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Von der Straßen- zur Stadtbahn:

Vor- & Nachteile der schnellen Stadtbahn in Stuttgart
  
               Gefährdung von Menschen durch unangepasste Fahrzeugtechnik
 

 

Stuttgart West, Schwab- & Friedensschule

 

Einführung

Vor bald fünfzig Jahren schon träumten offensichtlich nicht gerade weitsichtige Entscheidungsträger in Stuttgart, natürlich gerade auch mit zum Teil großen Namen, vom zukünftigen Weltstadtniveau à la London, Paris und New York für die provinziell erscheinende Landeshauptstadt der Macher, "Wuhler", Tüftler und Schaff(n)er im Südwesten der Republik. Immer mehr, höher, tiefer, weiter und schneller war (und ist leider noch immer) angesagt. Man konzipierte darum eine speziell an die Bedingungen des unterirdischen Betriebs zugeschnittene, damals noch supermoderne Höchstgeschwindigkeitsbahn. Doch dann kippte die Stimmung, das Geld wurde knapp. Es blieb eine wenig kurven- und steigungsbewanderte, 55 Tonnen pro Wagen schwergewichtige U,- pardon, Stadtbahn ohne Tunnel, die sich heute auf der Erdoberfläche mühsam durch die teilweise eng verwinkelten Gassen über all die vielen Steigungen der einstmals zwischen Wald- und Reben in einem Talkessel gelegenen Innenstadt hindurch-, hinauf- und herabquält. Diese (nicht gerade als langlebig zu bezeichnende, kostspielige) Bahn ist im Grunde nicht für die „überirdischen“ Bedingungen der Landeshauptstadt der „Denker" (wir können alles, nur kein Hochdeutsch) konzipiert und dementsprechend anfällig bis herausfordernd für Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern im alltäglichen Straßenverkehr. Doch natürlich sind dann in jedem Fall immer wieder all die anderen schuld und die involvierten Stadtbahnfahrer zu bedauern, wenn ihrer (Vorzeige-) Bahn mal wieder einer zwischen die Räder kommt bzw. gekommen ist.

 

STUTTGARTER ZEITUNG,
 verfasst von Gert Fach, Foto Uli Kraufmann

[...] Die Unglücksserie an denen ein Zug der Stadtbahn beteiligt ist, reißt nicht ab. Am Samstag wurde eine 90 Jahre alte Fußgängerin in der Hohenheimer Straße Opfer eines Unfalls. Sie ist lebensgefährlich verletzt. [...]

 


Sich im Ländle kritisch über den schienengebundenen ÖPNV zu äußern scheint verpönt und all zu leicht erhält ein Schreiberling, der sich solches aus seinen schmierigen Fingern saugt, eindrucksvolle Zeilen wie diese:

„Wer so einen geistigen Dünnfiff zu Stadtbahnen schreibt,
der gehört auf ein Gleis gebunden...
dann haben wir endlich mal einen Doppelselbstmord...
Die Scheibe des Stadtbahnfahrers
wird aber vorher schwarz gepinselt ...
Denkt mal über eure gequirlte Kacke nach…“

(geschrieben am 27.11.2002 21:51, angeblich von
„forenmaster@das-gleisbauforum.de;
doch Internetabsender  lassen sich bekanntlich leicht „faken“).

 

Stuttgart, Heilbronnerstr.(B27 & B10)
Koexistenz in Verbindung mit Geschwindigkeit
auf breiten Straßen und Trassen ist im
Stuttgarter Außenbereich möglich.
 

Stadtbahnmitarbeiter identifizieren sich offensichtlich höchst emotional mit ihrem Werk, ähnlich den Liebhabern von Modelleisenbahnen. Eine solche im Grunde gut zu heißende Neigung bewirkt jedoch nur zu voreilig auch Betriebsblindheit. So wird jedem Kritiker unverzüglich vermeintliche Autoverherrlichung zugeschanzt und selbiger somit scheinbar umgehend ins Unrecht gesetzt und auf diese Weise disqualifiziert.

