Regine Rau:
MENSCHEN in AOTEAROA - NEUSEELAND
Die Berichterstatterin:
  • Jahrgang 1944 Deutsche
  • Mutter's Stamm Sachsen Vater's Stamm Schwaben
  • 13 Jahre verheiratet/Scheidung 2 Söhne Jahrgang 1965 + 1969
  • 3 Enkelkinder
  • 1. Besuch in NZ 1993 4 Wochen
  • 2. Besuch in NZ 1994/95 6 Monate

 

Aktueller Aufruf an Regine Rau:

Regine, bitte melde Dich !!!
Lieben Gruß, Inge (Paulinchen) aus Augsburg.

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Aufgewachsen in Stuttgart ...

...Vater's Geburtsstadt, schwäbische Metropole Deutschland´s. Lebe bis heute da, mit längeren Unterbrechungen. Als Junge erwünscht und in der Kindheit so erzogen, Vatertochter. In der Pubertät zunehmende, weibliche Körpermerkmale, die automatisch ins weibliche Lager verweisen. Die Mutter nun zuständig; typisch weibliche Weiterentwicklung, wie zu dieser Zeit in Westdeutschland üblich: kein Studium, da zu lang, zu kostspielig = "Mädchen heiraten ja doch.". Berufswünsche, Pilot oder Rennfahrer, lösen sich in Luft auf, denn damals war Fliegen oder Rennen Frauen nicht zugänglich. Mit 18, nach kurzer Ausbildung, Groundhostess am Flughafen Frankfurt/M. bei skandinavischer Airline Mit 20 Heirat eines Kollegen, 2 Kinder, das Leben einer typischen Mittelklasse-Hausfrau und Mutter in Westdeutschland = zu Hause bleiben, auf der "grünen Wiese" wohnen - Isolation, Depression, Sprachlosigkeit, Essensverweigerung. Das soll a l l e s gewesen sein ...? Mit 27 Magersucht, Ende 20 im Krankenhaus auf 45 kg abgemagert - künstliche Ernährung. Will ich leben, ja oder nein? 14 Tage akute Lebensgefahr, die Seele schlüpft aus dem Körper. Sehe mich von oben liegen, an die Decke starren: Reflexion meines bisherigen Lebens - warum habe ich vieles nicht getan, was ich gerne gemacht hätte ...? Erkennen der Zusammenhänge und die Entscheidung zu leben, Änderung meiner Sichtweisen und Wertesysteme, Essen und reden macht wieder Spaß! Aufarbeitung meiner Biografie: Wurzelforschung: meine Kindheit, das Elternhaus, gesellschafliche Wertesysteme - spe-ziell für Mädchen und Frauen, meine Heirat ... Warum bin ich so, wie ich bin? Akzeptanz der Vergangenheit, Lebensfreude und Blick in die Zukunft! Den Ehemann irritiert die Entwicklung, versteht die psychischen und physichen Zusammenhänge meiner Krankheit nicht. Erneutes aneinander Vorbeireden ... Ablehnung meines Vorschlags sich räumlich zu trennen, um Abstand zu bekommen - vielleicht eine Chance für uns? NEIN, entweder der/ oder ... Nach 13 Ehejahren Scheidung. Nun "offiziell" alleinerziehende Mutter. Work-Shops, intensive Einzelgespräche, Trancen, Tanz und Körperübungen, malen und Musik, Mitarbeit in politischen Frauengruppen - Findung meiner weiblichen Idendität, Selbstheilung ohne klassische Therapie. Endlich den Mut sich in eine Frau zu verlieben und diese Liebe auszuleben. Frau zu sein ist tatsächlich schön!

Beruflich ...

... mit staatlicher Unterstützung für alleinerziehende Mütter, Ausbildung zur Kauffrau und Handelsfachwirtin, Schwerpunkte: Management, Planung und Organisation. Verschiedene Jobs in Klein- und Mittelbetrieben in der Sachberabeitung/Leitung - neue berufliche Erfahrungen. Bezahlte Weiterbildungen und lernen im Erwachsenenalter, Austausch mit KollegenInnen, ohne Prüfungsdruck und Stressklasse. Nach langweiliger Schulerfahrung DIE Entdeckung - Lernen kann Spass machen! Neben der Vollzeiterwerbstätigkeit, Entwicklung eigener Seminarkonzeptionen und Leiterin von Seminaren/ Workshops an Abenden/Wochenenden. Gutes Feedback und Erfolg. 1987 Gründung des eigenen Unternehmens - berufliche Weiterbildung speziell für Frauen; das FRAUEN-KOLLEG, eine gemeinnützige GmbH und Privatschule, Finanzierung mit geerbtem Geld und Fremdkapital.

Firmenphilosophie:

Gewinn ja - um in das Unternehmen, bzw. in die Mitarbeiterinnen investieren; wirtschaftliches und professionelles Arbeiten, Unabhängigkeit von staatlichen Zuschüssen. Ziele: Schaffung und Sicherung von qualifizierten, gut bezahlten Frauenarbeitsplätzen im Management und als Trainerinnen. "Entwicklungshilfe" durch Seminare und Workshops für Frauen mit feministischen Konzeptionen.

