Antiamerikanismus


Wir schrieben 2001, als die Wogen der Sympathie für und die der Antipathie gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika nicht nur in Deutschland besonders hoch schlugen. Am 11. September waren entführte Linienflugzeuge in die beiden dadurch weltweit zu grausam dramatischer Berühmtheit gelangten New Yorker Welthandelstürme gelenkt und mit all den unzähligen Menschen darin unrettbar zum Einsturz gebracht worden.

Als durchschnittlicher Mensch fragt man sich angesichts solch geistiger Perversion, wer kommt denn auf solche verrückten Ideen? Bislang war derartiger Wahnsinn nur entsprechenden Herrschern und deren militärischen Handlanger vorbehalten, die allesamt leider nicht wenige Male in der Geschichte der Menschheit auf solchermaßen unmoralische Ideen gekommen sind. Nun sollen gewissermaßen auch gebildete Menschen von der Straße, oder sogar von nebenan ebenso oder sogar noch fanatischer sein? Wer glaubt denn heute noch an im Jenseits zu erwartende Jungfrauen und all solchen Kram, um sich dafür als Massenmörder in die Bücher der Geschichte einschreiben zu lassen?

Inzwischen sind wir im Jahr 2006/7 und es ist viel geschehen seit dem 11. September 2001, was dem "Antiamerikanismus" überall auf der Welt neue Nahrung zuführt und dabei die Definition dieses Begriffs sogar erweitert hat.

Nachfolgend der neuerliche Versuch einer erweiterten Beschreibung mit einfachen Mitteln des Phänomens "Antiamerikanismus". Zunächst die ursprüngliche Version von subventionsberater.de und darauf folgend die aktuelle Ergänzung:

 

Enzyklopädische Definition

In den einschlägigen Nachschlagewerken heißt es hierzu, dass der Begriff Antiamerikanismus Haltungen, Einstellungen und Bewegungen definiere, die sich gegen das richten, was als ,typisch amerikanisch' definiert bzw. empfunden wird.

Antiamerikanismus richtet sich im wesentlichen gegen das politische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Verhalten und Selbstverständnis der Vereinigten Staaten von Nordamerika (USA) und deren Einstellung gegenüber fremden Kulturen, Länder, Völker, Meinungen, Rechtsansichten und Minderheiten.

Unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Antiamerikanismus
finden Sie bei der sogenannten freien Enzyklopädie auch einige Artikel zur Definition des oben genannten Begriffs.

In der deutschen Version von MS - Encarta Prof. 2003 ist diese Begrifflichkeit anscheinend nicht aufgelistet.

 
Definitions
hintergrund:

Während der Hitlerzeit gab es die offiziell propagierte Haltung der Machthaber gegen die Vereinigte Staaten von Amerika. Sie war heuchlerisch und vor allem für die ,Massen' gemünzt. Wirtschaftliche und politische Repräsentanten Großdeutschlands waren eng mit den USA verknüpft. Die USA waren offensichtlich sogar der Kerosinlieferant für den ersten Flugzeugangriff auf Polen. Involviert waren hierin, nach Buchaussagen von Otto Köhler ,Und morgen die ganze Welt' und Joseph Borkin die <IG - Farben> und deren Niederlassungen in den USA, Göring und Standartoil (Rockefellers Exxon).

(Die amerikanische Bevölkerung hat zu jener Zeit gegen einen Eintritt in den in Europa wütenden Krieg votiert. Deshalb belieferte die amerikanische Rüstungsindustrie ihre alliierten Verbündeten mittels eines finanztechnischen Umwegs mit Rüstungsgütern - sie verliehen diese, statt sie zu verkaufen. Erst durch die Katastrophe von Perl Habor wurde die Masse so aufgebracht, daß sie für den direkten Eintritt in die Kriegshandlungen stimmten).

In der jungen Nachkriegsbundesrepublik war der Antiamerikanismus demgemäß überwiegend im sogenannten ,rechten' Spektrum zu finden. Dies waren vor allem Menschen, deren Persönlichkeitsbildung durch den Geist der nationalsozialistischen Ära ,Großdeutschlands' bestimmt worden war. 

Die nachfolgende Opposition gegen Amerika ist aber nicht nur als Folge der Hitler'schen Propaganda zu verstehen, sondern hat ihre Ursache vor allem auch in der ,Umerziehungspolitik' der Vereinigten Staaten im Nachkriegsdeutschland.
Die <
Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse> gegen sogenannte ehemalige Nazigrößen, empfand z.B. der Amerikaner Joseph Borkin eher als Antikartellverfahren, welches noch dazu unvollkommen, sprich halbherzig durchgeführt worden sei. Die in der vorangegangenen Kriegspropaganda der Alliierten versprochene Freiheit der Meinung (BBC - London / Thomas Mann u.a.m.) entpuppte sich zunächst als abermalige Pressezensur, diesmal im Sinne der sogenannten ,Umerziehung' . Es gingen auch Gerüchte um, die besagten, daß die USA beabsichtigt, mit den verbliebenen Kräften der Wehrmacht gegen die UdSSR vorrücken zu wollen. Und bevor die adrett gekleideten ,GI's' der hungrigen deutschen Bevölkerung mit Schokolade und Orangen imponierten, haben die Alliierten deutsche Städte in Großbombardements in Schutt und Asche gelegt, wobei unverhältnismäßig viele Zivilisten umkamen, anstatt die deutschen Machthaber direkt zu entmachten. Dies alles lieferte der damaligen ,Rechten', aber auch ,Linken' propagandistische Argumente. Die Leserin einer Zeitung aus dem Nordschwarzwald schreibt hierzu unter dem Titel ,Verbrechen an Deutschen' ,u.a.:

"[...] Die Besatzungsmächte kamen in ihrem eigenen Verständnis nicht als Befreier, sondern als Sieger, wie man aus der Directive JCS 1067 entnehmen kann. ,Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke der Befreiung, sondern als besiegte Feindnation. Wir kommen in ein besiegtes Land, keine Verbrüderung mit dem Feind'.
Wie hätten auch Befreier diejenigen, die sie befreien wollten, zuerst umbringen sollen? Das taten sie in den Terrorangriffen, die auch damals ein schweres Kriegsverbrechen waren (Haager Land- und Luftkriegsordnung). 700.000 unschuldige Zivilisten, aber auch Gefangene, starben im Bombenhagel [vor allem bei der Bombadierung Dresdens, voll von Flüchtlingen, kurz vor Kriegsende (Anm. d. Red.)]. Die Lebensmittelrationen waren absichtlich so niedrig, daß alle, die sich nicht zusätzlich etwas beschaffen konnten, verhungerten. Dies ergab die Auswertung der Volkszählungen von Oktober 1946 und September 1950. Nach Professor A. Miller (Toronto) und nach Botschafter Murphy verhungerten - nach Abzug der normalen Todesrate - 5,7 Millionen Menschen. Die Kalorienzahl betrug zum Beispiel im Mai 1947 in der amerikanischen Zone 914, das ist etwa die Hälfte dessen, was der Mensch täglich schon in Ruhe (Grundumsatz) verbraucht.
"

In Ostdeutschland, also in der sowjetischen Besatzungszone, galten die USA, vor allem nach dem Bau der Mauer, generell als Systemfeind. Auch heute noch treffen wir dieses Weltbild bei vielen Menschen hier an .

