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| Bewußt leben, würdig sterben | Modernes Sterben

 


Mal ehrlich, haben Sie schon mal einen toten Menschen gesehen? Nun ja, das ist wohl meist auch eine Altersfrage. Aber wenn ja , dann doch wohl vor allem auf dem Friedhof, im Leichenschauhaus, hübsch dekoriert, seelisch einigermaßen gut verträglich, allenfalls noch im Krankenhaus, sehr selten in der eigenen Wohnung, sozusagen im Bett nebenan. Schon eher kennen wir Haustiere im toten Zustand, als Menschen, und wenn schon Menschen, dann bestenfalls die eigenen Verwandten. Einige wenige von uns sind allerdings auch schon mal Zeuge eines schlimmen Unfalls geworden, bei dem sich der Anblick tödlich Verunglückter ins Gedächtnis eingebrannt hat.
Am meisten wird das Pflegepersonal mit dem Prozess des Sterbens von Menschen konfrontiert. Und das sieht dann in unserer entmenschlichten, hochmodernen Zeit meist wie folgt aus:

 


Das sind wir in unserer
modernen Gesellschaft heute . . .

Das sterile Sterben -
Verdrängung als Gesellschaftsbasis

 

Was für eine Gesellschaft,

in der Not und Leid verdrängt und geleugnet

und wenn überhaupt,

dann nur heroisiert dargestellt werden,

unter dem Titel

der Mensch durch Wissenschaft und Technik

vermag alles,

sogar den Tod bezwingen?

Gestorben wird nur noch ganz selten,

und wenn überhaupt,

dann bestimmt der andere,

weit fort,

abgeschieden  hinter hohen Mauern,

verschwiegen und hygienisch rein,

angeschlossen an Kanülen und Maschinen,

bewegungslos  gebunden

allein.

 

Und außerdem -

mit Fleiß !!!
lässt es sich doch prima leben,

 

hier bei uns -

wo denn sonst!

 
©
peter bechen


Würdiger Dienst für Sterbende

,,Heute werden die Kranken meistens ins Spital eingeliefert und fremden Menschen überlassen. Das Leben hat sein Gesicht, der Tod sein Antlitz verloren. Der Tod ist nicht mehr ein erschütterndes Erlebnis, das alle Familienmitglieder und Freunde vereint, es ist nicht mehr ein bewusstes Hinübergehen in eine andere Welt. Der Blick des Sterbenden greift nicht nach der Hand des Freundes oder dem Kruzifix, seine Augen suchen die Morphiumspritze, durch die ihn die medizinische Schwester in einen bewusstlosen Zustand versenkt. Das entpersönlichte Leben mündet in einen entpersönlichten, entgeistigten Tod. Es sind nicht liebende Hände, die dem Entrückten die letzten Dienste erweisen, ihn waschen und für die letzte Reise ankleiden. Bezahlte Kräfte tun es, und die Angehörigen erkennen den Entrückten im Eiskeller an der ihm um den Hals gehängten Nummer."

aus ,,Verfremdung und Freundschaft"
von Zenta Maurina, 1966/88,
ISBN 3871641235

 


Natürlich sterben

Wir Menschen sterben letztendlich sehr unterschiedlich. Keiner weiß im Voraus genau, wie sich das Sterben bei ihm verwirklichen wird.

Menschen, die sehr alt werden, aber auch diejenigen nach einer über lange Zeit fortschreitenden schweren Krankheit, nach  allmählichem Hinfällig werden, treten in der Regel in Folge körperlicher Auszehrung recht friedvoll ihren letzten Gang ins Jenseits an. Dieser kann sich so still und leise vollziehen, dass die Pflegekraft am Bettrand den eintretenden Tod des Patienten noch nicht ein mal wahr nimmt. Erst beim routinemäßigen Fiebermessen fällt ihr plötzlich auf, dass es der eben still Verschiedene nur noch auf 35 Grad Celsius bringt.

