|
Wer als Wirtschaftsteilnehmer in gewissen Branchen nach den Regeln der freien Marktwirtschaft
zu überleben trachtet, wird früher oder später als „Stärkster" zu
unkonventionellen Mitteln greifen, gemäß dem nicht unbedingt
lebensfreundlichen,
archaischen Prinzip der freien Wirtschaft.
Aber wer ist stark in einer freien Marktwirtschaft ?
Der Begriff
des Stärkeren ist different zu beschreiben: Stark sein beschreibt in
unserer Wirtschaftswelt vor allem Cleverness, Macht, Einfluss auf
Entscheidungen, ja, gerade auch auf staatliche, fähig sein zur Expansion,
schneller, größer, globaler, vernetzter und auf jeden Fall finanziell
überragend, oder zumindest so zu sein scheinen. All das bedingt zwingend, dass sich Wirtschafttreibende
stets aufblasen, vielleicht auch aufblähen müssen. Großtuerisch einflussreich, mächtig und
überlegen sein, spiegelt sich bereits in der äußeren Erscheinung, im
Auftreten. Moral und sozial gilt für Sozialromantiker und Schwache. Benennen wir
also derartige Wirtschaftsprofis der Einfachheit halber symbolisch wie symptomatisch als Kugelfische.
Im gewöhnlichen Wirtschaftsmilieu sind Kugelfische mühelos zu erkennen an aufgemotzten, in jedem Fall auffallenden
so genannten Oberklassefahrzeugen, bzw. an solchen wenig
umweltfreundlichen Spritfressern, die dafür gehalten werden, an der
obligatorischen Rolex bzw. deren Imitat aus Fernost, natürlich an den dynamisch geschüttelten Handgelenken,
am Schulternklopfen und
dazu
passende pikfeinen bis protzigen Designerklamotten. An den wirklichen Spitzen in
der Wirtschaft ebenso,
wie in der Gesellschaft, u. U. evtl. auch noch in der Politik, wirken solchermaßen plump vorgeführte
aufgeblasene Statussymbole eher weniger
vorteilhaft,
weil hier sowohl der Status, als auch das Imponieren, einschließlich dem
Kulturgehabe, alles etwas dezenter, vor allem wesentlich bis
wirklich teurer aufgetragen wird.
Bildquelle:
www.kugelfischforum.de
Für Kugelfische jedoch steigen infolge ihrer vorsätzlichen, überzogenen
Gediegenheit im geschäftlichen, wie im gesellschaftlichen Umgang die
Investitionskosten für die ursprünglich eigentliche Grundintention im
Wirtschaftlichen beträchtlich.
Ein kleines Schlösschen hier, dort gar
eine alte Burg, oder doch wenigstens ein imposantes Penthouse als
Bürositz muss z.B. in der offenen, gehobenen Berater- und
Immobilienbranche schon sein. Und das kostet! Innerhalb von Städten sind der
Rathaus-, der Markt- oder der Schlossplatz, sprich die Geschäfts- und
Regierungsviertel, welche Kugelfische als
Residenzen zuhöchst begehren. Nur. Auch das ist teuer! Für
alteingeschwommene Kugelfische ist das schon wieder kalter Kaffee. Diese
legen sich eine revierabhängige Tarnfarbe zu, kleiden sich in einen
halbstaatlichen, offiziellen, politisch absolut korrekten,
wissenschaftlich-seriösen Mantel.