Noch unter dem Eindruck des Abwurfs der beiden Atombomben in Japan, kurz vor dessen absehbarer Kapitulation, in dessen Dunst der Vorwurf umging, dass Amerika in Japan Lazarette aufgebaut habe, in welchen die atomar verstrahlte japanische Bevölkerung zwar genau untersucht, aber eben nicht helfend behandelt worden sei, schlug die Haltung der Linken und kritisch orientierter Intellektueller während des Vietnamkrieges, angesichts der menschenverachtend brutalen Vernichtung ziviler Bevölkerung und riesiger Urwaldflächen in Vietnam mit dem erbgutschädigenden Entlaubungsmittel Agent Orange und Unmengen an Napalmbomben, endgültig in eine bis heute anhaltende grundlegende, moralisch begründete Ablehnung gegenüber der als heuchlerisch empfundenen Pseudosaubermann - ,Weltpolizist-' Politik der USA um.

Die heutige Kritik richtet sich gegen die USA als Hegemonialmacht und deren als imperialistisch bewertete Außenpolitik und Wirtschaftsmacht, die als Konkurrenz oder sogar als Bedrohung bzw. Bevormundung verstanden wird.
Tatsächlich unterhalten die USA bis heute überall auf der Welt militärische Basen und
<Kommunikations - Abhöranlagen> zur Kontrolle und Beeinflussung fremder Nationen. Die USA waren und sind immer wieder an der Installation ihnen genehmer Machthaber in fremden Nationen beteiligt, wie einst auch Saddam Hussein, oftmals auch an diktatorischen Regimen. Wirtschaftsimperien wie General Fruits (z.B. Bananen) bestimmen weitgehend die oftmals unwürdigen Lebensbedingungen der Bewohner Südamerikas. Auch am bedrohlichen Raubbau der Urwälder ist Nordamerika maßgeblich beteiligt, wie aber auch vor allem deutsche und japanische Konzerne. Amerika ist offensichtlich führend in der Entwicklung immer brutalerer Massen- und Präzisionsvernichtungs-Waffen, die per Knopfdruck aus der Ferne ohne direkten Feindkontakt eingesetzt werden können, so dass auch dann noch ein Krieg zu führen ist, wenn die moralische Hemmschwelle in der eigenen Bevölkerung und deren Angst vor dem Umkommen bei kriegerischen Handlungen zu groß wird.

Kritiker sind der Meinung, die in den USA praktizierte Art von (Konsum-) Demokratie sei kultur- und lebensfeindlich und/oder basiere auf einem übertriebenen Individualismus, der vermeintliche Rechte über Pflichten stelle. Dieser Antiamerikanismus stellt u. U. auch eine grundlegende Kritik an Demokratien überhaupt dar (siehe hierzu auch <Globalisierung>).

Vom Standpunkt eines Durchschnittsbürgers aus resultieren antiamerikanische Haltungen vor allem aus den von außen ersichtlichen inhumanen und unsozialen Zuständen der finanziell benachteiligten Gruppen und Minderheiten innerhalb den USA, und dem extrem einseitig materialistisch ausgerichteten, über die Filmindustrie, Werbung, Wirtschaftsbeeinflussung, Sanktionen, Währungsspekulationen (siehe <Soros>) jede andere kulturelle Identität zerstörenden Weltbild der USA. Dazu gehören auch die Indianerausrottung und deren zwangsweise Sterilisierung und -Unterdrückung (siehe Prof. Dr. Peter Schwarzbauer: "Der Lakota-Report - Ein Volk kämpft ums Überleben"; ISBN-Nr.: 3-924696-08-X; auch im Internet), Todesstrafe (siehe hierzu auch http://www.todesstrafe.de), Korruption, Manipulation, Umweltzerstörung, Konsumexpansion und die von den USA mit allen Mitteln forcierte Weltherrschaft ihrer Konzerne (z.B. auch Microsoft). Dass in den USA der Druck der drohenden Todesstrafe dazu beitragen muss, den sozialen ,Frieden' im Land aufrecht zu erhalten, ist ein Indiz für ein einseitiges <Demokratieverständnis>.
 

„[...] Die Indianerreservate des neunzehnten Jahrhunderts waren [...] die primitiven Vorläufer der Konzentrationslager: Der Unterschied lag im Entwicklungsstand der Technik, die Absicht aber war im Grunde die gleiche. Die Nazis betrieben die Vernichtung der Juden mit ausgeklügelten Methoden, die amerikanischen Militärs setzten auf Einsperren, Verhungernlassen und pockeninfizierte Decken, mit denen sie ganze Stämme, die keine Abwehrkräfte gegen die Krankheit besaßen, ausrotteten. In beiden Fällen wurde das Volk von den Unterdrückern gettoisiert, wurden Land und Besitz konfisziert und die Menschen mit Gewaltmärschen an entlegene Orte deportiert, wo man sie demoralisieren und vernichten konnte. Viele amerikanische Indianer sind daher der Ansicht, dass sie, ähnlich wie die Juden in Europa, Opfer eines systematischen Völkermordversuchs waren.“

aus: Yonassan Gershom,
Kehren die Opfer
des Holocaust wieder?;
ISBN 3-7235-1002-7

 
Auslegung
(2001):

