Die Beraterbranche boomt !?
                             Teil 2
 

Der höhere Sinn einer Beratung !!!

 
 
Darf ich bitten ...   … zur Kasse

Von den aufgeblähten Kugelfischen der Beraterbranche

 

 
 

Themenübersicht:
 
Feine Abzocker
Darf ich bitten ... zur Kasse
Lizenzvertragsbeispiel
 

 

 

 


eingestellt im April 2008,
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Wer als Wirtschaftsteilnehmer in gewissen Branchen nach den Regeln der freien Marktwirtschaft zu überleben trachtet, wird früher oder später als „Stärkster" zu unkonventionellen Mitteln greifen, gemäß dem nicht unbedingt lebensfreundlichen, archaischen Prinzip der freien Wirtschaft.

 
Aber wer ist stark in einer freien Marktwirtschaft ?

Der Begriff des Stärkeren ist different zu beschreiben: Stark sein beschreibt in unserer Wirtschaftswelt vor allem Cleverness,  Macht, Einfluss auf Entscheidungen, ja, gerade auch auf staatliche, fähig sein zur Expansion, schneller, größer, globaler, vernetzter und auf jeden Fall finanziell überragend, oder zumindest so zu sein scheinen. All das bedingt zwingend, dass sich Wirtschafttreibende stets aufblasen, vielleicht auch aufblähen müssen. Großtuerisch einflussreich, mächtig und überlegen sein, spiegelt sich bereits in der äußeren Erscheinung, im Auftreten. Moral und sozial gilt für Sozialromantiker und Schwache. Benennen wir also derartige Wirtschaftsprofis der Einfachheit halber symbolisch wie symptomatisch als Kugelfische.

Im gewöhnlichen Wirtschaftsmilieu sind Kugelfische mühelos zu erkennen an aufgemotzten, in jedem Fall auffallenden so genannten Oberklassefahrzeugen, bzw. an solchen wenig umweltfreundlichen Spritfressern, die dafür gehalten werden, an der obligatorischen Rolex bzw. deren Imitat aus Fernost, natürlich an den dynamisch geschüttelten Handgelenken, am Schulternklopfen und dazu passende pikfeinen bis protzigen Designerklamotten. An den wirklichen Spitzen in der Wirtschaft ebenso, wie in der Gesellschaft, u. U. evtl. auch noch in der Politik, wirken solchermaßen plump vorgeführte aufgeblasene Statussymbole eher weniger vorteilhaft, weil hier sowohl der Status, als auch das Imponieren, einschließlich dem Kulturgehabe, alles etwas  dezenter, vor allem wesentlich bis wirklich teurer aufgetragen wird.


Bildquelle: www.kugelfischforum.deTetraodon Biocellatus; Quelle: http://www.kugelfischforum.de/forum/album_showpage.php?full=true&pic_id=15

Für Kugelfische jedoch steigen infolge ihrer vorsätzlichen, überzogenen Gediegenheit im geschäftlichen, wie im gesellschaftlichen Umgang die Investitionskosten für die ursprünglich eigentliche Grundintention im Wirtschaftlichen beträchtlich.

