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Neid, neidisch, neiden, beneiden Sind
Sie ein Neider oder fühlen sie sich eher beneidet? Wollen Sie
jemanden etwas absprechen oder gar wegnehmen oder haben Sie Angst, dass
ihnen etwas weggenommen werden könnte bzw. wird, von dem Sie ausgehen,
dass es ausschließlich Ihnen gehört bzw. zusteht?
Soweit der soziokulturelle, also moralische Aspekt des Begriffs Neid. Unter sozioökonomischem Gesichtswinkel stellt sich Neid als moralisches Bewertungskriterium für das wirtschaftliche System dar, dem wir unsere Gesellschaft unterworfen haben, nämlich dem Kapitalismus. Alle Lebewesen, also auch wir Menschen haben naturgegeben grundlegende Bedürfnisse zur Erhaltung unserer Leben. Dazu gehört im Wesentlich die Energiezufuhr in Form von materieller Nahrung, der Energieerhalt in Gestalt von dem Klima angepasster Kleidung und einem ebenso diesem entsprechenden Wohnraum. Gerade an den beiden zuletzt genannten zeigt sich aber, dass sowohl die Bekleidung, als auch die Wohnung nicht nur der Befriedigung unserer generellen Grundbedürfnisse dienen, sondern den in unserer Gesellschaft darüber hinaus gehenden individuellen sozialen Bedürfnissen, wie z.B. dem Status, welche mit elementaren Lebensfaktoren nichts mehr zu tun haben. Im Kapitalismus werden solche künstliche Bedürfnisse über die Schiene, du bist etwas besonderes, wenn du …. bewusst forciert bzw. gefördert. Aus den wirklich sehr unterschiedlichen sozialen Möglichkeiten der Mitglieder einer Gesellschaft der Befriedigung dieser als Kaufanreiz geschaffenen Bedürfnisse nachzukommen, die der Profilierung des eigenen Ansehens und den daraus resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen dienen, erwächst Neid als Reaktion des sozial Schwächeren, dem durch die systematisierte Weise der Deprivatisation die Möglichkeit genommen bzw. vorenthalten wird, seine in ihm schlummernden Fähigkeiten der eigenen Neugier folgend zu entdecken, zu erproben und so weiter zu entwickeln. Wie dies zu verstehen ist, bedarf einer Erläuterung: Lebewesen, wie der Mensch, empfinden als Element zur Bewältigung der Anforderungen, welche ihre materielle und darauf aufbauend ihre soziale Umwelt an sie stellt, das auf Gefühl basierende Antriebsmoment Neugier. Dieses bewegt den jeweiligen Menschen dazu, die (Lebens-) Zusammenhänge seiner Umwelt zu entdecken und damit die eigenen Lebenserhaltungsmöglichkeiten zu entfalten. In einer Gesellschaft jedoch, in der die Zugangsmöglichkeiten, die „Welt“ zu entdecken an ökonomische Bedingungen gekoppelt sind, kommen zwangsläufig all jene zu kurz, die aus moralischen, aber auch aus im Intellekt bzw. im Mangel an Aggression begründeten Momenten nicht in der Lage sind, sich derart durchzusetzen, dass sie gewissermaßen den berühmten goldenen Löffel nicht mit in die Windel gelegt bekommen bzw. sich selbigen durch eigene Schläue selbst erringen. Diese zu Kurzgekommen, also alle aus welchen Gründen auch immer finanziell/sozial Benachteiligten haben in der latent oder auch offen reglementierten Gesellschaft zwangsläufig keine Möglichkeit, über ihre Neugier ihre individuellen geistigen und körperlichen Fähigkeiten als Antwort auf die Anforderungen ihrer natürlichen und sozialen Umwelt zu entdecken und zu entfalten. Diese Diskrepanz äußert sich schließlich zum einen als das Gefühl Neid mit den Komponenten, das möchte ich auch dürfen und können, warum immer nur du bzw. der oder die, bis hin zu, es ist ungerecht, dass der oder die stets bevorzugt ist/sind, bzw. wenn ich dieses nicht haben kann oder machen darf, dann brauchst auch du dieses nicht zu haben oder machen zu dürfen. Da Neugier ein elementares Bedürfnis zur Förderung der eigenen Lebenserhaltung darstellt, bedeutet deren Unterdrückung zwangsläufig einen Energiestau. Dieser Stau durch Deprivatisation, also, gesellschaftlich gesprochen, durch Entrechtung, entwickelt schließlich ein Aggressionspotential, welches dazu dienen soll, den Unterdrücker beseitigen zu können. Wo dies nicht klappt, zerstört der Aggressive letztendlich sich selbst, z.B. durch körperliche oder geistige Erkrankung, oder aber auch durch Zerstörung der Lebensgrundlagen (z. B. auch der Umwelt) oder verfällt in Lethargie. Dies lässt sich auch auf die menschliche Gesellschaft als Struktur selbst generalisieren. Eine Gesellschaft, die auf umfassende Unterdrückung der Entfaltungsmöglichkeiten seiner Mitglieder aufgebaut ist, zerstört sich letztendlich selbst. Genau an dieser Stelle finden faschistoide Gesellschaften mit dem so genannten Überlebensrecht des jeweils Stärksten stets ihr selbst induziertes Ende (siehe hierzu auch Faschismus). Die Zukunft der Menschheit liegt darum nicht in der Fortsetzung des von der Natur auferlegten Lebensrecht des „materiell“ Stärksten, sondern in der gemeinsamen Höherentwicklung des kollektiven und individuellen Geistigen zum Wohle aller.
lesen Sie hierzu auch
Asozial, Antiamerikanismus, Faschismus, Gerechtigkeit, Kaufrückhalt, Neid, Verschwörung |