Das moderne Leben ist in starkem Maße von Gegensätzen bestimmt: arm und reich, lokal und global, Großtechnik versus kleine Kreisläufe, Manipulation und Autonomie, Jugend versus Alter, Solidarität oder Egoismus,
Sicherheit statt Risiko, Anspruch und Wirklichkeit, postheroische Persönlichkeit und gesellschaftlicher Druck, die Aufzählung der Polaritäten lässt sich beliebig lang fortsetzen. Der einzelne Mensch muss sich zwischen
diesen einzelnen Optionen entscheiden, um handlungsfähig bleiben zu können. Oft kann er das nur, in dem er das Nebeneinander von gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Wünschen erträgt. Die Dichotomie der Sichtweisen kann aber auch zu Erstarrung und Handlungsunfähigkeit
führen. Dieses Dilemma nennt man seit Eugen Bleuler (1857-1939) Ambivalenz.Kurt Lüscher hat darauf hingewiesen, dass man in der Ambivalenz eine Last sehen kann, aber auch die Chancen einer dynamischen Offenheit. Menschen können zwischen Gegensätzen in ihrem Fühlen, Wünschen, Denken,
Wollen und Beurteilen hin und her pendeln, schwanken, oszillieren, ohne opportunistisch zu sein oder zu wirken. Wenn Ambivalenz als Normalität und Notwendigkeit gesehen wird, dann drückt sich die Reife bzw. Autonomie eines Menschen in seiner Ambivalenztoleranz aus. Wenn dagegen existierende Widersprüche verdrängt werden, besteht die Gefahr der Pathologisierung der Ambivalenz (Borderline - Syndrom, narzisstische Störung, Schizophrenie):Stark ambivalente Gefühlsbetonungen werden aber vom Gesunden bewältigt; im ganzen zieht er das Fazit aus widersprechenden Wertungen; er liebt weniger wegen begleitender schlechter und hasst weniger wegen begleitender guter Eigenschaften. Der Kranke kann aber oft die beiden Strebungen nicht zusammenbringen; er hasst und liebt nebeneinander, ohne dass sich die beiden Affekte abschwächen oder überhaupt beeinflussten.“ (Bleuler).
Die 68. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft beleuchtet sowohl die individuellen wie die gesellschaftlichen Ambivalenzen. Das Programm deckt dabei bewusst ein breites Spektrum aus unterschiedlichen Perspektiven ab, in denen sich interdisziplinär Natur- und Geisteswissenschaften, Kunst und Psyche, Realpolitik und Märchen verschränken.
München, im April 2011
Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG
Veranstalter und Tagungskonzeption
Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG),
1. Vorsitzender Dr. Dieter Korczak, Nymphenburger Str. 47. 80335 München
Tagungsorganisation und Tagungsbüro
Daniela Eiden, Münchener Straße 24, 85368 Moosburg,
Tel.: 08761 - 604 60, Fax: 08761 - 8487, handy: 0171 - 73 11 722
Email: daniela.eiden@moosburg.org
Weitere Informationen:
Allgemeines zur ISG Die Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG) ist als gemeinnütziger Verein 1947 gegründet worden. Sie ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die seit ihrer Gründung interdisziplinär das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft thematisiert und sich um Wissenstransfer bemüht. Dabei geht es zum einen um die Reflexion, Verbreitung und Anwendung geistes- und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, zum anderen um die Stärkung von Toleranz und Humanität, von Selbsterkenntnis, von Liebes-, Leistungs- und Urteilsfähigkeit, sowie einem besseren Verständnis der Zusammenhänge und die Übernahme von Verantwortung gegenüber der Schöpfung.
