Leben mit Krankheit - trotz Krankheit leben

Gehörst Du zu den Glücklichen, die vom Schicksal zwar nicht gerade verwöhnt, so doch immerhin geschont worden sind? Dein Körper fügt sich alltäglich Deinem Willen und zumindest faktisch kannst Du Dein Leben noch verwirklichen, auch wenn unsere gesellschaftliche Realität Dir dies immer wieder erschwert. So ärgerst Du Dich zwar oftmals früh morgens über Deinen schweren Kopf, weil Du mal wieder zu spät ins Morpheus Reich versunken bist auf Deiner ewigen Dauerflucht vor Deiner inneren Leere nach den unzähligen Turbulenzen Deines Lebensalltags, nach all der Aktion, der Unterhaltung, auch der schnöden Lebenserhaltung.

 

 
Doch bedenke, es ist unter Umständen trotzdem schon später als Du denkst, so dass sich Dein Körper Dir vielleicht nicht mehr all zu viele Tage lang wird unterwerfen können, dass Dir auch Dein Dir holdes Schicksal abhanden kommt. Dann, wenn Du am wenigsten damit rechnest, kann Dir ein Dich vernichtendes Urteil den Boden unter Deinen Beinen geschwind wegfegen und Dich unvermittelt aus allen Wolken in die tiefste Verzweiflung stürzen. Von einem Augenblick auf den anderen ist danach in Deinem Leben nichts mehr so wie es einmal war. Verzweiflungen, die Du im Nachhinein betrachtet aus Deinen doch recht unbeschwerten Tagen gekannt hast, unzählige Tränen, wegen Herzensleid und verloren geglaubte Liebe vergossen, all die Angst um Deine Zukunft wegen eines verlustig gegangenen Broterwerbs, ja auch all die Schrecken an den Betten Sterbender, an denen Du gesessen hast - sie alle verblassen im Dunst der betäubenden Ohnmacht und Hilflosigkeit Deiner Sinne zur Bedeutungslosigkeit, anbetracht einer unendlich währenden, schweren Erkrankung, unheilbar, austherapiert ohne Aussichten auf ein unbeschwertes Weiterleben, evtl. mit nur noch wenig Lebenszeit, vielleicht auch unendlich leidend für den Rest des Lebens, ohne Chance auf wirkliche Hilfe.

 

 

 

Wie dumm bist Du doch gewesen, dass Du Dich von einem hohen Turm, einer Brücke hast stürzen wollen, um Deiner seelischen Liebespein der Verschmähung zu entkommen, die Dir jemand zugefügt hat, als er sich von Dir abwandte, weil Dich jemand gedemütigt und gekränkt hat, so dass Du keinen Ausweg zum Weiterleben mehr gesehen hast, Dich zu schwach zum Lösen der materiellen Bedingungen dieser Welt gefühlt hast, weil Du nicht mehr daran geglaubt hast, den Banalitäten Deines Lebens gewachsen zu sein, um Dich trotz allem noch immer selbst verwirklichen zu können und weil Du Dich nicht mehr länger von einem System hast erniedrigen lassen wollen, in dem Amoral Macht bedeutet und Macht Anerkennung und Vorteilsbeschaffung begründet, die nicht auf charakterliche Größe und Würde beruht.

 

 

Erst wenn Dir Deine Endlichkeit hier auf Erden und Deine Dir vorgegaukelte Unverwundbarkeit als Betrug unverrückbar vor Augen geführt worden sind, so dass Dir nie mehr Dein Selbstbetrug gelingt, dann weißt Du jeden einzelnen Beitrag dieser Reihe wirklich zu würdigen. Dann gehörst Du zu jenen, die wissen, was hinter den Fassaden auf die wartet, deren Stimme kein Gewicht mehr hat und die auch noch dafür danken müssen, dass sie von den Bevorzugten dieser, einer sich immer schneller vorwärts wälzenden Feuerbrunst gleichenden Gesellschaft noch geduldet werden, da sie doch nichts mehr dazu beizutragen vermögen, was unsere alles dominierende und durchdringende Wirtschaft voran zu bringen vermag, wer oder was auch immer das sein mag.

 