Die aktuellen Ereignisse haben den vorliegenden Beitrag zu ,Antiamerikanismus' überholt. Nie zuvor ist eine antiamerikanische Haltung lebensfeindlicher zum Ausdruck gekommen, als durch die Kamikazeattentate in New York, welche wohl den Wahrzeichen galten und den Tod tausender Menschen kalt einkalkulierten. Der Anblick des Zerstörungsvorgangs in der Berichterstattung wirkt unfassbar. Erschütternder ist er zweifellos für US - Amerikaner, die sich heute, nach Perl Habor, erneut im eigenen Land angegriffen sehen, ihrer vermeintlichen Sicherheit abermals beraubt. Nicht nur ihre äußere Sicherheit ist erschüttert, sondern auch ihre innere. Wo ist der einst geschickt suggerierte Glaube an die Unzerstörbarkeit solch gigantischer Bauten? Weder Wolkenkratzer, noch Atomreaktoren sind unzerstörbar - ob sie wohl erdbebensicher sind? Wer von den einstigen ,Großschwätzern' der ,Unzerstörbarkeit' übernimmt nun die Veranwortung für die Wirkung seiner damaligen Rhetorik? Warum hat niemand daran gedacht, solche Hochhäuser mit Fallschirmen auszustatten? Warum wird der Wert eines Menschenlebens immer nur in Geldwert ausgedrückt? Vorbei der einlullend propagandistische Traum der Helden aus Hollywood, à la Charlton Heston und Lorne Greene, die durch ihren vorgeblichen Heldenmut in Hochhaus- und Kernkraftwerks - Katatrophenfilmen Sicherheit für das Leben in solchen Gigantomanien suggerierten. Diese von  Menschenhand geschaffenen Monumental - Bauwerke sind nun auch im Bewußtseind er Menschen endlich und stellen somit keine Lösungen mehr dar, zur Unterbringung von Überbevölkerungen. Wie wird man wohl ein viele hundert Meter hohes Hochhaus in 50 oder 100 Jahren wieder abtragen, wenn dessen natürliche Lebenszeit abgelaufen ist? Vorbei auch die gnaden- und bedenkenlose Produktion gewaltvermittelnder und - initiierender (Massen- ) Medien (immer draufhauen, aber natürlich nicht in der Wirklichkeit)?

Die Leidtragenden in New York sind wie immer die Betroffenen, meist alltägliche Menschen, Bürger die durch diese Massenmordkommandos Gesundheit oder gar das Leben verloren haben und vor allem deren Hinterbliebenen. Aber auch solche, die durch ihr Business durchaus zu den sozialen Ungerechtigkeiten in unserer gesamten Welt beitragen, und sich meist dieser Verantwortung noch nicht einmal bewusst sind oder sich ihr nicht stellen. Betroffen aber auch vor allem die Feuerwehrmänner und Katastrophenhelfer, die, schlecht ausgerüstet und verhängnisvoll vortrainiert, versucht haben, zu retten, was noch zu retten war und dabei kurz- und langfristig gesehen ihre Gesundheit ruiniert, oder sogar ihr Leben verloren haben.

Und während das Elend der Unglücklichen in New York sich in Windeseile über die Sender in der ganzen Welt verbreitete, plapperten in den Nachbarkanälen munter die <Werbestars> ihre flotten Gehirnwäschesprüchlein, Abgesänge auf kommerzielle Konsumprodukte; und dies ungebrochen auch in den folgenden Tagen - kämpften Sportathleten ungebremst um ihre güldenen Trophäen. Soviel in Sachen Pietät. Und während auf den Straßen Menschen ihre Betroffenheit und Fassungslosigkeit zum Ausdruck brachten, ersannen Politiker die großen ,Und jetzt erst recht - Durchhalteappelle', damit diverse Jahrmarktbudenfeste des Kommerzes wegen ja nicht abgebrochen oder gar abgesagt werden mussten - soviel zur Moral der rhetorischen Leitbildrepräsentanten aus dem Hause Mammon).

Vergessen sind die vorangegangenen Äußerungen des, mit hohem Geldeinsatz und eigentümlichen Wahlkarten an die Macht berufenen Präsidenten Bush, der auch angesichts von Desaster anscheinend nicht weinen kann (Abb. frei nach Haderer, Stern 5, 02), dem ewig Zweitgeborenen, wie es das etablierte norddeutsche Magazin zu Jahresanfang 01 beschrieben hat, bezüglich Kioto, unterdrückter Völker (siehe hierzu auch http://www.gfbv.de) , Globalisierung, Raketenschutzschild, Spionagesateliten und - flugzeuge, von denen China erst vor kurzem eines zerlegt in einzelnen Kisten zurückgeschickt hat, und anderes Säbelrasseln - wie kann dieser Mann aus Texas (vorgeblicher IQ von 91 = Hauptschulniveau) jetzt, angesichts dieser weltweiten Katastrophe mit all ihrer Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit, als Weltmacht mit der Gewalt aus dem Hinterhalt umgehen, ohne das Gesicht zu verlieren - nach den Buchstaben des alten oder des neuen Testaments ? Helfen werden ihm dabei seine direkten Berater, überwiegend milliardenschwere Hardliner.

Für Europäer, die Amerika nicht aus eigener Anschauung kennen, ist es schwer, Bewertungskriterien abzuschätzen? Amerika, die Heimat von Lassie, Fury und Rintintin, den Texasrangern, Davy Crockett und Donald Duck, wie es die Nachkriegsdeutschen im Rahmen ihrer Umerziehung kennen gelernt haben - oder den ewigen Mord- und Totschlag- Krimiserien, den Monumentalserien à la Star Wars oder von Steven Spielberg, welche der Nachfolgegeneration ab den Siebzigern kontra der flower-power-Zeit eingetrichtert worden ist? Oder das Amerika des fleischzerreißenden ,Resident Evel' und anderer Kriegsmotivationen mehr, die unserer jetztigen Generation eingehämmert wird?

Zum einen sind US - Amerikaner freundliche, gesprächsoffene, zugänglich erscheinende Menschen, fast ein wenige zu jugendlich bis ins hohe Alter, deren Land für unsereins unvorstellbar weitläufig ist, zum anderen sind sie unverhältnismäßig große Energieverschwender, die vollklimatisiert und auf Coca Cola und Hamburger frisiert, nicht gerade sorgsam mit unser aller Erde umzugehen scheinen. Wohl bemerkt, auch wir Europäer sind keineswegs Waisenknaben in puncto Egoismus und verstecktem und direkten Kolonialismus, auch heute noch.

