Europäischer Ebene die Vorbeginnklausel nicht ganz so streng gesehen (geringe Vorarbeiten werden akzeptiert), doch generell gilt auch hier, dass keine Kosten geltend gemacht werden können, die vor der Förderzusage entstanden sind. Was als "begonnen" gilt, wird programmspezifisch und von
den nationalen
Agenturen verschieden ausgelegt. In
aller Regel gilt bei Bauvorhaben der "1.
Spatenstich" oder eine Auftragsvergabe als
"begonnen". Ansonsten gilt ein Vorhaben als
"begonnen", wenn die ersten Durchführungsverträge
geschlossen sind, die ersten Aufwendungen getätigt, die
ersten Wirtschaftsgüter angeschafft, Unteraufträge vergeben oder
Personal eingestellt wurde. |
| Wie viel können Sie in Ihr Vorhaben selbst investieren ? |
Die Kosten der monatelang dauernden Projektentwicklung, der
Kooperationspartnersuche (insb. Reisekosten) und der Antragstellung
gehören grundsätzlich nicht zu den förderfähigen Kosten im Rahmen
europäischer Aktionsprogramme - diese Kosten müssen Sie also selbst
vorfinanzieren. Kleine und mittelständische Unternehmen, kleinere
Kommunen oder lokale Initiativen können dies kaum leisten. Abgesehen
von der Strukturförderung, ist der finanzielle Aufwand im Vorfeld
einer Antragstellung bei den Aktionsprogrammen der EU abschreckend
hoch. |
| Sind Sie der Meinung, Ihr Vorhaben ist erstmalig, einmalig, neuartig in Europa ? |
Sie sollten mehr als ein solches Gefühl haben, denn der <Innovations>charakter Ihres Vorhabens ist Grundvoraussetzung für eine Förderung seitens der Europäischen Union. Das bedeutet, es sollte sich um ein in Europa oder ihrer Region neuartiges Verfahren, Produkt oder Konzept handeln. Demnach dürfen z.B. Produkte oder Verfahren noch nicht zur "Marktreife" gelangt sein. Für eine Idee oder ein Konzept bedeutet dies, das Ganze oder wesentliche Teile bisher noch nicht unter Beobachtung der Europäische Kommission getestet, praktiziert, realisiert wurde (je nach dem regional, national oder europaweit gesehen). Neu kann dabei sein
Für alle Förderungen seitens der
Europäischen Kommission gilt, diese nicht zur
Refinanzierung zu verwenden. Es sollen neue
Projekte, Geschäftsmodelle, Konzepte, Verfahren, Analyseinstrumente oder zumindest neue Elemente und Denkansätze entstehen. - die transnationale
Ausrichtung Ihres Projekts Lediglich der Anschub für Ihren meist kreativen, individuellen Gang kostspieliger, neuer oder fast vergessener tradierter Wege bei der Projektrealisierung im Gemeinwohlinteresse kann durch einen EU-Zuschuss mitfinanziert werden. |
| Wollen Sie Ihre Idee verbreiten und allen Unionsbürgern zugute kommen lassen ? |
Die Europäische Kommission kann nur Projekte unterstützten,
durch deren Realisierung ein sogenannter
"Europäischer Mehrwert" entsteht. Von der Durchführung und
Evaluierung Ihres Projekts sollen möglichst viele Regionen einen
Nutzen haben, nicht nur die Region bzw. die (Vertrags-, Konsortial-) Partner, der die
EU-Finanzhilfe zufließt. |
| Wie viele Partner (aus anderen EU-Ländern oder Drittstaaten) sind an der Durchführung ihres Projekts aktiv beteiligt ? |
Meist werden im Rahmen der
EU-
<Aktionsprogramme>
nur transnationale
oder zumindest interregionale Vorhaben gefördert, was bedeutet, mehrere
Unternehmen, (Gebiets-) Körperschaften des öffentlichen
/ privaten Rechts, etc. ... aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten,
aus verschiedenen Regionen, aus assoziierten
Staaten, den <Beitrittsländern> oder
Drittstaaten möglichst zu gleichen Teilen (ideell,
finanziell, verwaltungstechnisch) ein Projekt
realisieren. Das <Transnationalitäts> (bzw.-Interregionalitäts) -erfordernis
soll dem
wirtschaftlichen Zusammenwachsen von Europa dienen, dem Erfahrungsaustausch und
Know-how-Transfer unter Fachleuten der Verschiedenen Staaten sowie der
Förderung des grenzüberschreitenden, kooperativen
Denkens ("über den eigenen Tellerrand
hinausschauen").