So lässt sich nicht selten der direkt gewählte, fachlich überforderte kredit-
und geldgebersuchende Bürgermeister (bzw. Hauptamtsleiter) von den
Versprechen eines fetten Kugelfisches so überzeugen, dass er diesen in leer
stehenden, kommunaleigenen, denkmalgeschützten Immobilien über Jahre
hinweg zum Nulltarif oder zur Billigstpacht residieren lässt. Gelernte
Kaufmänner, Juristen,
Ingenieure, Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaftlter sind da echt
schon richtig rund. Warum sollten sie mit
ihren "Transfer-Instituten", "Mannshocherscheren Zentren",
"Globalplanerischen Initiativen", "Int. Leitstellen",
"Nachhaltigen Innovationsagenturen",
"Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaften", "Internationalen Assoziationen" und
"Ordnungspolitischen Bildungszentren" nicht direkt an
der staatlichen Geldquelle bzw. in unmittelbarer Nähe nisten. Auf diese Weise siedeln sich mitten
in öffentlichen Gebäuden Scharen
von Initiativbüros, Agenturen, Verbindungs-, Vernetzungs-,
Konsultationsstellen und
Forschungsnetzwerke (auf Lizenzbasis) an, die alle
ganz im Sinne des Landes, des Bundes, der Europäischen
Kommission und Internationalen Organisationen ihre exquisiten, weltweiten Kontakte spielen lassen und bei
der Umsetzung der (teils selbst initiierten) politischen (Förder-)
Programme bzw. politischen Kampagnen operationell mithelfen; im
Auftrag "des Volkes" gegen bar versteht sich.
Das technische Equipment, die räumliche Ausstattung und das
spärliche, puritanische Mobiliar sollten bei Kugelfischen in jedem Fall
zielgruppenspezifisch vom Feinsten sein, die
obligatorische Sekretärin; äh Assistentin, reserviert-, aber selbstredend
zielgruppenspezifisch attraktiv, der Ausblick vom Büro malerisch
(ins Grüne)
bis gigant''(oman)isch (was überzogen dargestellt v.a. die plumpe Immobilienbranche betrifft). Die
einzelne Wirtschafteinheit im Ganzen wird selbstredend als Teil eines weltumspannenden Netzwerks
mit wohl klingenden weltweiten Kontakten eingeführt. Auf den
großen, mit Logo und Siegel versehenen Briefköpfen, auf Messen, Börsen,
Konferenzen, Tagungen und vor allem gegenüber mittelverwaltenden
Stellen/Personen erklingt
immer wieder einhämmernd wichtig betont ...
„Wir sind ein internationales Netzwerk/ Unternehmen/
Bewegung/Forschungsinstitut mit mehr als ... von
Mitarbeitern, Mitgliedern und Niederlassungen in allen Herren Länder, u.s.w. u.s.f.
... bla, bla
bla ...“,
... und
das, obwohl wir gerade eben einem Herrn „Irgendwer" aus „Nirgendwo"
gegenüber sitzen und alle rechtlichen Komponenten dessen „Betriebs" eher
auf ein recht dürftiges (Miniatur-) Einzelunternehmen schließen lassen,
das so recht und schlecht über die wahrscheinlich gepumpten Runden
kommt. Auf wundersame Weise wird hier nicht selten ein schmalbrüstiger
„Ein- Frau/Mann- wer- sonst- noch- Betrieb“ mittels schillernder Lizenzen und
anderen rechtlich winkliger Hilfsmittel pro forma in ein
weltumspannendes Unternehmen gar eine große Bewegung mit Mitarbeiterheerscharen hochstilisiert.
Schaut man hinter die Kulissen entpuppen sich hingegen überall kleine,
vom Konzeptkopf (z.B. Lizenzgeber) abhängige Einzelkämpfer, die mit den anderen der Kette
sogar
in Konkurrenz stehen. Die Kooperationspartner sind bei genauerem
Hinsehen schnöde Geschäftspartner und, wenn nichts mehr zu verdienen
ist, genauso schnell wieder weg, wie sie "mitgeholfen" haben.
Tag täglich drängen neuaufgaben- und
geldsuchende, „dynamische", oft
betriebswirtschaftlich, juristisch oder technisch verbildete
Aufsteiger mit neuen Kugelfisch-Ideen (Konzepten) auf unseren davon mehr als übersättigten
Markt und schicken sich an ...
-
die globale (Bildungs-, Wirtschafts-...) Struktur zukunftsweisend und nachhaltig
zu verändern in Kooperation mit allen etablierten Akteuren der Branche
-
langfristige Arbeitsplätze, neue Berufsbilder zu schaffen und
gleichzeitig in neue Technikgroßanlagen zu investieren
-
die (Wirtschafts-) Welt im
Export zu „erobern" und gleichzeitig die regionale Wirtschaftsstruktur zu stärken
-
die int. wirtschaftliche
Konkurrenzfähigkeit, den hohen Konsum und gleichzeitig die natürlichen
Lebensgrundlagen zu erhalten
-
mit internationalen, globalen
Marketingkampagnen, Konferenzen, Studien, technologisch aufwendigen
Forschungen den Untergang der Welt dokumentieren und damit ganz schnöde
Geld zu verdienen, u.s.w. u.s.f. ... bla, bla
bla ...
