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ISG Studiengesellschaft

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V.

29. September - 01. Oktober 2017

75. Jahrestagung
 
Bernau bei Berlin

 

Freundschaft von Aristoteles bis Facebook, Leitthema zur 75. Jahrestagung der ISG

 

 


Veranstalter,
Kontakt und weitere Informationen:


Interdisziplinäre
Studiengesellschaft e.V. (ISG)

Sitz der ISG:
c/o GF Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35
81245 München
Tel.: 089 - 89712689

Leitung der Tagung
Dr. Dieter Korczak
1. Vorsitzender ISG e.V.
Tel.: 03338-459545,
dieter.korczak@gp-f.com
 

www.studiengesellschaft.de

 

 

 

Der Mensch ist ein gemeinschaftsorientiertes Wesen
(„zoon politikon“).

Er braucht die emotionale Nähe zu anderen Menschen. Freundschaft als zentrales menschliches Bedürfnis schafft diese Nähe. So benennt der griechische Philosoph Aristoteles Freundschaften als wichtigen Bestandteil eines glücklichen und moralischen Lebens. Auf ihn geht die Unterscheidung in Lust-, Nutzen- und Tugendfreundschaft zurück.

Freundschaften werden besungen, „ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ (Comedian Harmonists, 1930) und in der Literatur gepriesen.

Freundschaften und Freundschaftsnetzwerke vermitteln Schutz und sind soziales Kapital (Bordieu). Sie sind der Anker in einer immer differenzierter werdenden Welt (Tenbruck).

Freundschaft kann im Sandkasten beginnen und ein Leben lang halten. Sie wird freiwillig eingegangen, kann aber auch jederzeit aufgekündigt werden. Ihr Geheimnis besteht darin, dass unter Freunden respektvolle Distanz in der Nähe gewahrt wird. Der Freund ist derjenige, der seine Welt zu verschenken hat und mit dem zusammen man sich eine eigene Welt erschaffen kann.

Freundschaft kann jedoch auch ausgrenzen: „In der blitzhaften Übereinstimmung, in der fast reflexhaften Gemeinsamkeit von Sympathien und vor allem der gemeinsamen Aversionen gegen etwas oder jemanden feiert die Freundschaft ihre größten Triumphe“ (Bovenschen 2000).

Freundschaften sind grundsätzlich sehr persönlich und enthalten implizite Regeln: keine Macht voreinander demonstrieren, keine Verträge untereinander schließen, dem Freund gegenüber freizügig sein, ohne eine Gegengabe zu erwarten.

Sozialstrukturelle Differenzierungen können bis in die Wahl der Freunde hineineinwirken. „Die Lebenssituation als materielle Grundlage…steckt den Spielraum des (Freundschafts-) Handelns ab.“ (Alleweldt 2017)
Wenn von Freunden gesprochen wird, kann auch ein inflationärer Gebrauch des Begriffs beobachtet werden.

Soziologische Analysen zeigen, dass Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens drei beste Freunde haben. Auf Facebook sind dagegen mehr als 500 „Freunde“ keine Seltenheit.

Die Freundschaft zwischen Staaten ist ebenfalls eine zweifelhafte Angelegenheit. So unterschiedliche Politiker wie Machiavelli, Fürst Metternich und George Washington haben davor gewarnt, in der Außenpolitik Gefühle walten zu lassen und auf die Freundschaft von anderen Staaten zu zählen.

Insgesamt ist im öffentlichen und privaten Leben eine Renaissance der Verwendung der Begriffe „Freund/ Freundschaft“ zu beobachten. Deutet dies bereits auf eine stärkere gesellschaftliche Vernetzung und Solidarität in und zwischen Altersgruppen und sogar Staaten hin? Wie leicht oder schwer werden Freundschaften geschlossen? Ist Freundschaft die Antwort auf viele Fragen der heutigen Welt?

Soziologen, Philosophen, Natur- und Kulturwissenschaftler versuchen auf der Tagung der ISG in der Diskussion mit den Gästen auf diese Fragen Antworten zu geben.

Dr. Dieter Korczak
Vorsitzender ISG e.V.

 

Freitag, 29. September  2017

Im Anschluss an jeden Vortrag findet eine Diskussionsrunde statt.

14:00 Uhr | Tagungseröffnung

14:30 Uhr | „Jede Freundschaft beruht auf  Gemeinschaft“ (Aristoteles) – Antike
Freundschaftsvorstellungen und ihre Bedeutung
Hans-Ulrich Baumgarten, Universität Düsseldorf

15:45 Uhr | Kaffeepause

16:00 Uhr | Wert der Freundschaft in einer komplexen, globalisierten Welt
Dieter Korczak, Bernau bei Berlin

17:30 Uhr | Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)

Samstag, 30. September  2017

9:30 Uhr | Ein naturwissenschaftlicher Blick auf Freundschaft: Kooperation in der Biologie
Tabea Krieger, Deutsches Krebszentrum, Heidelberg

10:45 Uhr | Kaffeepause

11:00 Uhr | Die Kunst, sich Freunde zu machen
Ghania Ibelaidene, Sinnklang, Berlin

12:15 Uhr | Mittagspause

14:15 Uhr | Geschäftsfreunde – Facebook-Freunde
Johannes Schneider, Student,
Universität Hohenheim

15:15 Uhr | Kaffeepause

15:30 Uhr | Brieffreundschaften
Klaus-Dieter Schult, Philatelisten-Verband Berlin-Brandenburg e. V.

16:45 Uhr | Der Mythos bzw. die Symbolik der Freundschaft in der Musik unter Einbeziehung musikalischer Freundschaftsbeweise von Bach, Mozart, Weber und aus der Popmusik
Prof. Dr. Thomas Krettenauer, Universität Paderborn

18:00 Uhr | Ende der Sitzung  (anschl. ab 19 Uhr Gesellschaftsabend)

Sonntag, 1. Oktober  2017

10:00 Uhr | Unterscheiden sich Männer- und Frauen-Freundschaften?
Erika Alleweldt, Humboldt-Universität, Berlin

11:30 Uhr | Gibt es Freundschaft zwischen Staaten?
Ein Plädoyer für die Freundschaft über Ländergrenzen und Ideologien hinweg anhand des Filmes „Die Troika“
Paul Werner Wagner, Berlin

13:00 Uhr | Ende der Tagung
 

 


Referentinnen und Referenten

Erika Alleweldt, promoviert in Sozialwissenschaften mit dem Thema „Die differenzierten Welten der Frauenfreundschaften“ (2011). Derzeit Postdoc Projekt am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin zum Thema: Sinnkonstruktionen moderner Lebensführung.

Hans-Ulrich Baumgarten, Apl. Professor für Philosophie an der Universität Düsseldorf, Studium der Germanistik, Kath. Theologie und Philosophie, Promotion und Habilitation in Freiburg/Br., wissenschaftlicher Referent für Schule und Weiterbildung sowie Kultur bei der CDU-Landtagsfraktion NRW.

Ghania Ibelaidene, Expertin für Veränderungsmanagement, Mediatorin und Coach für zwischenmenschliche Beziehungen, berät seit über 15 Jahren Unternehmen, Teams und Individuen zu Fragen der Veränderung, Kommunikation und Beziehungen in guten wie in schlechten Zeiten.

Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG, ist promovierter Soziologe und Diplom-Volkswirt. Seine Publikationen decken ein breites Spektrum ab: Armut, Geld, Gesundheit, Familie, Medien, Migration, Lebensqualität, Smart World, Überschuldung von Verbrauchern sind seine Themen. Er lebt in Bernau bei Berlin.

Prof. Dr. Thomas Krettenauer, studierte ab 1978 am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg Konzertgitarre, Kontrabass und Klavier, ist gegenwärtig Geschäftsführender Leiter des Lehrstuhl für Musik und ihre Didaktik, Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften/Fach Musik. Seit 2005 leitet er den neu geschaffenen Bachelor/Masterstudiengang „Populäre Musik und Medien“.

Tabea Krieger, studierte Biologie und Biophysik in Mainz und Heidelberg und promovierte mit einer interdisziplinären Arbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Ruprecht Karls Universität Heidelberg im Bereich Biophysik. Sie arbeitet mittlerweile im Bereich der klinischen Forschung.

Johannes Schneider, nach dem Abitur Ausbildung zum Bankkaufmann. Seit 2015 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Vorstandsvorsitzender des mit 600 Mitglieder größten akademischen Banken-und Börsenvereins Deutschlands, das „Kreditwirtschaftliche Colloquium Hohenheim e.V.“.

Klaus-Dieter Schult, bis 1993 als promovierter Literaturwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, danach in verschiedenen Berufen tätig, zuletzt als Gymnasiallehrer. Vorsitzender des Philatelisten-Verbandes Berlin-Brandenburg e. V.

Paul Werner Wagner, Literaturwissenschaftler, Kulturmanager und Schachfunktionär. Vorsitzender der Emanuel Lasker Gesellschaft und der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Autor und Herausgeber mehrerer Bücher.

 

Zielgruppe der Tagung

ISG-Mitglieder, Multiplikatoren aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kommunen, NGOs und Verbänden.
 

Anmeldung, Tagungsorganisation- & Büro

ISG c/o Dr. Siegfried Kreibe Jaspersallee 35
81245 München
Tel. 089 - 89712689

Email:
kreibe.ISG@t-online.de

Handy 0172 8445387

oder

info@studiengesellschaft.de

Tagungsbüro in Bernau
ab 28.9.2017 ab 16 Uhr

Tel.: 0172 / 844 5387

Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.


Ort und Zeit

Die 74. Jahrestagung der ISG e.V. findet vom Freitag, den 29.September 2017 ab 14 Uhr bis Sonntag, den 01.Oktober 2017 bis ca. 13 Uhr

in der
AWO-Tagungsstätte
An der Stadtmauer 12
16321 Bernau bei Berlin
statt.


Tagungsgebühren

  • 70,00 € für Mitglieder (ISG/vhw)
  • 140,00 € für Gäste
  • 20,00 € für Studenten und Schüler

Preise für Tageskarten und weitere detaillierte Preisoptionen entnehmen Sie bitte der Antwortkarte (PDF).


Gesellschaftsabend

Er findet am Samstag, den 30. September 2017 ab 19:30 Uhr in Bernau bei Berlin statt. Die Adresse lautet: Casa Vicina, Breitscheidstraße 51 in Bernau bei Berlin (http://www.casa-vicina.de/).
Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke. Das Restaurant liegt etwa 200m von der Tagungsstätte entfernt.


Bezahlung

Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Gesellschaftsabend auf das
Konto Nr. 136 600 500
BLZ 370 100 50
bei der Postbank Köln
IBAN DE52 3701 0050 0136 6005 00,
BIC PBNKDEFFXXX

Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2017 wird der Tagungsbeitrag erstattet..


Hotel

Wir haben im Comfort-Hotel, Zepernicker Chaussee 39, 16321 Bernau, einige Zimmer vorreserviert.

  • Das EZ mit Frühstück kostet 52,- €/Nacht.
  • Das DZ mit Frühstück kostet 70,- €/Nacht.

Sie müssen selbst ihre benötigten Zimmer bestellen.

Bitte melden Sie sich unbedingt gleichzeitig und per E-Mail unter kreibe.ISG@t-online.de für die Tagung an.
Die vereinbarten Hotelkonditionen gelten nur bis einschließlich 31. Juli 2017.

Bitte beachten Sie:
Die Reservierung ist verbindlich. Die Zimmer werden direkt vom Tagungsteilnehmer gebucht und bezahlt. Bei einer Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotelzimmers vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Evtl. entstehende Kosten gehen zu Lasten des Teilnehmers, die ISG haftet nicht.


Anfahrt

Bernau liegt etwa 20 km nordöstlich von Berlin.

Comfort-Hotel:
ab Berlin-Hauptbahnhof U 55 bis Brandenburger Tor, von dort S2 bis Bernau-Friedenstal, dann 10 Minuten Fußweg zum Hotel

Anfahrt: https://goo.gl/maps/EMZH4fnjgx12

AWO-Tagungsstätte: S2 bis Bernau Bahnhof (eine Station nach Bernau-Friedenstal), dann 3 Minuten zu Fuß. Die AWO-Tagungsstätte liegt 1,5 km vom Hotel entfernt.


Rahmenprogramm

Am Freitagvormittag ist ein Museumsbesuch geplant. Anmeldung erforderlich. Wir besichtigen die  Galerie der Stadt Bernau (www.galerie-bernau.de).

Für Freitagabend haben wir in einem Restaurant in Bernau Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht. Die Adresse lautet: Restaurant Schwarzer Adler – Berliner Straße 33 – 16321 Bernau bei Berlin.

In unmittelbarer Nähe der Tagungsstätte befinden sich das Kaffeehaus Madlen, das Cafe Glück, das Hussiten-Cafe (alle mit Mittagstisch), die Restaurants  Rissani (libanesisch), Ali Baba (türkisch), Zicken-Schulze (deutsch), Leiterwagen (deutsch).

 


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  • Programm
  • Referenten/innen
  • allgemeine Information zu Tagungsort, Kosten
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    DIE ISG

    Die Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG) ist als gemeinnütziger Verein 1947 gegründet worden. Sie ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die seit ihrer Gründung interdisziplinär das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft thematisiert und sich um Wissenstransfer bemüht. Dabei geht es zum einen um die Reflexion, Verbreitung und Anwendung geistes- und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, zum anderen um die Stärkung von Toleranz und Humanität, von Selbsterkenntnis, von Liebes-, Leistungs und Urteilsfähigkeit, sowie einem besseren Verständnis der Zusammenhänge und die Übernahme von Verantwortung gegenüber der Schöpfung.

     

    ZIELE DER ISG

    Nachhaltig erschüttert von den Schrecken des II. Weltkrieges wollten die Gründungsmitglieder ihre Kraft und ihr Wissen dafür einsetzen, dass sich ein Phänomen wie das „Dritte Reich“ in Deutschland nie wiederholen kann.

    Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Pastor Bodelschwingh und Pater Marquardt, der Philosoph Romano Guardini, die Psychologen Wilhelm Hische und Wolfgang Metzger, Prof. Schulte und der Psychiater Gustav E. Störring. Störring war von 1947 – 1961 der erste Vorsitzende der Gesellschaft. Ihm folgten der Gynäkologe Kurt Nordmeyer (1962-1965), der Gerichtsmediziner Wilhelm Hallermann (1966-1973) und der Nervenarzt Harald Petri (1974-1997).

