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Beitragsreihe verantwortungsbewusstes Handeln
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H  E  L  M  U  T       C  R  E  U  T  Z


.Warum nimmt bei uns die Armut zu?

(gekürzte Fassung) <Vollversion>

 

(lesen Sie hierzu auch ,,Vermögen in Deutschland")

 

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Seit rund 15 Jahren ist bei uns zunehmend ein Begriff ins Gespräch gekommen, der eigenltlich längst überwunden schien: die Armut.

[...] Für mehr als 80 Prozent der Menschen auf der Erde ist ein Sozialhilfe-Empfänger in Deutschland ein reicher Mensch, für einen Spitzenmanager aber ein armer Schlucker.

[...] gelten solche Haushalte als arm, die weniger als die Häfte des jeweiligen Durchschnittseinkommens beziehen, und solche Haushalte als reich, deren Einkommen die doppelte Höhe des Durchschnittseinkommens übersteigt.

[...] Die hohen Prozentzahlen weisen aber nicht nur auf eine hohe Armut hin, sondern auch auf eine besonders hohe Reichtumskonzentration, also auf besonders krasse Unterschiede zwischen Arm und Reich.

[...] Wie sieht die Verteilung in Deutschland aus?

In Deutschland lag das gesamte verfügbare Einkommen 1997 bei 2400 Mrd. DM. Umgerechnet auf die rund 34 Millionen Haushalte bzw. Erwerbstätigen ergab sich daraus ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 70000 DM. Ausgehend von diesem Durchschnitt, lag die Armutsgrenze bei 35000 DM und die Reichtumsgrenze bei 140000 DM.

[...] Da die Geldvermögen in Deutschland wesentlich rascher zunehmen als die Wirtschaftsleistung und dieser Prozeß unter den heutigen Gegebenheiten nicht aufzuhalten ist, muß auch bei uns die Einkommens-Polarisierung wie bisher weiter ansteigen. So sind z.B. - laut Bundesbank - die Zinsausschüttungen der Banken von 1970 bis 1997 auf das Zwölffache eskaliert, während das Sozialprodukt nur auf das Fünffache und die Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten nur auf das 3,6fache zunahmen.

[...] Während der Einkommensanteil aus Unternehmertätigkeit und Vermögen - trotz Rückgangs der selbständig Beschäftigten - um die Hälfte zunahm, ging der Einkommensanteil aus unselbständiger Arbeit - trotz deutlicherZunahme der Arbeitnehmer - ständig zurück.

Da dieser Trend aufgrund des Zinseszinseffekts weitergehen muß, und wir uns ein Absenken der Zinssätze wegen der dann drohenden Deflationsgefahren heute nicht erlauben können, wird also auch bei uns die neue Armut weiter fortschreiten müssen, mit all ihren Gefahren für den sozialen Frieden. Es sei denn, wir würden mit einer Geldordnungs-Korrektur dafür sorgen, daß die Zinssätze zusammen mit dem Wirtschaftswachstum absinken.

Helmut Creutz ist Autor des Buches
<
Das Geldsyndrom>, Ullsteintaschenbuch,
ISBN 3-548-35456-4

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peter bechen