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Bio
- Rosen

aus dem türkischen Seenland

 

 

Die türkische Rosenpflückerin Hanife Aydin ist eine glückliche Frau.
Seit zwei Jahren arbeitet sie für WELEDA in einem Bio-Anbauprojekt. »Das ist gesünder für uns alle«, strahlt sie.

 

 
   

 12.2006, opt. ab 1024 x 768          

 

Weleda in der Türkei
 

Was tut sich im türkischen Seenland hinter dem Taurusgebirge?

 
 

  

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Bio-Rosen aus dem türkischen Seenland

 
Aua! Es piekst!

Sieben Uhr morgens. Sonne, Vogelgezwitscher, in der Ferne grasen ein paar Kühe. »Du musst die Blütenköpfe richtig festhalten und mit den Fingern abknipsen«, erklärt mir Hanife, die Rosenpflückerin, geduldig zum dritten Mal. Gar nicht so einfach, denn das Erntegut schmeichelt den Fingern zart und weich, die Stängel jedoch pieksen. Schließlich gelingt es und während wir uns austauschen, sammeln wir Rosenblüten, bis unsere Hände die duftende Fülle nicht mehr fassen können und sie in Hanife’s blauer Pflückschürze gleiten lassen.

Eine der 32 Familien,
die für WELEDA aktiv sind

 
32 Mutige

Was Hanife während der Saison mit den anderen Pflückern täglich frühmorgens erntet, bildet nach dem Wiegen ein von Tag zu Tag größeres Blütenmeer in der Sammelhalle des Destillenbesitzers Yussuf, Bruder ihres Mannes Ramazan Aydin. Er kooperiert mit Hüseyin Kinaci, einem der großen Rosenblütenverarbeiter im Tal von Isparta, der seit zwei Jahren in Senir biologisches Rosenöl zur Parfümierung von Weleda Produkten herstellt. 32 Bauern haben damals Mut bewiesen, sind von Weleda im Bio-Anbau geschult und vom türkischen Berater Rauf Önal vor Ort betreut und unterstützt worden. Einigen war die Arbeit zu aufwändig. Neue kamen hinzu, weil sich herumsprach, dass Bio-Anbau für Mensch und Pflanzen gesünder ist und man sein Geld pünktlich bekommt und zwar garantiert und über Jahre hinweg.

Bereits früh am Morgen werden
hoch über dem Burdursee
Damaszenerrosen gepflückt

 
Harte Arbeit

Allerdings nur, wenn die Regeln der EU-Bio-Verordnung genau eingehalten werden. »Bio-Anbau ist nicht romantisch, sondern hochprofessionell« erklärt Berater Rauf Önal den Anbauern der Kooperative von Ayvalipinar, die sich über Bio-Rosenanbau für Weleda informieren. Die Alten unter den vielen Wettergegerbten im Teehaus erinnern sich. Denn bevor die Leute aus den Industrieländern vor 50 Jahren kamen und von Kunstdüngern und chemischer Schädlingsbekämpfung schwärmten, haben sie Schädlinge traditionell mit Nützlingen bekämpft, mit Mist gedüngt und die Natur genau im Blick gehabt. Diese Arbeit ist schwerer und härter, aber viel gesünder für Mensch und Pflanze.

Ziel: gesunde Blüten, gesunde Pflanzen, gesunde Böden, gesunde Menschen, gesunde Produkte!

Rauf Önal

 

 

Gemeinsammacht es mehr Spaß!

 
»Wir werden gewinnen«

»Wer unterstützt uns? Braucht man neue Pflanzen? Wer gleicht den geringeren Ertrag aus?« Nuri Ercetin, ebenfalls bedeutender Destillateur in der Türkei, beruhigt die Gemüter. Bas Schneiders, Weleda Rohstoffeinkäufer, und Michael Straub, Leiter des Weleda Heilpflanzengartens, erklären die Vertragsbedingungen, während vom nahen Minarett der Ruf zum Gebet erklingt. Abnahmesicherheit, Ertragsausgleich, Seminare, enge Betreuung und schließlich Gesundheit für Boden, Pflanze und Mensch stehen zur Diskussion. »Wir werden etwas gewinnen, nicht verlieren« stellt einer der Bauern nachdenklich fest. Beim Gang über die kleinen Rosenfelder zückt Michael Straub seine Lupe, untersucht Blüten und Blattwerk, schaut kritisch die Bodenverhältnisse an, prüft Luftfeuchtigkeit und Geländelage. Er weiß genau, wie man Damaszenerrosen bei Laune hält.

