| MANIPULATION ===================== in Deutschland in Politik und Wirtschaft als Mittel der Vorteilsbeschaffung Wieviel Manipulation verträgt der Mensch? |
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Manipulation und Demokratie Seit dem Wahlabend des Jahres 2005, also seit dem 18 September ist Manipulation wieder ins Rampenlicht öffentlichen Bewusstseins gerückt. Der Begriff mit grundlegender Bedeutung für das Miteinanders der Menschen und Institutionen in unserem Land ist in diesem Zusammenhang aus dem Mund des zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Bundeskanzlers entschlüpft - Manipulation als unlautere Methode der Vorteilsbeschaffung. Der seit Oktober 2005 trotz anfänglich nicht ganz unberechtigtem machtvollen Imponiergehabe, im Gemauschel um die besten Einkommensplätze für Nachrücker und Königsmacher schließlich doch noch sang- und klanglos als Altkanzler entschwundene Gerhard Schröder, bezichtigte Medien und sonstige Meinungsbeeinflussungsinstrumentarien diverser Interessensgruppen der Meinungsmache übelster Art im von ihm selbst und seinem für ihn nachrückenden Berater herbeigeführten Wahlkampf.
Leserbrief im STERN 38/2005 S.13
Leserbrief stz 221/2005/S:18
Und natürlich wurde
danach wie auch schon davor auch das
Schröder'sche Lager von seinen Kontrahenten der unlauteren
Meinungsbeeinflussung bezichtigt (siehe Kirchhof). Von direkter
Wahlmanipulation, wie etwa in den USA vermutet, ist bislang allerdings
nicht die Rede gewesen - hoffen wir, dass es immer so bleibt.
stz 221/2005 Seite 18
"Ja, [..] ein ziemlich schwerer Fall ..." stz 221/2005 Titelseite
Spiegel Heft 12 bereits am 21.03.05:
SPD / Grüne sind
also faktisch
schon lange weg,
Desolate Geistlosigkeit kontra ...
opportunistische
Intelligenz?
Demgegenüber sind die Fähigkeiten der konservativen Möchtegerndahinein-pardon-binjadochschondrin- Anwärterin als Retterin der Nation überzeichnet worden, so dass der Eindruck entstand, als sei die Wahl, nicht zuletzt auch der Vernunft halber, längst entschieden (wobei gar nicht klar ist/war, was wirklich vernünftig ist/sei). Bei Gericht würde derartiges Tun als Vorverurteilung (ab-) gewertet werden.
Leserbrief stz 221/2005/S:18 Wie die tatsächliche (Volks-)Wahl den Durchschnittsmenschen schließlich gezeigt hat, war die zu diesem Zeitpunkt noch zukünftige Ichbinjaschon-Kanzlerin eben keineswegs Fakt, ob sie schließlich auch im Bundestag die Mehrheit erlangen würde, war noch völlig offen (oder etwa doch nicht?). Trotzdem ging es bereits am Wahlabend in der sogenannten Elefantenrunde der ÖffentlichRechtlichen weiter, wie zuvor schon gehabt. Ein konservativ moderierender, offensichtlich voreingenommener SchnauzbartkulleraugenJournalist (man mag mir meine potentialabbauende Polemik nachsehen) wandte sich gegen alle Gepflogenheiten unter Übergehung des noch zu hundert Prozent amtierenden Kanzlers zuerst an die 0,8 Prozent-mehr-kanzlerin ohne hundertprozentige Aussicht auf eine nachfolgende Kanzlerschaft. Man ...
stz 221/2005 Seite 4
... kann
natürlich geteilter Meinung sein, welche Höflichkeitsfloskel vorgeht,
Kanzler vor Frau oder umgekehrt? Als dann, gnädigerhalber viel später schließlich doch noch
befragt, sich der
zu diesem Zeitpunkt nicht unverständlich überreizte
... - ätsch, ätsch, dann war das alles halt auch nur taktisch ausgeklügelte Täuschung, da sage mir noch einer, Politiker seien nicht schlau - kein Merkelauftritt mehr seitdem ohne Stoiber, gell) fühlte sich gemüßigt, den schon genug Getretenen zuletzt auch noch über die Benimmschiene aufzuklären um ihn auch auf diese Weise noch zurecht zu weisen. In den darauf folgenden Tagen steigerte sich die hier in dieser Runde angeschobene Aggression gegen den vorgeblich unflätigen MöchtegernweiterhinKanzler in den gängigen Medien derart, dass sich dieser schließlich gemüßigt sah, sich bezüglich seiner Entgleisung zu entschuldigen, trotz des unhöflichen Stils des eindeutig parteiischen Journalisten, und trotz des Fakts, dass Frau Merkel bis dahin eben noch keineswegs sicher die zukünftige Kanzlerin sein würde. Seltsam, wo doch eigentlich gerade in den hierarchisch geordneten konservativen Kreisen Höflichkeit und guter Ton als Ausdruck kultureller Bildung und charakterlicher Überlegenheit gilt. Wenn das nicht Manipulation in subtilster Form ist/war, was dann?