1994, nach erfolgreichen Aufbau der Firma - Management- und Organisationsstrukturen für 15 Arbeitsplätze (4 Angestellte, 11 freie Mitarbeiterinnen), einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Verwaltungen, Firmen, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Uni´s, FH´s etc., Verkauf der Firma an die jüngere Frauengeneration. Mit 50 Neuorientierung: Wünsche, Ziele, Pläne für die 3. Lebensphase. Arbeitsunterbrechung - Sabbatjahr von 1994 - 1995. Selbstorganisierter Solo-Trip um die Welt, mit Aufenthalten in Asien, Au-stralien, Neuseeland, dem Südpazifik und den USA. Längerer, 6-monatiger Stop in Neuseeland mit Umsetzung meines Buchprojektes MENSCHEN IN NEUSEELAND, als freischaffende "Biografin". Wiedereinstieg in Deutschland mit dem zweitem Buch EINE PHANTASTISCHE REISE UM DIE WELT und einer anschließenden, 6-wöchigen Reise mit Auto von Ort zu Ort durch Mittel- und Ostdeutschland, um den Rest meiner Wurzeln - mein MUTTERLAND zu entdecken. Von 1997 - 2002 freischaffende Unternehmensberaterin. Seit Sommer 2002 in Frührente und wieder auf Reisen ...

Forschungsarbeiten und Projekte:

  • Sozialisation von Mädchen + Frauen in Westdeutschland nach dem 2.Weltkrieg
  • Gesellschaftliche Situation von Frauen in Westdeutschland in den 70/80-iger Jahren
  • Dokumentaion/Ausstellung "Gewalt an Frauen in Westdeutschland"
  • Wanderausstellung in Westdeutschland "Frauen und Geld in der Werbung"
  • Entwicklung von Frauenförderplänen für Firmen und Verwaltungen in Deutschland
  • Untersuchungen von Konfliktursachen, Konfliktentwicklung und Dynamik

Leitung von zahllosen Seminaren und Work-Shops mit eigenen Konzeptionen:

Selbstorganisation/Zeitplanung, Lebens- und Berufsplanung, Bewerbungstrainig, Existenzgründung, Unternehmensphilosophie, Leiten und Führen, Teamarbeit, Projektmanagement, Büroorganisation, Beschwerdemanagement Des weiteren Einzelberatungen und Coachings. Aus eigener Erfahrung weiss ich - es ist möglich, alte Szialisations- und Konditionierungsmuster im Verhalten aufzulösen und zu lernen, neue Wege zu gehen - ein lebenslanger Lernprozess. Jeder Mensch im Erwachsenenalter ist für ihr/sein Tun verantwortlich. "Die Erziehung" oder "Die Gesellschaft" kann nicht auf Dauer als Entschuldigung für unerwachsenes Verhalten geltend gemacht werden! Auf Grund meines Lebensweges bin ich natürlich stark an Politik, an gesellschaftlichen Sozialstrukturen und Wertesystemen in "meinem Land" und anderen Ländern interessiert. Politik geht für mich im "Kleinen" los, in den Familien und hat mit Macht zu tun. Einen Blick auf andere Kulturen halte ich für notwendig, lehrreich und sinnvoll. Wir können voneinander lernen, wenn wir wollen! Auch halte ich für notwendig, ehrenamtliche, gesellschaftliche Arbeit zu leisten, auch um erwünschte Veränderungen zu er-reichen, sich also selbst aktiv in den gesellschaftlichen Prozess einzuklinken! Die eigene Erfahrung zeigt, dass auch diese Arbeit ein gutes Lern-, bzw. Übungsfeld in Toleranz, Akzeptanz, in Streit- und Argumentationsfähigkeit im zwischenmenschlichen Bereich ist.

 


DANK ...

... an alle Menschen in Neuseeland, die bei den Interview's mitgemacht haben. Wir hatten intensive Arbeitsstunden und Gespräche - ich werde sie nicht vergessen. Alle sind mir über ihre Lebensverläufe sehr vertraut geworden.

Ebenfalls Dank an alle, die mich durch ihr Mitdenken und ihre Mithilfe bei organisatorischen Dingen unterstützt haben, bzw. mich bei Krisen wieder aufgebaut haben!

  • Ilse Erl, Auckland - Titirangi, Übersetzerin, "Krisenfrau" und mit Sohn Simon "Ersatzfamilie"

Übersetzung in Kooperation mit:

  • Fiona O'Conell, Auckland - Laingholm
  • Julie Holloway, Auckland - Huia, "Erste Hilfe" Computer und Schreibfrau
  • Sandra Dix, Auckland - Huia, "Erste Hilfe" Computer
  • Audrey Stott, Auckland - Huia, Vermieterin, Beraterin/NZ, Korrektorin und "Krisenfrau"
  • Maria Sinclair, Auckland - Huia, Arbeitszuflucht, Sponsorin und Gastgeberin "Familienleben"
  • Chris und Neil Wells, Auckland - Huia, Faxservice und praktische Ratschläge ...
  • Tracy und Peter Gisborne, Ministerium für Maori-Angelegenheiten - "1. Hilfe NZ-Geschichte" und Gastgeber "Familienleben"

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© by Regine Rau; layouted by Peter Bechen