    Seit 1997 ist der Soziologe Dieter Korczak als Vorsitzender im Amt.

    In den ersten 40 Jahren lag das Hauptanliegen der Studiengesellschaft in der Analyse, Reflexion, Vermittlung und Anwendung des Begriffs der „seelischen Gesundheit“ (amerik.: „mental health“). In diesem Zeitraum hat das Spektrum der Tagungen, Referate und Publikationen in weitem Bogen alle großen und drängenden Fragen des ausgehenden 20. Jahrhunderts umfasst. Die angewandte Psychologie diente dabei im Sinne der universitas literarum als interfakultative Brücke. Aufgrund der fortschreitenden Spezialisierung des Wissens, der steigenden Komplexität der Zusammenhänge und der zunehmenden Orientierungslosigkeit der Menschen fühlt sich die ISG mehr denn je in den vergangenen 11 Jahren dem übergreifenden Wissenstransfer verpflichtet. Sie dient daher dem Austausch zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen und als Transmissionsriemen zwischen der akademischen Welt und der praktischen Lebenswelt. Wissenschaft soll durch die Arbeit der ISG verständlich, anwendungsbezogen, lösungsorientiert und übergreifend werden und dabei den Menschen als Ganzes im Blick haben.

     

    DIE ARBEIT DER ISG

    Der Wissenstransfer wird durch die ISG im Rahmen ihrer Jahrestagungen und durch die „Schriftenreihe der Interdisziplinären Studiengesellschaft“  erscheint im Asanger Verlag) gefördert.

    Seit ihrer Gründung hat die ISG über 60 Tagungen veranstaltet und über 24 Bände der Schriftenreihe herausgegeben. Die ISG hat sich damit nicht nur als Diskussionsforum für kritisches und reflexives Denken etabliert, sondern auch wichtige Impulse für die öffentliche Meinungsbildung gesetzt.

     

     

     

     

    Rückblick auf 2016

     

     

    73. Jahrestagung
     
    Das politische Klima,
    Migration und Demokratie


    23. – 25. September 2016
    Oberursel


    Veranstalter,
    Kontakt und weitere Informationen:

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG)
    in Kooperation mit

    vhw - Bundesverband
    für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.

    Sitz der ISG:
    c/o GF PD Dr. Michael Schneider
    Berliner Straße 24
    80805 München
    Tel.: 089/ 28924358

    Leitung der Tagung
    Dr. Dieter Korczak
    1. Vorsitzender ISG e.V.
    Tel.: 03338-459545,
    dieter.korczak@gp-f.com
     

    www.studiengesellschaft.de

     

     

     
    Deutschland ist ein Einwanderungsland ohne Einwanderungsgesetz.

    Rund 1 Million Geflüchtete und/oder Asylsuchende sollen 2015 in Deutschland angekommen sein. Geflüchtete werden von Teilen der Bevölkerung freundlich begrüßt (Refugees welcome), bei anderen Teilen der Bevölkerung lösen sie dumpfe Ängste aus (Pegida).

    Die durch das Schengener EU-Abkommen gefallenen Grenzzäune werden von einigen Mitgliedstaaten der EU wieder errichtet (Ungarn, Österreich, Dänemark). Eine Begrenzung der Humanität und Nächstenliebe findet nicht nur durch Grenzzäune auf Territorien statt, sondern auch in vielen Köpfen.

    Die vor Verfolgung, Hunger, Armut und Krieg geflüchteten Menschen stellen ähnlich große Herausforderungen an unsere Zivilgesellschaft und das politische System wie die früheren Migrationen nach Deutschland (Flüchtlinge des 2. Weltkriegs, Displaced Persons, „Gastarbeiter“, Spätaussiedler).

    Von den Geflüchteten werden viele bleiben.
    Sie brauchen Wohnungen und Arbeitsplätze, Bildung und Sprachunterricht. Viele von ihnen, die durch die Umstände der Flucht traumatisiert wurden, benötigen außerdem Therapien.

    Über die Art und Weise, wie nicht nur die Integration, sondern darüber hinaus eine sinnvolle kulturelle Einbindung der Flüchtlinge erfolgen kann oder soll, wird kaum gesprochen.

    Stattdessen sind fremdenfeindliche Parolen zu hören:
    Geflüchtete werden beschimpft und bedroht, sogar Brandsätze werden auf Flüchtlingsheime geworfen.

    Die Idee einer multikulturellen bzw. transkulturellen Gesellschaft im Rahmen einer funktionierenden parlamentarischen Demokratie scheint gefährdet. Die Haltung einer offenen Gesellschaft droht verloren zu gehen. Auch die Idee eines grenzenlosen vereinigten Europas scheint gegenwärtig vor ihrem Scheitern zu stehen (Brexit).

    Die Tagung der ISG und des vhw versucht, jenseits der Mainstream- und Talkshow-Diskussionen wissenschaftlich fundierte sowie empirisch erprobte Antworten für die Zukunft einer offenen Gesellschaft zu geben.

    Dr. Dieter Korczak
    Vorsitzender ISG e.V.
    Prof. Dr. Jürgen Aring
    Vorstand vhw e.V.

     

    Freitag, 23. September 2016

    14:00 Uhr
    Tagungseröffnung
    Dr. Dieter Korczak/ISG
    und Grußwort der Stadt Oberursel

    14:30 Uhr
    Raum im Kontext von Flucht und Mehrsprachigkeit
    Dr. Astrid Weißenburg, Karlsruhe

    15:45 Uhr Kaffeepause

    16:00 Uhr
    Xenophobie -
    Die Angst vor der „Nicht-Mutter“
    und ihre Varianten

    Prof. Helmwart Hierdeis, Herrsching

    17:30 Uhr Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)
     

    Samstag, 24. September 2016

    9:30 Uhr
    Kann ein Weinberg die Welt verändern?
    Marius Stark, Neuss

    11:00 Uhr Kaffeepause

    11:30 Uhr
    Vom Lebenstrauma zum Lebenstraum?
    Niederfrequente psychotherapeutische
    Intervention bei minderjährigen Flüchtlingen
    Dr. med. Ruth Pfister, Gießen

    13:00 Uhr Mittagspause

    14:00 Uhr
    Integration – Potenziale im Quartier!
    Olaf Schnur (vhw), Berlin

    15:15 Uhr
    Kulturelle Vielfalt:
    Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung
    Henning Dettleff (vhw), Berlin

    16:15 Uhr Kaffeepause

    16:45 Uhr
    Kulturwandel und Moderne
    Malte Daniljuk, Berlin

    18:00 Uhr Ende der Sitzung
    (anschl. Gesellschaftsabend)
     

    Sonntag, 25. September 2016

    10:00 Uhr
    Möglichkeiten
    und Grenzen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

    Dr. Hansgeorg Rehbein, Krefeld

    11:30 Uhr
    Bedürfnisse und effektive Formate
    der Politischen Bildung

    Offene interaktive Diskussion mit dem Auditorium:
    Wie kann gesellschaftspolitische Bildung im Trubel des Alltages zwischen Job, Supermarktkasse, Kita und Erschöpfung funktionieren? Werden vor allem die bereits Überzeugten überzeugt? Sind die Angebote der politischen Bildung richtig konzipiert? Was muss getan werden, um die Menschen zu erreichen?

    13:00 Uhr Ende der Tagung
     

     


    Die Referentinnen und Referenten

    Malte Daniljuk,
    Redakteur für internationale Politik, Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der FU Berlin und der deutschen Sprache und Linguistik an der TU Berlin. Im Studium lernte er den Wert der britischen Cultural Studies für Politik und Gesellschaft zu schätzen. Schwerpunkte seiner Veröffentlichungen sind die Themen Medienpolitik, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschaftspolitik und soziale Entwicklung.

    Henning Dettleff,
    Dipl.-Kfm., Ekon. Mag. M. A., Bereichsleiter Fortbildung vhw e. V., Referent für Bildungs- und Hochschulpolitik bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (2008-2013) und Mitglied der Geschäftsführung einer Agentur für Qualitätsentwicklung im Hochschulbereich (2013-2015)

    Helmwart Hierdeis,
    Prof. i.R., Dr. phil., Psychoanalytiker, Erziehungswissenschaftler an den Universitäten Bamberg, Erlangen-Nürnberg, Innsbruck und Bozen-Brixen, Arbeitsschwerpunkte: Pädagogische Anthropologie, Bildungstheorie, Psychoanalyse, Psychoanalytische Pädagogik, zahlreiche Veröffentlichungen, Beirat der ISG

    Dieter Korczak,
    Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Finanzwissenschaften an der Universität Köln, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt, Mitarbeiter an Armuts- und Sozialberichten des Bundes und der Länder, Verfasser verschiedener Artikel zum Thema Migration, Kuratoriumsmitglied des vhw, Vorsitzender der ISG und Herausgeber der Interdisziplinären Schriftenreihe

    Ruth Caroline Pfister,
    Dr. med., Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Forschungsgebiete: Angststörungen, Traumatherapie, Psychotherapieverfahren; Ärztliche Leitung iSyMind Institut; Fortbildungen für Therapeuten und Pädagogen zum Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen

    Hansgeorg Rehbein,
    Studium der Biologie, Chemie, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Münster und Bochum, Dr. rer. nat., Wiss Assistent im FB Neurobiologie der Universität Bochum, Leiter der Volkshochschule Krefeld, Flüchtlingskoordinator der Stadt Krefeld

    Olaf Schnur,
    Dr. rer. nat., habil., Seniorwissenschaftler und Projektleiter vhw e. V., Vertretungsprofessur für Stadt- und Quartiersforschung Universität Tübingen (2011-2014), Arbeitsschwerpunkte: Quartiersforschung, soziale Stadt, demografischer Wandel

    Marius Stark,
    Studium der Sozialarbeit, Mitglied der Nahost Kommission von pax christi, Vertreter im Deutschen Kooperationskreis Palästina Israel, langjähriger Leiter der Arbeitsstelle Sozialberatung für Schuldner der verbandlichen Caritas, www.marius-blog.de

    Astrid Weißenburg,
    Dr., Pädagogische Hochschule Karlsruhe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft – Geographie; Arbeitsschwerpunkte: Neue Kulturgeographie, Raumtheorie, Migration und Mehrsprachigkeit, Bedeutung von Mehrsprachigkeit im Fachunterricht an Grundschulen; Ansprechpartnerin zur Flüchtlingsarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe; Mitarbeiterin Bürgerservice der Verbandsgemeinde Jockgrim (RLP)

     

    Zielgruppe der Tagung

    ISG-Mitglieder, vhw-Mitglieder, Multiplikatoren aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kommunen, NGOs und Verbänden

     

    Rahmenprogramm

    Am Freitag, den 23. September 2016 ist ein Museumsbesuch oder eine Stadtführung geplant, Anmeldung erforderlich, der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.
    Für Freitagabend haben wir in einem Restaurant in Oberursel Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht, Adresse wird noch bekannt gegeben.

     

    Abstracts

    Dr. Astrid Weißenburg, Karlsruhe

    Gesellschaftliche Prozesse werden häufig räumlich erfasst: Woher kommen und wohin gehen Flüchtlinge? Wie werden Flüchtlinge räumlich in Städten und Gemeinden integriert? Die Verzahnung von (human)geographischen Raumtheorien und der (migrationsbedingten) Mehrsprachigkeit ermöglicht neue Blickwinkel in der Diskussion um Flucht und Mehrsprachigkeit in der räumlichen (Alltags-) Praxis. Wohnräume, Kommunikationsräume und Bildungsräume werden multilingual im Alltag verhandelt. Hierbei kann Heterogenität und Mehrsprachigkeit  als Ressource inkludiert werden. Der Vortrag skizziert theoretische Konzepte und bietet erste praktische Anwendungsbeispiele zur weiteren Diskussion.

    Prof. Helmwart Hierdeis, Herrsching

    Drei zusammenhängende Ursachen für xenophobische Einstellungen lassen sich ausmachen: die misslungene Ablösung von der Mutter (primäre Xenophobie: Angst vor der „Nicht.Mutter“), die rigide Sozialisation in einer geschlossenen Subkultur (sekundäre Xenophobie: Angst vor fremden Kulturen und ihren Vertretern) und Opfererfahrungen der eigenen Person oder anderer Personen (tertiäre Xenophobie: Angst vor typisierten Tätern). Xenophobie führt zu Wahrnehmungsverengungen, Denken in Gut-Böse-Stereotypen und zum Bedürfnis, die eigenen Bedrohungsgefühle mit anderen zu teilen. Wer xenophobisch fühlt und denkt, weiß sich immer auf der richtigen Seite

    Marius Stark, Neuss

    Kann ein Weinberg die Welt verändern? (…)

    Der Kauf eines Weinbergs in Palästina als Friedensarbeit und Versuch der Völkerverständigung

    Seit dem Frühjahr 2012 macht sich Marius Stark durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte er die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Dadurch ist er motiviert worden, sich auch in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Er wird über seine Aufenthalte und Erlebnisse berichten.

    Dr.med. Ruth Pfister, Gießen

    Ruth Pfister hat die intensivierte Krisenintervention (iKri) für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge entwickelt. Durch die Kenntnis der besonderen Lebensumstände der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF), ihrer psychischen Grundproblematiken und ihrer aktuellen inneren Beweggründe ist iKri, besonders auf die Bedürfnisse der umF zugeschnitten ist. Die niederfrequent eingesetzte Krisenintervention bezieht vorhandene Coping-fähigkeiten und die hohe Motivation der Patienten mit ein, um durch „Hilfe zur Selbsthilfe“ jede Behandlungseinheit mit einem, die Selbstwirksamkeit der Betroffenen steigernden Handlungsplan, abzuschließen.

    Olaf Schnur (vhw), Berlin

    Die Quartiersebene nimmt bei den Debatten um gelingende Integration inzwischen eine herausragende Stellung ein: Einerseits werden manchen stark segregierten Stadtvierteln parallelgesellschaftliche Strukturen zugeschrieben und der dort wohnenden Bevölkerung Abschottungstendenzen unterstellt, andererseits ist es zur gängigen Programmformel geworden, dass „Integration vor Ort“ beginne, also im sozialen Nahraum, in der Nachbarschaft, im Quartier. Der Vortrag skizziert die Widersprüche, die zwischen Konzepten, Stadtentwicklungsprogrammen und der Alltagspraxis auftreten und mündet in Thesen für eine Weiterentwicklung quartiersbezogener Integrationspolitik.