Was derart Sterbende beim Hinübergehen eventuell erleben, beschreiben Sterbeforscher wie Elisabeth Kübler Ross oder der Amerikaner Dr. Moody eindrucksvoll und anschaulich. Es handelt sich dabei vor allem um die Vorstellung eines langen Tunnel und hellem Licht am anderen Ende und den dort wartenden, hilfsbereiten spirituellen Geistwesen. Dieses Anschauung assoziiert zweifellos auch unser unterbewusstes Erleben beim natürlich Geborenwerden.

Auch Menschen, die nicht so friedvoll ihr Dasein beenden, sollen in sich selbst dennoch auch jenen Frieden beim Übergang empfinden bzw. wahrnehmen, während die Menschen um diese herum beim augenscheinlichen Betrachten deren Sterbeprozesse als heftigen Todeskämpfe erfahren.

Zum Ende hin steigt die Rumpfkörpertemperatur, der Leib ist schwitzig heiß, die Gliedmaßen eher kühl, fast schon kalt und bleich bis bläulich. Der Atemrhythmus ändert sich, das Atmen wir zunehmend stoßend mühsam bis hin zur Stockschen Atmung, bei der das Luftholen immer wieder periodisch nach einem tiefen Ausatmen aussetzt, danach wieder allmählich flach beginnt, schneller wird und wieder erstirbt, und das evtl. stundenlang bis der heiße Körper sich schließlich evtl. sogar noch einmal heftig schüttelnd aufbäumt um dann für immer in sich zusammenzusinken.

Sterbende sprechen wenige Tage vor ihrem endgültigen Abschied oftmals noch mit für sie in ihrem SterbeRaum Anwesenden, welche von den noch vitalen Mitmenschen nicht wahrgenommen werden können. Es fällt uns schwer herauszufinden, ob es sich dabei um träumerische Lebenserinnerungen des Sterbenden oder gar um spirituelle Erscheinungen handelt. Wenn wir selbst eines Tages dran sein werden, werden wir es dann vermutlich genau "wissen".


 

Angst vor dem Sterben
und vor dem Tot sein
Es geht auch anders - Sinnfindung beim Sterben

Das Gros der Menschen hat große Angst vor dem Sterbevorgang, ja sogar vor dem nachfolgenden Nicht - mehr - sein. Die ganze Perversion all unserer Gesellschaften mit all ihren geist- weil seelenlosen und somit unsozialen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen begründen sich vor allem in dieser Angst. Menschen wollen leben, erleben, Spaß haben, die Materie in vollen Zügen genießen, vor der Angst davon laufen, so lange es geht, und wenn es schließlich letztendlich wirklich gar nicht mehr geht, sich, wenn irgend möglich, gar eingefrieren lassen, um viel später dann eines Tages doch noch wieder mit dabei zu sein. Dabei könnte alles ganz anders sein. Die argentinisch-deutsche Autorin Esther Vilar schreibt aus dieser Perspektive dazu in ihrem Büchlein Alt heißt schön, einem Manifest gegen den Jugendkult schon in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts:
 

"Und Ihr habt Angst vor dem Tod. Denn Ihr kennt ihn nicht [...]. Ihr besucht uns [...] in den Kliniken, in denen wir unseren Abschied vor der Welt verborgen halten [...] Als die Nachtschwester vorbeikam, war es schon zu Ende. [...]

[...] Unser einsames Sterben stürzt Euch in eine ebenso einsame Angst. Ihr wisst zwar, dass es das Happy - End nicht geben kann, doch da Ihr das Unglück bei den anderen nicht erlebt und auch kaum darüber redet, glaubt Ihr im Grunde, dass Ihr als einzige so unbarmherzig dem Untergang entgegentreibt [, ...] dass letzten Endes nur Ihr zum Fortgehen verurteilt seid, während alle anderen bleiben und weiterfeiern dürfen.

[...] deshalb zeigen wir Euch jetzt das Brutalste, das es hier zu sehen gibt, das Ende eines Menschen. Ihr seid nicht die einzigen, die Abschied nehmen müssen. Und darum führen wir Euch jetzt vor, was Ihr; am meisten fürchtet - den Tod. [...]

