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auch Weltbank genannt, eine
Sonderorganisation der Vereinten Nationen, gegründet auf
der Konferenz von <Bretton> Woods 1944
gleichzeitig mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF).
Ziel dieser Bank für ihre 150
Mitgliedsstaaten ist Wiederaufbau- und Entwicklungshilfe
durch Bereitstellung von Investivkapital zu im Vergleich
zu günstigeren Konditionen als im privaten Bankgewerbe.
Durch Garantien oder Beteiligungen an Krediten sollen
private Auslandsinvestitionen sollen gefördert
werden.
Die Bank gewährt Kredite zur Finanzierung
besonderer Projekte wenn sichergestellt ist, daß die
Kredite produktiv eingesetzt und zurückgezahlt werden.
Nach Kreditvergabe, verlangt die Bank regelmäßige
Berichte vom Kreditnehmer sowie von ihren eigenen
Beobachtern über die Verwendung der Kreditmittel und den
Fortgang des Projekts.
Der Förderungsschwerpunkt lag in neuerer
Zeit auf Projekten, die unmittelbar den ärmsten Menschen
in Entwicklungsländern helfen sollten, ihre eigene
Produktivität zu erhöhen und dringend notwendige
Infrastrukturmaßnahmen (Wasserversorgung,
Abfallbeseitigung, Gesundheitdienste) durchzuführen
sowie für direkte Hilfen bei der Familienplanung und
Nahrungsmittelhilfen. Die direkte Beteiligung der
ärmsten Menschen an der Wirtschaftsaktivität wurde
gefördert, indem man Kredite für die Entwicklung der
Landwirtschaft und ländlicher Gebiete, kleiner
Unternehmen und Stadtgebiete zur Verfügung stellte. Die
Bank fördert auch Projekte im Bereich Energiewirtschaft
und Umweltschutz.
Durch den Verkauf von Anteilscheinen erwirbt
Weltbank ihre Finanzmittel. Von der volkswirtschaftlichen
Stärke eines Mitgliedlandes hängt ab, wieviel Anteilen
es kaufen muß. Nur rund 8,5 Prozent der
Kapitalsubskription eines jeden Mitgliedslandes wird
tatsächlich an die Bank gezahlt. Der Rest muß nur
hinterlegt werden für den Fall, daß die Bank einen
bestimmten Betrag des Geldes abrufen muß, um ihre
eigenen Verpflichtungen gegenüber Gläubigern zu
erfüllen. Eine solche Situation ist bislang noch nie
eingetreten. Durch den Verkauf von zinsbringenden
Schuldverschreibungen und Schuldscheinen an den
Kapitalmärkten der Welt, durch die Rückzahlung
früherer Kredite und durch Gewinne aus eigenen
Geschäften erhält die Bank weiteres Kapital.
Die Bank wird von einem Rat geführt, in dem
jedes Mitgliedsland einen Sitz hat. Fünf der
geschäftsführenden Direktoren werden von den fünf
Mitgliedsstaaten ernannt, die die größte Zahl von
Kapitalanteilen der Bank halten. Die verbleibenden
16 Direktoren werden von den Gouverneuren aus den
anderen Mitgliedsländenr für eine Amtszeit von zwei
Jahren gewählt. Den geschäftsführenden Direktoren
steht der Präsident der Weltbank vor, den sie für fünf
Jahre wählen, und der weder ein Gouverneur noch ein
Direktor sein darf.
Tochtergesellschaften
Die Internationale Entwicklungsorganisation
gewährt zinsverbilligte Darlehen, damit jene Länder
Finanzmittel für die Entwicklungshilfe erhalten, denen
keine Kredite zu marktüblichen Zinssätzen gewährt
werden.
Alle drei Institutionen sind rechtlich und
finanziell getrennt, aber die Weltbank und die
Internationale Entwicklungsorganisation teilen sich
dieselben Mitarbeiter. Die Internationale
Finanzierungsgesellschaft hat ihren eigenen
Mitarbeiterstab, nutzt aber Verwaltungsdienste der
Weltbank. Die Mitgliedschaft im Internationalen
Währungsfonds ist Vorbedingung für die Mitgliedschaft
in der Weltbank und ihren Tochtergesellschaften.
siehe hierzu auch <Anton Zischka, Der
Dollar als Leitwährung>
Zur
kritischen Einschätzung der Funktion der Weltbank dient
folgender Textauszug:
,,Ob ein
Staat will, oder nicht, wo immer der IWF oder die
Weltbank zur Sanierung von Staatsfinanzen oder als
Kreditgeber eingreifen, werden Freihandel und
Marktwirtschaft als Bedingung durchgesetzt." (S.62)
Zitat aus:
Peter Köpf, Stichwort Globalisierung, ISBN 3-453-14851-7
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Am 22. September 2005 konstatiert Wilfried Herz in der Wochenzeitung DIE ZEIT auf Seite 40, dass ..
