Verkehrsteilnehmer gefährdende
öffentliche Verkehrsführung an der Kreuzung
der B27 Hohenheimer-, Charlotten-
mit der Alexanderstraße in Stuttgart
Eine Anregung zur Änderung der
Verkehrsführungssituation mit Gefährdungspotential für die in die
Alexanderstrasse stadtauswärts einbiegende SSB Linie 15 und den nach
der Kreuzungsampel von der Alexanderstrasse kommenden stadteinwärts
nach rechts in die Charlottenstrasse einbiegenden motorisierten
Individualverkehr.

Aktuelles
Unfallrisiko an der Kreuzung
B27 / Alexanderstrasse in Stuttgart trotz neuer
provisorischer Verkehrsführungsleitmittel
Am
16. Januar 2009 meldete die Stuttgarter Presse, dass am Vortag an
dieser Kreuzung hier gegen 8
Uhr 05 eine ältere Autofahrerin mit ihrem Auto einen Triebwagen der Stadtbahnlinie 15
der SSB (Stuttgarter Straßenbahn AG) gestreift habe. Da
Schienenfahrzeuge für gewöhnlich nicht ausweichen können, ist der
Zeitungsleser nunmehr natürlicher Weise geneigt, davon auszugehen, dass die Lenkerin
des motorisierten Individualfahrzeugs, sprich des Autos, die
verursachende Schuld an
diesem Unfall habe. Die mächtige örtliche Presse versäumt, ihre
allmorgendliche Leserschaft darauf hinzuweisen, dass die öffentliche
Verkehrsführung am Unfallort schon vom Prinzip her konzeptionell
gesehen keineswegs
unproblematisch ist. Dies hat seine besondere Ursache vor allem an
der Kurvenuntauglichkeit der Stuttgarter
Hochgeschwindigkeitsstadtbahnwagen, denn diese erfordern besonders flache
Kurvenführungen, und das ausgerechnet in einer Stadt wie Stuttgart,
die nicht umsonst die charakterisierende Bezeichnung „Zwischen
Wald und Reben“ trägt. Genau genommen überschneidet gleisgebunden der
stadtauswärts fahrende Stadtbahnzug der Linie 15 von der
Charlottenstrasse her kommend beim Einbiegen in die Alexanderstrasse
ein gutes Stück weit die Gegenfahrbahn des ihm somit
entgegenkommenden motorisierten Individualverkehrs, der also von der
Alexanderstrasse her kommenden Autos, die an dieser Stelle in die
stadteinwärts führende Charlottenstrasse einzubiegen versuchen, was
keineswegs immer ganz leicht ist, da sich bereits unmittelbar nach
der Kreuzung regelmäßig Rückstaus vor der etwa 20 Meter entfernten
nächsten Ampel an der Kreuzung mit der Blumenstrasse bilden.

Bildbeschreibung:
Beim Rechtsabbiegen aus der Alexander-. in die Charlottenstr.
bildet sich meist ein Rückstau, der jedoch von der Ampel in der
Alexanderstrasse aus, welche gut 20 Meter vor der Kreuzung steht und
wegen des rechts davon stehenden Hauses nicht sogleich einsichtig
ist. Zurückfahren geht wegen der nachfolgenden Fahrzeuge nicht mehr,
stehen bleiben behindert die stadteinwärts fahrende Stadtbahn, also
versuchen Fahrzeuge wie der linke PKW sich in die linke Fahrspur der
B27 stadteinwärts einzuordnen. Dazu fahren sie noch ein kleines
Stück weit gerade aus und kommen somit auf dem Gleis der
stadtauswärts in die Alexanderstr. einbiegenden Stadtbahnlinie 15
zum Stehen = Kollisionsgefahr. Die verkehrsleitenden provisorischen
Barken sind erst nach dem 15. Januar erstellt worden; sie sind
wirkungslos. Sobald die Ampelphase umschaltet kommen die Fahrzeuge
von links aus der Hohenheimerstrasse auf die Kreuzung.