Darum brauchen Sie für
eine EU-Fördermittelantragstellung im Rahmen der
<Aktionsprogramme> <Kooperationspartner>
aus möglichst vielen EU-Ländern, die vor Ort eine ähnliche
Problemlage haben und mit der Realisierung des öffentlich geförderten
Modellprojekts
eine Lösung suchen und austesten wollen. |
| Hat Ihr Vorhaben eine "Europäische Dimension" ? |
Eine meist entscheidende Frage, ob Ihr
Vorhaben durch die Europäische Kommission gefördert werden kann, ist die
Frage nach der <Europäischen Dimension>.
In die nationale Kompetenz der einzelnen Mitgliedstaaten fallen unter anderem Fragen der ...
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Sind Sie fit im "Netzwerken" ?
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Projekte, die durch die Europäische Kommission
mitfinanziert werden, sind in den allermeisten Fällen <transnationale> Vorhaben, d.h. die
Projektpartner müssen aus verschiedenen Ländern stammen. Dies
erfordert von Anfang an eine kostspielige, zeitraubende grenz-,
bereichsübergreifende Zusammenarbeit. So sollten bei EU- Projekten verschiedene Interessengruppen zusammenarbeiten, wie ...
... aus verschiedenen Perspektiven ...
... an einer Sache. Der Aufbau transnationaler Partnerschaften führt aber auch zu einer Erhöhung der Koordinierungs-, Verwaltungstätigkeit und verursacht nicht zu unterschätzende Folgekosten bei Netzwerktreffen, etc.. Als Kommunikationsmedium der Projektteilnehmer und Netzwerkpartner bietet sich das Internet geradezu an. _________________________ Mit "Netzwerken" im Sinne der Förderprogramme sind nicht Franchise- oder Lizenzkonzepte gemeint: Beispiel: A hat eine Idee und erstellt für sich einen Geschäftsplan als Rechteverleiher. A ist die Spinne im Netz. A verdient an B. B verdient an C. C verdient an D und F. Bis dato ist noch nichts produziert worden. Im eigentlichen Sinne hat bis dato noch keiner gearbeitet. Der Rest des Alphabets bei diesem Spiel sind diejenigen, die nun aufgrund des Konzepts als vertraglich gebundene Rechtsnehmer die Unsummen an Geld heranschaffen müssen, die solche "Netzwerker" für sich von Anfang an einkalkuliert haben. |
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Liegt Ihr Vorhaben im Förderrahmen ?
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Ihr Vorhaben muss sich im jeweiligen Rahmen des Förderprogramms bewegen, also der aktuellen Förderpolitik der Europäischen Kommission sowie - insb. bei der Strukturförderung - den regionalen Förderleitlinien entsprechen.
Den Grundstein von europäischen Fördertrends setzen die
einflussreichen, großen Interessenvertretungen und juristisch gesehen
die Europäische Kommission durch ihr Vorschlagsmonopol
in Form der Vorlage von <Grünbüchern> über bestimmte Themen, die auf
europäischer Ebene eine Debatte in Gang bringen sollen ( "Da ist ein europaweites
Problem --> da sollten wir etwas tun !" ). |
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Schließlich gibt es da noch einen allumfassenden EU-Fördertrend, in dem sich alle <EU-geförderten Projekte> bewegen sollten - die schwer bestimmbare Europäische Idee des "Vereins" der Mitglieder und Beitrittswilligen. Dazu gehört wohl
Jeder von uns hat wohl seine eigene Vision von Europa. Und manche nationalistisch angehauchten Kreise lehnen "Europa" leider generell ab, obwohl sie oft nicht wissen, was sie da im Einzelnen ablehnen. Ich denke, die Mehrzahl der Mitarbeiter der Europäischen Kommission machen einen guten Job. Auch die Leute, die hier vor Ort mit der Umsetzung von Europa beschäftigt sind, versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes. Vielleicht arbeitet Ihr Kind, Enkel, Neffe oder Nichte später auch für die Europäische Kommission - direkt oder indirekt durch eine Mitarbeit an einem EU-Projekt! © 1998 Verena Stiess / subventionsberater.de |
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