Wir können nun dazu neigen, abermals in alte Muster zu verfallen, wie es im Moment den Anschein hat, doch das bedeutet dann letztendlich weltweite autoritäre Überwachung und Beeinflussung, volksweite Denunziation, denn nur so können alle Saboteure, Selbstmordkiller, Heckenschützen und Hinterhalte konsensfrei unter Kontrolle gebracht werden, die wir, aus unserer Sicht Terroristen nennen, die vermutlich sich selbst aber als Untergrunds- oder gar heroische Freiheitskämpfer empfinden und in ihrer eigenen Hemisphäre sogar als solche gefeiert werden. Das können freilich nur kraftstrotzende Superhelden in Saubermannmanier bewerkstelligen, Weicheier, noch dazu, wenn sie womöglich gar als schmuddelig gelten, stehen sich, nach landläufiger Sicht, dabei wohl selbst im Weg? Mahatma Gandhis scheinen, im Moment jedenfalls, nicht gefragt zu sein. Doch sind autoritäre Systeme die Lebensqualität, die Freiheit (welcher Art und für wen?), die zu erreichen, wir uns in der Nachhitlerzeit einst aufgemacht haben? Auch aus der jüngeren Geschichte wissen wir, was letztendlich aus den autoritären Systemen der scheinbar Hartgesottenen erwächst - wer ist David und wer ist Goliath bei diesem Kampf? Sterben müssen in der Regel im schlimmsten Fall zuerst die Kinder, ihre Auftraggeber (Bush, Blair, Schröder, Fischer, Scharping & Co., die rhetorischen Heizer der Mac. Global World, kämpfen nicht an der Front.

Es ist nicht an der Zeit, sich gegenseitig auf hinterhältigste oder auch machtstrotzendste Weise totzuschlagen - sondern jeder sollte zunächst einmal an seiner eigenen Tür kehren. Sollte es dennoch, aus egoistischen Gründen, wie gewohnt, zur Eskalation kommen, könnte dies freilich ein Anfang für unser aller Beitrag zur Erhaltung der Erde ohne die Spezies Mensch werden.

 

Die Szene im Internet:

Nach dem 11. September 2006 kursieren anonym verbreitete Emailtexte im weltweiten Netz, deren Wahrheitsgehalt wohl wieder mal irgendwo dazwischen liegt:

wörtliches Zitat

"CNN hat palästinenser in den nachrichten gezeigt, die nach dem terrorakt in amerika auf den strassen gefeiert haben. nun stellt sich aber heraus, daß das filmmaterial aus dem jahre 1991 ist. dies sind bilder feiernder palästinenser nach der invasion der amerikaner in kuwait. ein lehrer aus brasilien hat videoaufnahmen, welche die gleichen bilder zeigen. ich bitte euch inbruenstig allen leuten die ihr kennt dieses mail weiterzuleiten, damit die Welt erfahren kann [wie die Medien arbeiten (letzter Satzteil sinngemäß)]."

Was ist das, Fakt oder Antiamerikanismus oder schlicht gar Hetze oder auch Desinformation?

Die zweite Post definiert einen Zusammenhang zwischen der Zerstörung in New York und dem MS - Zeichensatz ,Wingdings':

,,hi, the flight number of the 2nd Boing crashing into WTC 2 was Q33NY - enter Q33NY in MS word, mark it and format it as Windings characters than zoom it ... can you believe this?!?!?!

Die hier angegebene Flugnummer stimmt jedoch nicht wirklich: American Arlines Flug 11 & American Airlines Flug 77 - ist das Antiamerikanismus, ein Wink mit dem Holzpfahl, Desinformation - oder?

Derartige Informationen sind natürlich übel, denn sie ermöglichen verhängnisvolle Interpretationen und werfen ein bedenkliches Licht auf ihre Urheber.   

 

Ursachen antiamerikanischer Haltungen im Spiegel der Literatur:

Wenn wir dem in unserer Welt weit verbreiteten Anti-US-Amerikanismus auf den Grund gehen wollen, müssen wir uns nicht unbedingt mit morgenländischer Weltauffassung und / oder sonstigen gesellschaftlichen Ideologien beschäftigen. Auch der reine Menschenverstand liefert eine Vielzahl von Beweggründen für einen ausgeprägten Antiamerikanismus. Ein paar solcher Gesichtspunkte hierzu kristallisiert der us-amerikanische Professor Chalmers Johnson heraus, unter dessen Namen eine Vielzahl von Informationen im Internet eingestellt sind. In seinem bereits 2000 veröffentlichten Buch ,,Ein Imperium verfällt - wann endet das [Nord-]Amerikanische Jahrhundert?" [Karl Blessing Verlag; ISBN 3-89667-109-X] veranschaulicht er mittels logisch begründeter Fakten Ursachen für die Entwicklung antiamerikanischer Haltungen, die sich als reaktive Auswirkung auf die us - amerikanische Imperialpolitik und - wirtschaft entwickelt haben. Hierzu nachfolgend einige seiner Gesichtspunkte, welche uns Menschen verhängnisvolle aktuellen Entwicklungen von der Grunddynamik her vor Augen führen.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das WTC forderte die USA kategorisch die Auslieferung des/r mutmaßlichen Urheber/s. Den etablierten Gerichten Afganistans wurde von vorn herein jegliche Kompetenz abgesprochen. Ebenso wurde eine Auslieferung des einstigen CIA – ‚Zöglings‘ an dessen Geburtsheimat Saudi Arabien ausgeschlossen. Dass solches Gebahren für die arabische Männerwelt eine provokative Demütigung bedeutet, wurde vom Tisch gewischt. Logischer Weise ist zu erwarten, daß ,arabische' Gerichte aus einem eventuellen Prozeß vor allem auch eine Affront gegen die USA inszenieren würden, aber was für die USA gilt, muß auch für andere Nationen gelten, auch wenn dort Lebensweisen vorherrschen, die uns aus unserem Kulturverständnis heraus schaudern lassen oder gar als primitiv bzw. vorsintflutlich erscheinen. Die Tatsache, daß die USA selbst ihre eigenen Bürger in keinem Fall an die Justiz anderer Länder ausliefern würde, nicht einmal an NATO - Mitglieder, entspannt den weltweit unterschwellig gärenden Konflikt keinesfalls. Dass die USA jedoch grundsätzlich sich so verhalten, erklärt das Beispiel von Professor Chalmers Johnson über einen Vorfall, der sich im Februar 1998 in Norditalien ereignet habe soll. Hierbei soll ein mit vier Mann besetzter Prowler EA-6 B des Marineinfanteriekorps das Drahtkabel einer Bergbahn durchtrennt und 20 Menschen in den Tod gerissen haben. Trotz der Empörung in Italien und den Rufen nach einer strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen, habe man selbige letztlich vor ,,ein Kriegsgericht gestellt, aber eben nicht in Italien, sondern in Camp Lejeune in North Carolina, welches bezeichnender Weise alle Beteiligten freisprach mit der Begründung, dass das Ganze ein »Unfall« während eines Übungsfluges gewesen sei.

