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Der Dollar ...
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als
Leitwährung seit Bretton Woods
Informationen zu Bretton Woods unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-System

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USA 2005:
Leistungsbilanzdefizit:
700 Billionen Dollar
Staatsverschuldung: 40 Billionen
DIE ZEIT Nr. 5 2006 Seite
28 v. 26.01.06:
"Amerika führe zunehmend mehr Güter ein, als es exportiere;
ausländische Notenbanken und Privatinvestoren horten im Gegenzug
Dollars und geben Amerika Kredit. Der resultierende
schuldenfinanzierte Wohlstand in Amerika sei nichts, als eine Illusion
... [e]s drohe ein Dollarcrash, eine Rezession ...
Mit
Glück könnten sich all die .... Pobleme ganz von selbst in Wohlgefallen auflösen ... [s]ollte
das Wachstum außerhalb Amerikas weiter anziehen .... könnte es um das
amerikanische Haushaltsdefizit und die überschuldeten Privathaushalte
der USA bald besser stehen. Das problematische amerikanische
Leistungsbilanzdefizit ist unter anderem ... so groß, weil die Nummer
zwei und drei der Weltwirtschaft - Japan und Deutschland - lange Jahre
nur kümmerlich gewachsen sind. [...]
... könnte der
amerikanische Verbraucher Zeit zum Pausieren haben, nachdem er mit
seinem exzessiven Konsum ... das Wachstum der Weltwirtschaft [2002 /
03] fast im Alleingang bestritt."
USA 2008:
DIE ZEIT Nr. 40
Titel v. 25.09.2008:
Helmut Schmidt; Altbundeskanzler:
"Die amerikanische Leistungsbilanz ist seit
Jahren hochdefizitär, weil [.] Amerikaner nicht sparen, sondern [.]
gewohnt sind, sich zu verschulden. Das gilt [...] vor allem [auch] für
den Staat USA. [...] Das Defizit der US-Leistungsbilanz lag zuletzt
zwischen fünf und sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Seit
mindestens einem halben Jahrzehnt lässt sich die amerikanische
Gesellschaft ihre Investitionen und ihren Konsum zu fünf, sechs oder
sieben Prozent von Ausländern bezahlen, von Chinesen und Japanern, von
Europäern und Russen.
Auf der anderen Seite steht die Anhäufung von Schuldscheinen in den
Händen dieser Ausländer, Schuldscheine im Wesentlichen des
amerikanischen Staats, niedrigverzinsliche Staatspapiere. Die Chinesen
könnten mit diesen Papieren Politik machen, indem sie drohen: Wir
verkaufen sie. Das werden sie wahrscheinlich nicht tun; aber sie
können damit Rohstoffquellen einkaufen - das tun sie schon, in Afrika
und Zentralasien beispielsweise. Die Chinesen könnten sogar zu Rettern
amerikanischer Banken werden, indem sie die gescheiterten
Investmentbanken und Fonds aufkaufen und so das amerikanische System
stützen. Die Amerikaner werden das nicht gerne sehen und versuchen, es
zu verhindern."
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Seit Bretton Woods, nachdem Englands
Währung durch die Weltkriege und amerikanische Finanzspekulationen in die Knie gezwungen
worden war, gilt der amerikanische Dollar als Leitwährung.
Unter
welchen Bedingungen es hierzu kam und welche Auswirkungen diese Konferenz
bewirkte, beschreibt Anton Zischka wie folgt:
,,Nur hatten die Vertreter der 44 Staaten,
die am 1. Juli 1944 in Bretton Woods zusammentraten, praktisch nichts zu sagen, sondern
nur gutzuheißen, was in Washington beschlossen worden war. Es war zudem eine reine
»Konferenz der Sieger«, die Neutralen ebenso wenig zugelassen wie die »Feindmächte«.
Auf der Tagungsordnung stand die Gründung eines
Welt-Währungsfonds
und einer
Welt-Bank. [...]
Präsident
Roosevelt und Morgenthau
erklärten, eine neue Verrechnungseinheit sei völlig überflüssig, als die könne eben
so gut der Dollar dienen, [...] » Was ist der Dollar? Das ist ein lokales Wertmaß, weiter
nichts, für Zahlungen von Amerikanern in Amerika. Der Dollar hat keinen internationalen
Stand und ist gesetzliches Zahlungsmittel allein in den Vereinigten Staaten. Es mag
beweisbar sein, dass der Dollar eine [.] Golddeckung hat [...]. Aber was für eine Art
Deckung ist das? Eine Menge Goldbarren, begraben in Fort Knox, deren Preis jederzeit
geändert werden kann nach der Laune eines >Staatsmanns<. Der Dollar kann vom
Kongress ebenso leicht entwertet werden, [...] Aber die Machtverhältnisse waren klar.
[...]
