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Leben mit Krankheit ...

Unzählige Menschen in unserem Land werden von Krankheiten heimgesucht, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tode führen. Mit ihrer Angst vor dem unwiderrufbaren Ende und den Schmerzen auf dem Weg dahin, sind gerade solche Schwerstkranken, angesichts wirtschaftlich bedingt zerstörter Familienstrukturen bei gleichzeitig im Psychologischen inkompetenten Fünfminuten- Schnelldurchschleus- internistischen Haus- und Fachärzten, 100 Euro- pro- Stunde- Seelenklempnern und noch teureren Neurologen und Psychiater, in Erwartung lärmerfüllter Mehrbettzimmer- Krankenhäusern ohne Geringstmaß an Privatsphäre und tw. auch Menschenwürde, mit psychisch wie physisch stets überlasteten, auch weil unterbesetztem medizinischen Personal, bei gleichzeitig kariere- bis villa- und sonst wie süchtigen hierarchieerfahrenen, Pharma gesponserten Quick- Wochenendfortbildungs- Schnelldurchlauf- Ärzten, bei exorbitanten Wolkenkratzer- Preisen, die unser Pflicht- wie auch Privat- Krankenversicherungssystem in wenigen Jahren kollabieren lassen werden, in ihrer seelischen und körperlichen Not auf sich allein gestellt bis verlassen, sogar gerade auch als Privatpatient, der gemeinhin, auch wenn unheilbar, dennoch als Melkkuh für marode Krankenhaus- und überzogene Arztpraxisfinanzen betrachtet werden.

"Ich hatte nie des Geldes wegen eine Praxis; es wäre mir unmöglich gewesen. Aber die eigentlichen Besuche bei den Patienten, zu allen Zeiten und unter allen Bedingungen, das Zurechtkommen mit den intimsten Umständen ihres Lebens, wenn sie auf die Welt kommen, wenn sie sterben, zu sehen, wie sie sterben, zu sehen, wie sie wieder gesund werden, nachdem sie krank waren, das alles hat mich immer fasziniert."

aus: Die Erben des Medicus von Noah Gordon
ISBN3-426-60700-x

Wahrlich, unser so genanntes Gesundheitswesen hat längst jenes Entwicklungslandniveau unterschritten, welches die Wirtschaftsspitzen der Siebziger anbetracht der ihnen lästigen Mitbestimmung für Deutschland einst anvisiert haben.

"Der vertrauliche, beruhigende, herzliche Kontakt mit dem Arzt, der Trost und die Anteilnahme, die langen, entspannten Gespräche ... verschwinden allmählich aus der medizinischen Praxis, und dies mag sich einmal als äußerst großer Verlust erweisen... Wenn ich heute Medizinstudent oder eben beginnender Assistenzarzt in einem Krankenhaus wäre, würde ich mir um diesen Aspekt meiner Zukunft mehr Sorgen machen als um alles andere. Ich würde befürchten, dass mir meine eigentliche Arbeit, die Behandlung kranker Menschen, bald weggenommen würde und ich eine ganz andere Aufgabe erhalten würde, nämlich die Überwachung von Maschinen. Ich würde Mittel und Wege suchen, um dies zu verhindern."

aus: Die Erben des Medicus von Noah Gordon
ISBN3-426-60700-x

siehe hierzu auch 'Leben und Sterben - Organtransplantation auf Hirntotbasis'

 

 

 Apfelbaumwiese im Gäu von Wittendorf
 

 

... trotz Krankheit leben

Doch während unsere Todkranken mit ihrer Angst vor dem ihnen nahenden Sterben ringen, von der vorherrschenden Schulmedizin oftmals in nahezu Menschenrechtswürde verletzender Art allein gelassen, kämpfen Millionen von Menschen allein in unserem Land täglich neu ihren Kampf ums persönliche körperliche und vor allem seelische Überleben als Schwerstbehinderte, von meist mehr und selten weniger großem Leiden gepeinigt. Ihre Gebrechen müssen nicht unbedingt zum Tode führen, doch sie erlegen den Betroffenen zum Teil nahezu unerträgliche Qualen auf, u. U. Tag für Tag, Stunde um Stunde - und nicht nur ihnen alleine, auch deren Angehörige tragen das Leiden mit, wenn diese Menschen sind, die sich ihrer Verantwortung in Nächstenliebe stellen. Wer immer das Urteil "Austherapiert" gehört hat, weiß, wie sich der Alltag solcher Menschen gestaltet. Wie viele es von diesen Mitmenschen gibt, die ihr tägliches bisschen Glück stets auf neue erringen müssen, steht in einem Buch der
 

edition KÖRBER-STIFTUNG
(www.edition-koerber-stiftung.de)

mit dem Titel

Eisbein in Alanya
von
Ömer Erzeren
(ISBN 3-89684-058-4)

auf der Seite 67 f.:

