K a p i t a l i s m u s


ist eine auf einem Lohn-(beziehungs-)Vertrag basierende Beziehung zwischen Kapital und Proletariat. Die Kapitalbesitzer bezahlen den Produktionsmittel - besitzlosen Arbeitern Löhne für vereinbarte Arbeitsstunden während welcher die Arbeiter einen den Lohn übersteigenden Wert schaffen. Der "Mehrwert" beschert den Kapitalisten Reichtum, und Kontrollmacht über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Gesetze verschiedener Art regeln und manifestieren die gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Die Macht und der Reichtum der besitzenden Klasse vermehrt sich ständig, ebenso die Verelendung des Proletariats.

Bei Karl Marx steht Kapitalismus für den Industrialisierungsprozeß der bürgerlichen Gesellschaft und die damit verbundenen Krisenerscheinungen.
Der Grundwiderspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privaten Aneignung des Mehrwertes durch den Unternehmer bedingt ständige Konjunkturschwankungen und mittelfristig die Vernichtung des gesellschaftlichen Reichtums.

Die Eigendynamik des Kapitalismus führt schließlich zu seiner Auflösung durch die Arbeiterklasse und zum Übergang in eine sozialistische Wirtschaftsform, in welcher sich die Funktion des Staates neu bestimmt: Er ist dafür verantwortlich, die Produktion zentral zu planen.

Als Kapitalismus bezeichnen wir also die den Feudalismus ablösende Wirtschafts- und Sozialgeschichtsepoche, deren typisches Kennzeichen Privateigentum der Produktionsmittel und marktbestimmte Steuerung des Wirtschaftsgeschehens ist.

Wir unterscheiden drei Phasen des Kapitalismus:

  • den Frühkapitalismus (ab dem 15.  Jahrhundert)

  • den liberalen Hochkapitalismus (ab dem 18.  Jahrhundert, auch "Manchester-Liberalismus") und

  • den Spätkapitalismus (ab Ende des 19.  Jahrhunderts).

Die industriellen Revolution bestimmte die Entwicklung des kapitalistischen Wirtschafts- bzw. Fabriksystems.

Die klassische Wirtschaftstheorie betrachtet den Kapitalismus als ein Wirtschaftssystem, das sich durch Angebot und Nachfrage selbst reguliert. Wesentlich ist also die Abwesenheit einer zentralen staatlichen Planungsinstanz. Staatliche Eingriffe beschränken sich auf ein Minimum.

Adam Smith drückt aus, daß das durch den Kapitalismus geförderte individuelle Gewinnstreben nicht nur nicht im Gegensatz zur allgemeinen Wohlfahrt stehe, sondern im Gegenteil unabdingbare Voraussetzung für den Wohlstand einer Nation sei. Staatliche Einflußnahme und Lenkung seien dagegen der Wohlfahrt abträglich. Die Entscheidungen der einzelnen Wirtschaftssubjekte orientieren sich am Marktgeschehen und sind dabei vom Konkurrenzprinzip und dem Ziel der Gewinnmaximierung geleitet. Auftretende soziale Verteilungsprobleme sollen nach der heute vorherrschenden Theorie der sozialen Marktwirtschaft durch sozialpolitische Eingriffe des Staates gemildert werden.

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© peter bechen