Bildbeschreibung:
Noch mal Glück gehabt, der zweite Wagen von rechts ist das Fahrzeug, welches
im Bild zuvor sich auf die linke Spur eingeordnet hat, auf welcher
es nun mit der nächsten Grünphase der Ampel an der Kreuzung
Charlotten- zur Blumenstrasse die Kreuzung zur Alexanderstrasse
unbehelligt wieder verlassen kann. Die Stadtbahnlinie hier kommt aus
der Hohenheimerstraße (also B27) im eigenen separaten Gleisbett in
der Straßenmitte herangerollt.
Immer
dann, wenn anbetracht dieser besonderen Verkehrssituation ein
Autofahrer beim Einbiegen nach rechts in die Charlottenstrasse
gleich nach der Kreuzung sich in die linke Fahrbahnspur einzuordnen
versucht, z. B. weil die rechte Spur bereits belegt ist, oder weil
er nach dem Charlottenplatz nach links Richtung Stuttgart West
fahren möchte, und deshalb von der Alexanderstrasse her kommend
deren Linienführung zunächst noch ein Stück weit gerade aus
fortsetzt, läuft Gefahr, unvermittelt mit der ihm auf seiner
Fahrbahnseite entgegenkommenden Stadtbahn zu kollidieren, da deren
Gleis dessen Fahrbahn schneidet.
Sicherlich wissen die Führer der Züge der Stadtbahnlinie 15 um diese
Problematik. So liegt es auch an ihnen, diese bereits von ihrer
Konzeption her unfallträchtige Stelle mit äußerster Vorsicht zu
überqueren. Doch genau diese besondere Bedingung können die Fahrer
an dieser Stelle eben gerade nicht ausreichend beherzigen. Grund
dazu ist eine weitere technische Schwierigkeit der Stuttgarter
Stadtbahnzugtechnologie, die ursprünglich für den Tunnelverkehr für
hohe Geschwindigkeit konzipiert war. Diese Fahrzeuge haben Probleme
mit starken Steigungen. Da aber gerade die Alexanderstrasse in
Stuttgart zu den Straßen gehört, die eine sehr hohe Steigung
aufweisen, wird verständlich, dass die Verlegung der Schienen der
Stadtbahn in dieser Strasse vor gerade mal einem Jahr erst als die
letzte Gleisanlage der Stadtbahn im Innenraum Stuttgart erfolgt ist.
Denn erst seit kurzem verfügt die SSB -AG über Stadtbahntypen mit
besonders starken Motoren mit bis zu 800 Kilowatt insgesamt pro
Wagen. Um also auf keinen Fall zu riskieren, das ein Zug an der
Steigung in der Alexanderstrasse womöglich gar zum Stehen kommt,
sind deren Zugführer geneigt, das Einfahren in die Alexanderstrasse
von der Charlottenstrasse her kommend ein wenig zügiger als sonst
üblich anzugehen. Somit ist das Unfallrisiko an dieser Kreuzung auch
in dieser Hinsicht stadtbahntechnisch und somit eben auch
verkehrsführungskonzeptionell zweifelsfrei erhöht.
Verkehrssicherheit und Fahrzeugtechnik stehen somit konträr
zueinander.

Bildbeschreibung:
Die Linie 15 stadtauswärts beim Queren der Kreuzung. Wehe dem
Auto, welches dort noch steht, die Bahn fährt mit hoher
Beschleunigung, um die nachfolgende Steigung zu bewältigen. Den
Zugführern scheint nicht immer bewusst zu sein, dass sie die
Kreuzung auf der Gegenfahrbahn des Individualverkehrs schneiden. Der
Grund hierfür liegt in der Bahnkonstruktion begründet, dem sich der
Verkehr in Stuttgart an einigen Stellen sehr zum Nachteil
unterzuordnen hat.
Die
folgenden Abbildungen veranschaulichen das eben angesprochene
konzeptionelle Unfallrisiko der Verkehrsführung an dieser Kreuzung
an Hand aktueller Verkehrssituationen. Diese belegen die Mitschuld
der Verkehrplanung, aber auch der Zugführer der Stadtbahnwagen der
Linie 15 an Unfällen gerade an dieser Stelle. Natürlich können wir
uns der aus massenpsychologischen Gründen gängig gemachten Meinung
anschließen, dass grundsätzlich immer die ewig drängelnden,
Eigennutz süchtigen und rücksichtslosen Autofahrer an ihren Unfällen
mit Schienenfahrzeugen schuld seien. Doch dies enthebt die
Verkehrsplaner keinesfalls ihrer besonderen Fürsorgepflicht. Und
eine rücksichtslos konzipierte Stadtbahntechnologie ist eben auch
nicht gerade der Weisheit letzter Schluss.
Dies
sei trotz der Gefahr geschrieben, dass sich mal wieder ein ewig
gestriger Autolobbyist in seiner egozentrischen Verkehrsweltsicht
bestätigt fühlen mag - wir alle wissen längst, dass der öffentliche
Personennahverkehr einen wichtigen Beitrag zur Erhalt unserer Umwelt
leistet, auch wenn die Zukunft dieses Verkehrsmittel mit Sicherheit
nicht durch die heute noch gängige Großtechnologie bestritten werden
wird.
Aber
es kann eben dennoch nicht angehen, dass durch die verquerte
Stadtbahnfahrzeugtechnik im Interesse einer
Hochgeschwindigkeitsambition andere Verkehrsteilnehmer gefährdet
oder sogar zur Rechenschaft gezogen werden, nach dem Motto, die
Schiene hat immer Vorfahrt, auch wenn sie sich dabei auf fremdem
Terrain bewegt. Rücksichtnahme gilt auch für den Schienenverkehr,
auch wenn sich deren Führer nur zu gern und sicherlich auch nicht
immer unbegründet über die motorisierten Flitzer mit Hang zum
Drängeln ereifern.

Rechtsabbieger haben
freie Fahrt, aber leider halt nur bis in die Kreuzung hinein. Dann
stockt es regelmäßig.
Alle
Bildaufnahmen vom 30.01.2009 gegen 16.30 Uhr. Blick auf die Kreuzung
von der Alexanderstrasse her gesehen. Ampel etwa 15 Meter vor der
Kreuzung, der Blick um die Ecke ist dadurch verstellt.