    Henning Dettleff (vhw), Berlin

    „Eine Verwaltung ist Dienstleister für die Bürger“ – aber was bedeutet das in einer Gesellschaft mit zunehmender kultureller Vielfalt? Geeignete Strukturen und Prozesse sowie eine diskriminierungsfreie Organisationskultur sind zur Verwirklichung dieses Leitbildes genauso essenziell wie einschlägiges Wissen und Kompetenzen des Verwaltungspersonals, um mit Menschen verschiedener Herkunft erfolgreich zu kommunizieren.

    Malte Daniljuk, Berlin

    Abwehrhaltungen gegen das vermeintlich Fremde treten oft in Zusammenhang mit einer essentialistischen Vorstellung von Kultur auf: Die eigenen kulturellen Praxen werden als eine naturgegebene und statische Identität verstanden, welche sich zudem weitgehend innerhalb von nationalstaatlichen Grenzen definiert. Aus einer empirischen Perspektive erweist sich dieses Verständnis jedoch als ein Mythos. Die von Menschen verwendeten Zeichensysteme unterliegen einem permanenten Wandel, der wesentlich durch Kontakt angetrieben wird. Mit der Moderne – der Zunahme von Mobilität und der höheren Reichweite von Medien – hat sich dieser Kulturwandel entsprechend beschleunigt. Voraussetzung für Modernisierung sind jedoch auch Entlehnungen aus anderen Wissens- und Kulturbeständen.

    Dr. Hansgeorg Rehbein, Krefeld

    Integration der Flüchtlinge ist ohne die Zivilgesellschaft, ohne die große Zahl ehrenamtlicher Helfer nicht denkbar. Was aber kann die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit leisten, wo kommt sie an ihre Grenzen? Dieser Praxisbericht gibt einen Einblick in strukturelle und organisatorische Voraussetzungen, bürokratische Hemmnisse und erste Erfolge einer bürgerschaftlich organisierten Willkommenskultur und Integrationsarbeit.

     

     

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    Rückblick auf 2015

     

    72te Jahrestagung der ISG: Meinungsfreie Meinungsfreiheit - Medien, die vierte Macht im Staat?

    Veranstalter

    Kontakt und weitere Informationen:

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V.
    c/o PD Dr. phil. Michael Schneider
    Berliner Straße 24
    80805 München

    Tel.: 089 - 28924358

     

    www.studiengesellschaft.de


     

     

    Die Vielfalt der Medien hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die Medienkonzerne und die Fernsehsender setzen alle auf die neuen Medien (z.B. Internet, Facebook, Twitter, Smartphones etc.). Andererseits scheinen die Berichterstattung und Recherche zu leiden, der Druck zur schnellen Verwertung und Verbreitung von Nachrichten steigt. Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer erhalten trotz der Medienvielfalt vielfach gleichlautende Nachrichten, die weitgehend ungefiltert die Mitteilungen der Presseagenturen wiedergeben. Die Macht suggestiver Bilder ersetzt häufig fundierte und ergebnisoffene Recherche. Vertiefende redaktionelle Beiträge in vielen Online-Ausgaben der Zeitungen und Sender sind zumeist dürftig. Investigativer Journalismus ist zum Luxus geworden, den sich nur wenige Nachrichtenproduzenten leisten. Der investigative Journalismus wird durch Enthüllungsplattformen wie WikiLeaks und Whistleblower wie Edward Snowden unterstützt. Dem steht der sogenannte ‚Mainstream-Journalismus“ gegenüber, bereits 2004 als ‚Rudeljournalismus‘ bezeichnet. Meinungsbildenden Journalisten wird eine zu große Nähe zu Lobbyorganisationen und transatlantischen Think-Tanks nachgesagt. Hanns-Joachim Friedrichs hat dagegen seine Rolle als Tagesthemen-Moderator mit den Worten beschrieben: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“ Im Artikel 5 Grundgesetz heißt es: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Der Grundgesetz-Artikel basiert auf dem Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Revolution von 1789. Vielfach findet jedoch bereits eine „innere bzw. interne“ Zensur in den Redaktionen statt. Hinzu kommt die äußere Bedrohung der Pressefreiheit, wie in extremer Weise die Ermordung von 12 Mitarbeitern der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo zeigt. Angesichts der komplexen Situation aus Erfolgs- und Arbeitsdruck, ökonomischen Zwängen, Mainstream-Journalismus sowie massive Einflussnahme auf und Bedrohung von Journalisten stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Journalisten und Medien gegenwärtig ihrer gesellschaftlichen Aufklärungs- und Kontrollfunktion gerecht werden (können). Die Tagung ist von der Interdisziplinären Studiengesellschaft initiiert worden, um diese Frage zu klären.

    Dr. Dieter Korczak
    Vorsitzender Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V.

     

    Freitag, 25. September 2015

    Im Anschluß an jeden Vortrag findet eine Diskussionsrunde statt.

    14:00 Uhr: Eröffnung und thematische Einführung
    Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG

    14:15 Uhr: Artikel 5 GG und die gegenwärtige Interpretation des Medienauftrags
    N.N.

    15:30 Uhr Kaffeepause

    16:00 Uhr: Wie gut und gründlich sind Recherchen?
    Joachim Hecker, Redakteur, WDR

    17:30 Uhr: Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)

    Samstag, 26. September 2015

    9:30 Uhr: Schnitt, Ausschnitt, Format – Warum Manipulation Teil der Medien ist
    Florian Schwinn, Radio-Moderator hr2 und hr-Kultur

    11:00 Uhr Kaffeepause

    11:30 Uhr: „Innere „Pressefreiheit und die Verpflich­tung der Journalisten gegenüber der Öffentlichkeit
    Miriam Bunjes, Journalistin, Initiative Nachrichtenaufklärung

    13:00 Uhr Mittagspause

    14:00 Uhr: Erinnern, damit nie wieder….?  Zur Bedeutung der Medien in Vergan genheitsarbeit und Vergangenheitspolitik
    Vera Kattermann, Psychoanalytikerin, Psychologische Psychotherapeutin

    15:10 Uhr Die Israel-Berichterstattung in den Medien
    Georg Michael Hafner, freier Autor, Publizist

    16:15 Uhr Kaffeepause

    16:45 Uhr Online-Journalismus, Blogs, Twitter, Facebook: Zwischen Aufklärung und
    Propaganda-Krieg
    Peter Welchering, Journalist,

    18:00 Uhr Ende der Sitzung (anschl. Geselliger Abend)

    Sonntag, 27. September 2015

    10:00 Uhr Podiumsdiskussion/ Round Table: Werden die Medien ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht?
    Jan Krone (FH St. Pölten), Kathrin Fischer (PR Uni Flensburg), Roman Ebener (abgeordnetenwatch.de), Isabella Schels (BR), Moderation: Dieter Korczak

    13:00 Uhr Ende der Tagung

     

    Die Referentinnen und Referenten

    Joachim Hecker, Ingenieur, Wissenschaftsredakteur und -reporter beim WDR-Hörfunk, Wissenschaftsautor u.a. „Der Kinder-Brockhaus. Experimente – Den Naturwissenschaften auf der Spur“ (2013)

    Florian Schwinn, Studium der Politikwissenschaft und Germanistik, Journalist, Radiomoderator, Autor, Reporter, Redakteur bei hr-info und hr2 Kultur, Moderator der Sendung „Der Tag“, Träger verschiedener Journalistenpreise

    Miriam Bunjes, freie Journalistin, Jurymitglied und langjährige Recherche- Dozentin der Initiative Nachrichtenaufklärung, arbeitet u.a. für epd, Berliner Tagesspiegel, die Wochenzeitung Freitag

    Vera Kattermann, Dr.phil., Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Psychoana-lytikerin, seit 2004 in freier Praxis, Veröffentlichungen im Tagesspiegel, Berliner Zeitung, taz, „Kollektive Vergangenheitsbearbeitung in Südafrika“, Psychosozial-Verlag 2007

    Georg M. Hafner, Dr. phil., Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, war leitender Fernsehredakteur bei der ARD, Autor zahlreicher Filmdokumentationen, zuletzt Dokumentarfilms München 1970 – Als der Terror zu uns kam“. Grimme-Preisträger, Bayerischen Fernsehpreis, Prix Europa

    Peter Welchering, Studium der Philosophie, freier Journalist, Blogger, Dozent an Journalistenschulen, arbeitet für Deutschlandradio, ZDF, ARD, FAZ

    Jan Krone, Dr. phil., Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Neuere Deutsche Literatur, Teilgebiete des Rechts und Film- und Theaterwissenschaften an der FU Berlin, Professur für Mediensysteme und Medienwandel an der FH St. Pölten (Österreich), zahlreiche Veröffentlichungen zu Kommunikation und Medienwirtschaft, Vorstandsmitglied der Autorenplattform Carta.info

    Roman Ebener, Studium der Sozialwissenschaft, seit 2011 bei abgeordnetenwatch.de in Hamburg, Aufgaben: Wahlen & Parlamente, seit 2014 Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Software für Engagierte“

    Isabella Schels, Studium der Germanistik und Geographie, ARD/BR Fernseh-Autorin für Magazin-/ Reportage-Formate; Konzeption/Koordination von Web-Projekten; Grimme Online Award 2014 (Webspecial „Zwischen Hoffnung und Verzweiflung – der neue Nahe Osten“ zur gleichnamigen TV-Doku)

    Kathrin Fischer, Studium der Philosophie, Russisch, Literatur- und Medienwissenschaft Universität Marburg, anschließend fast fünfzehn Jahre lang Redakteurin, Moderatorin und Autorin beim Hessischen Rundfunk, jetzt Pressesprecherin Europa Universität Flensburg

    Dieter Korczak, Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Finanzwissenschaften, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt, Leiter der GP Forschungsgruppe, Verfasser zahlreicher Gutachten, zuletzt u.a. zum Thema „Scoring“ im Auftrag des BMJV, Vorsitzender der ISG und Herausgeber der Interdisziplinären Schriftenreihe.

     

    Anmeldung

    Per E-Mail an:
    info@studiengesellschaft.de
    daniela.eiden@moosburg.org

    Tagungsbüro

    ecos office center, Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg
    Daniela Eiden (ab 24.09.2015, 16 Uhr) unter 0171/7311722

    Ort und Zeit

    Die 72. Jahrestagung der ISG e.V. findet vom Freitag, den 25.September 2015 ab 14 Uhr bis Sonntag, den 27.September 2015 bis ca. 13 Uhr im ecos office center, Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg, statt.

    Tagungsgebühren

    • 70,00 € für Mitglieder
    • 140,00 € für Gäste
    • 20,00 € für Studenten und Schüler

    Preise f. Tageskarten und weitere detaillierte Preisoptionen entnehmen Sie bitte der Antwortkarte.
    Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

    Gesellschaftsabend

    Er findet am Samstag, den 26. September 2015 ab 19 Uhr 30 im Intercity Hotel Hamburg, Glockengießerwall 14/15, statt. Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke.

    Bezahlung

    Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Geselligen Abend auf das Konto Nr. 136600500, BLZ 37010050 bei der Postbank Köln. Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2014 wird der Tagungsbeitrag erstattet.

    Hotel

    Wir haben im Grand City Hotel Hamburg Mitte, Amsinckstraße 45, 20097 Hamburg, Tel.: 040/ 6690 760, Fax: 040/ 669076 315, E-Mail: info@grandcityhotels.com
    Zimmer vorreserviert. Sie können unter der Reservierungscode „ISG2015“ Zimmer bestellen. Das EZ mit Frühstück kostet 73,- €/ Nacht und das DZ mit Frühstück
    100,- € / Nacht.

    Wir möchten darauf hinweisen, dass die vereinbarte Sonderkondition für das Hotel nur für einen begrenzten Zeitraum gilt, daher empfiehlt es sich, Ihre Anmeldung möglichst schnell an uns per Post (Antwortkarte) oder per Email: daniela.eiden@moosburg.org abzuschicken.
    Wir bitten zu beachten, dass die Reservierung verbindlich ist. Die Zimmer und die Stellplätze werden direkt vom Tagungsteilnehmer bezahlt. Bei einer evt. Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotels vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Für evt. entstehende Kosten haftet die ISG nicht.

    Anfahrt

    Das Hotel befindet sich in Bahnhofsnähe und ca. 1 km vom Tagungsort entfernt. Es hat außerdem eine Tiefgarage oder Außenparkplätze.

    Rahmenprogramm

    Am Freitag, den 25.September 2015 ist ein Museumsbesuch oder eine Stadtführung / Schifffahrt geplant., Anmeldung erforderlich, der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.
    Für Freitag, den 25. September haben wir in einem Restaurant in der Innenstadt Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht.

     

    Rückblick auf 2013

     


    70. Jahrestagung     

    Die Anmeldung und allgemeine Information finden Sie hier

     

    27. – 29.9.2013 in Halle / Saale
     

    „Der einzig wahre Realist ist der Visionär.“
    Frederico Fellini
    (Regisseur, 1920-1993)

    „You may say I am a dreamer
    but I am not the only one.“

    John Lennon,
    (Musiker, 1940-1980)

    „Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen.“
    Helmut Schmidt
    (Bundeskanzler von 1974-1982)

     

    Die drei Zitate verweisen auf unterschiedliche Sichtweisen zum Thema „Visionen“. Im Gegensatz zu Illusionen (dem Wunschdenken entsprechenden Selbsttäuschungen) sind Visionen realisierbare Vorstellungen in Bezug auf die Zukunft.

    Welche Visionen haben wir am Beginn des 21. Jahrhunderts? Wie spiegelt sich in Visionen die globale Realität wieder? Eine Woche nach der Bundestagswahl werden auf der 70. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft Visionen zu verschiedenen Lebensbereichen vorgestellt und entwickelt.

