E r f o l g s q u o t e

= Anzahl der Anträge im Verhältnis zur Anzahl der bewilligten Projekte

Die Erfolgsquote bei einem konkreten Aufruf im Rahmen eines Förderprogramms ergibt sich aus der Anzahl der eingereichten Anträge im Verhältnis zur Anzahl der bewilligten Projekte. In Anbetracht der umfangreichen Vorarbeiten für eine formell und materiell richtige EU-Fördermittelantragstellung ist es ratsam, die Erfolgsquote vergangener Aufrufe bzw. Förderphasen des jeweiligen Programms zu erfragen. Wo Sie diese Quoten erhalten, müssen Sie selbst herausfinden, denn die Erfolgsquoten werden teilweise wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

Die durchschnittliche Erfolgsquote bei EU-Aktionsprogrammen kann bei 15 - 70 % liegen. Sie müssen also bei einigen Programmen davon ausgehen, dass 85 % der Anträge aus formellen oder materiellen Gründen abgelehnt werden. Also nur ein kleiner Teil der Koordinatoren bekommt tatsächlich die Chance, mit der Verwaltungsbehörde über die EU-Zuschusshöhe und die einzelnen Modalitäten der Projektrealisierung in Vertragsverhandlungen zu treten. Enden diese Verhandlungen einigungslos, so ist die tatsächliche Erfolgsquote des jeweiligen Förderprogramms noch niedriger.

Die Erfolgsquote bei neu aufgelegten Programmen gilt im ersten Jahr als besser, da relativ wenig Anträge eingehen. Mit Verlauf des Programms sowie heutzutage durch den größeren Antragsberechtigtenkreis der erweiterten EU wird der Wettbewerb immer schärfer. Die Antragsteller kommen nicht nur aus den 27 Mitgliedstaaten der EU. Viele Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen stehen auch den EWR-Ländern offen. So können mittlerweile auch sehr gute Projektvorschläge wegen der begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel abgelehnt bzw. die Kofinazierungsgrenze der EU im Verlauf der Vertragsverhandlungen mit der Europäischen Kommission herabgesetzt werden. Die Europäische Kommission setzt intern Prioritäten  - unabhängig von den Zulassungs-, Auswahl- und Vergabekriterien, um die Projekttypen so gleichmäßig wie möglich innerhalb Europas zu verteilen bis hin zu festen Proporzregeln. Es kann ja nicht angehen, dass alle PROMISE-Projekte federführend aus Schweden stammen oder die Mehrzahl der innovativsten Arbeitsbeschaffungsprojekte von Irland aus koordiniert werden.

Zusatzinfo:

Wie sehen die Erfolgsquoten bei national administrierten EU-Förderinstrumenten aus ?

Die Erfolgsquoten im Rahmen der EU-Strukturförderung sind pauschal kaum zu bewerten, da die Projektauswahl von Region zu Region unterschiedlich ablaufen kann. Die Erfolgsquoten dürften aber wesentlich höher als bei durch die Europäische Kommission administrierte EU-Förderprogrammen sein, u.a. auch weil sich  die "Leut im Flecke" doch kenne, gell.

Kommerzielle EU-Subventionsberater sind natürlich auf Programme mit hohen Erfolgsquoten spezialisiert!

Programme mit überdurchschnittlich guten Erfolgsquoten, wie einst die Programme CRAFT, INTERPRISE, ALTENER, LIFE, ESF, EFRE, TACIS- und PHARE-Investitionen, einzelne Programme des Forschungsrahmenprogramms, sind bei professionellen EU-Subventionsberatern eine beliebte Sache, da in der Regel erfolgsorientiert beraten wird. Kommerziell tätige Wirtschaftsförderungsberatungsunternehmen und Consultings konzentrieren sich auf EU-Programme, an denen potente und zahlungskräftige Kunden teilnehmen, wie  Außenwirtschaftsförder-, Strukturwandel-, Regionalentwicklungs- und reine Forschungsprogramme. Wie die Banken, wandern kommerzielle Berater dorthin wo das Geld investiert wird.

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