M a r k t w i r t s c h a f t ,


ist die Wirtschaftsordnung, in welcher der Wettbewerb und die daraus resultierenden Preise die Art, Menge und Qualität der Güter und deren Produktionsberdingungen und Verteilung steuert. Hierzu gehört unabdingbar eine demokratische Staatsform, das Privateigentum an Produktionsmitteln, der Wettbewerb, die Freiheit Geschäfte ohne staatliche Restriktion zu verwirklichen, nach Gewinn zu streben, Gewerbe- und Vertragsfreiheit, freie Wahl des Berufs und Arbeitsplatzes, selbständige Spar- und Konsumentscheidungen sowie freie Preise.

Adam Smith schuf hierzu als Nationalökonom in "Über Natur und Ursachen des Volkswohlstandes" das Modell der reinen Marktwirtschaft, die nach Smith automatisch zum größtmöglichen Wohlstand für alle führt. Der Staat darf in einer reinen Marktwirtschaft nur dafür sorgen, daß die Voraussetzungen für das Funktionieren der Marktwirtschaft geschaffen und eingehalten werden.

Diejenigen Wirtschaftssysteme Europas, die sich diesem Modell annäherten, erreichten bei weitem nicht die gesteckten Ziele: Die Marktwirtschaft führte zu Monopolen, die den Wettbewerb außer Kraft setzten. Die Löhne der unselbständig Tätigen lagen am Existenzminimum. Schließlich wurde immer wieder ein Eingreifen des Staates zur Minderung unerträglicher Inhumanität notwendig.

Das Gegenmodell zur freien Marktwirtschaft ist die marxistische Planwirtschaft. mit einem zentral planenden Staat oder Kollektiv.

Eine abgemilderte Form ist die soziale Marktwirtschaft, die wohl im wesentlichen nur als Wettbewerb mit den sozialistischen bzw. kommunistischen Gegenspielern während der Phase des kalten Krieges forciert worden ist. Hier mindert/kompensiert der Staat  die sozial nicht vertretbare Folgen der Marktwirtschaft zu verhindern. Mit Struktur- und Bildungspolitik, konjunkturpolitischen Maßnahmen, durch ein soziales Netz, um Beschäftigte und sozial Schwache abzusichern, durch Steuern bzw. Steuererleichterungen zurEinkommens- und Vermögensverteilungskorrektur begegnet der Staat den marktwirschaftlich bedingten Konjunkturschwankungen.
Als weiterer Grundpfeiler gilt eine an der Preisstabilität orientierte Geldordnung mit einer unabhängigen Notenbank. Um die Entstehung wirtschaftlicher und sozialer Machtgebilde zu vermeiden, führt der Staat zusätzlich eine aktive Wettbewerbspolitik durch.

Der Zusatz "sozial" weist darauf hin, daß in das System auch soziale Sicherungen für die jeweils schwächere Partei eingebaut sind.

Das Konzept der sozialen Marktwirtschaft entwickelte die sogenannte "Freiburger Schule", eine Gruppe von Ökonomen an der Universität Freiburg, zwischen 1930 und 1950. Geprägt wurde der Begriff im Jahr 1947 durch den Ökonomen Alfred Müller-Armack.

Die Einführung der sozialen Marktwirtschaft fiel zeitlich mit dem sogenannten "Wirtschaftswunder" zusammen, einem beispiellosen Wirtschaftsaufschwung in der Geschichte der Bundesrepublik.

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© peter bechen