    Die Tagung konzentriert sich auf wünschens- und lebenswerte Stadtentwicklungen, eine zukunftsfähige Mobilität, eine humane Arbeitswelt, eine bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle und besonders auf die digital vernetzte Gesellschaft. Zentral ist hierbei die Frage, ob eine neue Vorstellung von der „Natur des Menschen“ notwendig ist, um Individuen, Gruppen und Gesellschaften in den Stand zu setzen, die Herausforderungen der Zukunft (welche das auch immer sein werden) zu bewältigen. Das sind Themen, zu denen Thomas Morus bereits 1516 im Band „Utopia“ Vorstellungen entwickelt hat – von den Städten, von den Obrigkeiten, vom Verkehr untereinander, von den Reisen –, die nichts von ihrem visionären Potential eingebüßt haben.

    Aufbauend auf den vorausgegangenen Tagungen der ISG bietet die 70. Tagung die Chance, visionäre Gedanken zu entwickeln und sie auf ihre Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen. Angesichts der Herausforderungen der Zukunft gilt es auch, politische Illusionen zu dekruvieren, so dass das Tagungsmotto „Visionen statt Illusionen“ konkrete Gestalt annimmt.

     

    Freitag, 27. September 2013

    13:00 | Registrierung der Teilnehmer 

    14:00 | Eröffnung der Tagung und Grußworte
    Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG
    und Gunnar Berg,
    Prof. Dr. rer.nat.habil Dr.-Ing,
    Vizepräsident der Leopoldina
    (Nationale Akademie der Wissenschaften)

    14:30 | Die klassische Utopietradition und die  Herausforderung des Transhumanismus
    Prof Dr. Richard Saage, Politikwissenschaftler, Universität Halle-Wittenberg
    Richard Saage war von 1992 bis 2006 Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er hat die moderne Utopiediskussion in Deutschland wesentlich mit seiner 1991 veröffentlichten Studie über die Politischen Utopien der Neuzeit geprägt.

    16:00 | Kaffeepause

    16:15 | Die Zukunft der Stadt – Die Stadt der Zukunft
    Prof. Dr. Talja Blokland, Humboldt-Universität Berlin
    Talja Blokland ist eine niederländisch-deutsche Soziologin und Stadtforscherin. Innerhalb der Stadtforschung liegt ihr Fokus auf städtischer Ungleichheit und Marginalisierungsprozessen. Ebenso forscht sie zu Nachbarschaftswandel und -zusammenhalt sowie zu den Auswirkungen dieser Prozesse auf das Sicherheitsempfinden von Stadtbewohnern.

    17:45 | Ende des ersten Tages

    18:00 | Mitgliederversammlung der ISG

     

    Samstag, 28. September 2013

    9:15 | Der Neue Mensch – Notwendigkeit oder Obsession?
    Prof. Dr. Helmwart Hierdeis, Erziehungswissenschaftler und Psychoanalytiker
    Helmwart Hierdeis geht in seinen Überlegungen davon aus, dass der „neue Mensch“ wohl beides sein wird: „triebgesteuerter“ Egoist und potenzieller „Mörder“ und im Rahmen seiner jeweiligen Kultur auf einem schmalen Grat des Sozialverträglichen ständig Optimierungsvorstellungen hinsichtlich seiner selbst und seiner Umwelt entwickelt.

    11:00 | Kaffeepause

    11:15 | Kosten des Verkehrs für die Gesellschaft – Sind sie gerecht?
    Thilo Becker, Graduiertenkolleg, Technische Universität Dresden
    Thilo Becker ist seit 2009 Doktorand am Lehrstuhl für Verkehrsökologie der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ an der TU Dresden. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit den Lärmimmissionen, Luftschadstoffen und Klimawirkungen des Verkehrs. Er hat eigene Ansätze zur Monetarisierung dieser externen Effekte entwickelt und untersucht nachhaltige Verkehrskonzepte.

    12:45 | Mittagspause

    14:00 | Die Netzwerkgesellschaft – reale Virtualität, Potentiale und Risiken
    Julia Schramm, Doktorandin im Fach Politologie an der Humboldt Universität Berlin
    Julia Schramm hat 2012 das Buch „Klick mich. Bekenntnisse einer Internetexhibitionistin“ veröffentlicht. In ihrem Vortrag wird sie auf die Verwerfung der Gesellschaft eingehen, die durch die Verbreitung und Nutzung der digitalen Medien entstanden ist.
    Es geht um die Überlagerung von Realität und Virtualität, die permanente Vernetzung, den angemessenen Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der digital vernetzten Gesellschaft.

    15:30 | Kaffeepause

    16.00 |  Laser cutter trifft Ernst Bloch: Open Design als konkrete Utopie
    Christoph Schneider, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe
    Christoph Schneider promoviert über „Konkrete Utopien einer offenen Technologie“. Er wird darstellen, wie sich in Projekten des Open Designs ein utopisches Moment realisiert. Diese Projekte experimentieren mit der kollaborativen und offenen Gestaltung und Nutzung materieller Dinge mittels des Internet. Was bedeutet es, Open Design als konkrete Utopie zu verstehen? Wieso macht es Sinn, Bloch, den Philosophen der Utopie und die Möglichkeiten des Internet in Kontakt zu bringen?

    17:30 | Ende der zweiten Session

    19:00 | Gesellschaftsabend der ISG

     

    Sonntag, 29. September 2013

    10:00 | Quo vadis Gesundheitswesen, Gesundheitswirtschaft und Medizin?
    Dr. Dieter Korczak, Soziologe, München,
    Prof. Dr. Jörg Baltzer, Mediziner, Krefeld
    Dieter Korczak, Dr. rer.pol., Soziologe, leitet ein sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut in München. Seit vielen Jahren befasst er sich mit medizinsoziologischen und gesundheitspolitischen Themen, vor allem auch mit Trends im Gesundheitswesen und hat dazu zahlreiche Gutachten und Veröffentlichungen vorgelegt.
    Jörg Baltzer, Prof. Dr. med., stellvertretender Vorsitzender der ISG, ist Gynäkologe und leitete 17 Jahre die Frauenklinik im Klinikum Krefeld. Mit rund 500 wissenschaftlichen Publikationen und sechs Fachbüchern gehört er zu den weltweit anerkannten Experten der Geburtshilfe und Frauenheilkunde.

    11:00 | Offene Abschlussdiskussion

    13:00 | Tagungsende

     

    Allgemeine Informationen

    Anmeldung

    info@studiengesellschaft.de
    oder
    Interdisziplinäre Studiengesellschaft
    Nymphenburgerstr. 47
    80335 München

    Tagungsbüro

    Hotel Dorint Charlottenhof
    Daniela Eiden (ab 26.09.2013, 16 Uhr)
    unter 0171/7311722

    Ort und Zeit

    Die 70. Jahrestagung der ISG e.V.
    findet vom
    Freitag, den 27.September 2013
    ab 14 Uhr
    bis Sonntag, den 29.September 2013
    bis ca. 13 Uhr
    im Dorint Hotel Charlottenhof
    Dorotheenstraße 12
    06108 Halle a. d. Saale
    Telefon 0345/ 29 23 0
    statt.

    Tagungsgebühren

    • 70,00 € für Mitglieder
    • 140,00 € für Gäste
    • 70,00 € für Rentner
    • 20,00 € für Studenten und Schüler
    • 25,00 € Tageskarte Freitag oder Sonntag

    Preise für Tageskarten auf Anfrage.
    Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.
    Eine Zertifizierung bei der Ärztekammer Bayern mit Punkten ist beantragt

    Gesellschaftsabend

    Er findet am Samstag, den 28. September ab 19:30 Uhr im Tagungshotel, statt. Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke.

    Bezahlung

    Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Geselligen Abend auf das Konto Nr. 136 600 500, BLZ 370 100 50 bei der Postbank Köln.
    Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2012 wird der Tagungsbeitrag erstattet, Hotelzimmer müssen selbst storniert werden.

    Hotel

    Dorint Hotel Charlottenhof

    Dorotheenstraße 12
    06108 Halle a. d. Saale

    Telefon 0345/ 29 23 0

    Der Preis mit Frühstück beträgt
    pro Nacht und Zimmer

    im EZ  123,45 €
    im DZ  148,00 €


    Wir möchten darauf hinweisen, dass die vereinbarte Sonderkondition für das Hotel nur für einen begrenzten Zeitraum gilt, daher empfiehlt es sich, Ihre Anmeldung möglichst schnell an uns per Post (Antwortkarte) oder per Email:

    info@studiengesellschaft.de

    abzuschicken.

    Wir bitten zu beachten, dass die Reservierung verbindlich ist. Die Zimmer und die Stellplätze werden direkt vom Tagungsteilnehmer bezahlt. Bei einer evt. Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotels vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Für evt. entstehende Kosten haftet die ISG nicht.

    Anfahrt

    Das Hotel befindet sich in der Innenstadt in Bahnhofsnähe. Karlsruhe ist mit der Bahn aus allen Richtungen sehr gut zu erreichen.
    Mit dem Auto fährt man in Richtung Innenstadt, es sind kostenpflichtige Parkplätze im Hotel vorhanden.
    Anfahrt auf Google Maps

    Rahmenprogramm

    Am Freitag morgen, den 27.September ist eine Museums- oder eine Stadtführung geplant. Treffpunkt: Tagungshotel, um 9:30 Uhr. Anmeldung erwünscht.

    Für Freitagabend, den 27. September. haben wir in einem Restaurant in der Innenstadt Plätze vorbestellt. Anmeldung erwünscht.

     

     

     

     Info- Flyer und Anmeldekarte zur Veranstaltung zum Ausdrucken 

     

     

    Rückblick auf 2012

     

     

     < Link zur Internetseite der ISG >

     

    Scham ist eine existentielle Grunderfahrung, ein Archetypus (C.G.Jung). Nacktheit, Sexualität, Defäkation, Körpergeräusche, Körpergeruch sind seit Jahrtausenden schambesetzt.

    In der Antike, beispielsweise in der stark auf äußere Anerkennung fixierten Ideologie der römischen Oberschicht, ist /pudor/, “Scham”, “Schamgefühl”, das Gegenteil der stets angestrebten gesellschaftlichen Achtung. Die Scham ist, zugespitzt formuliert, die Reaktion auf gesellschaftliche “Ächtung”, und zwar unabhängig davon, ob der sich Schämende an der Diskreditierung selbst schuld ist oder nicht. Scham reflektiert das Reibungsverhältnis von öffentlicher und subjektiver Moral.

    Heute wird in breitem Maße die Schamlosigkeit auf die Spitze getrieben. Gesellschaftlich, politisch, ökonomisch und im individuellen Verhalten scheinen alle Tabus und alle moralischen Grenzen gefallen zu sein. Wer heute von schmerzlichen Gefühlen geplagt wird und diese aufarbeiten möchte, hat die Wahl zwischen Beichtstuhl, Psychotherapeut und Talkshow. Seelischer Exhibitionismus und Schamlosigkeit, wie sie im RTL-Dschungelcamp praktiziert werden, bannt die Zuschauermassen an den Fernsehbildschirmen. Die Schamlosigkeit, mit der Politiker sich alimentieren lassen, macht fassungslos. Auch Deutschland ist nicht ohne Korruption, dem schamlosen Missbrauch von Vertrauensstellungen.

    Als Hüterin menschlicher Würde hat die Scham die Aufgabe, Nähe und Distanz zu den Mitmenschen zu regeln. Angst-, Unsicherheits- und Minderwertigkeitsgefühle, Beschmutzung, Demütigung, hilflose Abhängigkeit und die Verletzung des Selbst, aber auch eigene Schuld, führen zur Scham. Wie gehen wir damit um? Was bedeutet das für die Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens? Entwickeln wir uns zu einer völlig schamlosen Gesellschaft oder schwingt das Pendel bereits zu einer neuen Form der Prüderie? Sind wir Zeitzeugen einer repressiven Entsublimierung der Scham?

    Auf der 69. Jahrestagung der ISG setzen sich daher Politiker und Juristen, Künstler und Psychoanalytiker, Philosophen und Theologen, Alt- und Neuphilologen mit Scham, Schamlosigkeit, Schuld und Ekel auseinander. Die Auseinandersetzung mit Scham als einem menschlichen Gefühl führt zur Frage nach uns selbst, zu unserem Verhältnis zu den anderen und nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Scham.

    München, im März 2012

    Dr. Dieter Korczak
    1. Vorsitzender der ISG

     

    Programmangebot:


    Freitag, 28. September 2012

    14:00 Eröffnung der Tagung
             Dieter Korczak

    14:30 Schamlosigkeit in der Politik
             Herta Däubler-Gmelin

    16:00 Kaffeepause

    16:30 Die Schamlosigkeit der Korruption
             Edda Müller

    18:00 Ende des ersten Tages

    18:15 Mitgliederversammlung


    Samstag, 29. September 2012


    09:30 Pudor. Zum Begriff der Scham in der römischen Antike
             Karl-Wilhelm Weeber

    11:00 Zur Logik der Scham – eine aristotelische Analyse
             Thomas Nisters

    12.30 – 14.00 Mittagspause

    14:00 Der schamlose Gott und sein Männerbund –
             Wotans Weg zur Erkenntnis, auf dem Rücken
             von Frau, Kind und Kindeskind
             Selcuk Cara

    15:00 Scham und Schuld aus psychoanalytischer Sicht
             Renate Remmler

    16:00 Scham, Schamlosigkeit und Schuld aus religiöser Sicht
              Konrad Hilpert

    17:00 Interaktive Workshops zum Thema
             mit den Referenten/innen

    18:00 Uhr Ende des zweiten Tages
    19:30 Gesellschaftsabend der ISG


    Sonntag, 30. September 2012
     

    10:00 Scham und Ekel in Literatur und den Medien
             Jürgen Wertheimer

    11.30 Schlussdiskussion im Plenum/
             Formulierung einer Pressemitteilung


    Referenten/innen

    Selcuk Cara
    freischaffender Opernsänger,
    Bass-Bariton,
    Promovend zum Thema: Wotans Familie –
    Verfall der Familienstrukturen in Richard Wagner’s Ring-Tetralogie

    Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin,
    MdB (1972-2009),
    Bundesjustizministerin (1998-2002),
    Gastprofessorin an der RWTH Aachen,
    Honorarprofessorin FU Berlin

    Prof. Dr. Konrad Hilpert,
    Katholischer Theologe,
    Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der LMU München,
    Mitglied des Ethikrats der Landesregierung Bayern

    Dr. Dieter Korczak,
    Soziologe/Volkswirt,
    Leiter des Instituts- für Grundlagen- und Programmforschung,
    GP Forschungsgruppe, in München,
    1. Vorsitzender der ISG

    Prof. Dr. Edda Müller,
    Politikwissenschaftlerin,
    Vorsitzende Transparency International Deutschland,
    Honorarprofessorin Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer”,
    Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (2001-2007),
    Umweltministerin in Schleswig-Holstein (1994-96)

    Dr. Thomas Nisters,
    Privatdozent für (Praktische) Philosophie und ihre Didaktik,
    Studienrat im Hochschuldienst,
    Philosophisches Seminar der Uni Köln

    Dipl. –Psychologin Renate Remmler,
    arbeitet seit 25 Jahren in eigener
    Psychologischer Psychotherapie-Praxis in Köln

    Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber,
    Lehrbeauftragter für die Didaktik
    der Alten Sprachen Ruhr-Universität Bochum,
    Honorarprofessor für Alte Geschichte Uni Wuppertal

    Prof. Dr. Jürgen Wertheimer,
    Hochschullehrer für
    Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik
    an der Universität Tübingen

     


     Info- Flyer zur Veranstaltung 

     

     

    Rückblick auf 2011

     

    PDF - Download des Programms und der Anmeldekarte
     

    Das moderne Leben ist in starkem Maße von Gegensätzen bestimmt: arm und reich, lokal und global, Großtechnik versus kleine Kreisläufe, Manipulation und Autonomie, Jugend versus Alter, Solidarität oder Egoismus,
    Sicherheit statt Risiko, Anspruch und Wirklichkeit, postheroische Persönlichkeit und gesellschaftlicher Druck, die Aufzählung der Polaritäten lässt sich beliebig lang fortsetzen. Der einzelne Mensch muss sich zwischen
    diesen einzelnen Optionen entscheiden, um handlungsfähig bleiben zu können. Oft kann er das nur, in dem er das Nebeneinander von gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Wünschen erträgt. Die Dichotomie der Sichtweisen kann aber auch zu Erstarrung und Handlungsunfähigkeit
    führen. Dieses Dilemma nennt man seit Eugen Bleuler (1857-1939) Ambivalenz.