Eigenartiger Weise, würden sich die US-Amerikaner auch noch darüber wundern, wenn in den seltenen Fällen, in denen solch eine lokale Tragödie weltweit Schlagzeilen macht, wie empört man anderswo auf etwas reagiert, das in den amerikanischen Medien schlimmstenfalls als ein isoliertes Vorkommnis dargestellt wird, so tragisch es für die Beteiligten auch sein mag.

Die Vereinigten Staaten von NORD - Amerika sind bis heute die einzige Macht auf der Erde, noch immer bzw. inzwischen wieder in zunehmenden Maß in einer Vielzahl fremder Nationen Militär-, Geheimdienst-, Abhör- und Subversionsbasen unterhält, die sogar durch ihre Aktivitäten deren Souveränitäten verletzen. Chalmers Johnson meint hierzu, dass es noch immer kein Thema sei, die Tatsache, dass ein Jahrzehnt nach dem Ende des Kalten Krieges nach wie vor Hunderttausende von amerikanischen Soldaten, ausgerüstet mit den modernsten Waffen der Welt, teilweise sogar mit Atomwaffen, auf über 60 Stützpunkten beziehungsweise »größeren militärischen Anlagen« gemäß der Definition des US-Verteidigungsministeriums - in 19 Ländern rund um den Globus stationiert sind. Würde man jede Einrichtung mitrechnen, die Angehörige der amerikanischen Streitkräfte beherbergt, käme man auf eine Zahl von über 800. Natürlich gibt es keine italienischen Stützpunkte auf amerikanischem Boden. Solch ein Gedanke wäre lächerlich. Und es sind auch keine deutschen, indonesischen, russischen, griechischen oder japanischen Truppen auf italienischem Boden stationiert.

Vielleicht ist dies eine typische Haltung für eine Weltmacht, geschichtlich belegt bereits bei den Römern und Briten die auch nichts dabei fanden, Truppen in Gallien beziehungsweise in Südafrika zu haben. Doch auch wenn man in den USA hierüber nicht (gern) spricht, bleibt dies dennoch eine Tatsache und hat eben auch ihre zwar unerwünschten aber trotzdem logischen Konsequenzen.

Die überall in der Welt stationierten amerikanischen Truppen hätten längst abgezogen werden können. Doch es erscheint eher so, als dass Washington stattdessen alles tut, was in seiner Macht steht, um die Strukturen des Kalten Krieges aufrecht zu erhalten, und das inzwischen sogar ohne die ursprüngliche Rechtfertigung mit dem Kalten Krieges. Dies lässt die Stationierung amerikanischer Truppen im Ausland in einem bezeichnenden Licht erscheinen. Für Professor Johnson ist dies der klare Beweis für die eigentliche imperiale Strategie, die der Kalte Krieg verschleiert habe. Dass die Begleiterscheinungen dieser Strategie vermutlich in zunehmendem Maße Ressentiments gegen alles Amerikanische, sowohl gegen amerikanische Touristen, Studenten und Geschäftsleute als auch gegen Angehörige der amerikanischen Streitkräfte – hervorrufen werden, die auch tödliche Folgen haben können, ist zu erwarten.

Mit Hilfe welcher Methoden und Institutionen die USA ihre Vormachtsstellung aufrecht erhalten, definiert die folgende Passage aus dem Buch von Chalmers Johnson indem er auf ein Beispiel aus Südkorea vom Heiligabend 1997 hinweist, als das Land Konkurs an meldete und die Lenkung seiner Wirtschaft dem Internationalen Währungsfonds überließ, der im Grunde ein institutioneller Stellvertreter der US-Regierung sei. Die meisten Amerikaner seien überrascht gewesen über die wirtschaftlichen Katastrophen, die 1997 über Thailand, Südkorea, Malaysia und Indonesien hereinbrachen, die sich dann auf andere Regionen der Welt ausbreiteten und die russische und die brasilianische Wirtschaft lahm legten, und hätten sich kaum vorstellen können, dass die US-Regierung zu ihrer Entstehung beigetragen haben könnte - auch wenn verschiedene amerikanische Wirtschaftsexperten sich unverhohlen über diese Katastrophen gefreut hätten, die Millionen von Menschen, die sich bereits Hoffnungen auf mehr Wohlstand und wirtschaftliche Sicherheit gemacht hatten, in abgrundtiefe Armut stürzten. Einige Amerikaner wären sogar so weit gegangen, im wirtschaftlichen Niedergang von Ländern wie Indonesien und Brasilien eine Bestätigung dafür zu sehen, dass die viel versprechende, von Amerika geförderte »Globalisierungs«-Politik funktionierte - dass die Vereinigten Staaten erfolgreich tätig wurden, verschiedene Wirtschaftssysteme rund um den Globus umzustrukturieren und dem so erfolgreichen amerikanischen anzugleichen.

In einem Neujahrskommentar für die Washington Post habe der Kolumnist Charles Krauthammer geschrieben: »Unser Erfolg ist der Erfolg des amerikanischen kapitalistischen Modells, das Adam Smiths Vorstellungen vom freien Markt näher kommt als irgendein anderes. Auf jeden Fall viel näher als Asiens paternalistischer Vettern- Kapitalismus, der Kritiker des amerikanischen Systems während Asiens Boom, der inzwischen wie eine Seifenblase zerplatzte, so faszinierte.«.