Die Ziele der ISGNachhaltig erschüttert von den Schrecken des II. Weltkrieges wollten die Gründungsmitglieder ihre Kraft und ihr Wissen dafür einsetzen, dass sich ein Phänomen wie das„Dritte Reich" in Deutschland nie wiederholen kann. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Pastor Bodelschwingh und Pater Marquardt, der Philosoph Romano Guardini, die Psychologen Wilhelm Hische und Wolfgang Metzger, Prof. Schulte und der Psychiater Gustav E. Störring. Störring war von 1947 - 1961 der erste Vorsitzende der Gesellschaft. Ihm folgten der Gynäkologe Kurt Nordmeyer (1962-1965), der Gerichtsmediziner Wilhelm Hallermann (19661973) und der Nervenarzt Harald Petri (1974-1997). Seit 1997 ist der Soziologe Dieter Korczak als Vorsitzender im Amt. In den ersten 40 Jahren lag das Hauptanliegen der Studiengesellschaft in der Analyse, Reflexion, Vermittlung und Anwendung des Begriffs der„seelischen Gesundheit" (amerik.:,,mental health"). In diesem Zeitraum hat das Spektrum derTagungen, Referate und Publikationen in weitem Bogen alle großen und drängenden Fragen des ausgehenden 20. Jahrhunderts umfasst. Die Angewandte Psychologie diente dabei im Sinne der universitas literarum als interfakultative Brücke. Aufgrund der fortschreitenden Spezialisierung des Wissens, der steigenden Komplexität der Zusammenhänge und der zunehmenden Orientierungslosigkeit der Menschen fühlt sich die ISG mehr denn je in den vergangenen 11 Jahren dem übergreifenden Wissenstransfer verpflichtet. Sie dient daher dem Austausch zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen und als Transmissionsriemen zwischen der akademischen Welt und der praktischen Lebenswelt. Wissenschaft soll durch die Arbeit der ISG verständlich, anwendungsbezogen, lösungsorientiert und übergreifend werden und dabei den Menschen als Ganzes im Blick haben.
Rückblick auf 2010:
EINLADUNG ZUR
67. Jahrestagung
EMOTIONEN,
HANDELN UND
NACHHALTIGKEIT
Denn sie tun nicht, was sie fühlenKulturhauptstadt Essen
24. – 26. September 2010
Veranstalter und Tagungskonzeption
Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG),
1. Vorsitzender Dr. Dieter Korczak, Nymphenburger Str. 47. 80335 München
Tagungsorganisation und Tagungsbüro
Daniela Eiden, Münchener Straße 24, 85368 Moosburg,
Tel.: 08761 - 604 60, Fax: 08761 - 8487, handy: 0171 - 73 11 722
Email: daniela.eiden@moosburg.org
Weitere Informationen:
Einleitung
Durch zahlreiche Untersuchungen ist bekannt, dass das Umweltbewusstsein in Deutschland sehr stark ausgeprägt ist. Viele Menschen stimmen den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung wie Ressourcen- und Klimaschutz oder fairer Handel und Generationengerechtigkeit zu. Eine beträchtliche Anzahl von Menschen wird auch mit einem Lebensstil in Verbindung gebracht, bei dem Gesundheit und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen (sogenannte LoHaS).
Bei genauerer Betrachtung trübt sich jedoch das Bild.
Bei den wenigsten geht die Bereitschaft zum umweltschonenden Alltagsverhalten über Mülltrennung hinaus. Nur 3% der Bevölkerung beziehen Öko-Strom. Lediglich 2% legen ihr Geld in erneuerbaren Energien an. Selbst LoHaS stehen im Verdacht, zwar Bio-Produkte zu kaufen, alternativ zu reisen und Internet-Plattformen für ‚strategischen Konsum’ beizutreten, aber gemessen am ‚ökologischen Fußabdruck’ weniger nachhaltig zu leben als finanziell schwächer gestellte Menschen. Offenbar glauben zwar viele von uns, sich zukunftsfähig im Sinne kommender Generationen zu verhalten, tun es aber de facto nur punktuell - nicht nur deshalb, weil ‚Nachhaltigkeit‘ ein sperriger Begriff ist, sondern weil diese Lebensausrichtung anscheinend nicht in notwendigem Maß unsere Emotionen erreicht. Die ‚Zentralität’ eines Themas, das heißt der Grad unserer emotionalen Beteiligung, ist jedoch entscheidend für mögliche Verhaltensänderungen. Nur rund zehn Prozent unserer Entscheidungen sind rationaler Art, der weitaus überwiegende Anteil bei der Entscheidungsfindung liegt im emotionalen Bereich.