Wenn wir demnächst [...] von Euch Abschied nehmen, habt Ihr den Abgang wenigstens schon [...] mit einem von uns geprobt. Ihr wisst dann, wie sich letzte Worte anhören [, .] kennt dann die Wirkung letzter Blicke, letzter Gesten [,.] habt gesehen, wie es ist, wenn einer endgültig die Augen schließt.

Das ist wenig, und es ist auch schon alles, was wir für Euch machen können, denn sterben müsst Ihr ja auf jeden Fall allein. [...] Wenn Ihr erlebt habt, wie wir gehen mussten, fühlt Ihr Euch bei Eurem eigenen Abschied vielleicht etwas weniger verstoßen. [...]

[...] Wir sind ja alles andere als Helden: [...] Wir haben Angst, ja. Wir denken an die Flammen, [... a]n die Bretter, [... a]n die Erdklumpen, [...a]n das Ungeziefer, [... a]n die Enge, an die Stille, an die Dunkelheit [, ... a]n Schreie, die dort keiner hör[t] [u]nd wir werden verrückt vor Angst.

Und deshalb brauchen wir Euch [, ... d]enn wenn Ihr bei uns seid, wird die Angst geringer [, ...] hätten [wir] ein Publikum [, ... ] eine Rolle [, .] dürften [wir] für Euch jemand spielen, der das Schlimmste, Schrecklichste und Schwerste, das es für, einen Menschen zu erleben gibt, mit Mut und Gelassenheit auf sich nimmt. Für sich selbst kann man nicht sterben [....] wenn Ihr bei uns seid, sterben wir wenigstens [...] für Euch.

[. W]enn unser Tod Eure Todesfurcht verringert, bekäme er wenigstens für Euch einen [.]. [...] das wäre auch das Letzte, was wir [, die Sterbenden ...] für Euch tun könnten. Wir haben Euch [. als Eltern] ein schweres Leben geschenkt, nun schenken wir Euch zum Abschied einen leichten Tod. [...]

So verliert durch die Rolle, die Ihr uns schenkt, der Tod letzten Endes auch für uns ein wenig, von seinem Schrecken. [...] Auf diese Weise wird [...] die Kraft [ge]geben, dem Unbegreiflichsten zu begegnen, das es für einen Menschen zu erleben gibt, dem eigenen Tod. [...]"

zitiert aus: Esther Vilar,
'Alt heißt schön',
ISBN 3-404-60401-6

 

Wir alle wissen genau, wie unendlich weit wir von einer solchen uns wirklich erfüllenden Sinnfindung entfernt sind, im Geiste täglich noch weiter, um ja nicht darüber nachdenken zu müssen, was letztendlich unabdingbar hundertprozentig kommt. Der Sensemann hat bekanntlich Zeit, mal mehr, mal weniger, und irgendwann gelingt es ein jedem von uns nicht mehr, ihm von der Klinge zu springen. Wie wäre es deshalb also mit einem "Bewussten Leben" und dem dazu gehörenden "Würdigen Sterben", wie nachfolgend dargestellt?


Alternative selbstbewußter Menschen:

Bewusst leben -
würdig sterben

 
Zitatanfang:

"Scott [Nearing] führte ein gutes Leben, und er starb den guten Tod [nachdem er sich mit 100 Jahren, am Ende seiner irdischen Kräfte selbst, also ohne Beeinflussung von außen, dazu entschloss, fortan nicht mehr zu essen und nach einer Woche auch nicht mehr zu trinken]. In jedem Moment hatte er vollständig gelebt, und er starb gelassen. Er starb so wie er es sich gewünscht hatte: zuhause, ohne Medikamente, [ohne] ärztliche Behandlung oder Krankenhausaufenthalt, und mit Helen an seiner Seite. [Helen] hatte das freudige Gefühl, dass er alles gut gemacht hatte. Leonardo da Vinci schrieb im Jahre 1500: »So wie ein gut verbrachter Tag einen glücklichen Schlaf bringt, bringt ein gut genutztes Leben einen glücklichen Tod.«

 

Es gab keine Störungen; er rang nicht nach Luft, er zuckte und zitterte nicht. Er atmete ruhig, bis kein Atem mehr übrig blieb und er nicht mehr in seinem Körper war. Es war so einfach wie irgend möglich - ein leichtes und schönes Gehen, das Leben einfach ausgeatmet.