Als die weltweite Krise sich verschärft habe, hätte die US-Regierung vor allem befürchtet, daß Verträge über den Kauf von amerikanischen Waffen nun nicht mehr eingehalten werden könnten. So hätte Verteidigungsminister William Cohen in jenem Winter außerplanmäßige Reisen nach Jakarta, Bangkok und Seoul unternommen, um die Regierungen dieser Länder durch gutes Zureden dazu zu bringen, mit ihren immer knapper werdenden Devisenreserven die amerikanischen Kampfjets, Raketen, Kriegsschiffe und andere Rüstungsgüter zu bezahlen, die das Pentagon ihnen vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch verkauft habe. Er habe auch in Tokio Zwischenstation gemacht, um einer besorgten japanischen Regierung ein großes Geschäft aufzudrängen, das noch nicht unter Dach und Fach war. Japan sollte in das taktische Raketenabwehrsystem TDM investieren. Schon über zehn Jahre lang habe das Pentagon versucht, den Japanern diese Antiraketenraketen zu verkaufen, obwohl bis heute niemand sagen könne, ob das TDM überhaupt funktioniere - bei den Tests, die seit 15 Jahren durchgeführt werden, haben nur ein paar Raketen ihre Ziele getroffen. Doch das System sei teuer, und im In- und Ausland Waffen zu verkaufen, gehöre inzwischen zu den wichtigsten Missionen des Pentagons.

Dank seines würdigen Alters von über siebzig Jahren kann Chalmers Johnson auch die Frage aufwerfen, warum die amerikanische Politik in Bezug auf die Menschenrechte, den Waffenhandel, den Terrorismus und die Drogenkartelle so vielen Ausländern als pure Heuchelei erscheine? Wie die in den Naturwissenschaften bekannte Gesetzmäßigkeit vom Erhalt der Energie und der berühmten Volksweisheit, vom Ruf in den Wald, der ebenso zurückschallt, wie man ihn hinein ruft, definiert Herr Johnson das Grundprinzip seiner in seinem Buch dargestellten Erkenntnis vom ,,Rückstoß":

"Der Begriff »Rückstoß«, den CIA-Beamte ursprünglich für ihren internen Gebrauch einführten, wird inzwischen auch von anderen benutzt, die sich mit den internationalen Beziehungen beschäftigen. Er bezeichnet die unbeabsichtigten Folgen politischer Maßnahmen [...] Was die Tagespresse als verwerfliche Akte von »Terroristen«, »Drogenbossen«, »verbrecherischen Regimen« oder »illegalen Waffenhändlern« darstellt, erweist sich oft als »Rückstoß« früherer amerikanischer Operationen."

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So soll zum Beispiel der Bombenanschlag auf das Pan - Am - Flugzeug über Lockerbie ein Vergeltungsakt für einen Luftangriff auf Libyen gewesen sein, bei dem Präsident Gaddafis Stieftochter getötet wurde.

So sei auch der in den letzten zwei Jahrzehnten epidemisch zunehmende Kokain- und Heroinkonsum in amerikanischen Großstädten wahrscheinlich teilweise von mittel- und südamerikanischen Offizieren und korrupten Politikern angeheizt worden, die einst von der CIA oder vom Pentagon ausgebildet oder unterstützt wurden und dann mit amerikanischer Hlilfe Schlüsselpositionen in den jeweiligen Regierungen erlangtet hätten.

Des einen Terrorist sei natürlich des anderen Freiheitskämpfer. und viele Vorfälle, die in den USA von offizieller Seite als grundlose Terroranschläge auf unschuldige Bürger verurteilt werden würden, seien in Wirklichkeit Vergeltungsakte für eine imperiale Politik. Terroristen griffen gerade deswegen unschuldige Bürger und unverteidigte amerikanische Ziele an, weil amerikanische Militärs unangreifbar zu sein scheinen würden. Historische Daten würden auch einen engen Zusammenhang zwischen der US-amerikanischen Verwicklung in internationale Situationen und einer Zunahme von Terroranschlägen gegen die Vereinigten Staaten belegen.

Und so schildert der Professor die sich daraus entwickelnde Spirale der Gewalt, bei der Rückstöße weitere Rückstöße auslösen würden. Zum Beispiel die Reaktion der US-Regierung auf die Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Daressalam vom 7. August 1999, bei denen zwölf Amerikaner und 212 Kenianer und Tansanier ums Leben kamen und weitere rund 4500 Menschen verletzt wurden.

Herr Johnson weist darauf hin, dass die US-Regierung prompt Osama bin Laden beschuldigt habe, einen Saudi, der die Herrscher seines Landes und deren amerikanische Verbündete schon seit langem scharf kritisierte. Am 20. August übten die Vereinigten Staaten denn auch Vergeltung mit nahezu 800 Marschflugkörpern (Kosten pro Stück 750.000 Dollar), welche sie auf ein pharmazeutisches Werk in der sudanesischen Hauptstadt Kharturn und auf ein altes Mudschaheddin-Lager in Afghanistan abfeuert hätten. Dabei verfehlte ein Marschflugkörper sein Ziel um fast 650 Kilometer und landete in Pakistan. Grund hierfür sei gewesen, dass der amerikanische Geheimdienst diese beiden Angriffsziele als Anlagen oder Ausbildungslager von Anhängern bin Ladens identifiziert habe. Bald jedoch habe sich herausgestellt, dass diese Geheimdienstinformationen falsch waren, dass keines der beiden Ziele mit den mutmaßlichen Verantwortlichen für die Bombenanschläge auf die Botschaften in Zusammenhang gebracht werden konnte.

"Am 2. September 1998 erklärte der amerikanische Verteidigungsminister, er habe nicht gewusst, dass das Werk kein Nervengas, sondern Medikamente produzierte, als er empfahl, es anzugreifen. Er gab auch zu, dass zwischen dem Werk und hin Laden bestenfalls eine »indirekte« Verbindung bestehe".

Dabei würden diese Regierungssprecher die Tatsache ignorieren, dass der angebliche Hauptverantwortliche für die Bombenanschläge, Osama bin Laden, ein ehemaliger Protegierter der Vereinigten Staaten sei. In den achtziger Jahren spielte er bei der Organisation des afghanischen Widerstands gegen die UdSSR und der Vertreibung der Sowjets aus Afghanistan eine gewichtige Rolle. Er habe sich erst 1991 gegen die Vereinigten Staaten gewandt, weil die Stationierung amerikanischer Truppen in seiner Heimat Saudi Arabien während und nach dem Golfkrieg gegen seine religiösen Überzeugungen verstieß. Also seien auch die Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Afrika, sollten sie tatsächlich bin Ladens Werk gewesen sein, nicht als grundlose Terrorakte zu sehen, sondern als Beispiel für einen Johnson‘schen Rückstoß. Also sei sinnvoller für die Vereinigten Staaten vielleicht besser über eine Reduzierung ihrer starken und provozierenden militärischen Präsenz in Saudi Arabien oder sogar einen Abzug ihrer Truppen nachzudenken, als Orte im Sudan und in Afghanistan zu bombardieren.

