Internationaler Währungsfonds
IWF auch IMF
Anders als bei WMF, dem
Kürzel des württembergischen Töpfefabrikanten, den so gut wie
jede Hausfrau kennt, ist das Kürzel ..
...
IWF des
Internationalen
Wahrungsfonds, nicht unbedingt jedem Bürger
unseres
Landes ein eindeutiger Begriff. Dabei sollten doch zumindest
wir Deutschen die Funktion und globale Bedeutung dieser Organisation ganz genau kennen, schließlich war unser
derzeitiger Bundespräsident einst ihr Präsident, was sicher kein
Zufall ist, denn die Hauptaufgabe der Politik ist das B, das Entwickeln und Verfügen von
Beziehungen zur Förderung wirtschaftlicher und
auch kultureller Interessen.

Horst Köhler:
einstens Präsident des IWF,
jetzt Staatsoberhaupt
der Bundesrepublik Deutschland
Als eine ordentlich
zusammenfassende Quelle zum Nachschlagen, also als
Recherchegrundlage zu einigen Informationen der vorliegenden
Seite dient hier Deutschlands Microsoft
Encarta, denn es ist immanent,
einen möglichst breiten Kreis mit den Wirkungskreisen von Präsidenten vertraut
zu machen.
Der IWF mit seinem Hauptsitz
in Washington, unweit us-amerikanischer Leitzentralen, wurde um
1945, also in den Zeiten der Neuordnung Europas und Asiens, auf der Grundlage der Beschlüsse der
UN–Währungs-Konferenz von Bretton Woods gegründet und gilt als
Sonderbehörde der Vereinten Nationen zur Förderung der
internationalen Zusammenarbeit auf den Gebieten der
Währungspolitik, der Stabilisierung der Währungen und
Währungsbeziehungen, eines ausgewogenen Wirtschaftswachstums und
eines möglichst
hohen Beschäftigungsgrades, Aufbau eines internationalen
Zahlungssystems, der Beseitigung von Beschränkungen im
Außenhandel (das Stichwort hierzu lautet in unseren Tagen
"Globalisierung"), der Abbau von Ungleichgewichten in den
internationalen Zahlungsbilanzen und der Vergabe von Krediten
zur Erleichterung von Zahlungsbilanzanpassungen. Der
IWF
verleiht
Geld (zuletzt um die neun Milliarden Dollar per
anno) an Länder, die ihre Schulden nicht
bezahlen können (überwiegend also an so genannte Drittewelt- oder
ehemalige sozialistisch bestimmte Länder). Dafür müssen diese Staaten
im Gegenzug strenge Auflagen erfüllen - z.B. ihren
Staatshaushalt, vor allem ihre Ausgaben (meist im sozialen und
kulturellen Fürsorgebereich) begrenzen
und den Export forcieren. Das Geld hierzu stammt natürlich von
den Mitgliedern des IWF, was bedeutet, das es aus deren
Staatshaushalte mehr oder weniger explizit entnommen wird. Die USA stellten bislang
(Stichjahr 2002) 36 Milliarden
Dollar bereit, Japan und die Bundesrepublik 11,2,
Großbritannien und Frankreich 10,1 und
Saudi-Arabien sieben. Das Stimmrecht innerhalb des IWF's wird nach
der wirtschaftlichen Leistungskraft und auch nach
der Einlage gewichtet. Die
Mitgliedsquote ist ein Betrag, der der relativen
Stellung des Mitglieds in der Weltwirtschaft
entspricht. Als bekanntlich mächtigste wirtschaftliche Führungsmacht
haben die Vereinigten Staaten von Amerika hier die
höchste Quote.
Der Umfang der erzielten Quote bestimmt die Größe des Stimmrechts
des jeweiligen Mitglieds bei
Beratungen des Internationalen Währungsfonds, aber auch wie viel Devisen es aus dem Fonds abziehen
kann und wie viele Sonderziehungsrechte es bei
periodischen Zuteilungen erhält.
Der IWF
nahm 1947,
zwei Jahre nach seiner Gründung,
seine Arbeit auf. Die Bundesrepublik Deutschland trat 1952 fünf
Jahre später bei. In unseren Tagen sind 182 Staaten Mitglied des
IWF, der ja allen souveränen Staaten offen stehen
soll. Die Mitglieder halten den IWF über
die Wirtschafts- und Finanzpolitik auf dem
Laufenden, um eine Abstimmung der
Währungspolitiken zu ermöglichen.
