Die
Zukunft des Grundgesetzes,
des Staates und der staatlichen Institutionen
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| Angesichts der
Trümmer des Krieges und des Elends des geschundenen Volkes, vor allem der
Lohnabhängigen, und unter dem Eindruck des Einflusses sozialistischer Tendenzen in
Osteuropa, entschieden in der Nachkriegszeit von 1949 die geistigen Urheber unseres
westdeutschen Grundgesetzes, daß Eigentum zwar in private Hände gehöre, daß aber die
Erfahrungen der Vergangenheit, welche die sozialen und politischen Auswirkungen der
ungezügelt freien kapitalistischen Privatwirtschaft zu Genüge gezeigt haben, daß
staatlicherseits für soziale Gerechtigkeit zu sorgen ist. Ludwig Erhard´s (1897 - 1977) soziale Marktwirtschaft zielte auf den Schutz der Menschen vor den Risiken eines unbeschränkt freien Marktes. |
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Schatten der vor allem von den Großkonzernen (/Kartellen) mit allen Mitteln forcierten
Globalisierung, werden heutzutage derartige Sicherungen latent und auch unverhohlen
rigeros abgebaut (siehe <MAI>), ja sogar umgekehrt. Basis dazu bildet vorgeblich die Wiederauferstehung
einer alten Wirtschaftstheorie - der <Neoliberalismus>. Wie
sich die Anhänger der freien Marktwirtschaft, also des absoluten Kapitalismuses den
zukünftigen Staat vorstellen, erfahren wir von Lester C. Thurow, Professor der
US - amerikanischen Yale - Universität aus dessen Buch ,,Die Zukunft des
Kapitalismus": |
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Der Prof. stellt fest, daß der Hauptantrieb für dieses System zwar den niedrigen Instinkten des Menschen entspringt, daß aber der Kapitalismus die einzige Wirtschafts- und Gesellschaftsform sei, welche die Befriedigung der Bedürfnisse der ,,Menschen" um nicht zu sagen der Menschheit, zu leisten vermag. Alle anderen Systeme hätten eindeutig versagt, da sie nicht den Neigungen der Spezies Mensch entsprächen. Die einzige sinnvolle Aufgabe, die ein Kapitalist in staatlichen Institutionen in der Zukunft noch finden kann, ist das Aufrechterhalten der Ruhe der Bürger und der Ordnung im Land, was auf unterschiedliche Weise zu bewerkstelligen sei. Alles andere könnten private Organisationen besser bewerkstelligen. Auf dieser Basis sei auch die zunehmende Entwicklung privater Sicherheitskräfte und der Abbau staatlicher Kompetenzen und dessen zunehmende Schwächung zu verstehen. | ||||
| . Wie weit sich die entsprechenden wirtschaftlichen und politischen Funktionsträger in ihrem Denken bereits von Grundgesetz, Verfassung entfernt haben, zeigen die nachfolgenden Zitate aus öffentlichen Medien: |
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| .Der selbe Bourdieu sagt aber auch: »Wie die Energie verliert sich die Gewalt nie, sie ändert nur ihre Erscheinung. Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit sind Formen der Gewalt, und diese wirtschaftliche Gewalt kehrt in anderer Form und an anderen Orten wieder - auch als Gewalt der Menschen gegen sich selbst, mit Kriminalität, Alkohol, Drogen ...« (zitiert aus: Peter Köpf, Stichwort Globalisierung, ISBN 3-453-14851-7) |
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| Unter dem
Eindruck der aktuellen Entwicklung setzt sich Joschka Fischer in seinem
diesjährigen Buch mit der zerstörerischen Auswirkung des radikalen angelsächsisch -
amerikanischen Kapitalismuses auf die sozialen und kulturellen Strukturen unserer
Gesellschaft auseinander, wobei er diese Wirtschaftsform mit dem rheinischen Kapitalismus
vergleicht, der sich innerhalb gewisser Grenzen wenigstens ansatzweise noch um einen
sozialen Konsens bzw. Ausgleich bemüht haben soll. Um nun die Auswirkungen der grenzenlosen <Globalisierung> nach <US> - amerikanischem Vorbild zu kompensieren sieht er die Notwendigkeit der Aushandlung eines Gesellschaftsvertrages. |
Da
jedoch in unserem Staatswesen nach US - amerikanischem Vorbild, die Tendenz zur
Schwächung gegenüber der Kapitalmacht und eher die Entwicklung zum PR-Staat besteht, der
sich mit Mitteln der unterschwelligen, rhetorisch ausgeklügelten, taktischen
Meinungsbeeinflussung am politischen Leben erhält, ein Hort also für Rhetoriker,
Schauspieler, Großkapital oder wie Vidal Gore schreibt, für Familiendynastien, aber eben
kein Verteidiger der nicht durch die Macht der Lobby vertretenen. Unter einem solchen
Kräfteungleichgewicht werden wir auf Dauer kaum mehr von einer <Demokratie> sprechen können. Es wird m.E. die Zeit kommen, in der Konzerne vor allem auf ,,rationelle" Weise Staatsaufgaben in unserer Informations- und ,,Blaupausen"- Gesellschaft übernehmen werden. Entsprechende Filme aus Hollywood bereiten uns ja seit Jahren darauf vor. |