Da Helen seinen geplanten Abschied unterstützt und ihm dabei geholfen hatte, erlebte sie sein Ende ohne Schmerz. Mehr als ihren eigenen Verlust verspürte sie seine Erlösung. Sie war glücklich für ihn, dass er auf diese Weise gegangen war, und beschloss, ihm auf die gleiche Art zu folgen, wenn ihre Zeit kommen würde. [Dieser Wunsch ist der Autorin Helen Nearing vielleicht versagt geblieben, da sie später verunglückt ist, durch Zufall, oder beabsichtigt?; Anm. P.B.] [...] Scotts Sterben hatte ihr gezeigt, was zu tun war. Sie spürte, dass die Liebe zählte und nicht die Persönlichkeit, die ging. Die Essenz, die Substanz seines Seins blieben noch immer gegenwärtig. Die Bedeckung, die Hülle, war notwendigerweise vergänglich. [...].

Obwohl ein bedeutsames Kapitel in meinem Leben zu Ende ging, hatte ich das Gefühl, dass Scott mir selbst durch sein Gehen noch etwas beigebracht hatte. Durch seinen würdevollen Abschied hatte ich einem natürlichen Tod beigewohnt; ich hatte erlebt, wie der eigentliche Lebensakt seinen Schwung aufgab. Scott hatte sich Zeit gelassen; er ging, als er es wollte. Sein Tod hatte sein Leben erhellt.

Ich freute mich auf meinen eigenen Tod - ich war sozusagen entzückt davon, den Tod des Körpers als eine Erlösung vom körperlichen Leben zu sehen. Ich wollte weggehen, den Anker wegwerfen, mich ins Unbekannte begeben, Eins sein mit dem All und nicht länger ein separates, wichtigtuerisches Wesen. Ich sehnte mich nach einem Ausschalten dieser ungeheuren Körperlichkeit. Der Tod mag sich als eine großartige, letztliche und endlose Meditation herausstellen. Ich kümmere mit nun nicht mehr um Annahmen, was der Tod alles sein könnte, ich bin bereit für alles, was eintreten wird oder was nicht eintreten wird. [...] [Die Autorin lebte noch weitere 14 Jahre bis sie schließlich mit 91 tödlich verunglückte. Anm. P.B.]

[U]nd ich bin dankbar für die Erfahrung, dass der Tod diesem Leben ein schönes Ende setzen kann.

 

Wir sind nicht gezwungen, unser Leben fortzuführen, indem wir bettlägerig sind, unter Schmerzen leiden und uns nicht mehr bewegen können. Wir sind nicht gezwungen, den Horror eines langsamen Verfalls in einem Pflegeheim zu ertragen. Wenn wir zuhause sind und unsere Wünsche kundgetan haben, können wir aufhören zu essen. So einfach ist das. Wenn man auf Medizin und Nahrungsmittel verzichtet, heißt uns der Tod willkommen. Scotts Sterben zeigte mir den guten Weg, den guten Tod ohne Schmerzen und ohne Sorgen; der Lebensfluss geht einfach weiter. Für so etwas gibt es keine Trauer. Mit dem Verlust war auch ein Gewinn verbunden: ein Stückchen Hoffnung, das in diesem ruhigen und bewussten Ende lag. [...]

Aber die ganzen Jahre hindurch, wann immer ich an ihn denke, was oft, sehr oft passiert, verspüre ich noch immer eine grenzenlose Liebe für ihn."

Zitatende

 

 

Diese Art von Selbsthilfe zum Sterben ist freilich nicht zu verwechseln mit der Sterbehilfe, wie sie dieser Tage von gewissen Massenmedien unverantwortlich forciert wird.

