G e l d w e r t


Die Kaufkraft bestimmt den Wert des Geldes.

Bei steigender Geldmenge erhöhen sich die Preise. Pro Geldeinheit der jeweiligen Währung können unter diesen Umständen weniger Güter erworben werden als zuvor - das bedeutet, daß der Realwert des Geldes sinkt. Somit besteht die Gefahr einer inflationären Entwicklung.

Die Deutsche Bundesbank hat nach Einführung der DM den Geldwert und damit das Preisniveau stabil zu halten versucht, indem sie Einfluß auf die Geldmenge nahm, wie unter Zeitgeiststimmen bei Helmut Creutz beschrieben, indem sie  beispielsweise den Mindestreservesatz erhöhte, d. h. Banken und Sparkassen dazu verpflichtet, einen höheren Prozentsatz ihrer Kundeneinlagen als vorher bei ihr zu hinterlegen. Dadurch wurde der Kreditschöpfungsspielraum der Banken und Sparkassen eingeschränkt: Sie hatten weniger Geld zur Verfügung, das sie an ihre Kunden ausleihen konnten.

Eines der ältesten Mittel der deutschen Geldpolitik war der Diskontsatz: Die Kreditinstitute konnten Handelswechsel vor Fälligkeit an die Deutsche Bundesbank verkaufen. Sie bezahlten dafür einen Zins, den Diskont. Der Diskontsatz lag immer am unteren Rand der Zinsskala und auch unter den Geldmarktzinsen. Deshalb decken sich die Kreditinstitute so umfangreich wie möglich (d.h. im Rahmen ihres Kontingents) mit dem billigen Bundesbankgeld ein.

Mit dem Diskontsatz hat die Bundesbank die Möglichkeit gehabt, das Zinsniveau auf dem Geldmarkt zu steuern: Wenn sie ihn erhöht, wurde das Notenbankgeld für die Kreditinstitute teurer. Dann verteuerten sich auch die Kredite für die Bankkunden. Auf diese Art konnte die Bundesbank einer Ausweitung der Geldmenge entgegen steuern, ebenso ging es auch umgekehrt, indem sie den Diskontsatzes senkte,  sorgte sie dafür, daß sich die Geldmenge ausweitet: Wenn die Kreditinstitute billigeres Geld von der Notenbank bekommen, gaben sie diesen Vorteil an ihre Kunden weiter.

Mit dem Lombardsatz stand ihr ein ähnliches Beeinflussungsmittel zu Verfügung - Banken und Sparkassen konnten sich gegen eine Verpfändung von Wechseln und anderen Wertpapieren kurzfristige Gelder bei der Zentralbank ausleihen. Der Zins, den sie für die Kredite bezahlten, ist der Lombard. Eine Veränderung des amtlichen Lombardsatzes soll auf das Zinsniveau wirken.

Ein weiteres geldpolitisches Instrument waren Wertpapierpensionsgeschäfte. Dabei verkauften die Kreditinstitute Wertpapiere an die Deutsche Bundesbank und verpflichteten sich, die Papiere zu einem späteren Termin (meistens nach zehn bis 30  Tagen) wieder zurückzukaufen. Der Kredit wurde dadurch verzinst, daß der Rückkaufspreis höher war als der Ankaufspreis. Eine Veränderung der An- und Rückkaufssätze sollte sowohl auf das Zinsniveau als auch auf die Liquidität der Kreditinstitute wirken.

Die Offenmarktpolitik hatte sich seit längerem gegenüber der Diskontpolitik als effektiver zur "Feinsteuerung" erwiesen, zweitere diente letztlich eher der "Grobsteuerung". Mit  Einführung des EUROs wird die Deutsche Bundesbank durch die Europäische Zentralbank ersetzt. Die Methoden zur Geldsteuerung sollen hier zwar ähnlich ausfallen, aber die politische Beeinflußbarkeit kann sich unter Umständen anders gestalten.

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© peter bechen