Faschismus, faschistisch, faschistoid
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Der
Begriffskomplex ,Faschismus, faschistisch, faschistoid'
wird nur zu gern mit der Ära Hitler in
Deutschland, Mussolini in Italien
und unter ferner liefen auch noch mit Franco in
Spanien verknüpft. Dies kann u.U. irreführend sein und den Blick
auf die Zeit nach diesen Diktatoren, also auch auf unsere
heutige Zeit verstellen.
Im Gegensatz zum
Begriff Demokratie
bezeichnet Faschismus kein sich gegenseitig
"spielerisch" kompensierendes Kräfteverhältnis innerhalb einer
Gesellschaft, wie es nach unserer Begrifflichkeit das Funktionsprinzip des hoffentlich
konstruktiven Zusammenspiels der Kräfte der
unterschiedlichen Interessensgruppen innerhalb eines
gesellschaftlichen Konstrukts sein sollte, das wir Staat
nennen. Dem gegenüber definiert Faschismus eine
grundlegende Geisteshaltung im Menschen, die auf den
biologisch vorgegebenen unterschiedlichen Prinzipen der Überlebenssicherung
und -strategie und Selektion im Kreislauf der Natur beruhen, nämlich dem Raubtierprinzip,
bei dem ausschließlich der ,Stärkere' überleben
können soll, gegenüberstehend dem Herdentierprinzip, bei dem
das
kooperative Mit- und Füreinander das Überleben bestmöglich
zu gewährleisten bzw. zu ermöglichen versucht, beziehungsweise
eine Optimierung der Lebensqualität jedes einzelnen Mitglieds
(auch der von der Natur aus benachteiligten) einer
Gesellschaft anstrebt.
Schon bei der
hier gezeigten geringfügigen
Verschiebung des Betrachtungswinkels des Begriffskomplexes ,,Faschismus/ faschistisch/ faschistoid" wird unter
Berücksichtigung aktueller Ereignisse und Entwicklungen und
phrasenhaften, meist inhaltsleeren Parolen erkennbar, dass wir die faschistoide Geisteshaltung in
unseren sogenannten zivilisierten Gesellschaften bislang
leider wohl keineswegs
wirklich überwunden haben.
Um das Verhängnisvolle
der angeführten Begrifflichkeit eindrucksvoller zu definieren, kommen wir
allerdings letztlich nicht umhin, die typischen Phänomene der Hitlerära zur
Verdeutlichung mit heranziehen.
Auf Grund der vielen Millionen von
Menschen, die während der von direkter und indirekter Gewalt geprägten Zeit durch
die faschistoide Geisteshaltung der politischen Machthaber und
deren Mitläufer und Helfershelfer,
deren unmenschlicher Justiz und raffgierigen
Wirtschaftsführern, letztlich aber auch durch die Handlungen der
biederen und somit durchschnittlichen ,Mit' - (und Klein-) Bürger dieser
finsteren Epoche, ihre Identität, ihre materielle und geistige
Existenz, ihre Gesundheit, ja sogar ihr Leben verloren haben,
durch die Entwürdigung und Erniedrigung so vieler
Menschen (vieler Nationen und Kulturen), durch die
vernichtenden Arbeits- und (Über-) Lebensbedingungen in
Kombination mit der identitätszersetzenden
Propagandamaschinerie jener Zeit, wird unwiderruflich klar,
dass das damalige System im höchsten Maß menschenverachtenden
war.
Diese Verachtung
drückt sich vor allem auch durch permanent angedrohte und
praktizierte Todesstrafe aus, die allgegenwärtige unmittelbare
Gewaltausübung welche eindeutig die Funktion der Unterdrückung
und vor allem Einschüchterung gehabt hat, die in der Regel in
das Mäntelchen ,Prävention' gewandet war/ist, nach dem
absichtlich falsch verstandenen und indoktrinierten vorgeblich
jüdisch/alttestamentarischen Prinzip des Auge um Auge und Zahn
um Zahn. Die Todesstrafe grundsätzlich und ganz besonders als
elementares Steuerungsmittel zur Kompensation von
sozialer und sonstiger Ungerechtigkeit ist grundsätzlich ein
Indiz für faschistoide Systeme.
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Enzklopädische Definition:
F a s c h i s m u s
(lateinisch fasces = Rutenbündel),
...
sei ein in Rom von den Liktoren symbolisch
getragenes Zeichen der umfassenden Amtsgewalt der
römischen Magistrate mit dem Recht auf Züchtigung und Verhängung der Todesstrafe.
Im engeren Sinne habe der Begriff des
Faschismus Regime totalitärer Bewegungen und Herrschaftssysteme
bezeichnet.
Der Faschismus sei keine geschlossene
Ideologie. Trotzdem gäbe es hinreichend viele
Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen als faschistisch
bezeichneten Bewegungen, z.B. die strenge Ausrichtung am
Führerprinzip.