 

Eine besondere Modelleisenbahn,
gesehen im Heimatmuseum Loßburg
 

Der hohe Grad emotionaler Identifikation mit Schienenfahrzeugen dürfte u. a. wohl auch den folgenden Seiten im Internet zugrunde liegen:


Schienenfahrzeuge können den „übrigen“ Verkehrsteilnehmern systembedingt grundsätzlich nicht ausweichen, umso wichtiger ist deren vorausschauende Konzeption um Kollisionen mit den anderen, bekanntlich „weniger weitsichtigen“ individuellen Verkehrsteilnehmern tunlichst zu vermeiden, oder doch wenigstens abzumildern. Bei der Stuttgarter Stadtbahn ist eine solche konzeptionelle Umorientierung für den überirdischen Betrieb bislang wenig erkennbar geworden, vielleicht ist eine solche technisch bedingt auch gar nicht möglich(?).

 

Karlsruhe Stadtmitte - Sicherheit durch Langsamkeit.
Wofür diese ewige Hetzerei die auch noch Menschenleben kostet?
Jeder von uns lebt nur einmal - hier im Jetzt.


Die nachfolgenden Beiträge sollen für diese höchst immanente wie brisante Problematik sensibilisieren, nicht nur Stadtbahnbetreiber, sondern vor allem auch Autofahrer und ganz besonders die Fußgänger, denn diese sind die „unfreiwillig“ verwundbarsten Verkehrsteilnehmer. Grundsätzlich gesehen müssten alle innerstädtischen Verkehrskonzepte auf letztere zugeschnitten sein und werden. Doch unsere Geschichte von der Realität zeigt auch hier einmal mehr wie schon immer: Wer hat, der hat – der hat in jedem Fall auch immer Vorfahrt und für dessen Interessen wird sowieso vorrangig gesorgt - leider.

 

Folgendes Beispiel aus Straßburg zeigt,
dass es in Bezug auf Fußgänger,
ebenso wie in der Innenstadt Karlsruhe,
auch anders geht:

http://www.stuttgart-fotos.de/fusganger-und-strasenbahn

In diesem Sinne

Peter Bechen

 

Stuttgart Gerokstraße - eine Kopfabsägerampe für unvorsichtige PKW- und vor allem
für unfreiwillig auf den Schienen ins Rutschen gekommene Motorradfahrer

 

Die gesamte Beitragsreihe
in Kürze für Eilige:

Sinn und Risiko des schienengebundenen
ÖPNV in eng bebauten Siedlungsräumen

aus: STUTTGARTER ZEITUNG

Die Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB - AG) (Informationen hierzu im Internet unter http://de.wikipedia.org/~enbahnen und unter http://www.ssb-ag.de/), die zwischenzeitlich ihren Namen eigentlich zu Unrecht trägt, da sie ja keine Straßenbahnen mehr betreibt, sondern moderne, weil superschnelle Stadtbahnen, kommt aus den Schlagzeilen der regionalen Zeitungen nicht heraus. Zum einen stechen deren eigenen halbseitigen  Werbeanzeigen  ins Auge, in welchen die Vorzüge der Schienenfahrzeuge vom rasanten Typ DT8 hervorgehoben werden, dem gegenüber stehen die redaktionellen Beiträge über tragische Unfälle mit Menschen und Kraftfahrzeugen, für welche im wesentlichen meist die Unachtsamkeit der Fußgänger, Bahnbenutzer und KFZ - Lenker als Ursache zugrunde gelegt werden. Zuweilen werden auch die Tarife dieses Verkehrsmittels als preisgünstig gelobt. Die Bahn als AG der Stadt ist als Inserent für Zeitungsmacher halt ein lukrativer Auftraggeber.

 

Stuttgart Alexanderstraße Ecke Charlottenstraße B27.
Hier erzwingt die Stadtbahntechnik u. U. ebenso
gefährliche wie unerwünschte Begegnungen bei höchst
provisorischen verkehrstechnischen Abhilfeversuchen.

Das Foto zeigt das weite Ausscheren der Bahn vorne
und hinten an den einzelnen Segmenten, aber auch
das Unterschneiden in deren Mittelbereich bei engen Kurven.
Mit einem solchen Verhalten rechnen viele Verkehrsteilnehmer
nicht und geraten somit oftmals unvermittelt an/unter die Bahn.
Deshalb werden diese Kurven, für die dieser Wagentyp
eigentlich nicht konzipiert ist, lang gestreckt gestaltet.