 

Beim Destillateur:
Extraktion des edlen Rosendurfts

 
Rosen, Lavendel, Aprikosen

Die Bio-Felder der Rosenanbauer von Hüseyin Kinaci stehen nach zwei Umstellungsjahren hervorragend da. Die Pflanzen sind gesund, der Boden ist locker. Michael Straub freut sich: Die Nützlingszahl steigtständig und hält so die Schädlinge in Schach. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Übrigens erkennt man von Weitem, welche Rosen biologisch angebaut sind. Im Dorf Kusculak, hoch über dem Burdursee gelegen, leuchtet Lavendel nahe den kräftigen Rosenpflanzen. Im Schatten von Aprikosenund Olivenbäumen schweift der Blick über die Hügel zu schneebedeckten Gipfeln des Taurusgebirges. Und bleibt unterwegs an Feldflächen unterschiedlicher Grünschattierungen hängen. Alles Rosen, reagiert Spezialist Rauf Önal lächelnd auf meinen fragenden Blick, teils biologisch angebaut, teils konventionell. »Man erkennt am Farbton des Laubs die Düngerzusammensetzung. «Ich bin beruhigt, hier kann eigentlich nichts schief gehen. Die Anbauer wissen durch die vielen Seminare nun sehr gut Bescheid. Bei Unsicherheiten können sie sich immer melden, 24 Stunden am Tag.

 

Vollzeitjob

Und Hanife? Sie sammelt noch sorgfältig ein paar heruntergefallene Rosenblättchen in die Schürze und freut sich, denn für heute ist die Ernte erledigt. Wenn die Sonne hoch steht, verfliegt das ätherische Öl in den Blüten. Also muss man aufhören. Schließlich hat sie noch viel vor: der elfjährige Sohn Osman kommt von der Schule, das Vieh muss versorgt und auf die Weide gebracht, der Haushalt will erledigt und das Essen gekocht sein. Den Feierabend hat sie sich verdient. Übrigens sei ich mittlerweile ganz gut im Rosenpflücken, lobt Hanife, die Erfahrene. Nur leider viel zu langsam. Und sie atmet genüsslich den betörenden Blütenduft ein.

 

 

 

  

Bio-Anbauprojekt Türkei:
Duftrosen aus lebendiger Erde

 
Dank einer WELEDA Initiative bauen jetzt 32 Bauern in der Türkei ihre Duftrosen biologisch an und gewinnen dadurch die Sicherheit einer dauerhaften Handelsbeziehung und ein gesichertes Einkommen. Durch den großen Erfolg der Wildrosen-Pflegelinie benötigt WELEDA mehr als ein Fünftel der gesamten Weltproduktion an feinstem Rosen Absolue, einem Blütenblatt-Auszug, der in einem aufwändigen Herstellungsverfahren aus Rosenbutter von edler Duftrosen gewonnen wird. Grund genug für ein Unternehmen, das größten Wert auf „Einklang mit Mensch und Natur" legt, den biologisch-dynamischen Anbau dieser Pflanzen zu unterstützen.

 

Ätherisches Rosenöl aus Isparta

Isparta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Südwesten der Türkei und seit Generationen Hauptanbaugebiet von Duftrosen zur Herstellung ätherischer Öle. Neuerdings arbeitet man dort dank eines Gemeinschaftsprojekts von WELEDA, einem türkischen Landbauwissenschaftler und Sebat Ticaret, dem Betrieb des Rosenzüchters und -verarbeiters Hüseyin Kinaci aus dem Dörfchen Senir, nach biologischen Grundsätzen. Wie kam es dazu?