Benennen wir also ein
Musterexemplar eines solchen aufstrebenden Konzeptkopfs zunächst ganz
einfach als Kugelfisch A.

Wirtschaften mit
Fiktionen ...
Dieser
Kugelfisch A hat eine zumindest für ihn selbst selbstverständlich zündende (Geschäfts-) Idee und
möchte mit der
Weitergabe dieser, seiner Idee bzw. seines Konzepts für ihn selbst aufwandsarm
sehr rasch maximal große Kasse (= viel eigenen Gewinn)
machen. A gründet dazu umgehend eine wohlklingende, scheinbar viel
versprechende (nicht zu verwechseln mit vielversprechende) Gesellschaft,
Verband oder andere Organisation, in manchen Branchen wohlweislich
mit beschränkter Haftung.
Des weiteren bezieht A umgehend ein wie oben beschriebenes
eindruckvolles Büro, das seiner Zielgruppe sicheren Erfolg suggeriert.
Parallel dazu lässt A bei einer spottbillig, dennoch qualitativ bestens
arbeitenden Druckerei einen äußerst gediegen bis höchst eindrucksvoll
flotten Hochglanzprospekt mit dem Profil seiner Firma, Initiative, Institution,
Organisation zielgruppenspezifisch aufsetzen.
Mit dem
ausgeklügelten Geschäftsplan
eines Rechteverleihers in seiner Weichleder-Designer-Aktentasche promotet
er nun zielsicher seine Marketingstrategie. Er muss dazu, wie schon erwähnt, wohlhabend, wissend, entspannt,
genial-gönnerisch, viel beschäftigt, einflussreich und auch ein wenig
Geheimnis tragend
wirken, um das Interesse seiner anvisierten Kundschaft zu wecken. Sein gesamter Habitus ist
genau darauf
ausgerichtet. Geschäftsdress, viel sagender (und nicht etwa nur
vielsagender)
Blick über die vollentspiegelte Designer-Brille hinweg ins Laptop, bei ständig aufs Neue immer wieder
musizierendem bzw. auch vibrierendem Handy, all das untermalt mit kleinen Anekdötchen,
veranschaulichen dem in seiner Aufmerksamkeit bereits gesteuerten Kunden unfehlbar, dass dieser A auf „Du
und Du“ ist mit dem Staatssekretär
"Super Wichtig" und
dem Parlamentarier "Extra Einflussreich".
Solche
Strategien wollen natürlich wohl durchdacht sein, denn A möchte
schließlich nicht, wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders, mittels eigener
Hände Arbeit oder noch heute (noch) irgendwelchen Ramsch billigst in
China produzieren oder einkaufen lassen um diesen wiederum als exklusiv teuer
hierzulande Konsumenten in unlautem seriösem Ambiente
anzudrehen, pardon, zu verkaufen, denn derartig banale Kriegsschauplätzchen
sind für A , in einem längst übersättigtem Markt, nur noch kalter
Kaffee! Sein Wirtschaftsprinzip ist der Verkauf blanker Ideenansätze,
reiner Konzepte, die zuweilen noch nicht einmal seine eigenen sind,
abgeschmeckt und abgerundet mit der Übertragung einiger weniger, aber
ach so immanent wichtiger wie wertvoller Nutzungsrechte. So kann A,
vielleicht auch im Interesse einiger weniger Beschäftigungspolitiker,
viele bis dato arbeitslose Möchtegern- oder Müssendochwohl- Unternehmer, von denen bekanntlich mehr als genug am
mühseligen Arbeitsmarkt in Schlange stehen, in eine von nun an zunehmend länger werdende
Kette des Handels mit Fiktionen eingliedern.