Leider hat erfolgreiche Manipulation die Eigenschaft, nicht als solche erkannt zu werden, da sie ansonsten wirkungslos wäre. Inzwischen gilt auch diese Weisheit nicht mehr, denn jeder Fernsehzuschauer weiß um den Sinn und Zweck von Werbung, und fällt dennoch darauf herein, der offiziell eigentlich geächteten Sublimationstechnik sei in täglich zunehmendem Maße dank.
Leserinnenbrief DIE ZEIT 39/2005 Seite 24 Natürlich haben die öffentlichen Vorverurteiler ihre vorzeitige Aburteilung der ROT/GRÜNEN mit den Ergebnissen der etablierten Umfrageinstitute zu begründen versucht, welche schon lange vor der Wahl auf das Ende von Rot/Grün im Bund als einem unumstößlichen Ergebnis der Meinungsumfragen in der Bevölkerung hingewiesen hätten. Wir wissen dabei aber alle, dass gerade auch bei diesen Instituten der Grundsatz gilt, wessen Brot ich ess, dessen Lied ich pfeif. Die nachfolgend zitierte Email eines Soziologiestudenten verdeutlicht, wo der Hase dazu begraben liegt:
(siehe hierzu auch: Giovanni di Lorenzo mit 'Aus der Rolle gefallen - wenn Journalisten Stimmung machen, setzten sie ihr höchstes Gut aufs Spiel, die Glaubwürdigkeit' in DIE ZEIT 40/2005 Titelseite) Bereits vor mehr als dreißig bis vierzig Jahren, in den Zeiten der außerparlamentarischen Opposition der Studentenbewegung in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern der Nachkriegszeit im letzten Jahrhundert, also kurz nach den Zeiten totalkonservativer Weltanschauung, war die Bedeutung des Begriffs Manipulation just von den medial in den letzten Jahren so gern geschmähten Achtundsechzigern ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt worden, als vom Muff der 1.000 Jahre, von der Täuschung der einfachen Menschen in diesem Lande durch autoritäre, selbstherrliche Instanzen die Rede war. So kurz nach der erfolgreichen Bewusstseinsbeeinflussung bzw. -trübung durch den Hexenmeister der Nazis, den aalglatten Dr. (ach so, der auch) Joseph Göbbels, lag diese Entwicklung auf der Hand, und es wäre sinnvoll gewesen, die Aufhellung dieser Begrifflichkeit der Beeinflussung der öffentlichen Geisteshaltung auf der Basis von eigenem Bewusstsein weiter fort zu schreiten, denn Manipulation beinhaltet den bösen Kern der Entmündigung, und entmündigte Bürger sind nun mal nicht Nährboden für demokratische Strukturen auf moralisch ethischer, humanitärer Grundlage. Wer Manipulation anwendet, tut dies ausschließlich zum eigenen, egoistischen Nutzen, um Vorteile zu erzielen, die zu erlangen bei öffentlicher Bewusstwerdung der intendierten Manipulation nicht möglich wäre, es sei denn, die Apathie der/des Betroffenen wäre schon so hoch, dass deren/dessen Selbsterhaltung bereits total gelähmt ist, ein Zustand, an dem wohl seit langer Zeit schon fleißig gearbeitet wird (siehe hierzu auch Unterhaltungsindustrie/-medien). Manipulation intendiert eindeutig das Übervorteilen der übrigen Mitglieder einer Gemeinschaft zu eigenen Gunsten und ist somit auch im christlich moralischen Sinn nicht nur höchst verwerflich sondern zeitigt letztendlich Ergebnisse, denen eine erruptive Energie innewohnt.