 

Nachhaltigkeit für gesunde Erde

WELEDA verbraucht im Jahr fast 1000 Kilo Rosen Absolue. Dafür ist die Menge von 900 Tonnen Rosen der Sorten Rosa damascena und centifolia nötig. WELEDA nimmt das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst und leistet, wo immer möglich, einen Beitrag zur Gesundung des lebendigen Organismus der Erde. Was also liegt näher, als die Rosenzüchter bei der Umstellung auf biologische bzw. biologisch-dynamische Arbeitsweise zu unterstützen?

 

Gute Wachstumsbedingungen

Das Klima in Isparta ist ideal für die Rosenzucht . Optimale natürliche Bedingungen für starke und gesunde Rosensträucher. Ohne landwirtschaftliche Ausbildung arbeiteten die Kleinbauern lange Zeit mit Kunstdünger und Pestiziden, ohne zu wissen, wie man die Rosen auf natürliche Art gesund erhält. „Das ist bedauerlich, denn damit stören sie das biologische Gleichgewicht. Und außerdem ist es unnötig, denn mit Kompost als Düngemittel und biologischen Pflanzenpflegemitteln kann man sehr viel erreichen," stellt Bas Schneiders, Rohstoff-Einkäufer für die WELEDA Gruppe im September 2001 fest und spricht erstmals vor Ort über dieses Thema. Zum ersten Mal hören die Rosenzüchter von Isparta von biologischen Anbaumethoden und bekommen von WELEDA das Angebot einer dauerhaften Handelsbeziehung mit sicheren Abnahmemengen und -Preisen, wenn sie künftig biologisch anbauen.

 

Lebensqualität durch Bio-Anbau

Bei der Entscheidung spielte der Rosenzüchter Hüseyin Kinaci aus dem Dörfchen Senir eine wichtige Rolle. Als er vor einem Jahr in Westeuropa Kunden suchte, um sich vom Zwischenhandel unabhängig zu machen, lernte er WELEDA kennen. Die Idee des biologischen Anbaus faszinierte auch ihn sofort, denn er sah sowohl Vorteile für die Umwelt als auch bessere Bedingungen für die Bauern. Endlich bestand Aussicht auf Weiterbildung und einen höheren und gesicherten Lebensunterhalt. Hüseyin begann sogar damit, selbst Rosen nach biologischer Methode anzupflanzen. Sein Beispiel wirkte überzeugend: mittlerweile stellen mehr als dreißig Bauern ihren Betrieb um.

 

 

 

Methodische Schulung vor Ort

Doch ohne Fachwissen geht es nicht. Michael Straub, der mit dem WELEDA Heilpflanzengarten den größten dieser Art in Europa leitet und die Pflanzenlieferanten der WELEDA in Anbaufragen berät, reiste mehrmals in die Türkei, um die Kleinbauern im ökologischen Anbau zu schulen. Zusammen mit dem türkischen Landbauberater Rauf Önal vermittelte er den Bauern wichtige Grundlagen über Düngung durch Bodenbelebung, die Herstellung und Verwendung von Kompost, der Förderung von Nützlingen und den richtigen Einsatz von natürlichen Pflanzenpflegemitteln zur Regulierung von Schädlingen sowie allen wichtige Themen rund um den biologisch-dynamischen Anbau. Die Rosenzüchter von Isparta sind begeistert von der neuen ökologischen Landbaumethode, mit der sie ihren Lebensunterhalt nun besser und gesünder sichern können und darüber hinaus ihre Böden und ihr Trinkwasser schützen.

 

Ob man eine Creme, ein Körperöl oder eine Pflegemilch gerne aufträgt, liegt nicht zuletzt am Duft der Pflege. Für jedes Produkt der WELEDA Naturkosmetiklinie wird ein Parfum aus reinen, gut verträglichen ätherischen Ölen komponiert. Und wer beim Auftragen von Wildrosenöl, der Wildrosen-Gesichtspflege oder einem Wildrosen-Cremebad den Blütenduft der berühmten Damaszenerrosen genießt, freut sich nun über ein Stück Erde mehr, das unter natürlichen Bedingungen bearbeitet wird.

 

 

 

Einer unserer Partner
bei der wohlverdienten Teepause

  

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