Ein kleines Schlösschen hier, dort gar eine alte Burg, oder doch wenigstens ein imposantes Penthouse als Bürositz muss z.B. in der offenen, gehobenen Berater- und Immobilienbranche schon sein. Und das kostet! Innerhalb von Städten sind der Rathaus-, der Markt- oder der Schlossplatz, sprich die Geschäfts- und Regierungsviertel, welche Kugelfische als Residenzen zuhöchst begehren. Nur. Auch das ist teuer! Für alteingeschwommene Kugelfische ist das schon wieder kalter Kaffee. Diese legen sich eine revierabhängige Tarnfarbe zu, kleiden sich in einen halbstaatlichen, offiziellen, politisch absolut korrekten, wissenschaftlich-seriösen Mantel. So lässt sich nicht selten der direkt gewählte, fachlich überforderte kredit- und geldgebersuchende Bürgermeister (bzw. Hauptamtsleiter) von den Versprechen eines fetten Kugelfisches so überzeugen, dass er diesen in leer stehenden, kommunaleigenen, denkmalgeschützten Immobilien über Jahre hinweg zum Nulltarif oder zur Billigstpacht residieren lässt. Gelernte Kaufmänner, Juristen, Ingenieure,  Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaftlter sind da echt schon richtig rund. Warum sollten sie mit ihren "Transfer-Instituten", "Mannshocherscheren Zentren", "Globalplanerischen Initiativen", "Int. Leitstellen", "Nachhaltigen Innovationsagenturen", "Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaften", "Internationalen Assoziationen" und "Ordnungspolitischen Bildungszentren" nicht direkt an der staatlichen Geldquelle bzw. in unmittelbarer Nähe nisten. Auf diese Weise siedeln sich mitten in öffentlichen Gebäuden Scharen von Initiativbüros, Agenturen, Verbindungs-, Vernetzungs-, Konsultationsstellen  und Forschungsnetzwerke (auf Lizenzbasis) an, die alle ganz im Sinne des Landes, des Bundes, der Europäischen Kommission und Internationalen Organisationen ihre exquisiten, weltweiten Kontakte spielen lassen und bei der Umsetzung der (teils selbst initiierten) politischen (Förder-) Programme bzw. politischen Kampagnen operationell mithelfen; im Auftrag "des Volkes" gegen bar versteht sich.

Das technische Equipment, die räumliche Ausstattung und das spärliche, puritanische Mobiliar sollten bei Kugelfischen in jedem Fall zielgruppenspezifisch vom Feinsten sein, die obligatorische Sekretärin; äh Assistentin, reserviert-, aber selbstredend zielgruppenspezifisch attraktiv, der Ausblick vom Büro malerisch (ins Grüne) bis gigant''(oman)isch (was überzogen dargestellt v.a. die plumpe Immobilienbranche betrifft). Die einzelne Wirtschafteinheit im Ganzen wird selbstredend als Teil eines weltumspannenden Netzwerks mit  wohl klingenden weltweiten Kontakten eingeführt. Auf den großen, mit Logo und Siegel versehenen Briefköpfen, auf Messen, Börsen, Konferenzen, Tagungen und vor allem gegenüber mittelverwaltenden Stellen/Personen erklingt immer wieder einhämmernd wichtig betont ...

 „Wir sind ein internationales Netzwerk/ Unternehmen/ Bewegung/Forschungsinstitut mit mehr als ... von Mitarbeitern, Mitgliedern und Niederlassungen in allen Herren Länder, u.s.w. u.s.f. ... bla, bla bla ...“,

... und das, obwohl wir gerade eben einem Herrn „Irgendwer" aus „Nirgendwo" gegenüber sitzen und alle rechtlichen Komponenten dessen „Betriebs" eher auf ein recht dürftiges (Miniatur-) Einzelunternehmen schließen lassen, das so recht und schlecht über die wahrscheinlich gepumpten Runden kommt. Auf wundersame Weise wird hier nicht selten ein schmalbrüstiger „Ein- Frau/Mann- wer- sonst- noch- Betrieb“ mittels schillernder Lizenzen und anderen rechtlich winkliger Hilfsmittel pro forma in ein weltumspannendes Unternehmen gar eine große Bewegung mit Mitarbeiterheerscharen hochstilisiert. Schaut man hinter die Kulissen entpuppen sich hingegen überall kleine, vom Konzeptkopf (z.B. Lizenzgeber) abhängige Einzelkämpfer, die mit den anderen der Kette sogar in Konkurrenz stehen. Die Kooperationspartner sind bei genauerem Hinsehen schnöde Geschäftspartner und, wenn nichts mehr zu verdienen ist, genauso schnell wieder weg, wie sie "mitgeholfen" haben.


Tag täglich drängen neuaufgaben- und geldsuchende, „dynamische", oft betriebswirtschaftlich,  juristisch oder technisch verbildete Aufsteiger mit neuen Kugelfisch-Ideen (Konzepten) auf unseren davon mehr als übersättigten Markt und schicken sich an ...