Dieser Mensch hier, der Amerikaner Scott Nearing, beschließt sein Ende im hohen Alter nicht etwa deshalb, weil er in einer pervertierten, kommerzialisierten Welt lebt, welche Alte und Kranke in Einsamkeit und Entmenschlichung allein lässt, nachdem zuvor familiäre und zwischenmenschliche Strukturen im Interesse der Profitmaximierung zerstört worden sind, also nicht, weil sein Weiterleben der Gesellschaft und deren in Wahrheit profitablen Kranken- und Rentenkassen möglichst nichts mehr kosten darf, sondern weil seine Lebensuhr sich allmählich immer deutlicher ihrem Ende zuneigt, weil ihm seine Kräfte entschwinden, so dass er nicht mehr selbsttätig und vor allem selbsterfüllend sein Tagewerk zu verrichten vermag und vor allem, weil er wirklich gelebt hat, wie ein Mensch gelebt hat, und nicht nur überlebt, wie bei uns in unseren entwurzelten Tagen bei entfremdeter Natur üblich, weil er viele Jahre lang seine geistige Entwicklung gestalten konnte und geprägt hat, weil seine Tage von wirklichem Leben erfüllt waren und er nicht einfach nur zu vegetieren gezwungen war im Konsum vorgefertigter seelen- und geistloser Materie unter korruptem Diktat.

Sein Sterben hat eindeutig nichts mit Geld, nichts mit Profit zu tun - das ist ein, das ist der tragende Unterschied zur propagierten Euthanasie unserer Tage mit dem geschichtlich bekannten Hauch "Lebensunwerten Lebens".

Zitat:

"Scott wollte gehen, bevor er seine gesamten Kräfte verloren hatte. Er wollte aus freien Stücken, bewusst und absichtlich gehen - es sollte ein gewählter Tod sein, der mit dem natürlichen Prozess einherging. Er war gegen jede Unterdrückung der Todeserfahrung. Er freute sich darauf, zu lernen und zu erfahren, wie man sich des eigenen Körpers freiwillig und leicht entledigte. Im Tod würde er sich vervollständigen. Er hatte gelernt zu leben nun würde er lernen zu sterben. [...]

Er wollte diese letzte Erfahrung nicht missen; er wollte einen klaren Kopf haben und bei Bewusstsein sein, ja, er wollte den Prozess sogar genießen. [...]

Wie viele Möglichkeiten gibt es, dem Tod entgegenzutreten? So viele wie es sterbende Menschen gibt. Wie der Tod letztlich wirklich sein wird, wissen wir nicht, bis wir ihn selber erfahren, aber wir können aus ihm einen schmerzhaften Abgang, eine zugeworfene Tür machen oder einen harmonischen Höhepunkt, den Gipfel. Der Schlüssel zu unserer Haltung und zu unserem Verhalten liegt in unseren eigenen Händen. Es wäre gut, wenn wir mit offenen Augen und' Sinnen gingen und den Übergang willkommen hießen."

Zitatende

 

(Bild anklicken)

 

Das moderne Sterben ab 2000

In unsere Zeit hat Sterben eine neue Qualität für uns erlangt. Zwei Interessen reichen einander die Hände - todkranke Menschen wollen leben, ebenso wie Mediziner von ihrem Handwerk und die sich rasant entwickelnde lukrative Transplantationsindustrie. Vielleicht spielt sogar der Wunsch der Mediziner selbst, und natürlich auch der noch Gesunden, möglichst lange Zeit auch weiterhin noch auf Erden wandeln zu dürfen, hierbei eine tragende Rolle. Jedenfalls haben unsere weißen Heiler, wie bereits gesagt, möglicherweise in "beiderseitigem" Interesse, einen neuen Tod kreiert, den sich nur sehr wenige so ganz richtig vollständig zu veranschaulichen vermögen. Öffentlich gemacht wird dieser Tod von seinen Urhebern natürlich in keinem Fall.

