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I•R-kl
 
  Moskau Inkasso: Von den Medien hofiert - von Staatsanwaltschaften verfolgt    
       
 
  Während auf Kabel 1 das Scripted Reality-Format * Die Geldeintreiber - gnadenlos gerecht * gesendet wurde, in dem zufälligerweise 2 Geldeintreiber der Organisation Moskau Inkasso mit vermeintlichem Sitz in Bosna, Herzegowina gemeinsam mit dem Rechtsanwalt M. A. H. ( Vorsitzender des CDU Ortsverbands Wienhausen und Mitglied der Rechtsanwaltskammer Celle ) vor der Kamera * agierten *, hat die auf Wirtschaftsstraftaten spezialisierte Staatsanwaltschaft Stade nach mehr als 5 Jahren ihre Ermittlungen abgeschlossen und gegen den ehemaligen Celler Stadtrat ( CDU ) und Initiator von Moskau Inkasso W. H. ( genannt Chef ), J. M. ( alias Igor Kulikow ) und die im Hintergrund agierende M. J. u. a. wegen gewerbsmäßigen Betruges Anklage erhoben.

Nach Angaben des Senders Kabel 1 handelt es sich bei den Geldeintreibern und dem Anwalt zwar um Personen, die im wahren Leben als Geldeintreiber bzw. Rechtsanwalt arbeiten, die Sendung * Die Geldeintreiber * würde aber kein tatsächlich existierendes Inkasso-Unternehmen darstellen.

 
  Knapp daneben ist auch daneben: Pünktlich zum Sendestart erfolgte die Aktivierung der Domain www.diegeldeintreiber.de, die unter Hinweis auf die Kabel 1-Serie beworben wurde:

 
 
  " ... die Geldeintreiber aus der TV Sendung auf Kabel 1, 26. bis 30. März - das sind wir. Die Mitarbeiter von Moskau Inkasso. Wir sind ein zugelassenes Inkasso ... "  

 
  Auch auf der Domain von Moskau Inkasso erfolgte im bekannten * Modus operandi * die verlinkte Vorankündigung der Serie:

 
 
  " Die Geldeintreiber von MOSKAU - INKASSO auf Kabel 1 Montag 26.03. bis Freitag den 30.03.2012 täglich ab 19.00 Uhr "  

 
  Die Bild am Sonntag und ihr Protagonist Moskau Inkasso

 
  Die BAMS hat am 08.04.2012 noch einen drauf gesetzt, indem die für investigative Recherche zuständigen Autoren die Schlagzeile " Moskau Inkasso will 40.000 Euro von ..." produzierten.

Dabei fragt man sich schon, was die Autoren bewogen haben mag, Moskau Inkasso zu zweifelhaftem Ruhm zu verhelfen.

Laut BAMS hat das Landgericht Berlin in seinem Urteil die Beklagte, eine GmbH mit Sitz in Spanien verurteilt, an die Klägerin für eine PR-Beratung 40.500 Euro zu zahlen.

Es stellt sich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage gegen den Inhaber/Geschäfsführer persönlich vollstreckt werden soll ?

Für die Klägerin und ein im Rahmen unserer Gesetze liegendes Vollstreckungsbegehren wäre zu klären, ob die spanische GmbH möglicherweise mit der in 2005 in der Schweiz gegründeten namensgleichen GmbH rechtlich identisch ist - ein Blick auf die Domainumleitungen des spanischen Webauftritts im Oktober 2010 auf den bis auf die Adressdaten identischen schweizerischen Webauftritt läßt dies vermuten.

Dann könnte man den Titel in der Schweiz durch die zuständige staatliche Stelle ( ! ) gegen die GmbH zügig und rechtswirksam vollstrecken lassen.

 
  Artikel der BAMS gesperrt

Inzwischen wurde der Artikel, der auch in der Welt am Sonntag erschienen ist, gesperrt - zumindest beim Axel Springer Verlag.

Die Protagonisten haben den Artikel gescannt und auf ihrer Domain veröffentlicht - ein Problem, mit dem man bei der Axel-Springer-Gruppe wohl nicht gerechnet hat.

 
  Der Werbespot von Moskau Inkasso mit einer Frage des Moderators an seine Gäste in der Sendung Hart aber fair

Als Herr Plasberg in seiner Sendung Hart aber fair vor einiger Zeit die Frage stellte " Wollen Sie dann einen Möbelwagen mit Moskau Inkasso vor die Tür fahren ? " nahm Moskau Inkasso dies zum Anlass einen Werbespot auf der eigenen Homepage zu kreieren:

 
 
     
  Haus- und Wohnungsräumungen ?

 
  Herr Plasberg mit seiner Frage: " Wollen Sie dann einen Möbelwagen mit Moskau Inkasso vor die Tür fahren ? "

 
  Mietnomaden ?

 
  Herr Plasberg mit seiner Frage: " Wollen Sie dann einen Möbelwagen mit Moskau Inkasso vor die Tür fahren ? "

 
  Mietforderung ?

 
  Herr Plasberg mit seiner Frage: " Wollen Sie dann einen Möbelwagen mit Moskau Inkasso vor die Tür fahren ? "

 
  Moskau-Inkasso.com - Wir arbeiten weltweit  

 
  Auf Nachfrage hat der WDR erklärt, daß der Werbespot dem Sender bisher nicht bekannt war. Eine Erlaubnis das Logo und Herrn Plasberg zu diesem Zweck zu verwenden wurde nicht erteilt.  
   
     
 


 
Incorrupta-Reporting  
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