R e c h t s c h r e i b u n g
bei subventionsberater.de

Daß sich viele Menschen, nicht nur während ihrer Schulzeit, mit der Rechtschreibung schwer tun, ist hinlänglich bekannt. Diese Schwierigkeit wird durch permanente und penetrante Reizüberflutung noch intensiviert. Wenn wir uns nicht wie üblich verbissen und statt dessen tolerant zeigen könnten, würde es niemanden schmerzen, daß nicht alle immer ausgeprägte Rechtschreibathleten sind. Niemand könnte Komplexe davontragen und keinem würden Nachteile entstehen, weil er sich schriftlich nicht perfekt bzw. fehlerfrei auszudrücken vermag. Erst vor etwa 100 Jahren sind die Regeln der bis vor kurzem noch gültigen, uns allen trotz allem noch eher geläufigen Rechtschreibung entwickelt worden. Davor haben die Menschen geschrieben, wie ihnen der Mund pardon die Hand gewachsen war, mal so und mal so, Hauptsache verständlich. Selbst Goethe und Schiller haben nicht alle Worte immer gleich wiedergegeben, Goethe sagt man sogar nach, daß er Legastheniker gewesen sei.

Erst in unserer Zeit entstehen Nachteile für diejenigen, die sich nicht rhetorisch perfekt artikulieren oder schriftlich mitteilen können. Und genau in diese Zeit hinein wird nun eine neue Rechtschreibung aufgepfropft, werden lieb gewonnene Schreibgewohnheiten abrupt unterbunden. Statt das Schriftwesen zu vereinfachen, wird es so eher entfremdet, wird die sprachliche Identitätsfindung des Einzelnen erschwert, noch dazu, da die der neuen Rechtschreibung zugrunde liegenden Regeln sich keineswegs in jedem Fall logischer gestalten. Um diesem hieraus resultierenden Identitätsverlust entgegen zu wirken, werden wir die ,,alte" Rechtschreibung beibehalten. Gelegentliche Rechtschreibfehler werden dennoch auftreten und Ihnen Ihren Genuß an unseren Seiten hoffentlich nicht verderben.

Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - unterhaltsamer RechtschreibratgeberFür diejenigen unter uns jedoch, die sich auf keinen Fall blamieren wollen und die sich deshalb unbedingt die neue Regeln des nicht gerade demokratisch zustande gekommenen Gremiums namens Rechtschreibkommision zueigen machen wollen (Autoren gehören natürlich nicht zu dieser Zielgruppe, da diese ja, lt. Kommision auch weiterhin schreiben dürfen, wie sie wollen, egal, ob sie dann von Schülern auch in vorbildlicher Weise gelesen werden können), seien  die Zwiebelfisch-Kolumnen von Bastian Sick unter SPIEGELONLINE empfohlen, die inzwischen auch als Taschenbücher von KiWi auf dem Markt unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache" (ISBN-13:978-3-462-03448-6) vertrieben werden. Dieser Bastian Sick führt nicht nur der Süddeutschen Grammatikbesonderheit vor, sondern spiegelt die modernen schriftsprachlichen Absurditäten unserer Zeit insgesamt in einer angenehm unterhaltsamen Art, wie sie Schulbüchern leider abgeht. Vielleicht wäre es ratsam, die Sick'schen Ausführungen als Sprachbücher den Kultusministerien ans Herz zu legen, auf dass auch Schule lebenwerter werde. Ein unterhaltsames Beispiel ist der folgende Auszug aus seinem Buch (Seite 73), welches ein Informationsverarbeitungsphänomen des Menschengehirns veranschaulicht, mit dem u. U. Lese- Rechtschreibschwache so ihre Probleme haben:

 

Gemäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit
witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot
snid, das ezniige, was wcthiig ist, ist dsas der estre und der
leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion sehten. Der Rset
knan ttoaelr Bsinöldn sien, todzterm knan man ihn onhe
Pemoblre lseen. Das legit daarn, dsas wir nihct jeedn
Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gnaezs.

 
Viel Vergnügen wünscht

Ihre <subventionsberater.de> -Redaktion.

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