Natürlich ist A in jedem Fall der
ausschließliche, alleinige Konzeptgeber, möchte A immer die
schwarze Spinne im von ihm fein eingefädelten und wohl gesponnen Netz
sein. Erfolg: A verdient an B, B realisiert wiederum das
selbe wie A und verdient seinerseits an C, aber auch C ist nicht
auf den Schneeballkopf gefallen und verdient ebenso wie alle anderen an D, E, F
und beliebig, möglichst vielen weiteren mehr.
Bei
all dem ist bis zu diesem Zeitpunkt wahrhaftig kein einziges reales, mit
Händen greifbares Produkt hergestellt worden, ist noch
immer kein
wirklicher
materieller volkswirtschaftlicher, für jedermann wirklich brauchbarer Nutzen
entstanden, von moralischen oder sozial- kulturellen Werten ganz zu
schweigen. Genau betrachtet hat, im eigentlichen Sinne,
bislang keiner aller Beteiligten der sich stetig verlängernden Kette bis
dato wirklich ge- bzw., unter dem Aspekt der (Versorgungs-) Güterproduktion, etwas
real erarbeitet. A, B, C, D, E und F haben bislang allesamt
ausschließlich miteinander kommuniziert, Konzepte als Rezepte
ausgetauscht und natürlich ist Geld geflossen, was ja der eigentliche Sinn des Ganzen
auch nur sein soll. Auch ist viel Benzin und Kerosin geflossen,
denn solche speziellen Regionen übergreifenden Vorhaben müssen persönlich besprochen werden. Das Problem bei der Geschichte ist, dass vor allem erst einmal der oder die
ursprünglichen Idee-, Konzeptions-, Lizenzgeber von A den größten Reibach
einsacken, dann kommen A, und die inzwischen vertraglich unentrinnbar
gebundenen Auftrags- / Rechte- / Lizenz- und- oder Franchisenehmer, die
das Geld
heranschaffen müssen, die Kugelfisch A schon von Anfang an für sich
einkalkuliert hat. Die Letzten des Alphabets beißen
schließlich mal wieder die Mäuse, trotz finanziell hoher (Anfangs-/
Gründungs-) Investitionen für das Sein und den dazugehörigen Schein und so.
Bildquelle:
www.kugelfischforum.de

Die Kugelfische schwimmen jetzt in allen nur erdenklichen Branchen und
verströmen ihr Gift. Schon lange sind es nicht nur die abhängige Bäckereifach-
Verkäuferin, die sich in ihrem Ketten-Aufback-Shop
beim 14 Stunden-Tag die Beine ruiniert oder der Ex-Bankangstellte, der
sich mit der Marke Wucher & Partner an einem schönen Ort als
Immobilienfachmann gewinnbringend betätigen wollte, die
gesundheitlichen, finanziellen und persönlichen Schaden durch
Kugelfische nehmen. Vermögende, junge Senioren, Ex-Politiker,
-Ex-Manager, Ex-Konzernwerbestrategen, Ingenieure, Rechtsanwälte,
Ex-Banker, Ex-Versicherungsmakler, Berater aller Art, Einzelhändler,
Imbissbetreiber und vom Druck der fremdbestimmten Arbeit sich frei schwimmende gebildete Leute mit
Studienabschluss und Doktor-Titeln werden zu Opfern und dann auch
wiederum zu Tätern im Kugelfischmilieu.
So geht es nicht weiter !
... aufgezeigt am
Besser-So-Nicht-Konzept
Nehmen wir als eindrucksvoll
mahnendes Beispiel die so genannte
Besser-So-Nicht-Gruppe,
das überaus großspurig aufgezogene Eintagsfliegen - NETZWERK einer
gewissermaßen confusion GmbH. Die Besser-So-Nicht-Gruppe präsentiert sich
wie stets als
international agierende, in vielen Ländern mit Niederlassungen
vertretene Unternehmensberatung. De facto jedoch besteht das Unternehmen
ausschließlich aus der Ein-Mann GmbH mit dem Geschäftsführer, dem
beredten Herrn Conny sowie dessen
teilweise vertraglich geknebelten Lizenznehmern, wie z.B. Frau Sammel vom
Raff der IWAHUHA GmbH (Institut-Wegen-außer-Haus-unter-Hemdsärmeln-Akademie),
wiederum auch nur eine Ein-Frau-Gesellschaft oder z.B. der Herr Dr. Nichtwertzuglauben
der Mc. KOHWABUKO GmbH .. .