Bei der Aufnahme in den Fonds wird
jedem Mitglied eine Quote mit
Sonderziehungsrechten zugewiesen. Ihr Wert
beruht auf dem gewogenen Durchschnittswert der
fünf Hauptwährungen.
Mitglieder mit
Zahlungsbilanzschwierigkeiten können
einen als einem zusammengelegten Fonds aufgebrachten Devisenkredit beantragen, in den alle Mitglieder
durch Zahlung ihrer Quotenzuweisung eingezahlt
haben. Der IWF kann aber auch Mittel von offiziellen
Einrichtungen leihen. Die Allgemeinen Kreditvereinbarungen von 1962
geben ihm das Recht, sich Kredite vom sogenannten
"Zehner-Klub" der industrialisierten
Länder zu beschaffen. Diese haben sich
verpflichtet, falls nötig bis zu 6,5
Milliarden US-Dollar verfügbar zu machen (diese
Summe wurde mittlerweile auf 17 Milliarden
US-Dollar erhöht). Der Kreditnehmer zahlt für
die vom IWF bereitgestellten Mittel einen Zins,
der unter den auf dem freien Geld- und
Kapitalmarkt üblichen Zinssätzen liegt. Das
Mitglied, dessen Währung eingesetzt wird,
erhält nahezu die gesamten Zinszahlungen, und
nur ein kleiner Rest verbleibt beim Fonds zur
Deckung der Betriebskosten.
Der Internationale Währungsfonds
fördert gemäß seiner Bestimmungen die Entwicklung der Wirtschaft
in meist gefährdeten Ländern.
Die Wechselkursfestsetzung gehört
heute nicht mehr zu den Aufgaben des
Internationalen Währungsfonds, sie regelt sich
heute beinahe ausschließlich über die
Währungsmärkte. Der Zusammenbruch des
Wechselkursmechanismus im Jahre 1992 (siehe hierzu auch
Das
US-Förderimperium des George Soros) zeigte eine gewisse Ohnmacht des IWF, wenn er mit
Währungsproblemen in modern entwickelten
Ländern konfrontiert wird. Die Finanzkrise in
Mexiko 1995 zeigte einmal mehr, dass die Fonds
des IWF dem in der aktuellen Weltwirtschaft zirkulierenden
Privatkapital nichts entgegenzusetzen hat. So sieht der IWF in
unseren Tagen seine Aufgabe in der Unterstützung
der Entwicklungswirtschaften.
Ein
kritisches Licht auf die Funktion und Resultate des IWF´s werfen die folgende Buch- und
Magazinauszüge:
,,Dass die
Deregulierung schlimme soziale Folgen haben kann, zeigen auch
die Turbulenzen, in Mexiko und Asien als [...] neoliberale
Vorzeigestaaten: Asien erstickte zuerst in dicken Rauchschwaden,
dann brachen die Börsen zusammen. Mexiko geht es nach der vom
internationalen Währungsfonds (IWF) verordneten Deregulierung
und Marktöffnung schlechter als zuvor. Der Freihandel bedeutet
lediglich die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren - nicht nur
in Mittelamerika."
(S48)
,,Ob
ein Staat will, oder nicht, wo immer der IWF oder
die Weltbank zur Sanierung von Staatsfinanzen oder
als Kreditgeber eingreifen, werden Freihandel und
Marktwirtschaft als Bedingung durchgesetzt."
(S.62)
Zitat
aus: Peter Köpf, Stichwort Globalisierung
ISBN 3-453-14851-7
Und
die bekannte seriöse Hamburger Wochenzeitung berichtete hierzu:
,,[...]
Kritiker werfen dem IWF daher vor, diesen Staaten
ohne demokratische Kontrolle eine
Wirtschaftspolitik zu diktieren, die vor allem
den Gläubigern nutzt."
,,[...]
Verschuldete Länder werden vom IWF gezwungen,
den Export anzukurbeln und die Staatsausgaben
[vor allem im Sozialbereich /
Bildungseinrichtungen / Krankenhäuser /
Armenunterstützung etc. Anm. d. Red.]
zusammenzustreichen - dann fehlt das Geld für
Schulen und Ärzte, oft sogar für Brot und Reis.
In Mosambik, so rechnen die IWF-Gegner vor,
könne schon mit der Hälfte der Zahlungen für
Zins und Tilgung das Leben von 115.000 Kindern
pro Jahr gerettet werden. Letztlich gleiche die
Wirkung der IWF-Auflagen auf Schulen und
Krankenhäuser "der physischen Zerstörung
durch Nato Bomben", wettert der kanadische
Wirtschaftsprofessor Michel Chossudovsky.