    Kurt Lüscher hat darauf hingewiesen, dass man in der Ambivalenz eine Last sehen kann, aber auch die Chancen einer dynamischen Offenheit. Menschen können zwischen Gegensätzen in ihrem Fühlen, Wünschen, Denken,
    Wollen und Beurteilen hin und her pendeln, schwanken, oszillieren, ohne opportunistisch zu sein oder zu wirken. Wenn Ambivalenz als Normalität und Notwendigkeit gesehen wird, dann drückt sich die Reife bzw. Autonomie eines Menschen in seiner Ambivalenztoleranz aus. Wenn dagegen existierende Widersprüche verdrängt werden, besteht die Gefahr der Pathologisierung der Ambivalenz (Borderline - Syndrom, narzisstische Störung, Schizophrenie):

    Stark ambivalente Gefühlsbetonungen werden aber vom Gesunden bewältigt; im ganzen zieht er das Fazit aus widersprechenden Wertungen; er liebt weniger wegen begleitender schlechter und hasst weniger wegen begleitender guter Eigenschaften. Der Kranke kann aber oft die beiden Strebungen nicht zusammenbringen; er hasst und liebt nebeneinander, ohne dass sich die beiden Affekte abschwächen oder überhaupt beeinflussten.“ (Bleuler).

    Die 68. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft beleuchtet sowohl die individuellen wie die gesellschaftlichen Ambivalenzen. Das Programm deckt dabei bewusst ein breites Spektrum aus unterschiedlichen Perspektiven ab, in denen sich interdisziplinär Natur- und Geisteswissenschaften, Kunst und Psyche, Realpolitik und Märchen verschränken.

    München, im April 2011
    Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG

     

    Das Programm der ISG zur 68.ten Jahresversammlung - Vortragsreihe zu Das Leben in der Ambivalenz

     Info- Flyer zur Veranstaltung 

     

     

    Rückblick auf 2010

     

    EINLADUNG ZUR

    67. Jahrestagung
    EMOTIONEN,
    HANDELN UND
    NACHHALTIGKEIT
    Denn sie tun nicht, was sie fühlen

    Kulturhauptstadt Essen
    24. – 26. September 2010

     


     
     

     

    Veranstalter und Tagungskonzeption

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG),
    1. Vorsitzender Dr. Dieter Korczak, Nymphenburger Str. 47. 80335 München


    Tagungsorganisation und Tagungsbüro
    Daniela Eiden, Münchener Straße 24, 85368 Moosburg,
    Tel.: 08761 - 604 60, Fax: 08761 - 8487, handy: 0171 - 73 11 722
    Email: daniela.eiden@moosburg.org

     
    Weitere Informationen:
     

    www.studiengesellschaft.de 

     

    Einleitung

    Durch zahlreiche Untersuchungen ist bekannt, dass das Umweltbewusstsein in Deutschland sehr stark ausgeprägt ist. Viele Menschen stimmen den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung wie Ressourcen- und Klimaschutz oder fairer Handel und Generationengerechtigkeit zu. Eine beträchtliche Anzahl von Menschen wird auch mit einem Lebensstil in Verbindung gebracht, bei dem Gesundheit und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen (sogenannte LoHaS).

    Bei genauerer Betrachtung trübt sich jedoch das Bild.

    Bei den wenigsten geht die Bereitschaft zum umweltschonenden Alltagsverhalten über Mülltrennung hinaus. Nur 3% der Bevölkerung beziehen Öko-Strom. Lediglich 2% legen ihr Geld in erneuerbaren Energien an. Selbst LoHaS stehen im Verdacht, zwar Bio-Produkte zu kaufen, alternativ zu reisen und Internet-Plattformen für ‚strategischen Konsum’ beizutreten, aber gemessen am ‚ökologischen Fußabdruck’ weniger nachhaltig zu leben als finanziell schwächer gestellte Menschen. Offenbar glauben zwar viele von uns, sich zukunftsfähig im Sinne kommender Generationen zu verhalten, tun es aber de facto nur punktuell - nicht nur deshalb, weil ‚Nachhaltigkeit‘ ein sperriger Begriff ist, sondern weil diese Lebensausrichtung anscheinend nicht in notwendigem Maß unsere Emotionen erreicht. Die ‚Zentralität’ eines Themas, das heißt der Grad unserer emotionalen Beteiligung, ist jedoch entscheidend für mögliche Verhaltensänderungen. Nur rund zehn Prozent unserer Entscheidungen sind rationaler Art, der weitaus überwiegende Anteil bei der Entscheidungsfindung liegt im emotionalen Bereich.
    Auf der Tagung werden daher Strategien diskutiert, wie durch eine stärkere Ansprache des emotionalen Bereichs auch eine Änderung des Alltagsverhaltens in Richtung Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Es geht auch darum, welche Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Gesellschaft geschaffen werden müssen. Zu diesem Zweck werden Ansätze aus verschiedenen Fachdisziplinen vorgestellt (Soziologie, Psychologie, Naturwissenschaften, Medizin, Neurobiologie, Ethik und Stadtplanung)

    Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG

     

     Info- Flyer zur Veranstaltung 

     

     

    Rückblick auf 2009

    Das Buch mit den Resultaten der 66. Jahrestagung:

     Vorwort und Inhaltsübersicht zum Buch 
     als PDF zum Ausdrucken und Lesen
     

    Wann immer wir von Kultur sprechen,
    sprechen wir auch von Spuren.
    (Heimwart Hierdeis)

    Es gibt nichts, weder in den Elementen noch in dem System, das irgendwann oder irgendwo einfach anwesend oder abwesend wäre. Es gibt durch und durch nur Differenzen und Spuren von Spuren.
    (Derrida)


    Spuren fordern uns heraus, sie zu erschließen und zu interpretieren. All unsere Wörter und Bilder enthalten Spuren und sind deshalb keine festen Einheiten, keine fixen Größen, sondern eröffnen das Spiel der Deutungen bei wandernden Horizonten.
    (Bärbel Frischmann)

    Dennoch wissen wir nie genau, wohin die Reise geht, wenn wir mit einer analytischen Behandlung beginnen und uns auf Spurensuche begeben.
    (Cornelia Krause - Girth)

    Nach allem, was wir heute wissen, geht die Belastung mit der Vielzahl von Spuren nicht .spurlos an uns vorbei.
    (Marike Kolossa-Gehring)

    Es ist wichtig und faszinierend sich auf Spurensuche zu begeben, sich nicht mit dem oberflächlichen Schein zu begnügen, sondern den Dingen auf den Grund zu gehen.
    (Dieter Korczak)

    Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Bereichen, Journalisten und Künstler begeben sich in diesem Band auf Spurensuche. Sie beschreiben Spuren der deutschen Vergangenheit, widmen sich aktuellen Spuren und stelIen sich den damit verbundenen gesellschaftlichen, ethischen und politischen Herausforderungen.

     

     

    SPURENSUCHE

    die 66. Jahrestagung
    der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V.

    fand in Erfurt (Mercure Hotel Erfurt-Altstadt)
    in der Zeit vom 25.bis 27. September 2009 statt.

     

    Allgemeine Information

    Was sind Spuren? Wodurch sind Spuren gekennzeichnet, worüber geben sie Aufschluss, was ist aus ihnen abzulesen, worauf verweisen sie?

    Spuren entstehen unwillkürlich, aber sie können auch absichtlich gelegt werden. Sie sind die „fortbestehende Präsenz eines Restes“, wie es der französische Philosoph Derrida formuliert hat. Spuren sind nicht selbsterklärend, sondern ihr Verständnis ist davon abhängig, wie sie rekonstruiert und interpretiert werden. Erst die Beschäftigung mit Spuren verleiht ihnen ihre Bedeutung. Sie repräsentieren Vergangenes, dienen der Erklärung und dem besseren Verständnis von Gegenwärtigem und sind Inspiration und Anhaltspunkte für zukünftiges Geschehen.

    Die Frage nach dem Verhältnis einer Gesellschaft zur Spur beinhaltet somit auch immer die Frage nach dem Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

    Die heute lebenden Menschen hinterlassen so vielfältige Spuren wie nie zuvor. Dies gilt für die Dokumentation von Entäußerungen in Print-, audiovisuellen und elektronischen Medien sowie dem Internet gleichermaßen. Die Techniken der Spurensuche ermöglichen Fossilien- und archäologische Funde, kriminologische Aufklärungen und Entschlüsselungen der DNA in unvorstellbarer Präzision. Spurenlesen ist Informations- und Wissenserzeugung. Spurenrückverfolgung und Spurensicherung stellen deshalb jede Gesellschaft vor immense politische, ethische und sicherheitstechnische Herausforderungen.

    Die 66. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft widmet sich deshalb der Spurensuche und dem Spurenlesen. Es geht im Tagungsprogramm um die Entstehung von ethischen Werten und ihrer Anwendung und Umsetzung in der Gegenwart. Es geht um den verantwortungsvollen Umgang mit Spuren und den Schutz der Privatsphäre. Es geht um die Ermittlung von Spuren im Körper und in der seelischen Befindlichkeit von Menschen. Vor allem geht es aber auch darum, aus den Spuren der Vergangenheit und den Geschehnissen der Gegenwart zukunftsfähige und nachhaltige Schlussfolgerungen zu ziehen.



    Dr. Dieter Korczak | 1. Vorsitzender

     

     

    Freitag, 25.09.2009

    Vergangenes
    Beginn: 14.00 Uhr

    14.00 | Eröffnung der Tagung
               Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG

    14.15 | Grußwort
               Bernward Müller, Kultusminister Thüringen (vorgesehen)

    14.30 | Grußwort
               Andreas Bausewein, OB Erfurt (vorgesehen)

    14.45 | Spur als philosophische Metapher
               Prof. Dr. Bärbel Frischmann, Universität Erfurt,
               anschließend Diskussion

    16.00 | Pause

    16.30 | Dem Samariter über die Schulter schauen -
               Eine kritische Betrachtung des Utilitarismus
               Dr. Frank Ahlmann, Zentrum für Ethik der Universität Kiel,
               anschließend Diskussion

    18.00 | Ende der 1. Session

    18.15 | Mitgliederversammlung


     

    Samstag, 26.09.2009

    Gegenwärtiges
    Beginn: 9.30

    9.30 | Spuren im Datennetz – der Schutz der Privatsphäre
             Marit Hansen, Unabhängiges Zentrum für Datenschutz
             Schleswig-Holstein, anschließend Diskussion

    10.45 | Pause

    11.00 | Die neue Weltwirtschaftskrise:
               Am Beginn der Talsohle des „Langen Zyklus“
               Dr. Stefan Schulmeister,
               Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Wien,
               anschließend Diskussion

    12.15 | Seelische Spuren: Spurensicherung in der
               psycho­analytischen Praxis
               Prof. Dr. med. Cornelia Krause - Girth,
               Hochschule Darmstadt,
               anschließend Diskussion

    13.00 | Mittagspause

    14.15 | Umweltspuren im Körper – Hormonell wirkende Chemikalien
               Dr. Marike Kolossa-Gehring,
               Umweltbundesamt Dessau - Rößlau,
               anschließend Diskussion

    15.30 | The clock of the Long Now -
               Spuren des langfristigen Denkens
               Prof. Dr. phil.  Holger Schulze,
               Universität der Künste Berlin,
               anschließend Diskussion

    16.45 | Pause

    17.00 | Befremdend nah.
               Deutsche Vergangenheit bespiegelt
               Dörte Wehmeyer, Künstlerin,
               Köln und Mallorca

    18.00 | Ende der 2. Session

    19.30 | Gesellschaftsabend der ISG
     

     

    Sonntag, 27.09.2009

    Zukünftiges
    Beginn: 10.00

    10.00 | Lesung: Schweigen die Täter, reden die Enkel
               Uwe von Seltmann, Journalist und Schriftsteller,
               Leipzig und Krakau  

    10.30 | Pause

    11.00 | Podiumsdikussion:
               Die Spuren der Gegenwart bestimmen
               nachhaltig das Bild der Zukunft
               Dörte Wehmeyer, Uwe von Seltmann,
               Sebastian von Johnston (Zeitgeschichtler, München),
               Stephan Siemens (Philosoph, Köln)

    13.00 | Tagungsende


     