Die letztgenannten Lizenznehmer der
BesserSoNicht-Gruppe
zielen vor allem auf Existenzgründer und Unternehmer ab, die
dringend Beratung / Geld für den Aufbau ihrer Projekte suchen. Bei denen
allerdings ist meist jedoch nicht
all viel zu holen, was die Lizenznehmer ihrerseits freilich erst nach
der Bezahlung
der
extrem hohen Lizenzgebühren (an A & Co.) realisieren.
Das eigentliche Geschäft der BesserSoNicht-Gruppe ist
selbstredend nicht die Beratung
von Existenzgründern bzw. dringend Kapital suchenden
Unternehmern, sondern der Verkauf von Lizenzen und eindrucksvoll
schillernden Geschäftskonzepten.
Potentielle Kunden der BesserSoNichtGruppe (also des beredten Herrn Conny)
werden bei verschiedenen externen Seminaren und Eigenveranstaltungen bei
vorgegaukelt persönlicher Atmosphäre angeworben. Plakativ und reißerisch
inszenierte Slogans lassen dabei die Existenzgründer,
unausgelasteten Freiberufler und Unternehmer von
gönnerhaft verteilten, leicht zugänglichen, niemals mehr rückzahlbaren Zuschüssen
von passenden oder auch unpassenden Geberstellen träumen. Den Rat- und Geldsuchenden wird bereits
nach den ersten Beratungsgesprächen angeboten, aus ihren Geschäftsideen
in erster Linie vor allem Lizenzkonzepte zu entwickeln, um ganz groß Kasse zu machen, ohne
dabei selbst körperlich arbeiten zu müssen.
Bevorzugt werden dabei die folgenden Zielgruppen anvisiert
und angegangen:
händeringend Mandanten suchende Rechtsanwälte
unausgelastete Ingenieure, Architekten,
Steuer- und
Unternehmensberater
EX - Bankangestellte
EX - Versicherungsmakler
Ideen suchende Marketingspezialisten, die bis vor Kurzem
Kaffee, Alkohol, Hamburger, Soßenpulver und Schokoriegel dem Volk schmackhaft
gemacht haben
Neuaufgabensuchende, junge
Wirtschafts- und sogar Sozialwissenschaftler
Diesen stets nach (neuen) Verdienstmöglichkeiten
drängenden Leuten wird dabei rasch verlockend veranschaulicht, wie sie als
„eingeweihtes“ BesserSoNicht
-Gruppe(n) - Mitglied als eine Art „Spinne im Netz“, bzw. wortwörtlich
der „Krake von
Allem“, umgehend sehr viel Kohle verdienen können. In dieser Hinsicht
sind der BesserSoNicht-Gruppe noch nicht einmal eigene Erfahrungswerte und ein gewisser
Hauch von
Kompetenz abzusprechen, denn, es heißt bezeichnender Weise bei den BesserSoNicht -
Lizenznehmern in deren Selbstdarstellung:
„Über die erstellte Grundkonzeption sind die angebundenen Lizenzpartner
regional vor Ort mit unserem Konzept in der Lage, diese Maßnahmen
allesamt für ihre Rat suchenden Kunden umzusetzen.“
Auf der Innenseite
einer typischen BesserSoNicht-Hochglanz-Präsentationsmappe wird denn
auch häufig der englische Dichter
John Ruskin in folgender Weise zitiert:
„Es ist unklug viel zu bezahlen,
aber
es ist noch schlechter, wenig zu bezahlen".
Und weiter heißt es dort:
Das
Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten
... und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um etwas
Besseres zu bezahlen.“
Im Klartext heißt das
demnach also:
Wir sind teuer, sehr
teuer – und das muss Dir von Anfang an klar sein, ansonsten können wir
das ganze Gespräch gleich beenden.
