Anthroposophie
Wissen / Weisheit über das Menschsein


Ihren ursprünglichen Wurzeln hat die aktuelle Anthroposophie in der vom Mystischen geprägten Theosophie der wohl etwas eigentümlichen Russin Helena Petrowna Blavatski. Somit enthält diese Art von dies- und jenseitiger Menschenlehre Anteile religiöser indischer Weltanschauung mit Elementen wie Wiedergeburt und Karma, aber auch christliche Vorstellungen von Engeln u. a. Geistwesen.

Der einstige Theosoph Rudolf Steiner ist der geistige Begründer der Anthroposophie. Sein Tun war auf den Zugang zu den ,,Geheimwissenschaften" mit geisteswissenschaftlichen Mitteln ausgerichtet. Gemeint ist hierbei das Wissen über die Fähigkeiten des Menschen, die sich im Wesentlichen im ,,Geheimen" genauer im Unbewussten entfalten, wie z.B. Intuition, Inspiration und Imagination. Durch konsequente Schulung des menschlichen Geistes, sowohl im kognitiv - mathematischen und sprachlichen Bereich, als auch durch kreative Kunst und Meditation sollen diese ,,geheimnisvollen" Fähigkeiten entwickelt werden können.

Eher enzyklopädisch ausgedrückt dient die geisteswissenschaftliche und spirituelle Weltanschauungslehre Rudolf Steiners der qualitativen Änderung des Daseinsbewusstseins zur Ablösung allgegenwärtiger materialistischer, verstandesmäßig- und / oder kirchlich- dogmatischer Haltungen. Anthroposophie steht für eine Kultur aus geistigen Kräften mit Intuition und mystischem Lebensgefühl, Meditation, Erleuchtung und einem von Inspiration geprägten Erkenntnisweg.

Im Mittelpunkt anthroposophischen Denkens und Handelns steht persönliche geistige Freiheit und die umfassende Entfaltung des Individuums. Das Zentrum der anthroposophischen Bewegung ist das Goetheanum (Freie Studienstätte) in Dornach in der Schweiz, nahe bei Basel.

Den gesellschaftliche Aspekt der  Anthroposophie bilden die idealistisch und geistig durchdrungenen, praktisch umgesetzten Alternativen in der Behindertenarbeit, in der ganzheitlichen Medizin (Weleda, Wala, Filderklinik, Paracelsus-Krankenhaus), in der biologisch - dynamischen Landwirtschaft, im Schulwesen (Waldorf - Schulen; Freie Studienstätten) und in der Kunst.

Einige Mitglieder antifaschischtischer Bewegungen, wie z.B. Jutta Ditfurth, oder auch die Kinder des Holocaust, prangern in der Weltanschauung Rudolf Steinersdessen Wurzelrassentheorie als faschistoid bzw. rassendiskriminierend an, da diese die Wertigkeit der Menschenrassen in absteigende Wertigkeitsstufen einordnet. Hierbei ist aber zu bedenken, dass derart rassistische Axiome vor ca. 80 Jahren nicht nur in Deutschland weit verbreitet waren und Rudolf Steiner auch nur ein Mensch seiner Zeit war. Dennoch besteht zweifellos die Gefahr, dass Steiners Zuordnung zu unterschiedlich wertvollen Rassen für entsprechend rassistische Bewegungen wieder als Argumentationsgrundlage dienten kann bei der möglicherweise abermals unzählige Menschen geschädigt oder gar ermordet werden.

In antroposophischen Einrichtungen, wie Schulen, Begegnungsstätten und Krankenhäusern, wird man wohl kaum rassistischer oder ausländerfeindlicher Grundhaltungen begegnen. Auch der Umstand, dass sich das nationalsozialistische Regime Hitlers mit Göring für die biologisch-dynamische Landwirtschaft der Anthroposophen und die Heilmittelproduktion der Firma Weleda in Schwäbisch Gmünd interessiert haben soll, dürfte eher ein Indiz sein, für die von den Nationalsozialisten angenommenen wirtschaftlichen Vorteile dieser naturnahen Lebens- und Heilmittelgewinnung, als dass Anthroposophen gesinnungsgemäß den Faschisten generell nahe gestanden haben. Aber auch in der anthroposophischen Bewegung finden sich Individuen mit elitärer Grund- und Geisteshaltung, die das zugrunde liegende weltanschauliche Element dazu verwenden, sich persönliche und wirtschaftliche Vorteile unter Ausnutzung der ideellen Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen zu verschaffen.

Die idealistischen Elemente des Zusammenlebens, des gemeinsam Landwirtschaftens und Bebauens, des einander Helfens der Anthroposophen können u. U. dazu beitragen das wölfische Gegeneinander unserer Wirtschaftswelt zum Humanen hin zu beeinflussen. Doch der aggressive Charakter unserer auf immer währenden Konkurrenzkampf ausgelegten Leistungsgesellschaft wird sich vermutlich letztlich als stärker erweisen, so dass sich auch diese Weltanschauung und Bewegung, ihre Geisteshaltung und ihr Idealismus deformieren werden.

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