Sinnsprüche & Lebensweisheiten

 

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Geniese Dein Leben, es ist später als Du denkst. Niemand hat Ewigkeit gepachtet.

Wuchtige Monumente auf Totenäcker mögen dem Andenken dienen, nicht aber dem eigenen Erleben. Menschen sind für Lebensweisheiten meist erst spät aufgeschlossen. Nur wenige erkennen tiefe Bedeutung ohne erfahrenes Leid.

Nimm Dir Zeit für Tiefsinnigkeit, für Besinnung auf Wesentliches.

Reflektiere so Deinen (moralischen) Anspruch zu Gunsten einer  Welt mit Zukunft  ...

 Peter Bechen

 

 

 

 

 Desiderata

 frei nach der Lebensregel von Baltimore;
 im Ursprung von Max Ehrmann (1927),
 aus dem Amerikanischen

 

 
Gehe Deinen Weg gelassen,
ohne Hast,
inmitten des Lärms
und der Hektik unserer Zeit,
und sei Dir bewusst,
welchen Frieden Stille
Dir zu schenken vermag.

 
Versuche mit Menschen auszukommen,
aber verliere Dich selbst nicht dabei.

 
Drücke Deine Wahrheit klar
und gelassen aus,
aber höre auch anderen zu,
denn auch die scheinbar Unwissenden
und Naiven haben ihre eigenen Geschichten.

 
Meide laute, aufdringliche,
aggressive Menschen,
sie sind eine Plage
für Dein Gemüt.

 
Messe Dich nicht an anderen,
auf dass Du nicht eitel
oder verbittert wirst,
denn es gibt immer Menschen,
die sich größer
oder geringer fühlen,
als Du es für Dich selbst bist.

 
Erfreue Dich an dem von Dir erreichten,
und auch an Deinen Plänen
und strebe nach der Fortentwicklung
Deines Geistes,
auch wenn Dir das bislang Erreichte
bescheiden erscheint,
denn Deine Erfahrungen
sind der wirkliche Besitz
Deines Lebens,
für die Wechselfällen der Zeit.

 
Übe dich in Vorsicht bei allen Geschäften,
denn die Welt ist voll Lug und Betrug,
aber werde dabei nicht blind für das,
was Dir an Tugendhaftem begegnet.
Viele Menschen haben hohe Ideale,
wo immer Du auch hinschaust,
ereignet sich Heldenhaftes im Leben.

 
Sei du selbst und heuchle nicht Zuneigung,
wo Du sie nicht spürst.
Hüte Dich der Liebe verächtlich,
gar zynisch zu begegnen,
trotz aller Enttäuschung und Entzauberung,
denn regt sie sich voll Ausdauer
immer wieder aufs neue inmitten der Dürre,
beständig wie Gras.

 
Akzeptiere wohlwollend den Rat
der Weisheit Deiner Lebensjahre
und lass würdevoll ab von dem,
was der Jugend gehört.

 
Pflege die Kraft Deines Gemüts,
damit sie Dich schütze,
wenn das Schicksal Dich trifft.
Erträume nicht phantastische Wünsche,
denn Sorgen und Angst sind Geister der Enttäuschung, von Einsamkeit und Verlust.

 
Übe Dich in selbst bestimmter Disziplin,
aber sei dabei stets freundlich
und sanft zu Dir.

 
Auch Du bist
ein Kind der Schöpfung,
genau wie Bäume und Sterne,
und Du hast dein Recht,
ein Wesen dieser Welt zu sein.

 
Egal, ob Dir nun bewusst
oder nicht,
die Schöpfung entfaltet sich so,
wie es ihr bestimmt ist.
Darum lebe in Frieden mit Gott,
wie auch immer du ihn begreifst.

 
Worauf Du Deine Mühen
und Träume auch richtest,
was es auch sein mag,
das Du Dir erstrebst
im lärmenden Durcheinander
unseres Lebens -
halte Frieden in Deiner Seele
und sei im Reinen mit Dir selbst.

 
Mit all dem Trug und aller Mühsal,
und all den zerronnenen Träumen -
das Universum ist trotz allem unbeschreiblich schön. 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Die träumerische Viertelstunde
eines Poeten oder Philosophen ist oft wichtiger
für die Menschheit, als der Lärm einer
tagelang währenden Schlacht

Wilhelm Raabe

 

 

 

Die größten Ereignisse,
das sind nicht unsere Lautesten,
sondern unsere stillsten Stunden.