Im schlimmsten Fall, der heute jedoch eher die Regel ist, muss ein derart vom Schicksal hart Geschlagener oder eine derart Geschlagene auch noch das Kainsmal sozialer Ächtung auf sich nehmen denn wer im Durchschnittsalter der arbeitenden Bevölkerung nicht morgens um halb sieben seine Wohnung verlässt, deutlich signalisierend, dass er einer geregelten Arbeit natürlich zum Wohle aller nachgeht, wer immer diese alle auch sein mögen, und wer dann womöglich auch noch Rücksichtnahme auf die besonderen Bedürfnisse seines Gebrechens einfordert, um überhaupt noch eine Chance auf Leben zu haben, der bekommt umgehend die schmerzhaften Folgen eines Stigmas in Form nachbarschaftlicher ,,Fürsorge", womöglich sogar mit dem Verweis auf die Wand laut und deutlich zu hören, an welche schon vor siebzig Jahre arbeitsscheues Gesindel hingestellt worden sei, also die altbekannte Art volkstümlichem Problemlösungsverhaltens der alten Ära, welches derzeit wieder schwunghaften Zulauf erlebt, seit professionelle Stimmungsmacher aus den Führungsriegen in an Volksverhetzung grenzender Weise einfache Gemüter zu polarisieren bestrebt zu sein scheinen. Da werden Junge gegen Alte, Arbeiter gegen Rentner, Beamte gegen Angestellte und Arbeiter und umgekehrt, Malocher gegen Arbeitslose, Fleißige gegen vorgeblich Faule, Arbeitswillige gegen Drückeberger, Patrioten gegen Pazifisten, Schaffer gegen Sozialschmarotzer und eben Gesunde, also Leistungsfähige gegen Kranke und Behinderte aufgebracht und in historisch verhängnisvoller Weise auseinander dividiert, je nach Zielrichtung der jeweils eigenen ideologischen Ausrichtung. Aber gerade den oben bezeichneten gesundheitlich Benachteiligten bleibt in der Regel ohnehin nicht mehr die Zeit, sich solch widerlichen Widrigkeiten des Lebens zu stellen, die Last der Konflikte zu tragen, körperlich oder seelisch die Power für den in unserem Land so weit verbreiteten Sozialstress ohne Ende in sich zu mobilisieren.

 

 

 

Natürlich muss ich mich hier an dieser Stelle mal wieder fragen lassen, was der hier umrissene Themenbereich denn mit dem weiten Feld der Fördermittel unter subventionsberater.de zu tun hat? Naiv werde ich konstatieren müssen, dass kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen diesen beiden Teilbereichen bestehe - doch in der Mittelbarkeit liegt wie immer der Hase begraben.

Fördermittelquellenvermittler und -verwalter, ebenso wie Geldquellensucher und -anzapfer, beeinflussen mit ihren Zielvorstellungen grundlegend unser aller Wohlergehen, einschließlich unserer schicksalhaft erscheinenden gesundheitlichen Fährnisse. Natürlich denken beide Interessensgruppen wie immer logischerweise zuerst an ihr eigenes Wohlergehen und Fortkommen, doch sie beabsichtigen dazu die öffentlichen Gelder unserer nationalen und internationalen Gemeinschaften zu benutzen um damit zumindes vorgeblich Einrichtungen der Produktion von Dienstleistungen und/oder Gütern zu schaffen, welche fundamentalen Einfluss auf die Gestaltung unserer gesellschaftlichen Lebens- und Arbeitswelt haben werden, so jedenfalls sehen es auf jeden Fall offiziell die Bedingungen der die Subventionen gebenden nationalen und europäischen Institutionen vor. Darüber hinaus ist es inzwischen ja wohl auch kaum mehr ein Geheimnis, dass eindeutige Zusammenhänge zwischen Gesellschaft, Arbeit, Umwelt und Gesundheit bestehen, und dass auch an der Art, wie wir unseren unheilbar Kranken und Schwerbehinderten begegnen, und wie wir sie in jeder Hinsicht behandeln, unsere Humanität ihren Ausdruck findet, als auch in unserer Bereitschaft zur Prävention gesellschafts- und umweltbeeinflussungs- -bedingter Krankheiten. Wäre allen Existenzgründern, ebenso wie unseren etablierten Unternehmern, aber vor allem auch unseren exklusiv kostspielig gecharterten Wirtschaftsführern, angeblich ohne raubtierkapitalistische Ambitionen, die eigene soziale und grundgesetzlich verankerte Verantwortung für ihre Mitmenschen (und nicht nur für ihre Erbfolger) wenigstens andeutungsweise bewusst, denen sie doch ihren eigenen Wohlstand und ihre persönlichen Privilegien verdanken, indem sie deren Lebenswelt materiell und ideell faktisch bestimmen, könnten wir zwar nicht alle Schicksalsschläge in Form von Krankheiten und sozialem Chaos aus der Welt schaffen, aber sicherlich reduzieren, in jedem Fall in der Grausamkeit der materiellen und seelischen Auswirkung im Geiste einer gelebten Humanität mildern, bei gleichzeitiger Chance zu charakterlicher Größe, so dass die Formulierung ,,Im Geiste christlicher Nächstenliebe" nicht mehr weiter zur puren Floskel verkommt und die so genannten christlichen Werte wieder berechtigt als Leitwerte unserer abendländischen Zivilisation gelten dürfen, ohne sich mit diesen dem Verdacht eines Propagandisten auszusetzen.

 

 

Doch lesen Sie selbst und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Falls Sie mich diese auch wissen lassen wollen und können, schreiben Sie mir unter  info@subventionsberater.de  .

 text peter bechen

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