B a r o n . J o h n . M a y n a r
d . K e y n e s
o f . T i l t o n
,
geboren
am 5. 6. 1883 in Cambridge, am 21. 4.
1946 London entwickelte als englischer Nationalökonom
seine Liquiditätstheorie des Zinses und seine statische
Theorie des Gleichgewichts bei Unterbeschäftigung. Er
gilt als Mitschöpfer der internationalen
Währungsordnung nach dem 2. Weltkrieg.
(soweit
die lexikalische Definition).
Keynes studierte an der Universität
Cambridge und arbeitete dort später auch als Professor.
Er war ein Kritiker des Versailler Vertrags, konnte sich
aber nicht durchsetzen. In seinem Werk ,,The Economic
Consequences of the Peace prognostizierte er, daß die
hohen Reparationszahlungen Deutschland zu
wirtschaftlichem Nationalismus und erneutem Militarismus
treiben würden. In A Treatise on Money setzt er sich mit
Fragen der Geldtheorie auseinander. Sein Hauptwerk The
General Theory of Employment, Interest and Money
behandelt die Depression, die Phase des Tiefstands im
Konjunkturzyklus und insbesondere die damit verbundenen
Arbeitslosigkeit. Seiner Meinung nach kann sich die
Wirtschaft nicht "selbst heilen", sondern nur
der Staat kann durch seine Steuer- Staatsausgaben- und
Sozialpolitik die Arbeitslosigkeit beseitigen. Vor allem
das Sparen in Kriesenzeiten verlängert die Stagnation,
da weniger konsumiert und daher von den
Wirtschaftsunternehmen weniger investiert wird. Der Staat
muß eine gezielte Nachfrage zur Kompensation der
mangelnden Nachfrage privater Haushalte erzeugen. So kann
indirekt ,,Voll-"beschäftigung bewirkt werden.
Die klassische Wirtschaftstheorie ging, im
Gegensatz zu Keyne, davon aus, daß die Wirtschaft
automatisch zu Vollbeschäftigung tendiere. Jede
Arbeitslosigkeit sei nur vorübergehend und werde bald
durch die Wirkung der Marktkräfte und insbesondere durch
die Flexibilität der Löhne beseitigt. Menschen blieben
nur arbeitslos, wenn sie überhöhte Löhne verlangten.
Auf Währungskonferenz der Vereinten
Nationen von Bretton Woods1944 war Keynes
Delegationsführer und Befürworter der Gründung der
Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
und des Internationalen Währungsfonds.
Seine Ideen haben die Wirtschaftspolitik
einiger Regierungen nach dem 2. Weltkrieg
nationalökonomisch grundlegend beeinflußt und zum
Keynesianismus geführt.
Keynes´ Wirtschaftspolitik wurde von
Großbritannien bis Ende der siebziger Jahre in die Tat
umgesetzt. Die Regierung prognostizierte die
wahrscheinliche Nachfragehöhe in der Wirtschaft. Wenn
sie zu gering erschien, erhöhte sie die Staatsausgaben
oder senkte die Steuern oder Zinssätze. Wenn sie zu hoch
erschien handelte die Regierung zur Vermeidung einer
Inflation entgegengesetzt. Auch Präsident John F.
Kennedy verfolgte eine ähnliche Politik um die
amerikanische Wirtschaft aus der Rezession der frühen
sechziger Jahre zu ziehen. In Deutschland funktionierte
die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik in den
sechziger Jahren unter dem damaligen Wirtschaftsminister
Karl Schiller. Von den Gewerkschaften wird sie noch heute
befürwortet.
(enzyklopädische Definition)
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Als
Kurt Georg Kiesinger [...] 1966 [...] zum Bundeskanzler gewählt
wird, ist die Zeit des Wirtschaftswundermachers Ludwig Erhard
endgültig vorbei. Erstmals ist die deutsche Wirtschaft [...] nicht
gewachsen [..] der Bundeshaushalt ins Minus gerutscht. Die Zahl
der Arbeitslosen liegt bei 673.000.
Um
[...] wieder Vertrauen [...] einzuflößen, greift die [.] Regierung
auf die Lehren [...] John Maynard Keynes zurück. Der Ökonom hatte
[...] die These aufgestellt, dass der freie Markt allein eine
Volkswirtschaft mitunter nicht aus einer Konjunkturkrise befreien
könne. Stattdessen müsse der Staat für neues Wachstum sorgen,
indem er zusätzliches Geld ausgibt. Im nächsten Aufschwung könne
er dann die Steuermehreinnahmen zur Schuldentilgung nutzen.
Von
diesem Gedanken getrieben, verabschiedet die Große Koalition [...]
1967, was unter Ludwig Erhard noch undenkbar gewesen wäre: das
erste Konjunkturprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Dafür
nimmt die Regierung einen Kredit über 2,5 Milliarden Mark auf. Die
öffentlichen Investitionen kommen der Bahn zugute, der Post, dem
Straßenbau sowie Bildung und Forschung. [...] 1967 beschließt die
Bundesregierung ein zweites [...] Konjunkturprogramm mit einem
Volumen von 5,3 Milliarden Mark. Die Wirkung bleibt nicht aus. Die
zusätzliche Nachfrage erzeugt zusätzliche Umsätze. 1968 wächst die
deutsche Wirtschaft um 7,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen
sinkt [...] 1969 auf 243.000, die Zahl der offenen Stellen steigt
auf 700.000. [...]
Zu
diesem Zeitpunkt deutet sich jedoch schon an, dass die Politik nur
den ersten Teil der Keynesschen Empfehlungen befolgt. Anstatt die
Schulden wieder abzubauen, zahlt die Regierung nur einen Teil der
angehäuften Kredite zurück. Die restlichen Mehreinnahmen verteilt
sie lieber an ihre Wähler. [...]
Quelle: DIE ZEIT v.
29.12.2005 S.22 |
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