  • die globale (Bildungs-, Wirtschafts-...) Struktur zukunftsweisend und nachhaltig zu verändern in Kooperation mit allen etablierten Akteuren der Branche

  • langfristige Arbeitsplätze, neue Berufsbilder zu schaffen und gleichzeitig in neue Technikgroßanlagen zu investieren

  • die (Wirtschafts-) Welt im Export zu „erobern" und gleichzeitig die regionale Wirtschaftsstruktur zu stärken

  • die int. wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit, den hohen Konsum und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten

  • mit internationalen, globalen Marketingkampagnen, Konferenzen, Studien, technologisch aufwendigen Forschungen den Untergang der Welt dokumentieren und damit ganz schnöde Geld zu verdienen, u.s.w. u.s.f. ... bla, bla bla ...

Benennen wir also ein Musterexemplar eines solchen aufstrebenden Konzeptkopfs zunächst ganz einfach als Kugelfisch A.

 

Wirtschaften mit Fiktionen ...

Dieser Kugelfisch A hat eine zumindest für ihn selbst selbstverständlich zündende (Geschäfts-) Idee und möchte mit der Weitergabe dieser, seiner Idee bzw. seines Konzepts für ihn selbst aufwandsarm sehr rasch maximal große Kasse (= viel eigenen Gewinn) machen. A gründet dazu umgehend eine wohlklingende, scheinbar viel versprechende (nicht zu verwechseln mit vielversprechende) Gesellschaft, Verband  oder andere Organisation, in manchen Branchen wohlweislich mit beschränkter Haftung.

Des weiteren bezieht A umgehend ein wie oben beschriebenes eindruckvolles Büro, das seiner Zielgruppe sicheren Erfolg suggeriert. Parallel dazu lässt A bei einer spottbillig, dennoch qualitativ bestens arbeitenden Druckerei einen äußerst gediegen bis höchst eindrucksvoll flotten Hochglanzprospekt mit dem Profil seiner Firma, Initiative, Institution, Organisation zielgruppenspezifisch aufsetzen.

Mit dem ausgeklügelten Geschäftsplan eines Rechteverleihers in seiner Weichleder-Designer-Aktentasche promotet er nun zielsicher seine Marketingstrategie. Er muss dazu, wie schon erwähnt, wohlhabend, wissend, entspannt, genial-gönnerisch, viel beschäftigt, einflussreich und auch ein wenig Geheimnis tragend wirken, um das Interesse seiner anvisierten Kundschaft zu wecken. Sein gesamter Habitus ist genau darauf ausgerichtet. Geschäftsdress, viel sagender (und nicht etwa nur vielsagender) Blick über die vollentspiegelte Designer-Brille hinweg ins Laptop, bei ständig aufs Neue immer wieder musizierendem bzw. auch vibrierendem Handy, all das untermalt mit kleinen Anekdötchen, veranschaulichen dem in seiner Aufmerksamkeit bereits gesteuerten Kunden unfehlbar, dass dieser A auf „Du und Du“ ist mit dem Staatssekretär "Super Wichtig" und dem Parlamentarier "Extra Einflussreich".

Solche Strategien wollen natürlich wohl durchdacht sein, denn A möchte schließlich nicht, wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders, mittels eigener Hände Arbeit oder noch heute (noch) irgendwelchen  Ramsch billigst in China produzieren oder einkaufen lassen um diesen wiederum als exklusiv teuer hierzulande Konsumenten in unlautem seriösem Ambiente anzudrehen, pardon, zu verkaufen, denn derartig banale Kriegsschauplätzchen sind für  A , in einem längst übersättigtem Markt, nur noch kalter Kaffee! Sein Wirtschaftsprinzip ist der Verkauf blanker Ideenansätze, reiner Konzepte, die zuweilen noch nicht einmal seine eigenen sind,  abgeschmeckt und abgerundet mit der Übertragung einiger weniger, aber ach so immanent wichtiger wie wertvoller Nutzungsrechte. So kann A, vielleicht auch im Interesse einiger weniger Beschäftigungspolitiker, viele bis dato arbeitslose Möchtegern- oder Müssendochwohl- Unternehmer, von denen bekanntlich mehr als genug am mühseligen Arbeitsmarkt in Schlange stehen, in eine von nun an zunehmend länger werdende Kette des Handels mit Fiktionen eingliedern.