    Informationen

    über Referentinnen und Referenten

    • Bärbel Frischmann, Prof. Dr.,
      ist Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte der Philosophie II
      des Seminars für Philosophie an der Universität Erfurt
       
    • Frank Ahlmann, Pastor Dr. theol.,
      ist wissenschaftlicher Angestellter am interdisziplinären Zentrum
      für Ethik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
       
    • Marit Hansen, Informatikerin,
      ist stellvertretende Datenschutzbeauftragte
      des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz
      Schleswig-Holstein in Kiel
       
    • Marike Kolossa-Gehring, Dr. rer. nat.,
      ist Leiterin des Fachgebiets „Toxikologie,
      humanbezogene Umweltbeobachtung“ im Umweltbundesamt
      in Dessau-Rößlau
       
    • Cornelia Krause-Girth, Prof. Dr. med.,
      Psychoanalytikerin, Lehrstuhl für Klinische Psychologie
      an der Hochschule Darmstadt
       
    • Stephan Schulmeister, Mag. rer. soc. oec.,
      Dr. jur., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter
      am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung in Wien
       
    • Holger Schultze, PD Dr. phil.,
      ist Stiftungsprofessor für Historische Anthropologie
      des Klangs an der Universität der Künste Berlin
       
    • Stephan Siemens arbeitet als freier Philosoph
      im „Club Dialektik“ in Köln
       
    • Sebastian von Johnston, Zeitgeschichtler,
      war Lektor beim Ullstein- und Melzer-Verlag
      und ist auf einem schlesischen Schloss aufgewachsen  
       
    • Uwe von Seltmann, Journalist,
      Ex-Chefredakteur der sächsischen Wochenzeitung „Der Sonntag“,
      Autor von „Schweigen die Täter, reden die Enkel“ (2006)
       
    • Dörte Wehmeyer, Magister,
      Konzeptkünstlerin, Psycholinguistin,
      Studium der Bildhauerei bei Wolf Glossner,
      seit 1995 freischaffende Künstlerin


     

    Allgemeine Informationen


    Ort und Zeit
    Die Tagung findet vom Freitag den 25.09.2009 ab 14 Uhr
    bis Sonntag, den 27.09.2009 bis ca. 13 Uhr

    im Mercure Hotel Erfurt Altstadt,
    Meienbergstraße 26–27,
    99084 Erfurt,
    Tel.: 0361/ 59 49-504, statt.

    Tagungsgebühren

    Für Mitglieder

    60,- € / Person für die gesamte Tagung
    40,- € Tageskarte / Person nur Samstag
    30,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur Sonntag

    Für Gäste

    130,- € / Person für die gesamte Tagung
    40,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur Sonntag
    80,- € Tageskarte / Person nur Samstag  

    Für Studenten und Schüler (m. Nachweis)

    40,- € / Person die gesamte Tagung
    10,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur Sonntag
    20,- € Tageskarte / Person nur Samstag

     
    Geselliger Abend

    Er findet am Samstag, den 26. September ab 19.30 Uhr
    im Tagungshotel, statt. Der Preis pro Person beträgt 40,- € ohne Getränke.

     
    Bezahlung

    Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Geselligen Abend auf das Konto Nr. 136600500, BLZ 370 100 50 bei der Postbank Köln.
    Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt.
    Bei Rücktritt bis 27.8.2009 wird der Tagungsbeitrag erstattet.

     
    Hotels
    In folgenden Hotel wurden Zimmer vorbestellt:

    Mercure Hotel Erfurt Altstadt,
    Meienbergstraße 26–27,
    99084 Erfurt, Tel.: 0361/ 59 49-504

    Der Preis mit Frühstück im EZ beträgt pro Nacht und Zimmer 97,- € (Straßenseite) und 109,- € (Innenhof) , im DZ 125,- € (Straßenseite) und 137,- € (Innenhof)

    Hotel IBIS,
    Barfüßerstr. 9,
    99084 Erfurt,
    Tel.: 0361/ 66410
    Der Preis mit Frühstück im EZ beträgt 79,- € , im DZ 89,- € pro Nacht und Zimmer

    Wir bitten zu beachten, dass die Reservierung verbindlich ist. Die Zimmer werden direkt bezahlt. Bei einer evt. Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotels vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Für evt. entstehende Kosten haftet die ISG nicht.

    Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass die vereinbarten Sonderkonditionen für die Hotels nur für einen begrenzten Zeitraum gelten, daher empfiehlt es sich, Ihre Anmeldung möglichst schnell an uns per Post (Antwortkarte) oder per Email an daniela.eiden@moosburg.org  abzuschicken.


    Rahmenprogramm

    Stadtführung in Erfurt am Freitag, den 25.09.2009 um 9.45 Uhr ,
    Treffpunkt: Tagungshotel. Anmeldung erwünscht.

    Für Freitag, den 25. September. haben wir in einem Restaurant in der Erfurter Altstadt Plätze vorbestellt. Anmeldung erwünscht.

     
    Anfahrt

    Beide Hotels befinden sich in der Stadt, in der Nähe des Bahnhofs.
    In den Hotels sind Parkmöglichkeiten vorhanden.

     

     

     

    Rückblick auf 2008
     

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e. V.

     

    65. Jahrestagung
     
    TOLERANZ
      Begegnung der Kulturen

      Bonn, LEONINUM
      03.- 05. Oktober 2008
     

    2008 fand in Bonn die Tagungsreihe

    Toleranz - Begegnung der Kulturen

    statt.

    Was war das Besondere dieser Tagung?

    Es handelte sich bewusst nicht um eine der vielen Tagungen zu Migrationsthemen und besonderen Problemen der Integration in die deutsche Gesellschaft. Wir warfen einen anderen Blick auf das Zusammenleben von Menschen mit verschiedenem kulturellen Hintergrund in unserer Gesellschaft.

    Die Tagung wollte im Zeitalter der Globalisierung und der massenmedialen Omnipräsenz Zeichen setzen sowohl für das Gemeinsame wie für das Trennende in verschiedenen Kulturkreisen.

    Darüber hinaus wurden engagierte Projekte vorgestellt, die versuchen, kulturelle Divergenzen zu überwinden und Hilfe zu leisten.

    Außerdem wurde die gegenwärtige Integrationspolitik von innen (durch den Integrationsbeauftragten des Landes NRW) und von außen (durch Künstler verschiedener Ethnien) reflektiert.
     

     

     


     
     

    Veranstalter und Tagungskonzeption

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG),
    1. Vorsitzender Dr. Dieter Korczak, Nymphenburger Str. 47. 80335 München


    Tagungsorganisation und Tagungsbüro
    Daniela Eiden, Münchener Straße 24, 85368 Moosburg,
    Tel.: 08761 - 604 60, Fax: 08761 - 8487, handy: 0171 - 73 11 722
    Email: daniela.eiden@moosburg.org

     

    Weitere Informationen:
     

    www.studiengesellschaft.de 

     

     

    Toleranz

    gehört zu den Konstitutionsmerkmalen der Interdisziplinären Studiengesellschaft. In der Satzung der ISG ist verankert, dass die Entwicklung und Stärkung des Engagements für Toleranz, Humanität und Verantwortung der Vereinszweck ist. Deshalb ist es nur konsequent, wenn sich die 65. Jahrestagung der ISG diesem Thema widmet. Die Begegnung der Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen ist zunächst immer tastend und vorsichtig. Die Erwartungen, die Rollen, Normen und Verhaltensmuster des jeweils anderen sind unbekannt und müssen erst erlernt und begriffen werden. Wenn eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit anderen Kulturkreisen beginnt, dann ist sie immens bereichernd. Die Vielfalt unserer Erde drückt sich nicht nur in den unterschiedlichsten Biotopen, sondern auch in den verschiedenen Soziotopen aus. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts musste man beschwerliche und langwierige Reisen unternehmen, um fremde Länder zu besuchen. Heinrich Harrer, Margret Mead, Ernest Hemingway, Rudyard Kipling, Jack London, Mark Twain, Sven Hedin, Egon Erwin Kisch, sie alle reisten, um neue Eindrücke zu erhalten, fremde Landschaften und Kulturen kennen zu lernen und sie beschrieben ihre Reiseerfahrungen für die Daheimgebliebenen. Paul Klee, Max Ernst und Pablo Picasso haben für sich die afrikanische Kunst entdeckt. Sie wurden davon derart inspiriert, dass sie die klassische Moderne geprägt haben. Heute suggeriert die Omnipräsenz der Medien, dass alles über jeden Winkel der Erde bekannt ist. Dies sind jedoch bestenfalls Informationen aus zweiter Hand, zumeist jedoch homogenisierte, pasteurisierte und kondensierte Mitteilungen aus dritter oder vierter Hand. Deshalb soll die Tagung helfen, Augen, Ohren und Herzen zu öffnen für die Bereicherungen, die Kulturen und Gesellschaften durch die Begegnung mit anderen gesellschaftlichen Paradigmata und Konstruktionen erfahren kann. Die moderne Zivilgesellschaft sollte sich wieder auf Offenheit und vorurteilsfreies Interesse besinnen, statt Ressentiments, Angst, Kontrolle und Restriktionen zu kultivieren.

    Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender

     

     

    Informationen
    über die Vortragenden und Vorträge



    Heimwart Hierdeis

    hat seit 1971 eine Vielzahl von erziehungswissenschaftlichen Büchern veröffentlicht. Seine Veröffentlichung „Fremdheit als Ressource. Probleme und Chancen interkultureller Kommunikation"(2005) hat uns zu diesem Tagungsthema inspiriert.

    JanTonnemacher

    hat bis 2007 an den Universitäten Eichstätt und FU Berlin Publizistik unterrichtet. Er wird in seinem Vortrag vor allem auf die Tendenz zu Alarmismus, Infotainment, Event- und Betroffenheitsjournalismus in den Medien eingehen.

    Thomas Markert

    ist promovierter Chemiker und arbeitet seit 1985 an der Synthese von Duftstoffen. Er wird über unterschiedliche Duftsignale und Duftbedeutungen in verschiedenen Kulturkreisen berichten.

    Silvia Horsch

    studierte Germanistik und Arabistik und arbeitet an ihrer Promotion im Fach Arabistik. Sie forscht zu Figurationen des Märtyrers im frühen Islam. 2004 erschien ihr Buch „Rationalität und Toleranz". Lessings Auseinandersetzung mit dem Islam: Sie ist seit über zehn Jahren Muslimin und engagiert sich im interreligiösen Dialog.

    Mechthild Neises

    ist Leiterin des Funktionsbereichs Psychosomatische Frauenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover und Herausgeberin des Bandes: „Gender, kulturelle Identität und Psychotherapie" (2007)

    Hartwig Weber,

    Initiator des Straßenkinderprojekts Patio 13 und des landesweit einmaligen Masterstudiengangs Straßenkinderpädagogik an den Pädagogischen Hochschulen und Universitäten in Heidelberg und Freiburg, baut Brücken zwischen Schul Hochschule und Straße und entwickelt zusammen mit Schülern Studenten, Lehrern und Professoren aus Deutschland und Kolumbien nachhaltige Bildungsangebote für Straßenbewohner.

    Thomas Laue

    hat als Dramaturg mit dem Regisseur Nuran Calis ein Spiel mit jugendlichen Akteuren aus acht verschiedenen Ländern inszeniert. Mit diesem Stück erkundet das Schauspiel Essen im Rahmen von Stadtinterventionen den Stadtraum und das Leben in der Stadt. Das Projekt spricht Jugendliche mit Migrationshintergrund an und will deren Kreativität und Selbstbewusstsein fördern.

    Almut Baumgarten

    hat für ihr Theaterstück„Tank' 2008 den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg und den Else- Lasker Schüler- Stücke- Preis Rheinland-Pfalz erhalten. Sie wird zum Thema „Toleranz" aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten lesen.

    Ingo Wegerl

    wird das Leben Gahmurets, Königssohn, Vater des Parzival und Erkunder des Orients, seiner schwarzen Frau Belakane und ihres schwarz-weiß gefleckten Sohns Feirefiz in einer Performance zum Leben erwecken. Aus einem Bild entwickelt der Künstler ein neues Bild. Dieser Prozess wird nur mit Wasser, Schwamm, Tuch und seinen Händen durchgeführt.

    Thomas Kufen

    hat die Aufgabe, die Landesregierung NRW bei der weiteren Konzipierung und Umsetzung der Integrationspolitik sowie der Pflege des Dialogs zwischen den verschiedenen Gruppen zu beraten. Er wird über den notwendigen Perspektivwechsel in der Integrationspolitik und die Schwierigkeiten der Umsetzung sprechen.

    Wolf Renschke

    ist Redakteur beim Deutschlandfunk und hat 200 den Kölner Medienpreis erhalten.

     

     

    Freitag, 3.10.2008
    Beginn: 14.00 Uhr

    Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn Bärbel Dieckmann (angefragt)

    Eröffnung der Tagung durch den 1. Vorsitzenden Dr. Dieter Korczak

    14.30 Fremdheit - Entfremdung - Selbstentfremdung

    Prof. ein. Heimwart Hierdeis, Erziehungswissenschaftler/Psychoanalytiker,
    Diessen am Ammersee,
    anschließend Diskussion

    15.30 Pause

    16.00 Das globale Dorf - Wandel in der Welt und in den Medien im 21. Jahrhundert

    Prof. em. Jan Tonnemacher, Kommunikationswissenschaftler,
    Feldafing,
    anschließend Diskussion

    17.00 Kommunikation durch Geruchssignale im interkulturellen Vergleich

    Dr. Thomas Markert, Entwickler neuer Kosmetikduftstoffe,
    Düsseldorf,
    anschließend Diskussion

    18.00 Ende der 1. Session

    18.15 Mitgliederversammlung


    .............................................