Basisdemokratische Entwicklungen sind auf der Basis von Täuschung und
Übervorteilung immer dem Untergang geweiht, da manipulative Beeinflussung
zum Zweck der forcierten Willensbildung, basierend auf propagandistischer
Desinformation seitens der Politik und der Wirtschaft, gerade auch in der
Form kommerzieller oder sonstiger Werbung, dem Grundprinzip jeder
Basisdemokratie zuwiderläuft. Auch scheint die deutlich registrierbare kollektive Vergesslichkeit der Menschen dazu beizutragen, dass man die Durchschnittsbevölkerung nur zu leicht an der Nase herumführen kann. Vergessen ist die Vergangenheit jener Ehrenwortherrschaften, die dem Osten die DM für die nachfolgenden Ausbeinung der neuen Bundesländer durch die Gier der Spekulanten und anderer Mitglieder dieser Spezies und uns allen die unüberwindbaren Insolvenzschulden über eine Billion Euro gebracht haben, mit deren vorgeblichen Beseitigung in der nahen und weiteren Zukunft sich unsere vorgeblich der Wahrheit verpflichteten Politprofis auch weiterhin goldene Nasen holen werden. Leider helfen da die 50 Riesen (=50tausend) vom Schätzchen für den Spendenspezialisten auch nicht weiter, der sich erst jetzt wohl offiziell auch als Verantwortlicher bei vergangenen Waffenschiebereien zu erkennen gab (Waffenschieberei = Chefsache?), um einem seit Jahren flüchtigen Vorteilsnehmer zur baldigen Freiheit zu verhelfen. Aber vielleicht war das Volk (außer den stoiber'schen Bayern?) diesmal bei der AnkreuzAbstimmung gar nicht mal so dumm, wie so gerne angenommen und aufgezeigt, denn schließlich haben die Wähler mit ihrer (Aus-) Wahl zum ersten Mal just jenen Stein in den Weg zur Macht in die politischen Landschaft gelegt, der jetzt in der nachfolgenden Gegenreaktion zu seiner plausiblen Beseitigung veranschaulicht, worum es in <Politik> und Wirtschaft in Wahrheit geht, und auch wie Manipulation im Zuge von Korruption und Abbau von Demokratie auf EU-Ebene immer umfassender erblüht (siehe hierzu den Beitrag des österreichischen Schriftstellers R. Menasse [Suhrkamp] "Erobert die Demokratie zurück" in DIE ZEIT Nr. 38 vom 15. Sept. 2005 Seite 45 f und den Artikel "Studie: Deutschland korrupter als Hongkong" in der StZ 242/2005 S.5.[auch www.transparency.de]). (siehe hierzu auch <Politiker>) |
"Wieviel Manipulation
verträgt der Mensch?"
Unter der oben genannten
Prämisse widmet sich der verantwortungsbewusst
wissenschaftlich seriös arbeitende Soziologe
Dr.Dieter Korczak
(siehe auch
http://www.gp-f.com)
als Herausgeber und
Mitautor in seinem aktuellen Buch dem Themenbereich "Manipulation". Einleitend stellt er im Juni 2005 fest, dass es in unserem Land erstaunlicherweise nicht sehr viele Bücher zu dieser Thematik gibt. Darum führt er seine Leser im Vorwort zu seinem Buch an die grundlegende Bedeutung des Begriffs "Manipulation" in unserer heutigen Zeit und an dessen Entstehungsgeschichte heran: "Die Beeinflussung des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns gehört zwar zu den Konstanten im Leben, aber die Analyse der entsprechenden Manipulationstechniken bleibt überwiegend Spezialisten der Experimental-, Sozial- und Werbepsychologie vorbehalten. In das Allgemeinwissen sind bestenfalls die Milgram-Experimente zum extremen Autoritätsgehorsam oder Vance Packards verführte Verbraucher eingeflossen. Ursprünglich war das Wort Manipulation weder bedrohlich noch Fachleuten vorbehalten. Abgeleitet aus manipulus (lat.) bedeutet es 'eine Handvoll'. [...]
... durch die Behaviouristen (J.B. Watson, F. Skinner) ist der Begriff in die wissenschaftliche Terminologie Anfang des 20. Jahrhunderts als Bezeichnung für die Kontrolle und Steuerung von Verhalten eingeführt worden. Manipulation zeigt sich seitdem sowohl in einem positiven wie negativem Zusammenhang. Einstellungs- und Verhaltenssteuerung, die als Erziehung eingesetzt wird, gilt in der Regel als positiv.
Sein hier vorgestelltes Buch enthält eine Sammlung von Beiträgen verschiedenster Autoren, die versuchen ... " ... Facetten dieses Kaleidoskops mit Antworten auszufüllen. Bei der überwältigenden Fülle der modernen Manipulationsformen kann es nur um Ausschnittsbetrachtungen gehen, wobei der Band sich auf die großen Puzzlestücke konzentriert."