Auf der Tagung werden daher Strategien diskutiert, wie durch eine stärkere Ansprache des emotionalen Bereichs auch eine Änderung des Alltagsverhaltens in Richtung Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Es geht auch darum, welche Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Gesellschaft geschaffen werden müssen. Zu diesem Zweck werden Ansätze aus verschiedenen Fachdisziplinen vorgestellt (Soziologie, Psychologie, Naturwissenschaften, Medizin, Neurobiologie, Ethik und Stadtplanung)Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG
Rückblick auf 2009:
Das Buch mit den Resultaten der 66. Jahrestagung:
Vorwort
und Inhaltsübersicht zum Buch
als PDF zum Ausdrucken und Lesen
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SPURENSUCHE
die 66. Jahrestagung
der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V.fand in Erfurt (Mercure Hotel Erfurt-Altstadt)
in der Zeit vom 25.bis 27. September 2009 statt.
Allgemeine Information
Was sind Spuren? Wodurch sind Spuren gekennzeichnet, worüber geben sie Aufschluss, was ist aus ihnen abzulesen, worauf verweisen sie?
Spuren entstehen unwillkürlich, aber sie können auch absichtlich gelegt werden. Sie sind die „fortbestehende Präsenz eines Restes“, wie es der französische Philosoph Derrida formuliert hat. Spuren sind nicht selbsterklärend, sondern ihr Verständnis ist davon abhängig, wie sie rekonstruiert und interpretiert werden. Erst die Beschäftigung mit Spuren verleiht ihnen ihre Bedeutung. Sie repräsentieren Vergangenes, dienen der Erklärung und dem besseren Verständnis von Gegenwärtigem und sind Inspiration und Anhaltspunkte für zukünftiges Geschehen.
Die Frage nach dem Verhältnis einer Gesellschaft zur Spur beinhaltet somit auch immer die Frage nach dem Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Die heute lebenden Menschen hinterlassen so vielfältige Spuren wie nie zuvor. Dies gilt für die Dokumentation von Entäußerungen in Print-, audiovisuellen und elektronischen Medien sowie dem Internet gleichermaßen. Die Techniken der Spurensuche ermöglichen Fossilien- und archäologische Funde, kriminologische Aufklärungen und Entschlüsselungen der DNA in unvorstellbarer Präzision. Spurenlesen ist Informations- und Wissenserzeugung. Spurenrückverfolgung und Spurensicherung stellen deshalb jede Gesellschaft vor immense politische, ethische und sicherheitstechnische Herausforderungen.
Die 66. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft widmet sich deshalb der Spurensuche und dem Spurenlesen. Es geht im Tagungsprogramm um die Entstehung von ethischen Werten und ihrer Anwendung und Umsetzung in der Gegenwart. Es geht um den verantwortungsvollen Umgang mit Spuren und den Schutz der Privatsphäre. Es geht um die Ermittlung von Spuren im Körper und in der seelischen Befindlichkeit von Menschen. Vor allem geht es aber auch darum, aus den Spuren der Vergangenheit und den Geschehnissen der Gegenwart zukunftsfähige und nachhaltige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Dr. Dieter Korczak | 1. Vorsitzender
Freitag, 25.09.2009
Vergangenes
Beginn: 14.00 Uhr
14.00 | Eröffnung der Tagung
Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender der ISG
14.15 | Grußwort
Bernward Müller, Kultusminister Thüringen (vorgesehen)
14.30 | Grußwort
Andreas Bausewein, OB Erfurt (vorgesehen)
14.45 | Spur als philosophische Metapher
Prof. Dr. Bärbel Frischmann, Universität Erfurt,
anschließend Diskussion
16.00 | Pause
16.30 | Dem Samariter über die Schulter schauen -
Eine kritische Betrachtung des Utilitarismus
Dr. Frank Ahlmann, Zentrum für Ethik der Universität Kiel,
anschließend Diskussion
18.00 | Ende der 1. Session
18.15 | Mitgliederversammlung
Samstag, 26.09.2009
Gegenwärtiges
Beginn: 9.30
9.30 | Spuren im Datennetz – der Schutz der Privatsphäre
Marit Hansen, Unabhängiges Zentrum für Datenschutz
Schleswig-Holstein, anschließend Diskussion
10.45 | Pause
11.00 | Die neue Weltwirtschaftskrise:
Am Beginn der Talsohle des „Langen Zyklus“
Dr. Stefan Schulmeister,
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Wien,
anschließend Diskussion
12.15 | Seelische Spuren: Spurensicherung in der
psychoanalytischen Praxis
Prof. Dr. med. Cornelia Krause - Girth,
Hochschule Darmstadt,
anschließend Diskussion
13.00 | Mittagspause
14.15 | Umweltspuren im Körper – Hormonell wirkende Chemikalien
Dr. Marike Kolossa-Gehring,
Umweltbundesamt Dessau - Rößlau,
anschließend Diskussion
15.30 | The clock of the Long Now -
Spuren des langfristigen Denkens
Prof. Dr. phil. Holger Schulze,
Universität der Künste Berlin,
anschließend Diskussion
16.45 | Pause
17.00 | Befremdend nah.