Klingt das nicht gerade so, wie wenn ein gewiefter Handwerker
schon bei der Erstbesichtigung der Standard-Reparatur sagt:
„Oh das ist aber ein
ganz schwieriger Fall
– das wird kompliziert und somit lange dauern!“?
Ein durch eine derartige
BesserSoNicht-Gruppe beratener
Unternehmer, der eigentlich nur Fördermittel für ein Projekt suchte, berichtete
dem gemäß
wie folgt:
„Bei einem Seminar
über Finanzierungsfragen in einem öffentlich verwalteten Gebäude (=
"Haus der Wirtschaft") traf ich Frau Sammel vom Raff der IWAHUHA GmbH, der Lizenznehmerin der BesserSoNicht- Consulting Group.
Wir kamen zügig ins Gespräch, wobei ich ihr erzählte, dass ich auf der Suche nach
Finanzierungsmöglichkeiten für mein Projekt XY sei. Daraufhin stellte
sich Frau Sammel vom Raff mir als Expertin in Finanzierungsfragen vor und bot mir
umgehend generös
höchst
persönlich ein kostenfreies Beratungsgespräch an.
In der unmittelbaren
Folgezeit
erhielt
ich von diesem Augenblick an von dieser doch wirklich recht adretten
Dame fortlaufend Unmengen an Unterlagen (z.B. dunkle Kopien von
Zuwendungsbescheiden vom BMBF und anderen Ministerien mit schwarz
gefärbten Namen)
und natürlich E-Mails mit
Sprüchen wie:
„Wir fördern Ihre guten Ideen“,
... eingepackt in einen der mir von ihr höchst persönlich empfohlenen Firmenpräsentationsflyern.
Das machte alles einen sehr ordentlichen, seriösen Eindruck. Das hierbei vorgestellte
Dienstleistungsprofil ließ natürlich nichts missen. Von Aus- und
Weiterbildungsschulungen im IT-Bereich, über individuelle EU-, Bundes-
Länder-Fördermittelberatung, Projekt-, Interimsmanagement,
Technologietransfer, Entwicklung neuer Bildungsmodule, bis hin zur Erstellung von Gesellschafts- und
sozialpolitischen Visionen für gemeinnützige Vereine, alles war mit
drin. Das rundum alles-Konzept,
dachte ich. Da bin ich ja sprachlos, nein rundum bestens beraten und
bedient, zweifelsfrei von einer personell sehr großen, inhaltlich höchst
kompetenten Organisation, mit vielen fähigen Experten unter einem Dach,
und das alles auf Abruf bereit, um mir allein zur Verfügung zu stehen.
Aufgrund meines Beratungsnotstandes war mein Interesse an einem
Weiterkommen mit meinem Projekt sehr groß, insbesondere in Zusammenhang
mit meiner Frage
nach der Rechtsformwahl, der Projektträgerschaft und die staatlichen
Zuschüsse an sich. <Kostenfreie öffentliche
EU-Informationsstellen> hatten
mich mit Broschüren abgespeist und andere öffentliche
Erstinformationsstellen dürfen
anscheinend nicht
individuell beraten; die bestens etablierte IHK hatte
keine Ahnung und im Zuständigskeitsdschungel des Ministeriums wurde ich
rundum verwiesen und fand keinen, der mein Anliegen ernst genommen
hat. Keiner war da, der mit konkret sagte, dass mein Vorhaben
förderungswürdig oder eben nicht förderungswürdig ist.
Ich hätte platzen
können und wollte jetzt schnell alles "unter Dach und Fach bringen",
bevor mein Projekt von der Konkurrenz realisiert wird.
So wurde alsbald ein Erstberatungstermin im Schloss Bikerstall in
Schwerlingen vereinbart, der Residenz der BesserSoNicht-Consulting Group,
bzw. der GROSSPURIGEN EintagsfliegenNETZWERK confusion – BRÜSSEL –. Vom örtlichen
ProvinzBahnhof mit einem schicken Mercedes Coupé von
einer netten Dame abgeholt und empfangen und hernach zum Schlossanwesen
chauffiert, geleitete man mich nachfolgend in eine Art Longe, in der
mich ein exklusiver
Kaffeeautomat erwartete.