Friedrich Nietzsche

 

 

 

Es gibt eine Stille,
in der man meint, man müsse
die einzelnen Minuten hören,
wie sie in den Ozean der Ewigkeit
hineintropfen.

Adalbert Stifter

 

 

 

Es gibt Wichtigeres im Leben,
als nur sein Tempo zu beschleunigen.

Mahatma Gandhi

 

 

 

Schritt für Schritt dem Tod Boden abgewinnen und urbar machen,
das ist der Sinn des so genannten Lebens.

Ina Seidel

 

 

 

Gottlob!
Es gibt auch stille Leute,
die meiden das Gewühl und hassen es
und bauen auf der anderen Seite
sich eine Welt des Unterlassens.

Wilhelm Busch

 

 

 

Die Possen vieler Arbeitsamen -
sie erkämpfen durch ein Übermaß
von Anstrengung sich freie Zeit und wissen
nachher nichts mit ihr anzufangen,
als die Stunden abzuzählen,
bis sie abgelaufen sind.

Friedrich Nietzsche

 

 

 

Erschaffen,
aber nicht als Besitz.
Erarbeitet,
aber ohne Profit.
Ist das Werk getan,
vergiss deine Arbeit.
So bleibt sie ewig ganz.

Gautama Buddha

 

 

SCHAU' ICH IN DIE TIEFSTE FERNE

Schau' ich in die tiefste Ferne
Meiner Kinderzeit hinab,
Steigt mit Vater und mit Mutter
Auch ein Hund aus seinem Grab.


Fröhlich kommt er hergesprungen,
Frischen Muts, den Staub der Gruft
Wie so oft den Sand der Straße
Von sich schüttelnd in der Luft.


Mit den treuen braunen Augen
Blickt er wieder auf zu mir,
Und er scheint wie einst zu mahnen
Geh' doch nur, ich folge dir !


Denn in unsrem Hause fehlte
Es an Dienern ganz und gar,
Doch die Mutter ließ mich laufen,
Wenn er mir zur Seite war.


Besser gab auch keine Amme
Je auf ihren . Schützling acht,
Und er hatte schärfte Waffen
Und gebrauchte sie mit Macht.


Seine eignen Kameraden
Hielt er mit den Zähnen fern
Und des Nachbars Katze ehrte
Ihn von selbst als ihren Herrn.


Doch, wenn ich dem alten Brunnen
Spielend nahte hinterm Haus,
Bellte er mit heller Stimme
Meine Mutter gleich heraus.


Er erhielt von jedem Bissen
Seinen Teil, den ich bekam,
Und er war mir so ergeben,
Dass er selbst die Kirschen nahen.


Wie die beiden Dioskuren
Brachten wir die Tage hin,
Einer durch den andern glücklich,
Jede Stunde ein Gewinn.


Macht' ich nicht auch halb vom Tode
Meinen treuen Pollux frei,
Ließ ich's nur, Weil ich nicht ahnte,
Dass ich selbst der Kastor sei.


Aber allzubald nur trübte . -
Uns der heitre Himmel sich,
Denn er hatte einen Fehler,
Diesen, dass er wuchs, wie ich,


Und an ihm erschien als Sünde,
Was an mir als Tugend galt,
Da man mich ums Wachsen lobte,
Aber ihn ums Wachsen schalt.


Immer größer ward der Hunger,
Immer kleiner ward das Brot,
Und der eine konnte essen,
Was die Mutter beiden bot.


Als ich eines Morgens fragte,
Sagte man, er wäre fort
Und entlaufen wie mein Hase.
Doch das war ein falsches Wort.


Noch denselben Abend kehrte
Er zu seinem Freund zurück,
Den zerbiss'nen Strick am Halse.
Doch das war ein kurzes Glück.


Denn, obgleich er mit ins Bette
Durfte, ach, ich bat so sehr,
War er morgens doch verschwunden,
Und ich sah ihn niemals mehr.


Ward er an die Eisenkette
jetzt gelegt von seinem Herrn,
Oder fiel sein Los noch härter,
Weiß ich nicht, doch blieb er fern,


Schau' ich in die tiefste Ferne
Meiner Kinderzeit hinab,
Steigt mit Vater und mit Mutter
Auch ein Hund aus seinem Grab.


aus: Friedrich Hebbel
Hamburgische Hausbibliothek
1911; Seite 95 ff

 

 

 

 

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