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Calmbach bei Bad Wildbad ist überall,

 
wohl ebenso die Protektion der Giftmüllverursacher
durch die öffentliche Aufsicht und Politik
 ?
 

 

Wer allerdings glaubt, dass Giftmüll in solch Leben bedrohender Form, wie zuvor bereits beschrieben, nur im hinteren Gauthiertal Calmbachs bei Bad Wildbad verscharrt sei, als leise tickende "Zeitbombe", in den Fünfzigern bis Ende der Achtziger, auf die billigste Tour in mitten schönster Natur entsorgt, später notdürftig mit Humus zugekratzt bzw. spärlich abgedeckt bzw. vorsätzlich darunter versteckt, heute für die Allgemeinheit kostspielig schönfärberisch verharmlosend als Altlast bezeichnet, eine "Zeitbombe" die auf den uns noch unbekannten Tag X hin tickt, wer in dieser angenehmen Illusion lebt, der ist nicht nur naiv.

 

Altlast Gauthier = Giftmülldeponie oder  -kippe?

 
Was ist denn da mit der alten Fischzucht Calmbachs, gleich im nebenan liegenden Würzbachtal, oder mit dem unscheinbaren Hang hinter den Firmen Polytron-Print und Polytron-Vertrieb, gerade mal vier oder fünf Kilometer von der Gauthiergiftmüllkippe entfernt in Richtung Bad Wildbad, im dortigen Industriegebiet. Und was ist mit dem Areal der ehemaligen Papierfabrik geschehen?

 

In der aufsteigenden Klamm zwischen den beiden Bergrücken, genau hinter der Firma PolytronVertrieb, schlummert und schlammt die ebenfalls gern vergessene Müllkippe der ehemaligen Papierfabrik aus den Hochzeiten der regionalen Wirtschaft, pardon, Touristik der Kurstadt Bad Wildbad im Schwarzwald mehr schlecht als recht still vor sich hin.
 

Was hier so schön eben ist, das ist die glatt planierte
Oberseite der Müllkippe zwischen den beiden
Hügelrücken hinter der Firma Polytron Vertrieb.
Darunter der Schutt der ehemaligen Papierfabrik
im Ort, vermutlich auch nicht gerade pro Leben.

 

Die gleiche Müllkippenoberseite im Wald mit Blick auf den/die
Hügel. Wenn unter der Erde schon genügend Dreck liegt,
dann kann man darüber ja auch noch weiteren Abfall lagern
(siehe folgende Vergrößerung).


 
 

Undefinierbare Abfällen der einstigen Papiergewinnung modern hier, äußerlich sauber erscheinend, grob bis vielleicht sogar fahrlässig verbuddelt oberhalb der romantischen Enz. Sollte es längere Zeit mal wieder kräftig regnen, was bei "Global Warming" (=Erdklimaerwärmung) ja so üblich sein wird, wo versickert dann wohl das gute weiche, aufnahmefähige Regenwasser auf der oben im Wald so auffallend schön glattgewalzten, mit Erde notdürftig überdeckten Müllhaldeoberseite?

 

Blick von der Müllkippe- pardon,
Altlastoberseite aus auf Polytron
 

Ob das Wasser (Grund- oder Oberflächenwasser?) wohl danach unterirdisch auch den guten Müll durchschwemmt, bevor es unten am Fuße des künstlich aufgeworfenen Hügels hinter der Parkanlage des besagten Firmengeländes wieder ans Tageslicht drängt, um sich danach in die Enz zu ergießen, auf dass die kostbare Fracht sich ordentlich vermischt im ganzen Ländle gleichmäßig verteile. Es werden dann halt die bürgermeisterlich analysierten  braunen Wogen vom Hochmoor oben sein, welche die Fische saisonal schon einige Male haben verenden lassen (die Fischer jedenfalls sind davon überzeugt, den Bürgermeister dazu allerdings gibt es in Bad Wildbad inzwischen nicht mehr).
 

Hier läuft's dann raus, das gute Regenwasser
(direkt aus dem Müllhügel darunter oder nur darüber geschwemmt?)
und drängt danach der Enz entgegen.
 

Die Enz unterhalb der in Bad Wildbad ansässigen Firma
zur Herstellung heißlotverzinnter Elektronikprintplatinen
im Industriegebiet des Kurorts im Schwarzwald.
Unterhalb der Firmen dort ragen Rohren in den Fluss
(siehe Pfeil und nachfolgende Vergrößerung).
Sie dienen, auch nach Firmenauskunft, der
Oberflächenwasserentwässerung, zu Deutsch,
durch sie strömt das Regenwasser, welches auf dem
Firmengelände und dem Dach der Fabrik niedergeht.
Dach und Gelände sind natürlich frei von
Produktionsrückständen.
 