" ... 2001 lebten rund 6,7 Mio. schwerbehinderte Menschen in Deutschland [...]
Dies entspricht 8,1 % der Gesamtbevölkerung [...] Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter lag 2001 bei 3,8% ( = 768.388 Stellen) [...]
Menschen mit Behinderungen sind kaum in Führungspositionen anzutreffen [...]
Neue Gleichstellungsnormen für Menschen mit Behinderung markieren seit den neunziger Jahren weltweit einen Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik [...]
In Deutschland wurde das Schwerbehindertengesetz [...] zum 1.7.2001 [...] in das Sozialgesetzbuch IX "Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen" überführt [...]
Die neue Gesetzgebung zielt auf eine umfassende Rehabilitierung und Eingliederung behinderter Menschen in die Gesellschaft; seitdem beträgt z. B. die Pflichtquote zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen 5% [...]
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen im Ministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung setzt sich auf institutioneller Ebene für die Gleichstellung, Teilhabe und Selbstbestimmung Behinderter ein [...]
Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen und Behindertenverbände; wichtiger Dachverband: Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland e.V., gegründet 1990 [...]
Der Deutsche Behindertenrat ist ein 1999 ins Leben gerufenes Aktionsbündnis, in dem sich alle wichtigen Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen zusammengeschlossen haben [...]
Im öffentlichen Bewusstsein zeigt sich seit einigen Jahren eine steigende, wenn auch nicht ausreichende praktische, integrative Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderungen [...] Forderung verschiedener Verbände nach "barrierefreiem" Bauprinzip [...]
Die wirtschaftliche Lage der Behinderten wird durch Vergünstigungen bei der Einkommensteuer, ermäßigte Eintrittspreise bei öffentlichen Einrichtungen und Transportmitteln verbessert
".

Hoffen wir, dass es bei dieser Reintegration Schwerstbehinderter ins gesellschaftliche Allheilmittel 'Arbeit' nicht nur darum geht, 'Kostgänger' zu reduzieren, sondern um die Chance, den ohnehin schon genug Leidenden Lebenssinn durch Selbstverwirklichung zu vermitteln. Vergessen wir auch nicht, dass unser Leben nicht nur durch Arbeit seinen Sinn findet, ganz besonders dann nicht, wenn ein Mensch jeden Tag gegen die Sinnlosigkeit seines Leidens zu kämpfen hat.

... Behindert sein in Deutschland

 

Glück                   

Willst Du glücklich sein im Leben
trage bei zu anderer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück !!!

unbekannter Autor

  

 

 

 
...
Alt sein in Deutschland
 

"Kommt her [... u]nd vergesst wenigstens für einen Augenblick, dass Falten, Glatzen, graue Haare, welke Haut, müde Augen, schwerfällige Bewegungen, gebückte Haltung, gemächliche Schritte in Eurer Welt als minderwertig, abstoßend und beschämend gelten.

Alter ist gar nicht ansteckend, müsst Ihr wissen. Alter ist gar keine Krankheit. Alter ist Gesundheit. Etwas zum Vorzeigen, nicht zum Verbergen. Alter ist Leben im Angesicht der baldigen Katastrophe: Es ist die letzte Lebenslust, der größte Mut. Alles, was wir von Euch verlangen, ist also, dass Ihr uns endlich einmal anseht.
Ohne Vorurteile.
Ohne Hast."

aus: Esther Vilar,
'Alt heißt schön',
ISBN 3-404-60401-6

 
In einer Gesellschaft, in welcher der Wert eines Menschen aus seiner wirtschaftlichen Verwertbarkeit als Arbeitskraft und gesteuerter Konsument resultiert, ist auch ein alter Mensch bereits ein Behinderter, denn älter werden bedeutet ab dem Zenit des Lebens ein stetiges Abnehmen der noch vorhandenen körperlichen Möglichkeiten.
 