Deutsche Vergangenheit bespiegelt
Dörte Wehmeyer, Künstlerin,
Köln und Mallorca
18.00 | Ende der 2. Session
19.30 | Gesellschaftsabend der ISG
Sonntag, 27.09.2009
Zukünftiges
Beginn: 10.00
10.00 | Lesung: Schweigen die Täter, reden die Enkel
Uwe von Seltmann, Journalist und Schriftsteller,
Leipzig und Krakau
10.30 | Pause
11.00 | Podiumsdikussion:
Die Spuren der Gegenwart bestimmen
nachhaltig das Bild der Zukunft
Dörte Wehmeyer, Uwe von Seltmann,
Sebastian von Johnston (Zeitgeschichtler, München),
Stephan Siemens (Philosoph, Köln)
13.00 | Tagungsende
Informationen
über Referentinnen und Referenten
- Bärbel Frischmann, Prof. Dr.,
ist Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte der Philosophie II
des Seminars für Philosophie an der Universität Erfurt
- Frank Ahlmann, Pastor Dr. theol.,
ist wissenschaftlicher Angestellter am interdisziplinären Zentrum
für Ethik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Marit Hansen, Informatikerin,
ist stellvertretende Datenschutzbeauftragte
des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz
Schleswig-Holstein in Kiel
- Marike Kolossa-Gehring, Dr. rer. nat.,
ist Leiterin des Fachgebiets „Toxikologie,
humanbezogene Umweltbeobachtung“ im Umweltbundesamt
in Dessau-Rößlau
- Cornelia Krause-Girth, Prof. Dr. med.,
Psychoanalytikerin, Lehrstuhl für Klinische Psychologie
an der Hochschule Darmstadt
- Stephan Schulmeister, Mag. rer. soc. oec.,
Dr. jur., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung in Wien
- Holger Schultze, PD Dr. phil.,
ist Stiftungsprofessor für Historische Anthropologie
des Klangs an der Universität der Künste Berlin
- Stephan Siemens arbeitet als freier Philosoph
im „Club Dialektik“ in Köln
- Sebastian von Johnston, Zeitgeschichtler,
war Lektor beim Ullstein- und Melzer-Verlag
und ist auf einem schlesischen Schloss aufgewachsen
- Uwe von Seltmann, Journalist,
Ex-Chefredakteur der sächsischen Wochenzeitung „Der Sonntag“,
Autor von „Schweigen die Täter, reden die Enkel“ (2006)
- Dörte Wehmeyer, Magister,
Konzeptkünstlerin, Psycholinguistin,
Studium der Bildhauerei bei Wolf Glossner,
seit 1995 freischaffende Künstlerin
Allgemeine Informationen
Ort und Zeit
Die Tagung findet vom Freitag den 25.09.2009 ab 14 Uhr
bis Sonntag, den 27.09.2009 bis ca. 13 Uhrim Mercure Hotel Erfurt Altstadt,
Meienbergstraße 26–27,
99084 Erfurt,
Tel.: 0361/ 59 49-504, statt.Tagungsgebühren
Für Mitglieder
60,- € / Person für die gesamte Tagung
40,- € Tageskarte / Person nur Samstag
30,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur SonntagFür Gäste
130,- € / Person für die gesamte Tagung
40,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur Sonntag
80,- € Tageskarte / Person nur SamstagFür Studenten und Schüler (m. Nachweis)
40,- € / Person die gesamte Tagung
10,- € Tageskarte / Person nur Freitag oder nur Sonntag
20,- € Tageskarte / Person nur Samstag
Geselliger AbendEr findet am Samstag, den 26. September ab 19.30 Uhr
im Tagungshotel, statt. Der Preis pro Person beträgt 40,- € ohne Getränke.