Natürlich ist  A in jedem Fall der ausschließliche, alleinige Konzeptgeber, möchte  A immer die schwarze Spinne im von ihm fein eingefädelten und wohl gesponnen Netz sein. Erfolg: A verdient an B,  B realisiert wiederum das selbe wie  A und verdient seinerseits an C, aber auch  C ist nicht auf den Schneeballkopf gefallen und verdient ebenso wie alle anderen an D, E,  F und beliebig, möglichst vielen weiteren mehr.

Bei all dem ist bis zu diesem Zeitpunkt wahrhaftig kein einziges reales, mit Händen greifbares Produkt hergestellt worden, ist noch immer kein wirklicher materieller volkswirtschaftlicher, für jedermann wirklich brauchbarer Nutzen entstanden, von moralischen oder sozial- kulturellen Werten ganz zu schweigen. Genau betrachtet hat, im eigentlichen Sinne, bislang keiner aller Beteiligten der sich stetig verlängernden Kette bis dato wirklich ge- bzw., unter dem Aspekt der (Versorgungs-) Güterproduktion, etwas real erarbeitet. A, B, C, D, E und F haben bislang allesamt ausschließlich miteinander kommuniziert, Konzepte als Rezepte ausgetauscht und natürlich ist Geld geflossen, was ja der eigentliche Sinn des Ganzen auch nur sein soll. Auch ist viel Benzin und  Kerosin geflossen, denn solche speziellen Regionen übergreifenden Vorhaben müssen persönlich besprochen werden. Das Problem bei der Geschichte ist, dass vor allem erst einmal der oder die ursprünglichen Idee-, Konzeptions-, Lizenzgeber von A den größten Reibach einsacken, dann kommen A, und die inzwischen vertraglich unentrinnbar gebundenen Auftrags- / Rechte- / Lizenz- und- oder Franchisenehmer, die das Geld heranschaffen müssen, die Kugelfisch A schon von Anfang an für sich einkalkuliert hat. Die Letzten des Alphabets beißen schließlich mal wieder die Mäuse, trotz finanziell hoher (Anfangs-/ Gründungs-) Investitionen für das Sein und den dazugehörigen Schein und so.
 

Bildquelle: www.kugelfischforum.de                  

Vilbert 03; Quelle: http://www.kugelfischforum.de/forum/album_showpage.php?full=true&pic_id=438

Die Kugelfische schwimmen jetzt  in allen nur erdenklichen Branchen und verströmen ihr Gift. Schon lange sind es nicht nur die abhängige Bäckereifach- Verkäuferin, die sich in ihrem Ketten-Aufback-Shop beim 14 Stunden-Tag die Beine ruiniert oder der Ex-Bankangstellte, der sich mit der Marke Wucher & Partner an einem schönen Ort als Immobilienfachmann gewinnbringend betätigen wollte, die gesundheitlichen, finanziellen und persönlichen Schaden durch Kugelfische nehmen. Vermögende, junge Senioren, Ex-Politiker, -Ex-Manager, Ex-Konzernwerbestrategen, Ingenieure, Rechtsanwälte, Ex-Banker, Ex-Versicherungsmakler, Berater aller Art, Einzelhändler, Imbissbetreiber und vom Druck der fremdbestimmten Arbeit sich frei schwimmende gebildete Leute mit Studienabschluss und Doktor-Titeln werden zu Opfern und dann auch wiederum zu Tätern im Kugelfischmilieu.

 

So geht es nicht weiter !