Im Jahre 1944 aber brauchten alle Teilnehmer der Bretton Woods- Zusammenkunft
amerikanische Kredite und amerikanische Lieferungen, und so wurde der Dollar dem Gold
gleichgesetzt, ein entsprechendes Abkommen am 22. Juli 1944 unterzeichnet. Allerdings nur
von 32 Staaten. Die Sowjetunion und elf andere verweigerten die Unterschrift. [...]
Bis
zu Bretton Woods galt:
Ein Staat, der
sich in einer fremden Währung verschuldete, d. h. in Zahlungsmitteln, die er nicht selber
zu schaffen vermochte, verlor seinen Kredit, sobald er Zinsen und Amortisationen nicht
pünktlich beglich. Für die Vereinigten Staaten aber gab es nun keine »fremde« Währung
mehr. Sie konnten überall auf der Welt kaufen und überall Schulden machen, denn sie
brauchten zur Bezahlung ja nur Dollars zu drucken. Dieses Dollardrucken kam auch dem
Drucken von Pfund, Schweizer Franken oder Mark gleich, jeder Währung der Bretton
Woods- Unterzeichner und späteren Währungsfondsmitglieder (Seite 273).
Auf
Grund der Zahlungs- und Ausgabenmentalität der amerikanischen Gesellschaft
und Finanzwelt, führte dies zu einer Situation, die auch wir Deutschen seit
den Siebzigern sehr deutlich zu spüren bekommen haben:
Aber
außer für Güter gaben die Vereinigten Staaten 1946—60 über 496 Milliarden
Dollar im Ausland aus, davon 242 Milliarden für »reine« Militärhilfe, 160
Milliarden indirekt für militärische Zwecke, den Rest vorwiegend für
Auslands-Direktinvestitionen. Bereits 1950-60 betrug so das amerikanische
Zahlungsbilanzdefizit 18 Milliarden Dollar. 1960-70 waren es 75,6
Milliarden, und allein 1961-1971 stiegen die Auslandsmehrausgaben von 1,3 auf 31
Milliarden. Im Jahre 1984 überschritt das Defizit hundert Milliarden Dollar, in diesem
einen Jahr war es höher als die kumulierten Defizite des ganzen neunzehnten Jahrhunderts.
Dieses
riesige Zahlungsbilanz-Defizit machte den Dollar zu einem Welt-Problem, denn
selbst die »Federal Reserve Bank of New York« stellte in einer im Juni 1984
veröffentlichten Studie fest, dass es bisher noch
keinem Land gelang, Zahlungsbilanz-Fehlbeträge von zwei bis drei Prozent des
Bruttosozialprodukts selber zu finanzieren. Auch das amerikanische Defizit wurde und wird
vom Ausland gedeckt, und die Schicksalsfrage ist, wie lange das noch möglich ist. (Seite
273)
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Unter
dem Titel "Der
Tag der Abrechnung naht!" warnt
der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in stern Nr 41 am
05.10.2006 auf den Seiten 200 ff vor der Krise des globalen Kapitalismus
und empfiehlt als Vermeidungsstrategie die Verteilung der Reichtümer. Er
konstatiert unumstößlich, dass die aktuelle Globalisierung letztendlich
korrigiert bzw. reformiert werden wird:
"Die
Frage ist nur, ob diese Veränderungen geordnet von statten gehen oder ob
es zu Krisen kommt. Denn im Moment ist es ja so: Das Geld fließt von
unten nach oben, von den Armen zu den Reichen. Die USA, das reichste
Land der Welt, leihen sich jeden Tag zwei Milliarden Dollar bei ärmeren
Ländern ...
... weil die ärmeren Länder und insbesondere China von den USA
Dollar-Anleihen kaufen, um sie als Währungsreserven zu halten.
Diese
Anleihen sind wie ein Kredit, den die Entwicklungsländer den USA
einräumen. Doch sie bringen nur sehr niedrige Zinsen. Wenn Länder dieses
Geld anders anlegen oder gar investieren würden, dann könnten sie viel
mehr verdienen. Jedes Jahr werden der Weltwirtschaft damit 750
Milliarden Dollar an potenzieller Kaufkraft entzogen. So verhindern die
hohen Reserven im angeblich harten Dollar wirtschaftliche Entwicklung,
tragen gar zur globalen Instabilität bei. Und zugleich verschulden sich
die USA immer weiter. [...]
Der
Dollar wird immer schwächer, er ist eigentlich keine Währung mehr, die
man sich in den Tresor legt. Und je schwächer der Dollar wird, umso mehr
Länder wollen ihre Reserven verkaufen. Dieser Ausstieg kann geordnet und
reibungslos verlaufen. Dann würde die US-Wirtschaft zwar einige Jahre schwächeln, aber viel mehr würde nicht passieren. Doch es
kann auch zu einer Flucht aus dem Dollar kommen. Dann würden die USA in
eine Rezession stürzen.

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