    Samstag, 4.10.2008
    Beginn: 09.30

    09.30 Die Verdrängung des Islam aus der europäischen Kultur -
    Nathan der Weise als Alternative?

    Silvia Horsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für
    Literatur und Kulturforschung Berlin,
    anschließend Diskussion

    10.30 Pause

    11.00 Besonderheiten der gynäkologisch-geburtshilflichen
    Behandlung türkischer Migrantinnen

    Prof. Dr. rer.nat. Dr. med. Mechthild Neises,
    Medizinische Hochschule Hannover,
    anschließend Diskussion

    12.00 Nachhaltige Bildung für Straßenkinder
    - Das Beispiel Kolumbien

    Prof. Hartwig Weber, Pädagogische Hochschule Heidelberg,
    anschließend Diskussion

    13.00 Mittagpause

    14.30 Homestories - Projekt des Essener Theaters zur Integration Jugendlicher
    Thomas Laue, Chefdramaturg Essen

    15.30 Lesung
    Almut Baumgarten; Preisträgerin Else-Lasker-Schüler-Stücke-Preis 2008

    16.30 Pause

    17.00 Performance„Metamorphose": weiß + schwarz = schwarz - weiß
    Ingo Wegerl, Maler, Performancekünstler, Mönchengladbach

    18.00 Ende der 2. Session

    19.00 Gesellschaftsabend der ISG


    .............................................

    Sonntag, 5.10.2008
    Beginn: 10.00

    10.00 Niederlagen und Erfolge in der Integrationspolitik
    Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes NRW

    11.00 Roundtable mit Vertretern aus Himalaya, Afghanistan, Irak und Afrika
    Moderation: Wolf Renschke, Deutschlandfunk

    Die Vertreter aus den vier exemplarisch ausgewählten Regionen sollen die Horizonterweiterung verdeutlichen, die durch unterschiedliche kulturelle Einflüsse erfolgt.
    Das Gebiet des Himalaya steht dabei für buddhistische Einflüsse, Afghanistan für das Leben, das im„Drachenläufer" beschrieben wird, der Irak für die kulturelle Wiege Mesopotamien, Babylon und Assur, Afrika für die Maskenkultur, die Picasso und Max Ernst beeinflusst hat.

    13.00 Tagungsende

     

     

    Rückblick auf 2007
     

     
     Vom Traum zum Albtraum

          Moderne Perspektiven der Psychoanalyse, Traumforschung, Phylosophie, Soziologie und Kunst,
          Ein Rückblick auf die 64. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft e. V. (ISG
    )
     

     
     
        
     

     

     

     

     

    Vom 19. bis 21. Oktober 2007 fand die 64 Jahrestagung der ISG,
    der Interdisziplinären Studiengesellschaft e. V.  in Bad Pyrmont statt.  

     

    Vorwort

    Der Traum ist ein Erlebnis im Schlaf und häufig Bestandteil von Phantasiewelten. Die Bedeutung von Träumen beschäftigt seit der Antike die Menschheit. Das Interesse hat nicht nachgelassen, im Gegenteil, sowohl durch die physiologischen Studien von Hirnforschern wie durch die psychotherapeutische Technik des >luziden< Träumens oder >Klarträumen< eröffnen sich neue Räume in der Traumforschung. Die Auswirkungen von Träumen auf das wache Leben sind dagegen kaum reflektiert, trotz zahlreicher anekdotischer Berichte. Auch inwieweit Wachträume das individuelle und gesellschaftliche Leben tangieren (können), ist bis heute weitgehend unbeantwortet geblieben. Träume und Albträume bieten sich daher als Tagungsthema in offensichtlich verunsicherten Zeiten förmlich an.

    Träume, Wunschträume, Tagträume können traumhaft schön sein. Sind sie es nicht, können sie Angst und Panik hervorrufen, kann der Traum zum Albtraum werden.

    Träume sind einerseits das Skript unbewusster Verarbeitungsprozesse von Gegenwart und Vergangenheit, die assoziative Aneinanderreihung und Durchmischung verschiedenartigster Impulse. Andererseits spiegeln sich in ihnen visionäre Zukunftserwartungen, sowohl bei Utopisten (z.B. Morus, Campanella, Owen, Huxley) wie bei (politisch) aktiv handelnden Menschen (z.B. Martin Luther King >I have a dream<).

     
    In der Arbeit von Psychiatern, Psychoanalytikern und Psychotherapeuten manifestiert sich die Kraft von Träumen und Albträumen am sichtbarsten - wenn etwa Albträume das Leben zur Qual werden lassen bzw. anzeigen, dass das ICH des Träumers oder der Träumerin nicht mehr Herr oder Herrin im Haus ist und längst fremde Wirklichkeiten eingedrungen sind.

    Auf der gesellschaftlichen Ebene ließe sich sogar eine Chronologie von Träumen und Albträumen konstruieren:

    • in den 6oer bis 8oer Jahren der Traum von Wohlstand, Wirtschaftswunder
      land, sexueller Befreiung und technologischem Fortschritt und andererseits
      der Albtraum des >Kalten Kriegs<, Orwell's >Big Brother<, der Roten Armee Fraktion und der >Grenzen des Wachstums<
       

    • Bis zur Jahrtausendwende der Traum des Neo-Liberalismus, von Glasnost und Perestroika, der deutschen Wiedervereinigung und Albträumen wie AIDS, Bürgerkriege, globaler Armut und Arbeitslosigkeit
       

    • Die Jahrtausendwende, mit Begeisterung gefeiert, war als Beginn eines grandiosen Zeitalters gedacht. Gekommen sind der il. September, der globale AntiTerror-Krieg, die Beschneidung von Bürgerrechten, Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Schichten, Tsunami, Hurrikans und Klimawandel.

    Die skizzierte Dialektik von Traum und Albtraum mit ihren individuellen und gesellschaftlichen Dimensionen ist ein hervorragendes Thema für die Jubiläumstagung der ISG, da diese wissenschaftliche Gesellschaft vor 6o Jahren in Bad Pyrmont gegründet wurde, um einer Wiederholung des Albtraum des Naziregimes und des 2. Weltkriegs entgegenzuwirken. Zu den Gründervätern gehörten u.a. der Psychiater Gustav Störring, der Philosoph Romano Guardini, die Psychologen Wilhelm Hische und Wolfgang Metzger, die Theologen Pastor Bodelschwingh und Pater Genorosus Marquardt.

    Die Jubiläumstagung der ISG greift aktuelle Erkenntnisse aus der Traumforschung auf, spürt den Träumen und Albträumen in der Bewältigung des modernen Alltagslebens sowie deren Reflektion in Architektur und Kunst nach und versucht Antworten aus Medienwissenschaft, Spiritualität und Philosophie zu geben.

    Dr. Dieter Korczak
    1. Vorsitzender
    Mai 2007

     

     

    Rückblick auf den Programmablauf

    Freitagnachmittag, 19.10.2007    (Beginn: 14.00 Uhr)

    Grußwort der Bürgermeisterin Elke Christina Roeder
    Anmerkungen zur Gründung und den Gründervätern der ISG

    Einleitungsreferat
    Traum und Realisierung:
    Die Bedeutung von Übergängen Dr. Dieter Korczak,
    1. Vorsitzender der ISG, München

    Kaffeepause

    Session Traum
    Trialoggespräch mit Impulsreferaten (Beginn: 15.30 Uhr)
    Moderation: Michael Wilken

    Traumdeutung und Affektkontrolle im Traum
    Dr. Heinrich Deserno, Psychoanalytiker,
    Sigmund-Freud-Institut Frankfurt

    Psychobiologie des Traums
    Prof. Dr. ein. Eckart Rüther, Psychiater,
    Göttingen/München

    Traumtexte - der Traum als Text
    Prof. Dr. ein. Heimwart Hierdeis,
    Psychotherapeut/Erziehungswissenschaftler,
    Diessen am Ammersee

    Mitgliederversammlung  (Beginn: 18:15)

     

    Samstagvormittag, 20.10.2007    (09.00 - 12.00)

    Session Leben
    Moderation: Hans-Ulrich Baumgarten

    Ängste und Albträume bei Schwangeren mit unklaren Befunden
    Prof. ein. Dr. med. Jörg Baltzer, Gynäkologe,
    Krefeld

    Ängste und Albträume bei Kindern und Jugendlichen
    Dr. Reinhard Schydlo, Kinderpsychiater,
    Düsseldorf

    Kaffeepause (10:15 -10:30)

    Paarbeziehungen: Zwischen Traum und Albtraum
    Prof. Dr. Cornelia Krause-Girth, Psychotherapeutin,
    Frankfurt

    Alter als Albtraum: Altenheime und Sterbebegleitung
    Prof. ein. Dr. theol. Dr. phil. Waldemar Molinski SJ,
    Moraltheologe, Wuppertal

     

    Samstagnachmittag, 20.10.2007   (14:30-18:oo Uhr)

    Session Kunst
    Moderation: Frank Ahlmann

    Sun City / Sin City
    Von visionärer Architektur zum architektonischen Albtraum
    Prof. Dipl.-Ing. Ulf Jonak, Architekt/Künstler,
    Siegen

    Die Angst der Menschen vor dem Absturz
    Prof. ein. Dr. Wolfgang Tunner, Psychologe / Künstler ,
    München, Wien und in St. Georgen am Ybbsfeld

    Kaffeepause (16:30 - 16:45 Uhr)

    Von Dämonen, Visionen und schönen Gesängen
    PD Dr. Monika Kritzmöller, Kultursoziologin,
    Prof. Dr. Hartwig Frankenberg, Kultursemiotiker / Bariton,
    Aitrang (Allgäu)

    Gesellschaftsabend
    mit dem Magier Joachim Hecker
    und seinen traumhaften Experimenten für Neugierige
    >Aus der Hexenküche der Naturwissenschaften<.

     

    Sonntagvormittag, 21.10.2007   (09:30-12:30 Uhr)

    Session Albtraum
    Moderation: Michael Schneider

    Traum, Trauma und Trauer
    Die Krise der Moderne und die Tragödie der Kultur
    Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, Rabbinerin, Jerusalem / Kassel

    Kaffeepause (10:30-11:00)

    Zum Selbstverständnis des Realitätsverständnisses
    Ist der Begriff der Realität nichts als ein Traum?
    Stephan Siemens, Philosoph, Köln

     

     

    Abstracts der Vorträge

    Traum und Realisierung:
    Die Bedeutung von Übergängen  (Korczak)

    Jeder Mensch hat eine Vision, eine Vorstellung vom (gewünschten) zukünftigen Ablauf seines Lebens. Dabei stellt sich das individuelle Leben als eine ständige Abfolge von Übergängen dar. Individuellen Vorstellungen können sich zu gesellschaftlichen Utopien verdichten. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie, Umweltschutz, Frieden, Glück sind Metaphern für gesellschaftliche Träume. Diese Träume können kippen und zur Unterdrückung von Meinungsfreiheit, zum Verlust der Privatsphäre, zu Terror und Krieg, zu Klimakatastrophe, zum Auseinanderdriften von arm und reich, zu Unglück mutieren. Die Übergänge von individuellen wie gesellschaftlichen Träumen zu Albträumen sind deshalb Gegenstand meines Vortrags.


    Träumen wir Affekte?
    Traumdeutung und Affektkontrolle im Traum
    (Deserno)
    Eine entscheidende Erweiterung der Traumdeutung ist durch die Berücksichtigung empirischer Daten in der Psychoanalyse eingetreten: vor dem Hintergrund von Bindungsforschung, Kognitionswissenschaft und Affektentwicklung ist ein Modell der Traumbildung entstanden, das neben dem klassischen Konfliktmodell die Affektregulierung berücksichtigt.
    Träumen wir Affekte? lautete eine umfangreiche Arbeit von U. Moser und I. von Zeppelin, in der dieses Modell vorgestellt wurde. Sah es zunächst so aus, als sei dieses Modell vor allem für die Forschung von Bedeutung, so kann man heute durchaus vertreten, dass auch die psychoanalytische Praxis, und in ihr die Deutung von Träumen, durch die empirische Traumforschung wichtige Impulse erhalten hat.

     
    Psychobiologie des Traums
    (Rüther)
    Die Basis für das Verständnis von Funktion und Sinn des Träumens ist durch eine moderne Auffassung der biologischen Abläufe des Traumvorgangs gegeben. Der Traum ist kein phylogenetisches Relikt, sondern ein teleologisch zu verankernder psychobiologischer Vorgang zur Gestaltung und Erneuerung menschlicher Affekte und Emotionsmuster. Traum bietet psychodynamisch die Möglichkeit einer Pathologisierung, einer therapeutischen Bearbeitung auch von nicht erinnerten Träumen und letztendlich die Sinnerfüllung des Menschen.
    Obwohl wir während der ganzen Schlafenszeit träumen, erinnern wir uns, wenn überhaupt, nur an wenige Träume. Wenn wir sie uns zu vergegenwärtigen versuchen, werden sie zum inneren Text. Er verändert sich mit dem zeitlichen Abstand zum Traum, noch mehr, wenn wir ihn anderen erzählen oder ihn aufschreiben. Von den authentischen Träumen bleiben unzuverlässige Texte. Aber sie sind alles, was wir haben, wenn wir die Botschaften der Träume verstehen wollen.

     
    Traumtexte - der Traum als Text (Hierdeis)
    Obwohl wir während der ganzen Schlafenszeit träumen, erinnern wir uns, wenn überhaupt, nur an wenige Träume. Wenn wir sie uns zu vergegenwärtigen versuchen, werden sie zum inneren Text. Er verändert sich mit dem zeitlichen Abstand zum Traum, noch mehr, wenn wir ihn anderen erzählen oder ihn aufschreiben. Von den authentischen Träumen bleiben unzuverlässige Texte. Aber sie sind alles, was wir haben, wenn wir die Botschaften der Träume verstehen wollen.

     
    Ängste und Albträume
    bei Schwangeren mit unklaren Befunden
    (Baltzer)
    Früher waren Frauen >guter Hoffnung<, heute erwarten sie ein Kind. Die Erwartung setzt voraus, dass alles gut gehen wird, bzw. die moderne Medizin in der Lage ist auftretende Probleme zugunsten von Mutter und Kind zu beseitigen. Generell muss jede Schwangerschaft auch als Konflikt verstanden werden; es liegen gleichzeitig bejahende und ablehnende Motive vor. Der Kinderwunsch kann überschattet werden von der Einschränkung eigener Interessen, zum Beispiel derzeitige Berufstätigkeit und berufliche Qualifikation, die Anzahl zu erfüllender Rollen, Mutter, Partnerin, ehrenamtliche Aufgaben u. a. Gleiche Aspekte können auch den Partner betreffen, auch hier gilt es, mögliche Ansprüche von Kind, Mutter, Vater und Partner auszubalancieren. Die Methoden der pränatalen Diagnostik haben das psychische Erleben der Schwangerschaft für die Frau und ihren Partner nachhaltig verändert. Schon vor der Untersuchung sollte sich ein Paar Gedanken machen, wie es mit dem Ergebnis umgehen will. Während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs können Störungen und unklare Befunde auftreten, z.B. dass das Kind zu groß oder zu klein ist, zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist, die Plazenta vorzeitig verkalkt etc. Dennoch sollte die Schwangerschaft trotz aller Vorsorge nicht zu einer Zitterpartie werden. Professionelle Hilfe auf allen Ebenen ist daher notwendig, um Übervorsichtigkeit, ausufernde Risikobedenken und übertriebene Fürsorglichkeit zurechtzurücken.