Chalmers Johnson zeigt auch Alternativen auf, mittels derer auf menschenwürdiger Basis die durch Machtgehabe induzierten zwischenstaatlichen und vor allem auch zwischenmenschlichen Konflikte gelöst werden können:

"Es gibt wirksamere und mit Sicherheit weniger destruktive - Maßnahmen gegen den »Terrorismus« als sofortige militärische Vergeltungsschläge. 1994 führten geduldige und konsequente Verhandlungen dazu, dass der Sudan den als »Carlos« bekannten Terroristen an die französische Regierung auslieferte, damit ihm der Prozess gemacht werden konnte. Und im September 1998 erklärte sich Libyen schließlich damit einverstanden, dass die beiden Männer, die beschuldigt wurden, die PANAM-Maschine durch die Zündung einer Bombe über dem schottischen Lockerbie zum Absturz gebracht zu haben, vor ein holländisches Gericht gestellt wurden. Diese Übereinkunft kam durch eine multilaterale Anerkennung des Völkerrechts und ein Wirtschaftsembargo gegen Libyen zustande und unterbrach die Spirale von Rückstoß und Vergeltung, die im Fall von bin Laden zweifellos noch nicht zu Ende ist."

Leider wird die Welt noch immer von anderen Geisteskindern beherrscht, somit wird uns auch weiterhin nur der Steinzeitweg der vermeintlich mutig - starken - sauberen Aufrechten mit der Holzkeule bleiben, die dem Antiamerikanismus sicherlich noch genügend Zulauf bescheren werden.

"Selbst ein Imperium kann nicht verhindern, dass seine Politik langfristig unerwünschte Folgen hat, dass sie sich irgendwann in Form eines Rückstoßes rächt. Ein Beispiel dafür war der Bürgerkrieg in Afghanistan in den achtziger Jahren, in dem sowjetische Streitkräfte auf der Seite der Regierung direkt intervenierten, während die CIA Widerstandsgruppen aller Art bewaffnete und unterstützte, die gegen die sowjetischen Truppen kämpften. Im Laufe der Jahre verwandelten diese Kämpfe Kabul, das einst ein bedeutendes Zentrum der islamischen Kultur war, in ein Abbild von Hiroshima nach der Bombe. Die amerikanische Politik trug dazu bei, dass die Sowjetunion in Afghanistan schließlich eine ähnlich verheerende Niederlage erlitt wie die Vereinigten Staaten in Vietnam. Tatsächlich schwächte und destabilisierte diese Niederlage das Sowjetregime dermaßen, dass es Ende der achtziger Jahre zusammenbrach. Doch gleichzeitig half die Politik der Vereinigten Staaten in Afghanistan den Taliban, an die Macht zu kommen. Diese fundamentalistische islamische Bewegung setzte ihre Vorstellungen von der Rolle der Frau, von Erziehung, Gerechtigkeit und wirtschaftlichern Wohlstand in eine Politik um, die eher an die Pol Pots in Kambodscha als an die Ayatollah Khomeinis im Iran erinnerte. Eine Gruppe afghanischer Mudschaheddin, die die Vereinigten Staaten wenige Jahre zuvor mit Stinger Boden - Luft-Raketen ausgerüstet hatten, verbitterte das Vorgehen der Amerikaner im Golfkrieg und ihre Politik gegenüber Israel dermaßen, dass sie 1993 einen Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York verübte und mehrere CIA-Beamte ermordete, die gerade an einer Ampel in Langley, Virginia, warteten."


Unter den folgenden LINKS waren bereits   2001 Informationen über Osama Bin Laden im Internet eingestellt:

http://www.weltchronik.de/
aktuell/010911_
binLadenOsama1a.htm

und unter

http://www.uni-muenster.
de/ArabistikIslam/
stellungnahme.htm.

Siehe auch

Anton Zischka,
Der Dollar als Leitwährung

hier bei subventionsberater.de

 

Und dann noch die Entwicklung nach 2001
              
- aktuelle Erweiterung -

Seit 2001 hat sich das Bild Amerikas in der Welt erheblich verändert. Mit amerikanisch/englischer und willfährig verbündeter Gewalt wird zwei Nationen (Afghanistan & Irak) Demokratie "vermittelt", deren wählbare Repräsentanten den Bush's wohl recht nahe stehen, während gleichzeitig einige der eigenen Soldaten sich als Handlanger ihrer Befehlshaber im Pentagon im vorgeblichen Übereifer zu entwürdigenden Handlungen an gefangenen "Feinden" herablassen, wird anderen so genannten "Schurkenstaaten" eine gleichartige "Demokratisierung" angedroht, werden jahrzehntelang gehätschelte eigene Paladine verunsichert, werden in den USA selbst im Innern Menschenrechte ausgehöhlt, während gleichzeitig materiell benachteiligte US-Amerikaner ohne Hilfe seitens Ihrer "hochgelobten", weil "hochtechnisierten" Army im Auftrag der Bundesregierung (Bush fliegt lieber darüber hinweg) im eigenen Land, ja vielleicht sogar im eigenen Haus und nicht nur in einer der katastrophalen Massenunterkünfte in den Südstaaten der USA im Wirbelsturm ertrinken oder von herunterfallenden Betonteilen erschlagen werden. Konservative ehemalige Muskelsaubermänner und andere Kameraden dieser Klasse frönen noch immer dem Reiz der Giftspritze in den Todestrakten ihrer überfüllten Gefängnisse im Interesse der Abschreckung und strafen sich so selbst nicht nur der Lügen, sondern demonstrieren ihre Zugehörigkeit zur Bush'schen Schwarz - Weiß - Denkungswelt (siehe Karla Faye Tucker, hingerichtet unter und auf Geheiß von George W. Bush in Texas 1998, Himmel in der Todeszelle, von Linda Strom; Brunnen Verlag Basel;  ISBN 3-7655-1229-X.

Nach außen entwickeln sich die Vereinigten Staaten zum gesetzlosen Kidnapper, der Menschen aller Art und Herkunft wie in den schlechten Hollywoodfilmen aus jedem Land heraus entführt und in einem pervertierten Häftlingscamp verschwinden lässt, ohne Anklage, ohne Rechtsweg, einfach so, als nackte, entmenschlichte, und somit auch entwürdigte Kreatur. Das Niemandsland-Camp liegt im Norden genau jener Insel, deren Herrscher schon seit Jahrzehnten den USA seine Stirn bietet - ist das Provokation, Macht- Demonstration oder auch nur ein verkappter alter Deal? Kurzum, Nordamerika befindet sich nach eigenem Dafürhalten im Krieg mit einem Großteil der Welt, vor allem der islamischen.