... aufgezeigt am Besser-So-Nicht-Konzept

Nehmen wir als eindrucksvoll mahnendes Beispiel die so genannte Besser-So-Nicht-Gruppe, das überaus großspurig aufgezogene Eintagsfliegen - NETZWERK einer gewissermaßen confusion GmbH. Die Besser-So-Nicht-Gruppe präsentiert sich wie stets als international agierende, in vielen Ländern mit Niederlassungen vertretene Unternehmensberatung. De facto jedoch besteht das Unternehmen ausschließlich aus der Ein-Mann GmbH mit dem Geschäftsführer, dem beredten Herrn Conny sowie dessen teilweise vertraglich geknebelten Lizenznehmern, wie z.B. Frau Sammel vom Raff der IWAHUHA GmbH (Institut-Wegen-außer-Haus-unter-Hemdsärmeln-Akademie), wiederum auch nur eine Ein-Frau-Gesellschaft oder z.B. der Herr Dr. Nichtwertzuglauben der Mc. KOHWABUKO  GmbH .. .

Die letztgenannten Lizenznehmer der BesserSoNicht-Gruppe zielen vor allem auf Existenzgründer und Unternehmer ab, die dringend Beratung / Geld für den Aufbau ihrer Projekte suchen. Bei denen allerdings ist meist jedoch nicht all viel zu holen, was die Lizenznehmer ihrerseits freilich erst nach der Bezahlung der extrem hohen Lizenzgebühren (an A & Co.)  realisieren.

Das eigentliche Geschäft der BesserSoNicht-Gruppe ist selbstredend nicht die Beratung von Existenzgründern bzw. dringend Kapital suchenden Unternehmern, sondern der Verkauf von Lizenzen und eindrucksvoll schillernden Geschäftskonzepten. Potentielle Kunden der BesserSoNichtGruppe (also des beredten Herrn Conny) werden bei verschiedenen externen Seminaren und Eigenveranstaltungen bei vorgegaukelt persönlicher Atmosphäre angeworben. Plakativ und reißerisch inszenierte Slogans lassen dabei die  Existenzgründer, unausgelasteten Freiberufler und Unternehmer von gönnerhaft verteilten, leicht zugänglichen, niemals mehr  rückzahlbaren Zuschüssen von passenden oder auch unpassenden Geberstellen träumen. Den Rat- und Geldsuchenden wird bereits nach den ersten Beratungsgesprächen angeboten, aus ihren Geschäftsideen in erster Linie vor allem Lizenzkonzepte zu entwickeln, um ganz groß Kasse zu machen, ohne dabei selbst körperlich arbeiten zu müssen.

Bevorzugt werden dabei die folgenden Zielgruppen anvisiert und angegangen:

  • händeringend Mandanten suchende Rechtsanwälte

  • unausgelastete Ingenieure, Architekten, Steuer- und Unternehmensberater

  • EX - Bankangestellte

  • EX - Versicherungsmakler

  • Ideen suchende Marketingspezialisten, die bis vor Kurzem Kaffee, Alkohol, Hamburger, Soßenpulver und Schokoriegel dem Volk schmackhaft gemacht haben

  • Neuaufgabensuchende, junge Wirtschafts- und sogar Sozialwissenschaftler
     

Diesen stets nach (neuen) Verdienstmöglichkeiten drängenden Leuten wird dabei rasch verlockend veranschaulicht, wie sie als „eingeweihtes“ BesserSoNicht -Gruppe(n) - Mitglied als eine Art „Spinne im Netz“, bzw.  wortwörtlich der „Krake von Allem“, umgehend sehr viel Kohle verdienen können. In dieser Hinsicht sind der BesserSoNicht-Gruppe noch nicht einmal eigene Erfahrungswerte und ein gewisser Hauch von Kompetenz abzusprechen, denn, es heißt bezeichnender Weise bei den BesserSoNicht - Lizenznehmern in deren Selbstdarstellung:

„Über die erstellte Grundkonzeption sind die angebundenen Lizenzpartner regional vor Ort mit unserem Konzept in der Lage, diese Maßnahmen allesamt für ihre Rat suchenden Kunden umzusetzen.“

Auf der Innenseite einer typischen BesserSoNicht-Hochglanz-Präsentationsmappe wird denn auch häufig der englische Dichter John Ruskin in folgender Weise zitiert:

„Es ist unklug viel zu bezahlen,
  aber es ist noch schlechter, wenig zu bezahlen".