     
    Ängste und Albträume bei Kindern und Jugendlichen (Schydlo)
    So wie die Ängste und Träume kleinerer Kinder häufig die Ängste und Befindlichkeiten ihrer Mütter oder Bezugspersonen spiegeln, zeigen sich bei älteren Kindern oder Jugendlichen in ihren Träumen und Albträumen eher die Bedrohungen, die ihre Familie oder die Gesellschaft betreffen.
    Es wird versucht, auf die Veränderungen dieser Trauminhalte im Laufe der Zeit einzugehen, und vor allem auf die Ängste und Albträume der Kinder von heute. Dies erfolgt anhand der Auswertung tiefenpsychologischer Tests, die jüngst bei über 300 Kindern in unserem kinder- und jugendpsychiatrischen Zentrum durchgeführt wurden.


    Paarbeziehungen:
    Traum oder Albtraum (Krause-Girth)
    In der Liebe scheinen sich oft Träume zu verwirklichen. Doch was wird aus dem Traumpaar nach einigen Jahren alltäglichen Beziehungslebens? Wann wird die Traumpartnerin / der Traumpartner zur Quelle allen Unglücks - die Beziehung zum Albtraum? Welche Rolle spielen Träume in der Beziehung? Diesen Fragen wird vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit psychoanalytischer Paartherapie und den Konzepten Michael Lukas Moellers nachgegangen.


    Altern als Albtraum:
    Altenheime und Sterbebegleitung (Molinski)

    Der Jesuit und Moraltheologe Waldemar Molinski befasst sich auf dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Umgang mit den Bewohnern, Angehörigen und Betreuern von zwei Altersheimen, die er seit mehreren Jahren seelsorgerlich betreut, mit Problemen des Alterns und der Sterbebegleitung in unserer sich so sehr wandelnden Gesellschaft.


    Sun City / Sin City:
    Von visionärer Architektur zum architektonischen Albtraum (Jonak)

    Wie funktioniert heute Zusammenleben, im Zeitalter sich ausbreitender Überwachungssysteme und >Gated Cities<? Verbindendes Mittel der Gemeinschaft ist das Internet, bzw. der Fernsehapparat: ein technisches >Lagerfeuer<. So schrumpft die Wohnung zur Basisstation oder >Tankstelle<, von der aus der Außenraum erobert, aber auch die Heimkehr genossen wird.

    Auf solchen eher theoretischen Überlegungen beruhen die Beschreibungen typischer Bauten. Als entlarvendes Musterbeispiel wird Lequeus Projekt eines geisterhaften Landhauses vorgestellt, dessen Deutung manche Schattenseiten von Le Corbusiers weißen Villen und anderen modernen Bauten erhellt. Das Nachdenken über Lequeus Gewitterstimmungen führt zum Lob des Nutzens der Straßenbeleuchtung und Energiezentralen, das heißt, der Helligkeit im Außen, die das Dunkel im Innen erträglich macht.

    Es lässt sich sagen, dass die Unruhe, die in der Welt ist, unweigerlich auch ihre Auswirkungen in der Architektur hat. Wiener Architekten wie Hollein, Pichler, Abraham haben schon in den 6oer Jahren in ihren antiutopischen Projekten auf ein sich ausbreitendes Unbehagen in der bürgerlichen Gesellschaft verwiesen. Aber es gibt nach wie vor (ganz real) gepanzerte, Sicherheit versprechende Häuser wie zum Beispiel Paul Virilios Bunkeradaptionen, David Adjayes Dirty House in London oder Shin Takamatsus Zahnarztklinik in Kyoto. Ebenso gaukeln die umschlossenen Siedlungen des >New Urbanism< glückversprechende Idyllen vor.


     
    Die Angst der Menschen vor dem Absturz (Tunner)
    Marsyas, ein dämonisches Mischwesen, halb Mensch, halb Tier, ließ sich leichtfertigerweise auf einen Wettstreit mit Apollon ein. Tizian hat die verhängnisvolle Folge dieser Hybris des Marsyas in einem seiner letzten Gemälde dargestellt. Ich möchte ein Dia dieses Bildes zeigen und dabei Fragen über den Zusammenhang von Selbstüberhebung, Angst und Strafe zur Diskussion stellen. Hierbei werden die Themen Imagination und Traum, Paradies und Hölle sowie die Geschichte der Angst zur Sprache kommen.


     
    Von Dämonen, Visionen
    und schönen Gesängen (Kritzmöller / Frankenberg)
    Die Kunst ist Ohr und Lupe der Kultur, erfasst Zeitströmungen noch bevor sie ans öffentliche Bewusstsein gelangen, bearbeitet, kritisiert und überhöht Tendenzen, denen zu begegnen es noch kein Allheilmittel gibt. Sie spannt die Träume einer Zeit auf und hält Albträume überlebensgroß vor Augen. Wie also verhält es sich mit der Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft? Der Teufel, der an die Wand gemalt wird: Weicht er den Gesängen, die auch die Wölfe vertreiben?

    Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Monika Kritzmöller zeigt an konkreten Werken der bildenden Kunst auf, wie sich Gesellschaft und Kreativität miteinander vernetzen, dies mit wechselnden Themen und auch wechselnden Aufgaben einer freien, keinem Herrn verpflichteten Kunst.

    Der Kultursemiotiker und Bariton Hartwig Frankenberg singt und analysiert Arie Antiche als Ausdrucksform des >Belcanto< und spannt mit »schönen Gesängen« den Bogen eines Lösungsansatzes vom Barock bis zur Gegenwart.

    Wenn es den Traum eines Traumes gibt: Gilt es, als Aufgabe eines kritischen Bewusstseins Dämonen zu projizieren oder vielmehr mit Kunst Visionen des »Schönen« zu beschwören?

     

    Traum, Trauma und Trauer -
    Krise der Moderne und Tragodie der Kultur (Goodman-Thau)
    In meinen Ausführungen will ich der spirituellen Krise der Moderne im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft nachspüren, die sich im inneren Leben des modernen Menschen als die Unfähigkeit zu trauern und in der modernen Kultur als Tragödie zeigt. Obwohl diese Stichworte aus der Psychoanalyse und der Soziologie stammen, werde ich die Problematik aus einem interdisziplinären Ansatz im Rahmen einer Politischen Hermeneutik beleuchten, deren Ziel es ist, Theorie und Praxis zu vereinen in der Suche nach Lösungen für die dringenden und bedrängenden Fragen der Zeit.
    Fragen von Tradition und Moderne im Zeitalter der Globalisierung wer
    den im Mittelpunkt unserer Ausführungen stehen, wo das klassische Dreieck Gott - Mensch - Welt sich in Geschichte, Sprache und Selbst verwandelt hat, wobei eine Neuorientierung des Selbst in der Welt angesagt ist.

     

    Zum Selbstverständnis des Realitätsverständnisses  -
    Ist der Begriff der Realität nichts als ein Traum) (Siemens)

    »Träume sind Schäume«. Der Form nach schließen sich Traumwelt und reale Welt gegenseitig aus. Dem Inhalt nach ergibt sich ein bestimmter Zusammenhang, der es uns sowohl ermöglicht, aus unseren Träumen in der Nacht etwas über die Realität, wie auch unsere Tagträume zu realisieren. Wir meinen, beide Welten -wenn auch nicht im Einzelfall- unterscheiden zu können. Die These des Vortrags ist: Wir tun das mit Recht. Einerseits ist die reale Welt Voraussetzung der Traumwelt. Andererseits verneint der Traum die Realität in anderer Weise als die Realität den Traum verneint.

    Wenn wir unsere Träume nicht selbst zu kritisieren lernen, überlassen wir sie damit der Kritik der Realität. Denn ein Traum, der die Wirklichkeit verkennt, verkehrt sich in seiner Verwirklichung in einen Albtraum.

     

     

    Referenten - Information

    Dr. Dieter Korczak,
    Soziologe, ist der i. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft und Leiter des Instituts für Grundlagen- und Programmforschung in München, außerdem Berater der EU und verschiedener Bundes- wie Länderministerien sowie Verfasser zahlreicher Gutachten und Studien zu Armut, Verschuldung, finanzieller Allgemeinbildung, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität und alternative Lebensformen.

    Dr. Heinrich Deserno,
    Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker (DPV/IPV), Leiter der Ambulanz des Sigmund-Freud-Instituts, Lehranalytiker des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts (FPI), Wissenschaftliches Mitglied im Forschungsschwerpunkt >Theoretische und empirische/ experimentelle psychoanalytische Grundlagenforschung<.

    Prof. Dr. med. Eckart Rüther,
    1987-2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Göttingen, Wissenschaftlicher Beirat für Psychiatrie der ISG, Autor des Buches: >Der Träume Wirklichkeit - Eine Anthologie deutschsprachiger Traumgedichte - Von der Romantik zum Biedermeier
    (2004)<.

    Prof. Heimwart Hierdeis
    ist Psychoanalytiker und Autor erziehungswissenschaftlicher Bücher. Er war Gründungsdekan der Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen an der Universität Bozen und Professor für Erziehungswissenschaften und Pädagogik an den Universitäten Innsbruck und Erlangen-Nürnberg.

    Prof. Dr. med. Jörg Baltzer
    ist Wissenschaftlicher Beirat der ISG für Medizin und ehemaliger Direktor der Frauenklinik im Klinikum Krefeld. Die Klinik ist als Perinatalzentrum im Land Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Projekte wie Elternschule, >Storchentreff<, Hotline für Fragen in Schwangerschaft bzw. Wochenbett, >Teenagerschwangerschaften< u. a. waren wegweisend für die Arbeit anderer Kliniken.

    Dr. med. Reinhard Schydlo,
    2. Vorsitzender der ISG, ist niedergelassener Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, für Kinderheilkunde und Psychotherapeutische Medizin in Düsseldorf.


    Prof. Dr. med. Cornelia Krause-Girth,
    Wissenschaftliche Beirätin der ISG für Psychologie, ist Hochschullehrerin an der Hochschule Darmstadt, Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychoanalytikerin, langjährige Erfahrung mit Paartherapie und Herausgeberin des Buches: >Die Gruppe, das Paar und die Liebe - das Wirken Michael Lukas Moellers<.

    Prof. Dr. theol. et phil. Waldemar Molinski SJ,
    Wissenschaftlicher Beirat der ISG für Katholische Theologie, ist Emeritus der Bergischen Universität Wuppertal.

    Prof Dipl.-Ing Ulf Jonak,
    Wissenschaftlicher Beirat der ISG für Architektur, lehrt an der Gesamthochschule Universität Siegen Architektur und Städtebau und hat seine eigenen Kunstwerke mehrfach ausgestellt.

    Prof. Wolfgang Tunner,
    Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten
    zur Klinischen Psychologie, Phänomenologie und Kunst. 1978 bis 2004 Professor für Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Autor der >Krahofer Blätter< (Texte zur Kunst und Psychologie, seit 1986); >Psychologie und Kunst - Vom Sehen zur sinnlichen Erkenntnis< (Springer, Wien); Lyrikband >Atemzüge< (Freibord-Sonderreihe, Band 52).

    PD Dr. Monika Kritzmöller,
    untersucht in ihrem Forschungs- und Beratungsinstitut Trends und Positionen im Allgäu Lebensstile und Alltagskultur und unterrichtet Soziologie an der Universität St. Gallen.

    Prof. Dr. Hartwig Frankenberg,
    Aitrang (Allgäu), setzt sich als freier Autor und Berater mit Ritualen im Alltag auseinander und hat sich als Sänger auf italienische Solo-Arien aus der Barockzeit spezialisiert.

    Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau
    ist Rabbinerin und Professorin für Jüdische Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Wien. Sie lebt in Jerusalem. Ihr neuestes Buch, befasst sich mit >Liebe und Erlösung<.
    Sie leitet die HermannCohen-Akademie in Buchen/Odenwald und ist Wissenschaftliche Beirätin für Jüdische Philosophie der ISG.

    Stephan Siemens
    arbeitet als freier Philosoph im „Club Dialektik" in Köln. Er bearbeitet in erster Linie Probleme der dialektischen Philosophie mit den Schwerpunkten Platon, Hegel und Marx.

    Dipl.-Ing. Joachim Hecker,
    ehemaliger Geschäftsführer der ISG, Wissenschaftsredakteur und Reporter beim Westdeutschen Rundfunk und Verfasser des >Kinder Brockhaus. Experimente<.

    Michael Wilken,
    diplomierter Volkswirt, Ausbildung in Psychodrama, arbeitet als Mediator, Coach und Stressbewältigungstrainer in Hannover.

    Privatdozent Hans-Ulrich Baumgarten
    ist Beirat für Philosophie der ISG und lebt in Velbert.
    Er arbeitet als wissenschaftlicher Referent für Kultur und Hochschulpolitik.

    Pfarrer Frank Ahlmann,
    Beirat für evangelische Theologie der ISG ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Ethik der Universität Kiel

    Privatdozent Michael Schneider,
    Geschäftsführer der ISG, diplomierter Psychologe, promovierter Soziologe,
    betreut Forschungsprojekte an der TU München.

     

     

    Veranstalter und Tagungskonzeption

    Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG),
    1. Vorsitzender Dr. Dieter Korczak, Nymphenburger Str. 47. 80335 München


    Tagungsorganisation und Tagungsbüro
    Daniela Eiden, Münchener Straße 24, 85368 Moosburg,
    Tel.: 08761 - 604 60, Fax: 08761 - 8487,
    Email: daniela.eiden@moosburg.org

     

    Weitere Informationen:
     

    www.studiengesellschaft.de

     

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    Layout by peter bechen