Kommunismus - Sozialismus - Urkommunismus


Auslegung:

Unter dem Begriff ,,Kommunismus" werden in der Regel die Gesellschaftssysteme im Osten Europas (UDSSR, China, Vietnam, Kambodscha, bis vor kurzem auch noch die DDR, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Albanien) und einige Länder Afrikas, Mittel- und Südamerikas (z.B. Kuba) zusammengefaßt. Allen diesen Ländern gemein war/ist, daß Ihre Regierungssysteme von außen betrachtet totalitär waren/sind und daß Ihre Wirtschaftsform die Planwirtschaft war/ist - je nach Gesichtspunkt lassen sie sich auch als Funktionärs- oder Staatskapitalismus definieren, bei der die Macht der ,,kapitallosen" Funktionäre (Funktionärsmacht) die Steuerungsfunktion des Kapitals übernimmt. Da auch bei diesen Herrschaftsformen, gleich wie im Faschismus, das System, also die Masse wichtiger ist, als die Persönlichkeit, als der einzelne Mensch, so daß letztendlich der Mensch nur dem System zu dienen hat, ist auch hier das faschistoide Element vorherrschend. Somit ist naheliegend, was ein bekannter, führender Sozialdemokrat nach dem Krieg über Kommunisten gesagt hat, nämlich, daß diese nichts anderes seien, als rot lackierte Faschisten. Doch ganz so einfach sollte man es sich nicht machen, denn der Grund für das Entstehen dieser sogenannten ,,Kommunistischen" Gesellschaften, die eigentlich besser mit dem Begriff ,,Sozialismus" zu bezeichnen sind, liegt noch immer in den inhumanen und unmoralischen sozialen Bedingungen der feudalen Gesellschaften, deren Nachfolger der heutige Kapitalismus in Reinformat ist. Sicherlich erscheint es logisch, zu sagen, daß feudale Herrscher sich nicht freiwillig ablösen lassen, aber daß deshalb andere Formen autoritärer Systeme errichtet werden, die ebenso destruktiv wirken, ist moralisch und ethisch rückständig. Und auch die Aussage, daß der Kapitalismus letztlich doch die menschartnächste Wirtschaftsform sei, stellt eine bedenkliche, weil bequeme Kapitulation dar.

Ein Beispiel für Urkommunismus

Sicherlich kennt der eine oder andere unter Ihnen jenen ehemaligen Bäcker aus Hamburg, der heute im Interesse der Yanomani - Indianer durch den Dschungelschlamm robbt. Jener Rüdiger Nehberg stellt anläßlich seiner spendensammelnden Diavorträgen die Gesellschaft dieser indianischen Ureinwohnern des Amazonasurwaldes vor und berichtet dabei, was ihm persönlich widerfahren ist, nämlich daß es dort kein Privateigentum (an Produktionsmitteln) gibt (von allem, was du doppelt hast, gibst du eines an die anderen ab), daß der Stamm/die Sippe alles gemeinsam bewältigt, was zum Überleben für jeden einzelnen in der Gemeinschaft notwendig ist, daß der Yanimaniindianer kein Lohnsklaventum und permanentes, fremdbestimmtes Schaffenmüssen lebt, und daß das Kriterium für hirarchische oder technische Unterordnung ausschließlich die momentanen persönlichen Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder darstellen, das keine ewig festgelegte statische Größe ist, sondern sich wandelt, und das schon gar nicht dazu dient, egoistisch - eigendienliche Macht auszuüben. Diese ,,Unzivilisierten" sind also zu dem fähig (gewesen), was wir als ,,Urkommunismus" bezeichnen können und zu dem wir Massenmenschen nicht fähig sind (sein sollen). Leider ist es damit ja nun auch vorbei, denn die vordringende ,,Zivilisation" mit all ihren Freundlichkeiten und Zwängen hat die Yanomani - Indianer ihres Lebensraumes beraubt, wie sie das auf ähnlich widerlich heuchlerische Weise schon viele Male zuvor auf der ganzen Welt praktiziert hat.

Bedingung für Urkommunismus

Das urkommunistische und urdemokratische Gemeinschaftsprinzip gedeiht am ehesten im Kreis der Sippe bzw. gezielt in einer für jedes einzelne Mitglied überschaubaren und direkt beeinflußbaren Kommune (Versuche der jungen 68er Generation). Diese Gesellschaftsform scheitert an der Unübersichtlichkeit großer, künstlich übergestülpter Staatssysteme und/oder globaler Wirtschaftsformen.

Definition:

lateinisch communis: gemeinsam,
Gesellschaftsmodell, in dessen Zentrum die Abschaffung des Privateigentums (an Produktionsmittel incl. Boden) und seine Überführung in Gemein- (sprich Kollektiv-) eigentum steht.

Urkommunismus . . .

. . . ursprüngliche Gesellschaftsform, in welcher alle zum Lebensunterhalt notwendigen Dinge selbst hergestellt bzw. gemeinsam erwirtschaftet werden und in der die dazu notwendigen Produktionsmittel, Tiere, Land usw. der Dorfgemeinschaft (Kommune) als Ganzes gehören.

Philosophisch (idealistisch):

Privateigentum wird als ein Hindernis für eine gerechte Gesellschaft empfunden - jedenfalls in den Modellen vieler Denker wie Platon in seiner Schrift ,,Der Staat" oder Thomas More  in ,,Utopia" und Tommaso Campanella in ,,Civitas Solis" und ,,Der Sonnenstaat",die sich darum bemüht haben, Konzepte einer Gesellschaft zu entwerfen, in der es kein Privateigentum (an Produktionsmitteln) gibt.

Vor Marx und Engels hatten alle sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien die Vorstellung, daß die Gesellschaft, die nach Überwindung des Kapitalismus geschaffen werden sollte, durch die Abschaffung des Privateigentums an den wichtigsten Produktionsmitteln und der produzierten Güter gekennzeichnet sein würde, mit anderen Worten, eine kommunistische Gesellschaft sein werde.

Der Kommunismus von heute . . .

. . . ist wesentlich von Karl Marx und Friedrich Engels durch ihr 1848 erschienenes Kommunistischen Manifest geprägt.

Seinen Schriften ist zu entnehmen, wie eine kommunistische Gesellschaft fiktiv aussehen würde. Materielle Güter wären in einer kommunistischen Gesellschaft überreichlich vorhanden. Die Menschen wären von dem Mühsal befreit, den ihnen der Kampf um das Lebensnotwendige auferlegt. Es gäbe keine Arbeitsteilung, da "die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und   möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden." (Marx, Die deutsche Ideologie, 1845/1846).

Unter diesen Bedingungen gibt es keine sozialen Klassen und letztendlich auch keinen Staat.

Kritik am real existierenden Sozialismus marxistisch - leninistisch - bolschwistischer Prägung finden Sie bei uns unter dem Begriff <Antikommunismus>.

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Rüdiger Nehberg finden Sie im Internet unter

http://www.ruediger-nehberg.de.

Weitere Informationen zu den Yanomani´s und anderen ethnischen Gruppen erhalten Sie von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen unter

http://www.gfbv.de.

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