Und weiter heißt es zu den im Buch eingebundenen Inhalten: " Die Philosophen beschäftigen sich seit jeher mit der zentralen Frage nach der Freiheit des Willens. Wenn es einen freien Willen gibt, dann sind Manipulationen letztlich obsolet. Denn jeder Mensch kann versuchen, Manipulationen zu durchschauen und sich gegen ihre Absicht zu entscheiden. Hans-Ulrich Baumgarten ergründet deshalb, inwieweit Freiheit und Autonomie das Menschenbild in der Moderne bestimmen. Er macht darauf aufmerksam, dass Autonomie die zentrale Entdeckung der neuzeitlichen Moralphilosophie ist. Wer von Autonomie spricht, meint letztlich Freiheit. Nach Kant ist der Weg zur individuellen Autonomie eine Höllenfahrt, denn es ist ein steiniger und schmerzvoller Weg zur Selbsterkenntnis. In der Auseinandersetzung mit Homerís 'Ilias' positioniert Baumgarten seine Auffassung gegen den Determinismus der modernen Gehirnforschung, deren Vertreter zumeist das Vorhandensein eines freien menschlichen Willens abstreiten.
Marianne Soff, Psychotherapeutin, gibt ausgehend von dem Entwicklungsmodell Jane Loevingers eine Antwort, wie Autonomie erreicht werden kann. Sie geht über das Identitätsentwicklungsmodell von Erik Erikson hinaus, der Autonomie im Gegensatz zu Scham und Zweifel als Bewältigungsschritt des Kleinkindalters formuliert hat. Loevinger hingegen ist der Auffassung, dass Autonomie als zweithöchste Stufe der Ich-Entwicklung selten vor dem 20. Lebensjahr und häufig überhaupt nicht erreicht wird. Die Spannung zwischen Autonomie und Abhängigkeit beherrscht den ganzen Lebenslauf und wird zur Identitätsarbeit. Der Erfolg dieser Arbeit wird durch das Vorhandensein von materiellen und sozialen Ressourcen, Ambiguitätstoleranz sowie die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Gefühl des Vertrauens in die Kontinuität des Lebens begünstigt.
Der menschliche Körper ist die Hülle für die Kontinuität von biologischem Fortbestehen, Hirntätigkeit und emotionalem Erleben. Durch das Leben verändert er sich stetig, bietet dadurch aber auch die Gelegenheiten zu bewussten Eingriffen und Modifikationen. Tätowierungen und verwandte Formen der permanenten Körpermanipulation sind aus vielen Stammesgesellschaften als ritueller Vorgang bekannt und werden bis heute praktiziert. Die Frankfurter Ärztin und Psychotherapeutin Aglaja Stirn interessiert sich für die Grenzen, die durch Tattoos und Piercing überschritten werden. Unter den 15-25jährigen jungen Frauen haben bereits 41% ein Tattoo oder Piercing. Bei dieser hohen Verbreitung stellt sich die Frage, ob es sich lediglich um modische Körpermanipulationen handelt oder bereits um Krisen- und Krankheitssymptome einer modernen Gesellschaft. Sind diese Manipulationen Ausdruck von Identität bzw. Individualität oder bewegen sie sich in den Bereich der sado-masochistischen und pathologischen Körperdysmorphobien?
Auf eine besondere Variante der Manipulation geht die Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld ein. Ihre Darstellung der Wirkung von Düften, Aromen und Parfümen zeigt, wie diese Stoffe unterschwellig auf die Menschen wirken. Dabei ist der Einsatz von Pheromonen heute nicht mehr nur auf die Steigerung der körperlichen Attraktivität beschränkt, sondern wird auch als industrielles Produkt in vielen, teilweise überraschenden Bereichen zur Stimmungsaufhellung eingesetzt. Zentral ist die Frage nach der Entwicklung der Menschen in der modernen Biotechnologie, wie die anhaltende Diskussion um den wissenschaftlichen Verbrauch von Stammzellen zeigt. Steht dort am Ende der perfekte Mensch oder der Homunculus? Die Biomedizin greift bewusst in die Grundlagen des menschlichen Lebens ein. Die Forschungsziele sind ehrgeizig, die Heilung schwerer Krankheiten und das Verhindern von Folgekrankheiten aus Erbschäden werden in Aussicht gestellt. Dies geht jedoch einher mit einer Instrumentalisierung des Menschen. Portmann nannte diesen Vorgang vor fünfzig Jahren schon Menschenzüchtung.
Das Mitglied des Nationalen Ethikrates, Therese Neuer-Miebach, setzt sich in ihrem Beitrag mit der Manipulationskaskade auseinander und bemüht sich um gesellschaftspolitische Orientierungspunkte einer lebenswerten Zivilgesellschaft.