Und weiter heißt es dort:

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten ... und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen.“

Im Klartext heißt das demnach also:
Wir sind teuer, sehr teuer – und das muss Dir von Anfang an klar sein, ansonsten können wir das ganze Gespräch gleich beenden.

Klingt das nicht gerade so, wie wenn ein gewiefter Handwerker schon bei der Erstbesichtigung der Standard-Reparatur sagt:

„Oh das ist aber ein ganz schwieriger Fall
   – das wird kompliziert und somit lange dauern!“
?


Ein durch eine derartige BesserSoNicht-Gruppe beratener
Unternehmer, der eigentlich nur Fördermittel für ein Projekt suchte, berichtete dem gemäß wie folgt:

„Bei einem Seminar über Finanzierungsfragen in einem öffentlich verwalteten Gebäude (= "Haus der Wirtschaft") traf ich Frau Sammel vom Raff der IWAHUHA GmbH, der Lizenznehmerin der BesserSoNicht- Consulting Group. Wir kamen zügig ins Gespräch, wobei ich ihr erzählte, dass ich auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für mein Projekt XY sei. Daraufhin stellte sich Frau Sammel vom Raff mir als Expertin in Finanzierungsfragen vor und bot mir umgehend generös höchst persönlich ein kostenfreies Beratungsgespräch an.

In der unmittelbaren Folgezeit erhielt ich von diesem Augenblick an von dieser doch wirklich recht adretten Dame fortlaufend Unmengen an Unterlagen (z.B. dunkle Kopien von Zuwendungsbescheiden vom BMBF und anderen Ministerien mit schwarz gefärbten Namen)
und natürlich E-Mails mit Sprüchen wie:

Wir fördern Ihre guten Ideen“,

... eingepackt in einen der mir von ihr höchst persönlich empfohlenen Firmenpräsentationsflyern. Das machte alles einen sehr ordentlichen, seriösen Eindruck. Das hierbei vorgestellte Dienstleistungsprofil ließ natürlich nichts missen. Von Aus- und Weiterbildungsschulungen im IT-Bereich, über individuelle EU-, Bundes- Länder-Fördermittelberatung, Projekt-, Interimsmanagement, Technologietransfer, Entwicklung neuer Bildungsmodule, bis hin zur Erstellung von Gesellschafts- und sozialpolitischen Visionen für gemeinnützige Vereine, alles war mit drin. Das rundum alles-Konzept, dachte ich. Da bin ich ja sprachlos, nein rundum bestens beraten und bedient, zweifelsfrei von einer personell sehr großen, inhaltlich höchst kompetenten Organisation, mit vielen fähigen Experten unter einem Dach, und das alles auf Abruf bereit, um mir allein zur Verfügung zu stehen. Aufgrund meines Beratungsnotstandes war mein Interesse an einem Weiterkommen mit meinem Projekt sehr groß, insbesondere in Zusammenhang mit meiner Frage nach der Rechtsformwahl, der Projektträgerschaft und die staatlichen Zuschüsse an sich. <Kostenfreie öffentliche EU-Informationsstellen> hatten mich mit Broschüren abgespeist und andere öffentliche Erstinformationsstellen dürfen anscheinend nicht individuell beraten; die bestens etablierte IHK hatte keine Ahnung und im Zuständigskeitsdschungel des Ministeriums wurde ich rundum verwiesen und fand keinen, der mein Anliegen ernst genommen hat. Keiner war da, der mit konkret sagte, dass mein Vorhaben förderungswürdig oder eben nicht förderungswürdig ist.

Ich hätte platzen können und wollte jetzt schnell alles "unter Dach und Fach bringen", bevor mein Projekt von der Konkurrenz realisiert wird.

So wurde alsbald ein Erstberatungstermin im Schloss Bikerstall in Schwerlingen vereinbart, der Residenz der BesserSoNicht-Consulting Group, bzw. der GROSSPURIGEN EintagsfliegenNETZWERK confusion – BRÜSSEL –. Vom örtlichen ProvinzBahnhof mit einem schicken Mercedes Coupé von einer netten Dame abgeholt und empfangen und hernach zum Schlossanwesen chauffiert, geleitete man mich nachfolgend in eine Art Longe, in der mich ein exklusiver Kaffeeautomat erwartete.