Vorgeblich war ich
leider nicht der einzige
Wartende, doch nach einer gerade noch akzeptablen Wartezeit empfing mich
meine mir
bereits vertraute Frau Sammel vom Raff, die mich innerhalb des
weitläufig erscheinenden Anwesens in
einen weiteren Raum führte. Dort erwartete mich bereits der wie immer viel beschäftigte Big
Chief, jener beredte Herr Conny, mit seinem nur schwerlich zu bremsenden Redeschwall. Sein
derart mir verabreichter "Vortrag" glich einer recht einseitigen Veranstaltung und beschränkte sich
im Wesentlichen inhaltlich darauf, wer es mit seiner Hilfe schon alles zu
vorgeblich wirklich sehr großem Vermögen gebracht
hat und über welche stillen Beziehungskanäle zu ebenso einflussreichen
wie namhaften Persönlichkeiten nur er dabei die Fäden zu ziehen vermag.
Meine konkreten Fragen an den redseligen Mann wurden eigentlich in
keiner Weise wirklich beantwortet. Immer
wieder wurde statt dessen zyklisch wiederkehrend auf die gigantischen Verdienstmöglichkeiten hingewiesen,
die bei diesem Ideentransfer garantiert seien, unter der Voraussetzung
natürlich, dass man/frau mit der BesserSoNicht-Gruppe unter deren
Rechte- und Lizenzendach zusammenarbeitet. Zudem warteten leider immer schon die nächsten „Kunden“
auf den Herrn,
so dass diese mir gewissermaßen die
Klinke der Tür zu Herrn Conny in die Hand drückten, bzw. mir aus der
Hand rissen.
Um so erstaunlich war hierbei für mich, dass die
von Herrn Conny eingesetzten Präsentationsmittel, angefangen von der Flip-Chard,
über den PC inklusive dessen Software auf DOS-Ebene, bis hin zu den
Büchern,
alles schon recht veraltet bis überholt zu sein schien. Nun ja, zündende
Ideen altern halt nicht ganz so schnell. Service war übrigens auch
Fehlanzeige, doch dafür werkelte ja der vorzügliche Kaffee-Vollautomat
sonor vor sich hin.
Abschließend wurde
mir nach den gut neunzig Minuten Monolog die Gelegenheit geboten, noch
kurz das Allerheiligste zu betreten, die Unterbringung der Geschäftsleitung im
Dachgeschoss des Schlosses mit einem bunten Mix pseudoantiker Möbel und pseudo-
hightech (-nischer) Büroausstattung
aus Glastischen, futuristischer Kunst zwischen antiken
Stühlen und modernen Schreibtischen, Gemälde und einer
schweren, fast rustikalen Bar. Dies alles soll wohl für eine gediegene, geschäftsmäßig seriöse
Insider-Atmosphäre sorgen. Im Zentrum des "Ambientes" befand sich ein langer
kantiger Glastisch
umringt von einem Dutzend schwarzer Chefsesseln. Diese Tafelrunde war
umrahmt von obligatorischen Flip-Chards, einer
Projektionswand für Diaprojektor und Beamer und anderen didaktischen
Hilfen mehr, sodass auch wirklich jeder
auf den ersten Blick begreifen musste: hier werden wichtige,
konzeptionelle, vertrauliche Chefsachen ausschließlich unter eingeweihten
Mitgliedern ausgetauscht!
Und genau hier darf ich in Zukunft auch sein, wenn ich im BesserSoNicht-Club aufgenommen
sein werde! Auf
den antiken Holzschreibtischen standen viele weiße Ordner und lagen Papiere
wie dekoriert, gerade so als ob da jemand mitten in seiner
vorgegaukelten Arbeit gestört worden
sei...
... in Fortsetzung folgte
hier ein Vertrag über
100.000 Euro Lizenzgebühren ... es geht natürlich
auch <"bescheidener">
mit Kosten für den Berater in Höhe von ca. 15.000 Euro ...
Haben
Sie ähnliche Erfahrungen mit Lizenzverträgen und solcherart
Schneeballsystemen "gesammelt", dann melden Sie sich bei
info@subventionsberater.de
|