Dumm dran ist hierbei deshalb natürlich der Mensch, der den Part des endgültig "Sterbenden" zu spielen hat, wo möglich sogar noch ohne eigenes Zutun zu bewussten Lebzeiten, also ohne die von Kreisen in Politik und Wirtschaft medienträchtig (siehe hierzu auch unter Werbung) propagierte (siehe hierzu auch unter Manipulation) vom "Opfer" selbst ausgestellte und bewilligte "freiwillige" Lizenz zum getötet werden, gemeinhin Organspendeausweis genannt, also statt dessen mit der von Psychospezialisten erwirkten Zustimmung irgend welcher "opferbereiter" Angehöriger der eben gerade noch so dahin "sterbenden" Organbank, Verwandte also, die sich ja schließlich nicht selbst unter das dann letztendlich tötende Messer legen. Aufschluss über die hier angedeuteten Explantationvorgänge und die gesellschaftlichen Begleitsymptome dabei, bieten die folgenden Beiträge unter subventionsberater.de von Peter Bechen, als auch die Rezitationen und Beiträge aus den Büchern von Richard Fuchs, dessen Frau und anderen teilweise auch selbst betroffenen Autoren. Nachfolgend also zunächst einmal eine kurze Einführung und ein erster Einblick für alle, die ihren Medizinern nicht einfach nur glauben wollen:

 


Organentnahme
 
auf (Ge-)Hirnto(t/d)basis


mit freundlicher Genehmigung aus
,,Die Organspender"

von

Richard Fuchs

zu den Exponaten von Werner Hiekel bei subventionsberater.de [...] Zur Organentnahme liegt
der beatmete »Hirntote«
auf dem OP-Tisch ...

 

.... und bekommt unter Aufrechterhaltung der ionalen Homöostase (Regelung des Kreislaufs, der Körpertemperatur, des pH-Werts, des Wasser- und Elektrolythaushalts, Steuerung des Hormonhaushalts u.a.) neben Narkotika und Muskelrelaxantien energiereiche Zellsubstrate zugeführt.

»Dann wird ihm die Bauchdecke vom Hals (Anm. d.V.: zwei Fingerbreit unterhalb des Brustbeins) bis zur Symphyse (Schambeinfuge) aufgeschnitten. Zwei weitere Schnitte folgen vom Brustbein aus zum rechten und linken Beckenkamm. Die spitzwinkligen Bauchdeckenlappen werden mit Klemmen seitlich fixiert.

Eine riesige Öffnung entsteht, im Verlauf der OP werden dann die Hautlappen so gehalten, dass ein >Gefäß< entsteht, das bis zu 15 Liter Eiswasser fasst, mit dem die Organe gekühlt werden sollen. Dieses mit Blut vermischte Wasser läuft dann zum Teil auf den Boden. Ein Kollege bezeichnete dieses Bild als >Schlachtfeld<.«

Ein Spezialteam legt die Abdominalorgane, die große Schlagader (Aorta) und die große Hohlvene (Vena cava) frei. Dann wird das Brustbein mit einer Säge der Länge nach durchtrennt. Mit einer Sperre wird der Thorax (Brustraum) aufgedehnt. Mit dem Öffnen des Herzbeutels wird das schlagende Herz sichtbar. Um die Organe für den Zeitraum zwischen Entnahme und Übertragen für den Transport zu konservieren, wird bei laufendem Beatmungsgerät und bei schlagendem Herzen mittels Kochsalzspülung (Perfusionslösungen mit Ernährungs- und Konservierungszusätzen, für die Verwendung konstante Temperatur von 4° C) das Blut aus dem Kreislauf gespült. Die Perfusionslösung wird über die Aorta zu- und über ein künstliches Leck in der Vena cava wieder abgeleitet. Auf diese Weise wird der Patient völlig entblutet und seine Organe zugleich unterkühlt und konserviert. Zur externen Kühlung der Organe werden Thorax und, Bauchhöhle erneut mit eisgekühlter Kochsalzlösung nachgefüllt. Da der Patient diesen Vorgang nicht überleben kann, wird von einem bestimmten Zeitpunkt an die Herzfunktion durch Absaugkatheter ersetzt. Jetzt können Anästhesie und Beatmung eingestellt werden.
 

Der »Hirntote« ist gestorben.

 

Richard Fuchs

ist Co-Autor von
»Sterben auf Bestellung«
ISBN 3-89189-071-0

 

...lesen Sie hier am besten weiter bei den
Impressionen einer OP-Schwester bei einer Multiorganentnahme

 
 

Lesen Sie zu dieser Reihe auch:

| Leben mit Krankheit, trotz Krankheit leben |

 

 

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 layouted by  peter bechen bei subventionsberater.de 2008

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