Vorgeblich war ich leider nicht der einzige Wartende, doch nach einer gerade noch akzeptablen Wartezeit empfing mich meine mir bereits vertraute Frau Sammel vom Raff, die mich innerhalb des weitläufig erscheinenden Anwesens in einen weiteren Raum führte. Dort erwartete mich bereits der wie immer viel beschäftigte Big Chief, jener beredte Herr Conny, mit seinem nur schwerlich zu bremsenden Redeschwall. Sein derart mir verabreichter "Vortrag" glich einer recht einseitigen Veranstaltung und beschränkte sich im Wesentlichen inhaltlich darauf, wer es mit seiner Hilfe schon alles zu vorgeblich wirklich sehr großem Vermögen gebracht hat und über welche stillen Beziehungskanäle zu ebenso einflussreichen wie namhaften Persönlichkeiten nur er dabei die Fäden zu ziehen vermag. Meine konkreten Fragen an den redseligen Mann wurden eigentlich in keiner Weise wirklich beantwortet. Immer wieder wurde statt dessen zyklisch wiederkehrend auf die gigantischen Verdienstmöglichkeiten hingewiesen, die bei diesem Ideentransfer garantiert seien, unter der Voraussetzung natürlich, dass man/frau mit der BesserSoNicht-Gruppe unter deren Rechte- und Lizenzendach zusammenarbeitet. Zudem warteten leider immer schon die nächsten „Kunden“ auf den Herrn, so dass diese mir gewissermaßen die Klinke der Tür zu Herrn Conny in die Hand drückten, bzw. mir aus der Hand rissen.

Um so erstaunlich war hierbei für mich, dass die von Herrn Conny eingesetzten Präsentationsmittel, angefangen von der Flip-Chard, über den PC inklusive dessen Software auf DOS-Ebene, bis hin zu den Büchern, alles schon recht veraltet bis überholt zu sein schien. Nun ja, zündende Ideen altern halt nicht ganz so schnell. Service war übrigens auch Fehlanzeige, doch dafür werkelte ja der vorzügliche Kaffee-Vollautomat sonor vor sich hin.

Abschließend wurde mir nach den gut neunzig Minuten Monolog die Gelegenheit geboten, noch kurz das Allerheiligste zu betreten, die Unterbringung der Geschäftsleitung im Dachgeschoss des Schlosses mit einem bunten Mix pseudoantiker Möbel und pseudo- hightech (-nischer) Büroausstattung aus Glastischen, futuristischer Kunst zwischen antiken Stühlen und modernen Schreibtischen, Gemälde und einer schweren, fast rustikalen Bar. Dies alles soll wohl für eine gediegene, geschäftsmäßig seriöse Insider-Atmosphäre sorgen. Im Zentrum des "Ambientes" befand sich ein langer kantiger Glastisch umringt von einem Dutzend schwarzer Chefsesseln. Diese Tafelrunde war umrahmt von obligatorischen Flip-Chards, einer Projektionswand für Diaprojektor und Beamer und anderen didaktischen Hilfen mehr, sodass auch wirklich jeder auf den ersten Blick begreifen musste: hier werden wichtige, konzeptionelle, vertrauliche Chefsachen ausschließlich unter eingeweihten Mitgliedern ausgetauscht! Und genau hier darf ich in Zukunft auch sein, wenn ich im BesserSoNicht-Club aufgenommen sein werde! Auf den antiken Holzschreibtischen standen viele weiße Ordner und lagen Papiere wie dekoriert, gerade so als ob da jemand mitten in seiner vorgegaukelten Arbeit gestört worden sei...

 ... in Fortsetzung folgte hier ein Vertrag über 100.000 Euro Lizenzgebühren ... es geht natürlich auch <"bescheidener"> mit Kosten für den Berater in Höhe von ca. 15.000 Euro ...

 

Haben Sie ähnliche Erfahrungen mit Lizenzverträgen und solcherart Schneeballsystemen "gesammelt", dann melden Sie sich bei

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(eine ebenfalls obskure Ansicht nach Dilbert )

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