Das Dach der Firma von der Enz aus gesehen mit
den Produktionsabluftableitungen aus der Heißverzinnung
(aus flüssigem und gasförmigem Lotzinn)
und auch aus der Galvanik.

 

Die braunen Fluten der Enz?
 

Und was war das da in Richtung Aichelberg, dort wo jetzt bezeichnender Weise der Recyclinghof seine Dienste verrichtet?

 

Standseilbahn auf den Sommerberg in Bad Wildbad

 

Auch im benachbarten Nagoldtal, bei Bad Liebenzell, also ebenfalls im Landkreis Calw, liegt bereits der nächste von Industriegiften der ehemaligen Kabelabbrennanlage zur Kupferdrahtfreilegung verseuchte Boden, der seiner extrem kostspieligen Sanierung harrt, die der Landkreis mit Sicherheit dort ebenso wenig, wie auch anderswo, aufzubringen vermag. Hier allerdings ist die tickende Zeitbombe wenigsten öffentlich eingestanden und auch von der unteren Aufsichtsbehörde, dem standhaften Landratsamt Calw, in seiner Lebensfeindlichkeit nicht mehr zu verleugnen.

 

 

Giftmüll auch in den
Bohlinger Schlammteichen
 


 

Ein wie in Calmbach / Bad Wildbad ähnlich gelagerter Fall befindet sich in unmittelbarer Nähe unseres schwäbischen Trinkwasserspeichers, dem Bodensee, im Raum Radolfzell. Die dortigen Verantwortlichen der Industrie ebenso wie der Kommunen und des Landkreises waren sich in den Fünfzigern und darauf folgend nicht zu schade, sogar mitten in einem ausgewiesenen Biotops von überregionaler Bedeutung, ihren Giftmüll und Klärschlamm nebst anderem Abfall abzuladen. Die umliegende Städte und Wirtschaftsunternehmen haben in den dortigen, etwa zwei Hektar großen Bohlinger Schlammteichen Industrieabfälle, Klärschlämme und Fäkalien versenkt, anschließend mit Erde abgedeckt und womöglich dem öffentlichen Vergessen anheim gestellt, ganz ähnlich also, wie in Calmbach.

Der Zeitungsjournalist Wolfgang Messner schreibt deshalb unter dem Titel: "Der giftige Schlamm ruht unter einem Biotop" und dem Untertitel: "[...] Altlastensanierung - Bohlinger Schlammteiche sollen zehn Millionen kosten", in der Stuttgarter Zeitung vom 18.01.2008, dass sich die Anwohner dort während des Abfallverklappungsbetriebs dieser doch wohl als lebensfeindlich zu bezeichnenden Giftmüllkippe jahrzehntelang über die übel stinkende Kloake beschwert hätten. Und weiter heißt es in seinem Artikel:

"Einheimische erinnern sich, dass in den Teichen auch Tiere verendet waren. Oftmals, sagt eine Expertin des Gutachterbüros, sei die Brühe übergeschwappt und seien Dämme gebrochen. Öfters seien die Teiche auch angezündet worden."

Aber immerhin warnt hier heute, im Gegensatz zum Calmbacher Gauthiertal, eine absolut zu Recht angebrachte Tafel Spaziergänger vor der lauernden Gefahr in dem oberflächlich betrachtet unberührt wirkenden Naturschutzgebiet.

Während jedoch das Calwer Landratsamt im Gauthiertal sich bislang auf eine zwei mal durchgeführte, noch verhältnismäßig recht billige Bodensondierung rund um die Giftmüllkippe beschränkte, gab es bei den versenkten Bohlinger Schlammteichen doch wenigsten ansatzweise den Versuch einer Sanierung:

"Als nach jahrelangen Voruntersuchungen Anfang Dezember 2007 eine 400.000 Euro teure Sanierung gescheitert war, wurde das Thema erneut öffentlich ruchbar. Seit Mai 2007 war versucht worden, das Oberflächenwasser mit Drainagen abzutragen. Doch der Giftcocktail war so aggressiv, dass Edelstahlelektroden binnen kurzer Zeit vom Rost zerfressen waren."