Mit der Macht und Ohnmacht der Medien beschäftigt sich der Kommunikationswissenschaftler Jan Tonnemacher. Auswahl und Akzentuierung von Nachrichten, Verkürzungen in der Berichterstattung, skandalträchtige Schlagzeilen und die Vermischung von redaktionellem Teil mit Werbung dienen dazu, Meinung zu machen. Durch kommerziellen Druck und Einflüsse aus der Politik sind allerdings in wachsendem Maße auch Abhängigkeiten entstanden. Besonders die PR hat ihre Rolle als Lieferant von Information und Meinung stark ausgebaut. In seinem Beitrag geht es um die Manipulation der Manipulatoren und die dadurch hervorgerufene Gefährdung der sozialen und personalen Autonomie. Es ist deshalb nicht nur notwendig, dass Erziehung zum richtigen Umgang mit Medien, Werbung und PR schon im frühen Kindesalter einsetzen sollte, sondern dass auch kritischer und investigativer Journalismus nicht Rücksichtnahmen auf Anzeigenkunden und politischer Einflussnahme zum Opfer fällt.
Werbung gilt ohnehin vielen als geheimer Verführer der Massen. Helmut Albrecht hatte Verbraucher jahrelang als Werbetexter im Visier. Mit seinem Slogan 'Marlboro ' der Geschmack von Freiheit und Abenteuer' trat diese Marke ihren Siegeszug als meist verkaufte Zigarette in Deutschland an. Doch die Zeit der weich verpackten Werbebotschaften ist vorbei. Die Aufmerksamkeit der Konsumenten wird immer häufiger durch Auflösung von Tabus erregt. Verpackt in ein dialogreiches Theaterstück der selbstdarstellerischen Entblößung demonstriert Albrecht die Zerrissenheit der Werbewelt und ihrer Akteure. Seine Botschaft ist, dass Werbung gleichermaßen Bedürfnisse weckt und deckt.
Diese Sicht wird von Peter Schönhöffer, Vertreter der Anti-Globalisierungsbewegung ATTAC, überhaupt nicht geteilt. Er sieht, dass Spielräume des guten Lebens fortwährend kommerzialisiert und betriebswirtschaftlich aufgesogen werden. Auf Selbstzurechnung und Entsolidarisierung eingestimmte Menschen werden seiner Ansicht nach dahin geleitet, sich betrügen lassen zu wollen und ihr eigenes Selbst fortlaufend zum Zuschauer von privaten und politischen 'Seifenopern' herabzuwürdigen. Globalisierung ist für ihn das trojanische Pferd, das die Legitimation der Profitmaximierung von wenigen zu Lasten von vielen durchzusetzen ermöglicht. Die Postmoderne gerinnt zur hegemonial gewordenen Befindlichkeit und Mentalität einer anything goes Attitüde. ATTAC hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Köpfe und Herzen für die Mobilisierung ökonomischer Vernunft und sozial-ökologischer Fantasie zurück zu gewinnen.
Der Soziologe Dr.Dieter Korczak geht abschließend darauf ein, wie sich aus der Sicht der evolutionsbiologischen, psychologischen und Hirnforschung die Fähigkeit der autonomen Entscheidung und die gesellschaftliche Manipulation brechen. Er versucht, Orientierungen für das eigene Verhalten zu liefern. Die Techniken der Manipulation werden am Beispiel von Kauf- und Konsumentscheidungen deutlich gemacht. Aus der Diskussion, welche Chancen und Möglichkeiten das einzelne Subjekt hat, sich der Manipulation zu entziehen oder zu widersetzen, schließt er den Bogen zu den Möglichkeiten von Freiheitsräumen in der postmodernen Zeit."
Übersicht Hans-Ulrich Baumgarten Marianne Soff Aglaja Stirn Ingelore Ebberfeld Therese Neuer-Miebach Jan Tonnemacher Helmut F. Albrecht Peter Schönhöffer Dieter Korczak
Weitere Informationen zu den Veröffentlichungen des Autors Dr. Dieter Korczak und zu seiner Person sind im Internet unter folgenden Adressen abrufbar:
<Übersicht über die Armutseiten>
Diese befinden sich alle auf dem <BMGS - Server> im pdf - Format. |
Wer Geschäfte betreibt, oder Politik, trägt Verantwortung für die Folgen seines Tuns .
Dies wird gern übersehen, mit den Folgen sozialer Destabilisierung und kulturellem Verfall.
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