,,Zwei
Mammutbehörden
sind zuviel. Warum zwei Präsidenten,
zweimal zwei Dutzend Direktoren, dazu noch zwei riesige Stäbe
- wenn IWF und Weltbank auf vielen Feldern inzwischen dasselbe
Geschäft betreiben?" ...
... und so fordert er:
...
,,Fusioniert IWF und Weltbank!
[...] Einerseits erteilen die
Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) Regierungen
in aller Welt Ratschläge, wie Länder gut regiert werden und wie
sie ihre Strukturen verbessern müssen, um erfolgreich zu
wirtschaften. Andererseits sind die beiden mächtigen
Institutionen, die Ende, dieser Woche ihre Jahrestagung in
Washington abhalten, mit ihrer eigenen kostentreibenden und
ineffizienten Struktur alles andere als vorbildlich.
Das Grundübel liegt in der Doppelexistenz. Die Welt braucht
nicht zwei Mammutbehörden, um die wirtschaftliche Entwicklung in
der Welt zu fördern und als Nothelfer mit Krediten
einzuspringen. Warum zwei Präsidenten, zweimal zwei Dutzend
Direktoren, zwei riesige Stäbe - 9.000 Mitarbeiter bei der
Weltbank, 2.700 Beschäftigte beim IWF -, wenn beide auf vielen
Feldern inzwischen dasselbe Geschäft betreiben?"
Die weitere Ausführung des genannten Autors wirft beiläufig denn
auch noch einen Blick auf die Entstehung, die ursprüngliche
Intention dieser beiden Institutionen und deren Initiatoren, als
auch der veränderten Aufgaben- und Umsetzungssituation in einer
inzwischen gewandelten Weltordnung:
,,Für die
Nachkriegsordnung der Weltwirtschaft wurden ihnen
unterschiedliche Aufgaben zugewiesen. Der IWF war der
Zuchtmeister: Er sollte für Disziplin in den internationalen
Finanzbeziehungen sorgen, um das Währungssystem fester
Wechselkurse zu sichern und ein ausgewogenes Wachstum des
Welthandels zu fördern. Die Weltbank bekam den Auftrag, als
>Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung< [...]
konkrete Projekte zu
finanzieren und damit die Wirtschaft wieder in Schwung zu
bringen.
[...] Mit der Entkolonialisierung Afrikas und
Asiens wurde die Weltbank zum wichtigsten Finanzier für
Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt. Längst vergibt sie
aber auch langfristige so genannte Strukturanpassungs- Darlehen, bei denen sie den Schuldnerstaaten konkrete
wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen vorschreibt - von
Privatisierungen von Staatsbetrieben bis zu Details des Steuer-
und Abgabensystems. Damit brach sie aber in die Domäne des IWF
ein. Umgekehrt mischt sich der Währungsfonds in die Geschäfte
der Weltbank ein. Statt sich wie ursprünglich darauf zu
konzentrieren, kurzfristig Defizite in Zahlungsbilanzen zu
finanzieren, vergibt er seit Jahren auch Darlehen mit langer
Laufzeit an Entwicklungsländer, die an strikte politische
Auflagen gebunden sind. [...]
Erstaunlich ist, dass die großen Industrieländer - die
Vereinigten Staaten und auch die Europäer, nicht zuletzt
Deutschland auf den Zusammenschluss drangen. Sie sind
schließlich die größten Geldgeber von Weltbank und Währungsfonds
und verfügen zudem über die höchsten Stimmanteile."
Das vorangegangene Zitat definiert nicht nur Struktur, Politik
und Desaster von Weltbank und IWF sondern auch deren Zielgruppen
und Interessennehmer, so dass dem zur allgemeinen
Verständnisgewinnung über das Wesen dieser beiden
Welteinrichtungen hier nichts mehr weiter hingefügt zu werden
braucht.
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