Interessant ist, dass auch hier der Landrat, ein gewisser Herr Hämmerle, inständig betont, dass trotz des Sanierungsmisserfolgs und der schrecklichen Erfahrungen hierbei, für Menschen und das Trinkwasser keine Gefahr bestünde, obwohl die Trinkwasserbrunnen einiger umliegenden Gemeinden inmitten dieser Deponien lägen. Es überkomme diesem Herrn jedoch zuweilen doch der Gedanke, dass die Deponie dringend saniert werden müsse.

Wie auch in Calmbach, sei auch hier zumindest auch das Grundwasser durch den Chemikalienmix bereits in Mitleidenschaft gezogen worden.

"Nach einem Gutachten weist das Grundwasser Verunreinigungen mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Phenol und Vinylchlorid aus, deren Grenzwerte stark überschritten wurden".

Wie es sein könne, dass angesichts einer solch lebensfeindlichen Giftmüllkippe hier vordergründig später ein Naturschutzgebiet ausgewiesen worden sei, obwohl doch alle Beteiligten aus Verwaltung und Wirtschaft um die prekären Altlasten wussten, habe Landrat Hämmerle sich wie folgt geäußert:

"Was oben ist, ist Biotop, was darunter liegt, darüber schweigt des Sänger Höflichkeit".

Der Sänger Hämmerle, der nicht singen will, schützt mit seinem Schweigen unverzagt die Verursacher der hochnotpeinlichen Giftbrühe, zu der in diesem Fall, oh wie unangenehm, ja auch die umliegenden Gemeinden gehören, und sorgt so dafür, dass diese wenig lebensfördernden Herrschaften allesamt mal wieder nicht zur Rechenschaft gezogen werden für die für sie doch sicherlich recht einträgliche, ansonsten aber frevelhafte Tat, auf dass die Herren und Damen Vorstände doch endlich auch einmal jene Verantwortung tragen können, für die sie sich mehr als exklusiv bezahlen lassen, und dass nicht halt mal wieder der machtlose Steuermichel dafür wird bluten müssen, so oder so.

Solchen Ehrenwortspezialisten, die, ihrem Bonner Vorbild getreu, stets Uhufix mit sich führen, um sich des dauerhaften Verhaftens ihrer einträglichen Politstühlchen zu versichern, entgeht offensichtlich auch hier mal wieder die zweifelhafte Moral ihres eingeübten Tuns.

Im Gauthiertal allerdings hat die Gemeinde wohl nicht auch ihren Dreck gleich mit in der Gauthierschen Giftmüllgrube versenkt, heute behördlich vornehm verschleiernd Altlast genannt, so dass der Verursacher doch eigentlich recht eindeutig ist, eine finanzstarke Institution, die für die umweltfreundliche Entsorgung ihrer Giftfracht durchaus selber aufkommen kann, schließlich hat der Verursacher ja auch seinen Gewinn selbst daraus gehabt. Aber natürlich würden dann vermutlich Arbeitsplätzen in der Region, also am Ort umgehend verlustig gehen, dieses Druckmittel ist ja nur zu bekannt.

 
Auch das Problem des Calwer Landratsamtes, vermutlich ganz Baden Württembergs mit seinem Gauthiertal, bzw. dem Arbeitgeber dort, ist eben halt auch kein Einzelfall, und die Art der öffentlichen Reaktion wie auch das behördliche Verhalten darauf haben nun mal Tradition, hier bei uns zu Hause im Ländle, gell.
 

In diesem Sinne

Peter Bechen


designed und written by Peter Bechen 2008
www.subventionsberater.de

 

 

 

   

Themenübersicht:
 

Einführung:
Gifttod am Heilbad
?
    

Vorwort:
Schwarzwaldidylle?...

Vom Schweigen im Walde:
Lageplan des Gifttodes...
Tannmühle 1...
Supergau in Calmbach...
Deponiesuche - Spurensicherung...

Vom Leben und Sterben in Bad Wildbad:
Wenn Maikäfer weinen

Vergiftetes Grundwasser in Calmbach
bei Bad Wildbad?

Lesen Sie, wie eine Familie beim Hausbau   
auf vergiftetes Grundwasser stieß.
  

Verkeimtes Trinkwasser in Calmbach
bei Bad Wildbad?

Im Gauthiertal scheint verkeimtes Wasser
aus den Anschlüssen zu fließen?

=>   Calmbach bei Bad Wildbad ist überall,
Gift gibt es nicht nur im Gauthiertal
Giftmüllkippen und die Protektion derer Verursacher
durch Behörden gibt es auch an anderen Stellen
bei uns zuhause, hier im aufstrebenden Südwesten

Wer oder was ist die Satirewerkstatt in Calmbach?
zwei Jahrzehnte ziviler Ungehorsam
    

 
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