BezahlungWir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Geselligen Abend auf das Konto Nr. 136600500, BLZ 370 100 50 bei der Postbank Köln.
Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt.
Bei Rücktritt bis 27.8.2009 wird der Tagungsbeitrag erstattet.
Hotels
In folgenden Hotel wurden Zimmer vorbestellt:Mercure Hotel Erfurt Altstadt,
Meienbergstraße 26–27,
99084 Erfurt, Tel.: 0361/ 59 49-504Der Preis mit Frühstück im EZ beträgt pro Nacht und Zimmer 97,- € (Straßenseite) und 109,- € (Innenhof) , im DZ 125,- € (Straßenseite) und 137,- € (Innenhof)
Hotel IBIS,
Barfüßerstr. 9,
99084 Erfurt,
Tel.: 0361/ 66410
Der Preis mit Frühstück im EZ beträgt 79,- € , im DZ 89,- € pro Nacht und Zimmer
Wir bitten zu beachten, dass die Reservierung verbindlich ist. Die Zimmer werden direkt bezahlt. Bei einer evt. Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotels vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Für evt. entstehende Kosten haftet die ISG nicht.
Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass die vereinbarten Sonderkonditionen für die Hotels nur für einen begrenzten Zeitraum gelten, daher empfiehlt es sich, Ihre Anmeldung möglichst schnell an uns per Post (Antwortkarte) oder per Email an daniela.eiden@moosburg.org abzuschicken.
RahmenprogrammStadtführung in Erfurt am Freitag, den 25.09.2009 um 9.45 Uhr ,
Treffpunkt: Tagungshotel. Anmeldung erwünscht.
Für Freitag, den 25. September. haben wir in einem Restaurant in der Erfurter Altstadt Plätze vorbestellt. Anmeldung erwünscht.
AnfahrtBeide Hotels befinden sich in der Stadt, in der Nähe des Bahnhofs.
In den Hotels sind Parkmöglichkeiten vorhanden.
Rückblick auf 2008:
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Interdisziplinäre Studiengesellschaft e. V.
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| Informationen über die Vortragenden und Vorträge
JanTonnemacher
Thomas Markert
Silvia Horsch
Mechthild Neises
Hartwig Weber,
Thomas Laue
Almut Baumgarten
Ingo Wegerl
Thomas Kufen
Wolf Renschke
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Rückblick auf 2007:
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Vom Traum zum Albtraum
Moderne Perspektiven
der Psychoanalyse, Traumforschung, Phylosophie, Soziologie und Kunst, |
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Vom 19. bis 21. Oktober
2007 fand die 64 Jahrestagung der ISG,
Vorwort Der Traum ist ein Erlebnis im Schlaf und häufig Bestandteil von Phantasiewelten. Die Bedeutung von Träumen beschäftigt seit der Antike die Menschheit. Das Interesse hat nicht nachgelassen, im Gegenteil, sowohl durch die physiologischen Studien von Hirnforschern wie durch die psychotherapeutische Technik des >luziden< Träumens oder >Klarträumen< eröffnen sich neue Räume in der Traumforschung. Die Auswirkungen von Träumen auf das wache Leben sind dagegen kaum reflektiert, trotz zahlreicher anekdotischer Berichte. Auch inwieweit Wachträume das individuelle und gesellschaftliche Leben tangieren (können), ist bis heute weitgehend unbeantwortet geblieben. Träume und Albträume bieten sich daher als Tagungsthema in offensichtlich verunsicherten Zeiten förmlich an. Träume, Wunschträume, Tagträume können traumhaft schön sein. Sind sie es nicht, können sie Angst und Panik hervorrufen, kann der Traum zum Albtraum werden. Träume sind einerseits das Skript unbewusster Verarbeitungsprozesse von Gegenwart und Vergangenheit, die assoziative Aneinanderreihung und Durchmischung verschiedenartigster Impulse. Andererseits spiegeln sich in ihnen visionäre Zukunftserwartungen, sowohl bei Utopisten (z.B. Morus, Campanella, Owen, Huxley) wie bei (politisch) aktiv handelnden Menschen (z.B. Martin Luther King >I have a dream<). Auf der gesellschaftlichen Ebene ließe sich sogar eine Chronologie von Träumen und Albträumen konstruieren:
Die skizzierte Dialektik von Traum und
Albtraum mit ihren individuellen und gesellschaftlichen Dimensionen ist ein
hervorragendes Thema für die Jubiläumstagung der ISG, da diese wissenschaftliche
Gesellschaft vor 6o Jahren in Bad Pyrmont gegründet wurde, um einer Wiederholung
des Albtraum des Naziregimes und des 2. Weltkriegs entgegenzuwirken. Zu den
Gründervätern gehörten u.a. der Psychiater Gustav Störring, der Philosoph
Romano Guardini, die Psychologen Wilhelm Hische und Wolfgang
Metzger, die Theologen Pastor Bodelschwingh und Pater Genorosus
Marquardt.
