Der . S t a n d o r t


ist der Ort, an dem ein Produktionsbetrieb steht. Seine Qualität für die Herstellung von Produkten oder ide Entwicklung von Dienstleistungen ergibt sich aus der Bewertung der Material, Rohstoff- und Arbeitskräftebeschaffung, der Transport- und kommunikationswege und der Zulieferer. Steuererleichterungen und Subventionen können die Attraktivität für Investoren erhöhen. Berücksichtigt werden vor allem auch Umweltauflagen und die Höhe der Löhne und Sozialbeiträge.

Peter Köpf bemerkt hierzu kritisch:

,,Tatsachlich ist es so: Wer seine Kosten bei der Beschaffung von Kapital, bei Löhnen und Gehältern, für die Nutzung der Infrastruktur und der Umwelt verkürzt, erwirbt im globalen Wettbewerb Vorteile. Wer die Exportwirtschaft protegiert und keine freien Gewerkschaften zuläßt, ist attraktiv für Investoren (China, Südkorea, Singapur, Indonesien). In Indonesien etwa wurde eine Arbeiterin, die einen Streik plante, gefoltert und ermordet, ebenso ein thailändischer Gewerkschafter. Und in China werden Strafgefangene zu Zwangsarbeit verpflichtet: ein repressives, häufig korruptes Polizeisystem unterdrückt jegliches Streben nach höheren Löhnen oder mehr Gerechtigkeit. Die Sicherheitsnormen sind auch in den 47.000 chinesischen Betrieben ausländischer Investoren so locker, daß es immer wieder zu Unfällen kommt. 1993 wurden rund 20.000 Arbeitnehmer bei Industrieunfällen getötet. Rund 200 Millionen Kinder arbeiten weltweit.

Aus Pakistan wird von fünfjährigen Kindern berichtet, die von sechs Uhr morgens bis sieben Uhr abends für 20 Cents pro Tag schuften. Wer beim Schlafen ertappt wird, dem wird ein Bußgeld von 60 Dollar auferlegt.

So zynisch es klingt: All das sind für die Ökonomie Standortvorteile [die auch als Druckmittel] gegen die Belegschaft im Stammland eingesetzt werden kann und wird." (S.17/18)

zitiert aus: Peter Köpf
Stichwort Globalisierung
ISBN 3-453-14851-7

 

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