Wer die Mühe macht, sich einmal die Stadtbahn Stuttgarts, deren Trassenführungen - und Straßenüberquerungen vor Ort zu Gemüte zu führen, erkennt bald mühelos, dass die Ursache für viele, vielleicht sogar die meisten dieser Unfälle in der Konstruktionsart und Dimensionierung dieses Verkehrsmittels und seiner Aufwendigkeit, auch bei dessen Trassenführung und Haltestellen in Relation zur Enge vieler durchfahrener Stadtteile begründet liegt.

 

Stuttgart Alexanderstraße.
Menschen suchen kurze, auch gewohnte Wege,
technische System erzwingen Trennung
für den "Fortschritt".


Der schienengebundene Verkehr ist, bei angemessener Anwendung und Ausgestaltung, ein wichtiger Beitrag zur dringend notwendigen Humanisierung der Lebensbedingungen der Menschen in hoch verdichteten (Groß-) Städten. Deshalb bemühen sich die folgenden Beiträge um eine Analyse der zuvor angerissenen Unfallursachen, die in einer Fehlanpassung der Technik der Stuttgarter Stadtbahn an ihre städtebauliche Umgebung in Stuttgart und in deren für diese Umgebungsbedingungen höchst ungenügenden Sicherheitseinrichtungen begründet liegen.

 

Karlsruhe Stadtzentrum - Kultur ist Lebensgefühl,
technische Systeme sollten dem Rechnung tragen
und nicht etwa die Verhältnisse des Dienens
auf den Kopf stellen.

 


Vorläufiges Fazit:

Für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen in engen Großstädten, sind einfach gestaltete und an die vorhandenen Umgebungsbedingungen angepasste, elektrisch betriebene Bahnen notwendig, die eine verbraucherfreundliche Preisgestaltung und flexible, verbrauchernahe Fahrplanmodifikation und Nutzung ermöglichen. Einfache und dadurch preisgünstige Konzepte (Konzeptionen) sind im raschen Wandel technologischer Systeme und Lösungen in unserer schnelllebigen Zeit auf Dauer erfolgreicher als aufwendige, teure und inflexible Großtechnologien. Großvolumige, schwerste, vor allem nur auf Hochgeschwindigkeit getrimmte Stadtbahnwagen, die auf kostspieligen, weil aufwendig erstellten, breiten Trassen durch ohnehin schon viel zu enge ,Gassen' nur höchst eingeschränkt manövrierfähig über die alle anderen behindernden Gleise brettern, sind mitnichten der Weisheit letzter Schluss. Alternativbeispiele, wie zum Beispiel auch aus Karlsruhe, zeigen, dass es auch in unseren Tagen noch anders geht, wenn der Mensch in den Mittelpunkt gerückt wird.

Die einzige endgültiger Lösung in den alten Stuttgarter Stadtteilen wird letztendlich nur noch die vollständige Versenkung der Stadtbahn in den Untergrund sein. Hier wären die Milliarden des Herrn Schuster und Co. sicherlich besser und bürgerfreundlicher ja -näher angewandt, als bei der höchst undemokratischen Versenkung des Hauptbahnhofs im Rahmen von Stuttgart 21 zu Gunsten einiger weniger politiknaher Immobilien- und Grundstücksspekulanten. Zu bedauern sind in diesem Fall dann allerdings mal wieder all die unzähligen Baustellenanwohner während der langjährigen Buddeleien.
Und wenn schon die Stadtbahn vergraben wird, dann bitte auch gleich noch die Autostraßen mit dazu. Denn dann können endlich mal wieder Kinder auf verkehrs- und verkehrslärmfreien Straßen spielen und müssen nicht länger ihr Leben vor Computer fristen und dabei verschwenden, ebenso wie deren Eltern.

 

In diesem Sinne
Peter Bechen

 

Sogar auf der Meterspur sind moderne, effektive Straßenbahnen
wie hier in Erfurt oder auch Freiburg möglich und erlauben dabei auch noch
variabel an sich ändernde Verkehrsbedingungen anpassbare Haltestellen
ohne Beton und Eisen.

 

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