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| Rückblick
auf den Programmablauf
Freitagnachmittag, 19.10.2007
(Beginn: 14.00 Uhr)
Samstagvormittag, 20.10.2007 (09.00 - 12.00) Session Leben
Samstagnachmittag, 20.10.2007 (14:30-18:oo Uhr) Von Dämonen, Visionen und schönen Gesängen
Sonntagvormittag, 21.10.2007 (09:30-12:30 Uhr) Session Albtraum Traum, Trauma und Trauer Kaffeepause (10:30-11:00) |
| Abstracts der Vorträge
Traum und
Realisierung: Auf solchen eher theoretischen Überlegungen beruhen die Beschreibungen typischer Bauten. Als entlarvendes Musterbeispiel wird Lequeus Projekt eines geisterhaften Landhauses vorgestellt, dessen Deutung manche Schattenseiten von Le Corbusiers weißen Villen und anderen modernen Bauten erhellt. Das Nachdenken über Lequeus Gewitterstimmungen führt zum Lob des Nutzens der Straßenbeleuchtung und Energiezentralen, das heißt, der Helligkeit im Außen, die das Dunkel im Innen erträglich macht. Es lässt sich sagen, dass die Unruhe, die in der Welt ist, unweigerlich auch
ihre Auswirkungen in der Architektur hat. Wiener Architekten wie Hollein,
Pichler, Abraham haben schon in den 6oer Jahren in ihren
antiutopischen Projekten auf ein sich ausbreitendes Unbehagen in der
bürgerlichen Gesellschaft verwiesen. Aber es gibt nach wie vor (ganz real)
gepanzerte, Sicherheit versprechende Häuser wie zum Beispiel Paul Virilios
Bunkeradaptionen, David Adjayes Dirty House in London oder Shin
Takamatsus Zahnarztklinik in Kyoto. Ebenso gaukeln die umschlossenen
Siedlungen des >New Urbanism< glückversprechende Idyllen vor. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Monika Kritzmöller zeigt an konkreten Werken der bildenden Kunst auf, wie sich Gesellschaft und Kreativität miteinander vernetzen, dies mit wechselnden Themen und auch wechselnden Aufgaben einer freien, keinem Herrn verpflichteten Kunst. Der Kultursemiotiker und Bariton Hartwig Frankenberg singt und analysiert Arie Antiche als Ausdrucksform des >Belcanto< und spannt mit »schönen Gesängen« den Bogen eines Lösungsansatzes vom Barock bis zur Gegenwart. Wenn es den Traum eines Traumes gibt: Gilt es, als Aufgabe eines kritischen Bewusstseins Dämonen zu projizieren oder vielmehr mit Kunst Visionen des »Schönen« zu beschwören?
Traum, Trauma und Trauer -
Zum Selbstverständnis des Realitätsverständnisses - Wenn wir unsere Träume nicht selbst zu kritisieren lernen, überlassen wir sie damit der Kritik der Realität. Denn ein Traum, der die Wirklichkeit verkennt, verkehrt sich in seiner Verwirklichung in einen Albtraum. |
| Referenten - Information
Dr. Dieter Korczak, Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau |
| Veranstalter und Tagungskonzeption
Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG), Weitere Informationen: |
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Inhalt und Grafik by ISG
(Interdisziplinäre Studiengesellschaft e. V. München)
Layout by peter bechen