Diese
Aufnahme zeigt die Kreuzungsampel aus einem deutlicheren Winkel.
Dadurch wird ersichtlich, dass vor der Ampel wartende Autofahrer
nicht um die Ecke zu schauen vermögen und somit bei Grün auch nicht
vorausschauen können, was sie in der Kreuzung erwartet - z. B. ein
Rückstau mit der Unmöglichkeit in die Charlottenstrasse einfahren zu
können, wobei dann aber auch ein Zurück nicht mehr möglich ist, oder
aber ein ihnen unvermittelt entgegenbrausender
Hochgeschwindigkeitsstadtbahn der SSB, der z.B. versuchen muss
möglichst viel Fahrt aufzunehmen, um auch bei ungünstigen
Witterungsverhältnissen die nachfolgende Steigung problemlos zu
erklimmen.
Eine einfache Rotschaltung der Ampel
für Rechtsabbieger bei Herannahen einer stadtauswärts in die
Alexanderstraße einbiegenden Schienenfahrzeugs, würde das
Unfallrisiko auf der Kreuzung durch mögliche Kollision mit dem die
Fahrbahn schneidenden und dabei entgegenkommenden Stadtbahnzugs
vermeiden helfen.

Unmittelbar
nachdem hier eine Stadtbahn Linie 15 die Kreuzung überquert hat,
befindet sich der nachfolgende PKW bereits wieder auf Kollisionskurs
um sich in die linke Spur nach der Kreuzung in der Charlottenstraße
einzuordnen.


Stuttgart
Alexanderstraße Ecke Charlottenstraße B27.
Hier erzwingt die Stadtbahntechnik u. U. ebenso
gefährliche wie unerwünschte Begegnungen bei höchst
provisorischen verkehrstechnischen Abhilfeversuchen.
Das Foto zeigt
das weite Ausscheren der Bahn vorne
und hinten an den einzelnen Segmenten, aber auch
das Unterschneiden in deren Mittelbereich bei engen Kurven.
Mit einem solchen Verhalten rechnen viele Verkehrsteilnehmer
nicht und geraten somit oftmals unvermittelt an/unter die Bahn.
Deshalb werden diese Kurven, für die dieser Wagentyp
eigentlich nicht konzipiert ist, lang gestreckt gestaltet.
Die
Stadtbahnlinie 15 stadtauswärts beim Einbiegen in die Alexanderstr.,
nach der Haltestelle. An dieser Abbildung wird die Wirkungslosigkeit
der provisorisch anmutenden Verkehrsführung durch die nach dem
Unfall am 15. Januar 2009 auf die Strasse genagelte Barkeninsel, von
der nach wenigen Stunden bereits zwei Barken umgefahren worden sind.
Inzwischen sei hier abermals eine weitere bauliche Veränderung hinzu
gekommen, um den Verkehrsstrom an der Bahn wenn irgend möglich
vorbei zu leiten.
Die
problematische Verkehrsführung der geschnittenen Kurve an dieser
Kreuzung durch die SSB ist leicht an den Luftaufnahmen (zeigt noch
die Bauzeit des Stadtbahnstreckenabschnitts vor gerade mal einem
Jahr) unter
www.maps.google.de mit den Stichworten <Stuttgart -
Hohenheimerstrasse - Charlottenstrasse - Alexanderstrasse> zu
erkennen.


Abbiegendes
Fahrzeug beim Einordnen in die linke Spur der Charlottenstrasse mit
deutlichem Stadtbahnkollisionsproblem; dafür aber mit Blick
stadtauswärts in die Hohenheimerstrasse.


Wo
eben noch die Bahn stadteinwärts quert, ...

... drängeln sich im nächsten Moment
schon wieder Autos ...


... bis in die Kreuzung hinein, wo es
schließlich nicht mehr weiter geht, es sei denn, man drängelt sich
in die linke Spur in die einzubiegenden Charlottenstraße.

Also an
dieser Ecke Stuttgarts gibt es gerade auch für ältere Fußgänger, die
nicht mehr selbst fahren können/dürfen regelmäßig
Aufregendes aus der "mobilen" Welt zu sehen und in jedem Fall
ausreichend Lärm und Gestank gratis dazu.
Die
Steigung der Alexanderstraße stadtauswärts

Kinder auf den
Straßen Stuttgarts sind schon lange nicht mehr zu sehen. Doch wozu
auch, die Friedhöfe rund um der Stadt sind auch so schon voll genug?

Written and designed by P. Bechen; February
10.2009
Weitere Eindrücke über die hier beginnende Stuttgarter
(Panorama-Teil1-) Strecke mit der "neuen" Stadtbahn
finden Sie im
Internet unter
https://www.stuttgarter-zeitung.de/~skip=0
Also ihr Blechkutschentreiber, gebt fein
Acht,
dass es an der Ecke Alexanderstraße B27 nicht kracht,
sonst klingelt's bei Stadtbahnkollisionen
noch lange nach in euren Ohren !!!
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