Dabei schien es zunächst, dass Deutschland dieses Mal draußen vor geblieben sei und nicht noch einmal 20 Mrd. DM / Euro Abstandssumme bezahlt hat, wie anno 1991. Doch der Schein trog wohl. Wenn  die öffentlichen Informationen stimmen, sollen unsere "Spezialisten" das Fadenkreuz der US-Amerikaner selbst geführt haben, und wer weiß was sonst noch so alles?

Das Verständnis der Menschen in Deutschland bezüglich ihrer eigenen Demokratisierung im Nachkriegsdeutschland durch die US-Amerikaner hat sich mit der "Irakbefreiung und -befriedung" merklich gewandelt.

In der Islamischen Welt wird die USA zum Synonym für alles Westliche, für alles "Pervertierte". Nicht gerade ungebildete Rucksackselbstmordbomber verunsichern seitdem zunehmend die Metropolen der so genannten freien Welt, ob und wann die Giftmischer womöglich auch noch folgen werden, liegt im Dunkeln.

Das Antiamerikanische entwickelt sich zum bzw. paart sich mit dem Antichristlichen (Papstprotest) und nicht zuletzt auch mit dem Antisemitischen, wie es Leon de Winter in "Altes Gift im neuen Europa" auf den Seiten 672 ff in "Das Lexikon - Mit dem Besten aus der Zeit in 20 Bänden" in Band 01 von DIE ZEIT vermittelt (ISBN 3-411-17561-3).

Es zeigt sich, dass nicht wenige Repräsentanten der nahöstlichen Staaten mit dem alten  und neuen braunen Gedankengut Europas sympathisieren, welches sich grundlegend gegen alles Semitische richtet, nicht nur in Israel, sondern vor allem in den USA, in deren Finanzimperien (siehe hierzu z.B. Soros) und Dynastien.

Dennoch haben die US-Amerikaner just jenen Bush-Sprössling auf fünf Jahre wieder gewählt, der mit seiner Weltanschauung, mit seinem Eigennutz und Selbstverständnis und seinen stringenten Handlungen dieser neuen Art Antisemitismus, diesem Antiamerikanismus Nahrung geliefert hat und noch immer liefert.

Die Meinungsmacher spielen auf Zeit im Glauben an die Vergesslichkeit der Menschen. Doch genau die Zeit wird es sein, die den grundlegenden  Konflikt zwischen den gegensätzlichen Weltbildern und Lebensauffassungen in Ost und West, also auch zwischen Arm und Reich wird eskalieren lassen. Wenn Bush längst in seinem sandigen Texas bzw. im Ölimperium seines Clans in der Versenkung verschwunden sein wird, werden die Erdölreserven der Welt infolge von Borniertheit zur Neige gehen, werden die stetig wachsenden Wüsten noch mehr Land unter sich begraben haben, wird die Überbevölkerung der Menschen zu bedrohlicher Enge mit explosiv wirksamen Sozialstress führen. Dann erst werden Bush's "Taten" ihre volle Wirkung entfalten.

 

Die USA mit den Augen der Anderen
(Humor)

Ein Araber im fortgeschrittenen Alter lebt schon seit vielen Jahren in den USA. In seinem Garten möchte er nur zu gerne Kartoffeln pflanzen, fühlt sich dazu aber zu alt und deshalb zu schwach. Also schreibt er seinem Sohn, der zur Zeit mal wieder in Paris studiert, hoffnungsfroh eine E-Mail:
"Mein lieber Sohn Ahmed, ich bin ja so traurig, weil ich noch immer keine Kartoffeln in meinem Garten habe pflanzen können. Ich bin sicher, wenn Du hier bei mir wärest, dass Du mir längst geholfen hättest, den selben umzugraben und zu bepflanzen, nicht wahr ? Dein Vater."

Umgehend erhält der Alte von seinem geliebten Sprössling die folgende E-Mail: "Lieber Vater, bitte rühre auf keinen Fall irgend etwas im Garten an, denn dort habe ich 'die besagte Sache' versteckt. Dein Sohn Ahmed." Keine sechs Stunden später umstellen US Army, Marines, FBI und CIA das Haus des alten Kartoffelliebhabers und nehmend sofort den gesamten Garten Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, und finden dennoch nichts. Also ziehen sie enttäuscht wieder ab. Wenige Stunden später am selben Tag erhält der alte Mann eine weitere E-Mail von seinem Sohn mit dem Wortlauf: "Lieber Vater, ich nehme ziemlich sicher an, dass Dein Garten inzwischen komplett umgegraben worden ist und Du somit nun leicht Deine geliebten Kartoffeln pflanzen kannst. Mehr konnte ich von hier aus nicht für dich tun. In Liebe, Ahmed"

 
Und dann war da noch der Amerikaner, ...

... der in eine Bank geht und sich nach den Zinsen für ein Darlehen von 25 Dollar auf sechs Monate erkundigt. "1,50 Dollar", sagt ihm der Leiter der Kreditabteilung. "Ausgezeichnet", sagt der Amerikaner, "Ich nehme das Darlehen und lasse ihnen dafür meinen neuen Wagen als Sicherheit hier, bis ich die Kreditsumme samt Zinsen zurückgezahlt habe." Eigentlich seien bei einem so kleinen Kredit keine Sicherheiten erforderlich, meint der Bankmann, aber der Kreditnehmer besteht darauf. Am folgenden Tag erzählt er seinem Freund von dieser Transaktion, worauf dieser meint: "Die müssen dich für verrückt halten, denn wo hat es das je gegeben, dass man für gerade mal 25 Dollar auf sechs Monate seinen nagelneuen Wagen bei der Bank stehen lässt?" - "Das mag schon so sein, aber morgen reise ich für ein halbes Jahr nach Europa und wo sonst könnte ich meinen Wagen für gerade mal 1 Dollar 50 so lange wettersicher untergestellt und dabei auch noch bewacht stehen lassen?"

(Quelle: www.tuerkei-zeitung.de)

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siehe auch:

Asozial, Antiamerikanismus, Faschismus, Gerechtigkeit, Kaufrückhalt, Neid, Verschwörung

 

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