Der
ehemalige Chefökonom der Weltbank, Joseph
Stiglitz, bislang nicht als Sozialist aufgefallen,
lästert: Die IWF-Ökonomen seien nicht nur
"drittklassige Studenten", sondern
hätten zudem eine unlösbare Aufgabe. ,,Innerhalb
von Tagen oder Wochen tüftelten sie in Fünf-
Sterne-Hotels Programme aus, die dann Ländern
aufgezwungen würden, die sie kaum kennen."
Am 22.
September 2005 konstatiert Wilfried Herz in der Wochenzeitung
DIE ZEIT auf Seite 40, dass ..
,,Zwei
Mammutbehörden
sind zuviel. Warum zwei Präsidenten,
zweimal zwei Dutzend Direktoren, dazu noch zwei riesige Stäbe
- wenn IWF und Weltbank auf vielen Feldern inzwischen dasselbe
Geschäft betreiben?" ...
... und so fordert er:
...
,,Fusioniert IWF und Weltbank!
[...] Einerseits erteilen die
Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) Regierungen
in aller Welt Ratschläge, wie Länder gut regiert werden und wie
sie ihre Strukturen verbessern müssen, um erfolgreich zu
wirtschaften. Andererseits sind die beiden mächtigen
Institutionen, die Ende, dieser Woche ihre Jahrestagung in
Washington abhalten, mit ihrer eigenen kostentreibenden und
ineffizienten Struktur alles andere als vorbildlich.
Das Grundübel liegt in der Doppelexistenz. Die Welt braucht
nicht zwei Mammutbehörden, um die wirtschaftliche Entwicklung in
der Welt zu fördern und als Nothelfer mit Krediten
einzuspringen. Warum zwei Präsidenten, zweimal zwei Dutzend
Direktoren, zwei riesige Stäbe - 9.000 Mitarbeiter bei der
Weltbank, 2.700 Beschäftigte beim IWF -, wenn beide auf vielen
Feldern inzwischen dasselbe Geschäft betreiben?"
Die
weitere Ausführung des genannten Autors wirft beiläufig noch einen Blick auf die Entstehung, die ursprüngliche
Intention dieser beiden Institutionen und deren Initiatoren, als
auch der veränderten Aufgaben- und Umsetzungssituation in einer
inzwischen gewandelten Weltordnung:
,,Für die
Nachkriegsordnung der Weltwirtschaft wurden ihnen
unterschiedliche Aufgaben zugewiesen. Der IWF war der
Zuchtmeister: Er sollte für Disziplin in den internationalen
Finanzbeziehungen sorgen, um das Währungssystem fester
Wechselkurse zu sichern und ein ausgewogenes Wachstum des
Welthandels zu fördern. Die Weltbank bekam den Auftrag, als
>Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung< [...]
konkrete Projekte zu
finanzieren und damit die Wirtschaft wieder in Schwung zu
bringen.
[...] Mit der Entkolonialisierung Afrikas und
Asiens wurde die Weltbank zum wichtigsten Finanzier für
Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt. Längst vergibt sie
aber auch langfristige so genannte Strukturanpassungs- Darlehen, bei denen sie den Schuldnerstaaten konkrete
wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen vorschreibt - von
Privatisierungen von Staatsbetrieben bis zu Details des Steuer-
und Abgabensystems. Damit brach sie aber in die Domäne des IWF
ein. Umgekehrt mischt sich der Währungsfonds in die Geschäfte
der Weltbank ein. Statt sich wie ursprünglich darauf zu
konzentrieren, kurzfristig Defizite in Zahlungsbilanzen zu
finanzieren, vergibt er seit Jahren auch Darlehen mit langer
Laufzeit an Entwicklungsländer, die an strikte politische
Auflagen gebunden sind. [...]
Erstaunlich ist, dass die großen Industrieländer - die
Vereinigten Staaten und auch die Europäer, nicht zuletzt
Deutschland auf den Zusammenschluss drangen. Sie sind
schließlich die größten Geldgeber von Weltbank und Währungsfonds
und verfügen zudem über die höchsten Stimmanteile."
Das
vorangegangene Zitat definiert nicht nur Struktur, Politik und
Desaster von Weltbank und IWF sondern auch deren Zielgruppen und
Interessennehmer, so dass dem zur allgemeinen
Verständnisgewinnung über das Wesen dieser beiden
Welteinrichtungen hier nichts mehr weiter hingefügt zu werden
braucht.
siehe
hierzu auch
Der Dollar als Leitwährung
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