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Wir sind ein Teil der Erde
Die Rede des Häuptlings Seattle vom Stamme der Duwamish im Gebiet Washington
an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1855
(romantisierte Fassung aus den 70ern)
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Mit ergänzenden Anmerkungen zu
aktuellen Entwicklungen
bei Menschenrechten und globalisierter Kulturzerstörung
z.B. aus
"Indianerreservate waren
Konzentrationslager"
von Yonassan Gershom
"Ökologie und Umweltschutz - ein Aktionsbuch"
von Prof. Dr. Gerd Brucker
"Beim Drahtzieher des Völkermordes"
von Rüdiger Nehberg
"Ich
weisser Mann, du Indianer gut"
von Ramon Kramer
und der
Darstellung
einer moralisch ethischen Rechtfertigung
der Zerstörung von
Naturvölkern aus
"Durch
unsichtbare Mauern"
von Jutta Ditfurth
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1855 ,,bot" US - Präsident Franklin Pierce (1804-1869) den geschlagenen Duwamish - Indianern den Verkauf ihres Landes an weiße Siedler (vor allem Einwanderer aus Europa) an, während der Stamm selbst in ein karges Reservat umziehen musste. Für Indianer war es von ihrem Selbstverständnis und von ihrer Kultur her unbegreiflich, wie man etwas verkaufen kann, was einem nicht gehört - denn die Erde ist dem Menschen nur geliehen. |
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Als die Indianer noch ein Volk waren, das träumte und glaubte, sein Land und seine Bestimmung seien unteilbar . . . Der große Häuptling in Washington sendet Nachricht, dass er unser Land zu kaufen wünscht. |
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Der große Häuptling sendet uns auch Worte der Freundschaft und des guten Willens. Das ist freundlich von ihm, denn wir wissen, er bedarf unserer Freundschaft nicht. Aber wir werden sein Angebot bedenken, denn wir wissen - wenn wir nicht verkaufen - kommt vielleicht der weiße Mann mit Gewehren und nimmt sich unser Land. |
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Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen - oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen - wie könnt ihr sie von uns kaufen? |
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Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig, jede glitzernde Tannennadel, jeder sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede Lichtung, jedes summende Insekt ist heilig in den Gedanken und Erfahrungen meines Volkes. Der Saft, der in den Bäumen steigt, trägt die Erinnerung des roten Mannes. |
Die Toten der Weißen vergessen das Land ihrer Geburt, wenn sie fortgehen, um unter den Sternen zu wandeln. Unsere Toten vergessen diese wunderbare Erde nie, denn sie ist des roten Mannes Mutter. Wir sind ein Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler - sind unsere Brüder. Die felsigen Höhen - die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys - und des Menschen sie alle gehören zur gleichen Familie. |
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Wenn also der große Häuptling in Washington uns Nachricht sendet,
dass er unser Land zu kaufen gedenkt, so verlangt er viel von uns.
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Der große Häuptling teilt uns mit, dass er uns einen Platz gibt, wo wir angenehm und für uns leben können. Er wird unser Vater sein und wir seine Kinder. Aber kann das jemals sein? Gott liebt Euer Volk und hat seine
roten Kinder verlassen. Er schickt Maschinen, Mein Volk ist wie eine ebbende
Gezeit - |
Nein, wir sind verschiedene Rassen.
Unsere Kinder spielen nicht zusammen und unsere Alten erzählen andere
Geschichten:

Glänzendes Wasser, das sich in Bächen und Flüssen bewegt, ist nicht nur Wasser sondern das Blut unserer Vorfahren. Wenn wir Euch Land verkaufen, müsst Ihr wissen, dass es heilig ist und Eure Kinder lehren, dass es heilig ist und dass jede flüchtige Spiegelung im klaren Wasser der Seen von Ereignissen und Überlieferungen aus dem Leben meines Volkes erzählt. Das Murmeln des Wassers ist die Stimme meiner Vorväter. Die Flüsse sind unsere Brüder - sie stillen unseren Durst. Die Flüsse tragen unsere Kanus und nähren unsere Kinder. |
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Ich weiß nicht - unsere Art ist anders als die Eure.
Aber wenn wir Euch unser Land verkaufen, dürft Ihr nicht vergessen, dass die Luft uns kostbar ist. Der Wind gab unseren Vätern den ersten Atem und empfängt den letzten. Und wenn wir Euch unser Land verkaufen, so müsst Ihr es als ein besonderes und geweihtes schätzen, als einen Ort, wo auch der weiße Mann spürt, dass der Wind süß duftet von den Wiesenblumen. Das Ansinnen, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken, und wenn wir uns entschließen anzunehmen, so nur unter einer Bedingung: |
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Der weiße Mann muss die Tiere des Landes behandeln wie seine Brüder.
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Ich bin ein Wilder und verstehe es nicht anders. Ich habe tausend verrottende Büffel gesehen, vom weißen Mann zurückgelassen - erschossen aus einem vorüber fahrenden Zug. Ich bin ein Wilder und kann nicht verstehen, wie das qualmende Eisenpferd wichtiger sein soll als der Büffel, den wir nur töten, um am Leben zu bleiben. Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht - geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. |
Lehrt Eure Kinder, was wir unsere Kinder lehren: Die Erde ist Eure Mutter.
Wenn Menschen auf die Erde spucken, bespeien sie sich selbst.
Denn das wissen wir - die Erde gehört nicht den Menschen
- der Mensch gehört der Erde.
Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selber an. Nein, Tag und Nacht können nicht zusammenleben. |
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Unsere Toten leben fort in den süßen Flüssen der Erde, kehren wieder mit des Frühlings leisem Schritt, und es ist ihre Seele im Wind, der die Oberfläche der Teiche kräuselt. Das Ansinnen des weißen Mannes, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken. Aber mein Volk fragt, was denn will
der weiße Mann kaufen? Wie kann man den Himmel oder die Wärme der Erde
kaufen |
Könnt Ihr die Büffel zurückkaufen, wenn der letzte getötet ist?
Wir werden Euer Angebot
bedenken, in das Reservat zu gehen. Unsere Kinder sehen ihre Väter
gedemütigt und besiegt. Aber warum soll ich trauern über den Untergang meines Volkes? Völker bestehen aus Menschen - nichts anderem. Menschen kommen und gehen wie die Wellen im Meer. |
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Eines wissen wir, was der weiße Mann vielleicht eines Tages erst entdeckt: Unser Gott ist derselbe Gott. Ihr
denkt vielleicht, dass Ihr ihn besitzt -so wie Ihr unser Land zu
besitzen trachtet - aber das könnt Ihr nicht. Er ist der Gott der
Menschen - gleichermaßen der Roten und der Weißen. Dieses Land ist ihm
wertvoll und die Erde zu verletzen heißt, Auch die Weißen werden vergehen, eher vielleicht als alle anderen Stämme. Fahret fort, Euer Bett zu verseuchen und eines Nachts werdet Ihr im eigenen Abfall ersticken. Aber in Eurem Untergang werdet Ihr hell strahlen, angefeuert von der Stärke des Gottes, der Euch in dieses Land brachte und Euch bestimmte, über dieses Land und den roten Mann zu herrschen. Diese Bestimmung ist uns ein Rätsel. |
Wenn die Büffel alle
geschlachtet sind - die wilden Pferde gezähmt - die heimlichen Winkel
des Waldes schwer vom Geruch vieler Menschen - und der Anblick reifer
Hügel geschändet von redenden Drähten - wo ist das Dickicht |
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Das Ende des Lebens |
Gott gab Euch Herrschaft über die Tiere, die Wälder und den roten Mann aus einem besonderen Grund - doch dieser Grund ist uns ein Rätsel. Vielleicht könnten wir es verstehen, wenn wir wüssten, wovon der weiße Mann träumt welche Hoffnungen er seinen Kindern an langen Winterabenden schildert - und welche Visionen er in ihre Vorstellungen brennt, so dass sie sich nach einem Morgen sehnen? Aber wir sind Wilde - die Träume des weißen Mannes sind uns verborgen. Und weil sie uns verborgen sind, werden wir unsere eigenen Wege gehen. Da ist nicht viel, was uns verbindet. Doch eines wissen wir - unser Gott ist derselbe Gott. Diese Erde ist ihm heilig. Selbst der weiße Mann kann der gemeinsamen Bestimmung nicht entgehen. Vielleicht sind wir doch Brüder. Wir werden sehen. |
Menschenrechte und Ökologie
Aktion
Während Rüdiger Nehberg 1989 in seinem Buch aufzeigt, dass die Indianerbehörde Brasiliens, kurz FUNAI genannt, welche die Interessen der Yanomami - Indianer schützen soll, in höchstem Maße korrupt ist und ausschließlich zum Schaden der Ureinwohner des Landes gereicht, wie die folgenden Auszugszeilen aus seinem Buch nachweisen, ...
Dazu offeriert der Bildbeitrag folgende Erklärungstexte:
Die FUNAI als Beschützer der
"Hilflosen im Urwald? Vielleicht vermittelt das nachfolgende Zitat einen (versteckten) Hinweis?:
Es ist also zu vermuten, dass die STERN - Bilder Teil einer FUNAI - PR sind. Darum bietet sich u. U. ein Blick hinter die Kulissen an, z.B. mit den Seiten der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), um ein wenig Licht in die Dunkelheit zu bringen, wie z.B. durch folgenden Beitrag: "Am Rande des Abgrunds - Indigene Völker in Brasilien" von 02.2008, zu finden unter der URL: http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=972&highlight=Funai .
Ein weiterer Beitrag hierzu bietet der STERN unter
Die moralisch ethische Rechtfertigung der Zerstörung ... ... von ursprünglich lebenden, sozusagen unkultivierten Naturvölkern zeigt sich an folgendem Textauszug aus dem Buch
"Durch
unsichtbare Mauern" von Jutta Ditfurth
In besagter, hier
ungekürzt wiedergegebener Textpassage bezieht sich Frau Ditfurth auf
die Autorin Hannah Arendt, hier speziell wird von ihr aus deren
Schriftwerk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" von 1951
zitiert.:
Wieso also wundern wir uns noch immer über die all gegenwärtige Ausprägung zivilisierter Kulturgesellschaften bezüglich der in diesen real angewandten Menschenrechte, der in diesen gewährten Menschenwürde, der geschaffenen Lebenswelt und den Umgang der Menschen mit unserer Erde? Anmerkung:
Mit den Indianern Nordamerikas leben ... ... versucht ein inzwischen nicht mehr ganz junger Mann Jahrgang 1964 Ende des vergangenen Jahrhunderts indem er mehrere Sommer lang seine Urlaube als Naapiikoan bei den Schwarzfüßen / Blackfeet - Indianern im Indianerland Nordamerikas verbringt und letztendlich dabei wohl zu der Erkenntnis gelangt, dass es zwar auch heute noch lebende Indianer dort gibt, die sich in gewissem Sinn für den Erhalt ihrer Kultur einsetzen, dass aber auch dort in deren Reservaten sich längst die Kultur des Konsums der technologieorientierten kapitalistischen Zivilisation des weißen Mannes auch unter den Ureinwohnern dieses großen Kontinents bei gleichzeitigem Verlust aller angestammten Kulturformen breit gemacht hat.
ISBN 978-3-499-62306-6 |