"In einer Gesellschaft, die Geld, Erfolg, Macht und vor allem Jugendlichkeit zu ihren Götzen erkoren hat, haben alte Menschen keinen Platz mehr. Man steckt sie in Altersheime, entreißt sie ihrer Heimat, beraubt sie ihrer Eigenständigkeit - kurz: Man empfindet sie als lästiges Übel. Alter stellt für uns keinen Wert mehr dar: Der dritte Lebensabschnitt ist eine Zeit, die zunehmend negativ definiert wird; nicht mehr berufstätig zu sein, keine Aufgabe mehr zu haben, keine Lebensfreude zu empfinden, eben nicht mehr jung zu sein.
[...] ermutigt alte Menschen, endlich wieder selbstbewusst zu ihren eigenen Qualitäten zu stehen: Lebenserfahrung, Kompetenz und Würde sollen wieder etabliert werden, nicht zuletzt, um der Altersparanoia der heutigen Jungen zu begegnen."

aus: 'Alt heißt schön'
 

Für gewöhnlich schätzen wir immer diejenigen für alt ein, die älter sind, als man selbst alt ist. So erfährt ein Leser z.B. von der deutsch- argentinischen Autorin Vilar letztlich höchst verwundert, dass wir bereits mit Fünfzig alt seien und dies, wie im alten China nicht als Kränkung zu verstehen hätten, denn dort wäre diese Altersstufe als Eintritt in die letzte Lebensphase höchlichst gefeiert worden wie die Verleihung eines Titels. Sie beschreibt als Kennzeichen des Altwerdens mit Fünfzig:

"Die konstantesten Alterserscheinungen sind die Veränderungen der Haarbeschaffenheit und der Sehkraft. Diese beiden Veränderungen sind im Alter von fünfzig Jahren bei den meisten Menschen eingetreten. [Man ... ] hat man in der Regel zumindest leicht ergrautes Haar oder eine beginnende Glatze und braucht meist auch eine Lesebrille [...]. Frauen und [...] Männer sind mit fünfzig in der Menopause auf Grund der hormonellen Veränderung verliert das eine Geschlecht seine Gebärfähigkeit während sich beim andern immer deutlicher das Abnehmen der sexuellen Potenz abzeichnet. Alle anderen Alterserscheinungen [...] sind [.] schwer messbar, nicht regelmäßig [.] oder durch [..] Lebensweise[.] zu beeinflussen."

aus: 'Alt heißt schön'
 

Die Geschwindigkeit des Altwerdens ist also durchaus noch beeinflussbar. Darüber hinaus besteht zudem auch die Möglichkeit, die Ausrichtung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu modifizieren oder abzuändern, dass auch Ältere ihren Lebenssinn darin zu finden vermögen, noch immer für die Gesellschaft aktiv zu sein. Ein Beispiel hierfür ist scheint die nachfolgende Stiftungsofferte aus Hamburg:

"Begegnungszentrum Haus im Park

Die Körber-Stiftung bietet Menschen ab 50 Möglichkeiten zur aktiven Lebensgestaltung. Vor dem Hintergrund des ständig wachsenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung kommt dem eigenverantwortlichen Handeln und der sozialen Integration dieser Altersgruppe eine immer größere Bedeutung zu. In Kombination mit körperlicher und geistiger Aktivität sind wichtige Voraussetzungen für ein erfülltes und gesundes Leben im Alter gegeben. Das BegegnungsCentrum Haus im Park der Körber-Stiftung offeriert täglich ca. 400 Besuchern vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote. Mit einem Cafe-Restaurant, einem ambulanten Haus- und Pflegedienst und einer Physikalischen Therapie werden Möglichkeiten zur Nutzung eigener Ressourcen, zur selbstverantwortlichen Lebensgestaltung und zur Entwicklung und Vertiefung von Bekanntschaften geboten. Im Zusammenwirken mit den festangestellten Mitarbeitern gestalten freiwillig Engagierte zahlreiche Projekte und Arbeitsbereiche. Das mehrgleisige Konzept integriert seit seiner Gründung 1977 Angebote aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales.
"

www.HausimPark.de"

Gefunden bei "Kurzporträts"
www.stiftung.koerber.de

   
 

 Schwarzwald bei Wittendorf

 

 

 

 Siehe hierzu auch: Makellosigkeit, Schönheitssucht, die Folgen

 

    

 Ausblick vom Schliffkopf / Schwarzwaldhochstrasse
 

 

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 peter bechen