Der Faschismus mythisiere die
Volksgemeinschaft, verabsolutiere das nationale
Eigeninteresse, verherrliche und verkläre die Geschichte
des eigenen Volkes sowie die Gewalt als Mittel der
Politik. Das faschistische Staatsverständnis sei
aggressiv antidemokratisch und antiparlamentarisch.
Faschistische Bewegungen habe es in nahezu allen
europäischen sowie zahlreichen südamerikanischen Staaten gegeben.
So
die wesentliche Definition im Lexikon unter Verweis auf den italienischen Faschismus unter
Benito Mussolini und
den deutschen unter Adolf Hitler.

Siehe hierzu auch <antifaschismus>
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Dass der Mensch
gar womöglich willkürlich unterworfen und in Demutshaltung
einem zur einzig vorgeblich wahren
Leitkultur erhobenen unmoralischen und lebensverachtenden System zu dienen hat, ist typisch für faschistoides,
auch als kleinkarriert empfundenes Denken.
Im
ursprünglichen Sinn begründen
Menschen zivilisatorische System um das Zusammenleben vieler
Mitglieder ihrer kollektiven Spezies auf begrenztem Raum zu ermöglichen, um die Über- und
Lebensqualität aller daran Beteiligten zu optimieren. Dafür
verzichten diese (Mit-)Menschen dann im Gegenzug auf egoistisch
geprägte, unsoziale Willkürlichkeit und den
Grossteil ihrer naturgegebenen Freiheiten, die ihnen die menschenarme Natur
bieten würde. Durch ihr alltägliches Tun
und kontinuierliches Zusammenleben, auch durch die gemeinsame Arbeit, durch ihr
sich ergänzendes Schöpfertum unterstützen alle daran beteiligten
Mitglieder
das gesellschaftliche Gemeinschaftswerk, System genannt.
Wenn ein solches System jedoch die totale Unterwerfung des Einzelnen,
insbesondere vorrangig des biologischen, finanziell und materiell
systembedingt ohnehin schon Benachteiligten erforderlich
macht, um in jedem Fall das auserkorene Systemkonstrukt erhalten zu können, dann ist
etwas oberfaul an diesem systemischen Staatsgebilde, und nicht etwa an
den zum
Dienen verpflichteten Menschen, denn dieses System hier dient wohl eher
anderen (feudalistischen) Zwecken, als der
verantwortungsbewussten Förderung des
Wohlergehens aller. Die erzwungene Unterwerfung
unter die Prinzipien eines Menschenleben verachtenden Systems ist
ein signifikantes Merkmal eines faschistoiden Menschenbildes.
Diese Unterwerfung wird nicht in jedem Fall durch die Macht
willkürlicher Bedrohung, wie z.B. Einschüchterung durch Gewalt,
allein erwirkt, sondern auch durch
Schaffung von Rahmenbedingungen, welche Armut, permanente
soziale Notlage und daraus resultierend auch geistige
Beschränkung, Gehirnwäsche durch Propaganda,
Desinformation und andere subtile psychologische Methoden der
Beeinflussung zur vorbestimmten Meinungsbildung und eine Differenzierung der Wertigkeit von
Menschen und deren Lebensrecht forciert.
Faschistoides Denken auf der
Grundlage eines lebensverachtenden Weltbildes kann sich immer und
überall zur alles bestimmenden Daseinsideologie, also zum
Faschismus erheben. Dies beschränkt sich in seiner Gültigkeit nicht nur
auf Diktaturen allein, sondern gilt ebenso für alle anderen Gesellschaftsform.
Faschistische Monarchen sind ebenso denkbar, wie auch ein
faschistoider (pseudodemokratischer) Parlamentarismus.
Entscheidend ist die Lebenseinstellung bzw.
Geisteshaltung der bestimmenden Mehrheit einer Gesellschaft, oder
auch der dominierenden Macht einer Minderheit in ihr, zum
Lebendigen im allgemeinen und zum Menschen und dessen
Lebensrecht und Würde im besonderen. Wie
uns die Geschichte zeigt, sind machtbezogene schlaue Egoisten, die
dem Raubtierprinzip huldigen, vor allem in Kombination
mit willfährigen Kleingeistern, besonders anfällig für
derartig begründete Systeme.
Jede faschistoide Bewegung ist
jedoch letztlich immer dem eigenen Untergang geweiht und
kann deshalb nur
Verderben bringen, da sie sich in ihrer Grundhaltung generell lebensverachtend gestaltet. Auch der mächtigste Mensch,
also auch jeder Tyrann,
wird alt und somit hinfällig. In faschistoiden
Gesellschaften wird er dann von seinen eigenen Paladinen kalt
gestellt oder sogar beseitigt, wenn er sich als plakatives Alphatier
nicht mehr eignet.
peter bechen
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